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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für April 2000

17.04.2000:
Selbstfindungsprozesse gestalten sich interessanter, wenn man sich zwischendurch immer wieder überlegt, wer denn da eigentlich sucht.

18.04.2000:
Viskosität ist das Verhältnis von Schubspannung zu Schergefälle! Das interessiert natürlich keine Sau, aber wenn Sie das mal gefragt werden, macht es richtig Eindruck, wenn Sie das wissen!

19.04.2000:
Verbringen Sie Ihre Tage nicht vorwiegend damit, darauf zu warten, ob Sie jemand fragt, was Viskosität ist.

20.04.2000:
Ergreifen Sie die Initiative! Wenn keine zur Hand ist, ergreifen Sie sonstwas. Das ist nicht weiter entscheidend.

21.04.2000:
Dateidokumente lassen sich mit einer sehr komplizierten Tastenkombination als Bufferunderrun kompilieren. Muß aber nicht sein.

22.04.2000:
Die Außerirdischen kommen übrigens doch nicht.

23.04.2000:
Wenn der Mond im Löwen steht, und man läßt sich die Haare schneiden, wachsen sie angeblich schneller nach.

24.04.2000:
Wenn Sie sich die Haare schneiden lassen, in der Absicht danach für längere Zeit kürzere Haare zu haben, sollten Sie ihren Friseurbesuch auf einen Tag legen, an dem der Mond beispielsweise im Elch steht.

25.04.2000:
Der Elch ist ein altes babelusisches Sternzeichen und steht für \"Brieffreundschaften\" und \"Sich öfter mal am Ellenbogen kratzen\"

26.04.2000:
Babelusien war in der Auf-Kreide Zeit eine Mittelflachkultur, die es nie zur Hochkultur gebracht hat.

27.04.2000:
In der babelusischen Springtanne nistet die Dampfamsel.

28.04.2000:
Außer der Behauptung, es gäbe ein Sternzeichen Elch, hat die babelusiche Astrologie nichts hervorgebracht.

29.04.2000:
Nachdem sich herausgestellt hatte, daß ein Sternzeichen Elch nirgends am Himmel lokalisierbar ist, beschränkte sich die babelusische Sterndeuterei darauf, mit dem Finger wahllos auf irgendwelche Sterne zu deuten.

30.04.2000:
Sollte Ihnen jemand einen Prachtband über Babelusische Astrologie zum Kauf anbieten, so handelt es sich dabei mit Sicherheit um eine Fälschung.

Tips für Mai 2000

01.05.2000:
Die Dampfamsel ist ein Flossenatmer und bebrütet außerhalb der Saison alles, was in Paul Schlinzckes "Kleines Handbuch der Dinge, die ich eigentlich nicht so mag" auf Seiten mit ungerader Seitenzahl steht.

02.05.2000:
Unter gewissen Umständen befinden sich Schmutzreste; deshalb hat man die Umstände auch darübergelegt. Soll uns aber nicht weiter interessieren.

03.05.2000:
Interessant ist, daß in Paul Schinzckes "Kleines Handbuch der Dinge, die ich mir so jetzt noch gar nicht richtig überlegt habe" der Viskosität keinerlei Beachtung geschenkt wird.

04.05.2000:
Paul Schlinzcke verbrachte zwischen 1972 und 1981seine Sommerurlaube hinter der Wohnzimmertapete von Klaus Besumke; vermutlich hat er sich dort eingehend mit der Viskosität von eingetrocknetem Tapetenkleister befaßt.

05.05.2000:
Klaus Besumke bezeichnet sich selbst gerne als Situatiologen, aber Kaus Besumke bezeichnet auch seine Unfähigkeit, ein Palindrom zu konstruieren als Märschentyter-syndrom. Da sollten wir ihm einiges nachsehen!

06.05.2000:
Buchen sollst du suchen, Bei den Eiben kannst du speiben.

07.05.2000:
Unter Misteln sollst du hüsteln.

08.05.2000:
Nur die Föhren sollst du nicht stören.

09.05.2000:
Als Situatiologe hielt es Klaus Besumke für seine vornehmste Pflicht, Umstände zu sammeln und zu studieren, für den Fall, daß sie einmal jemand brauchen könnte.

10.05.2000:
In Klaus Besumkes Arbeitszimmer, in dem er die gesammelten Umstände lagerte, durfte Eva Gioanella, seine Putzhilfe nicht hinein, dementsprechend liegen dort heute noch unter gewissen Umständen Schmutzreste, die Klaus Besumke in seiner Unfähigkeit, selbst Ordnung in seinem Wohnbereich zu schaffen, mit diesen Umständen einfach zugedeckt hat.

11.05.2000:
Für seine Unfähigkeit, in seinem Wohnbereich Ordnung zu schaffen, führte Klaus Besumke kein kühn dahinbehauptetes Sosoodersoähnlich-syndrom an, sondern er begründete das mit seiner babelusischen Abstammung.

12.05.2000:
Rosen, Nelken, Tulpen<br>Haben keine Stulpen

13.05.2000:
Tulpen, Nelken, Rosen<br>gibt´s jetzt auch in Dosen

14.05.2000:
Die Venus und der Mond<br>Sind beide nicht bewohnt

15.05.2000:
Die Ringe vom Saturn<br>schau´n hinten aus wie vurn

16.05.2000:
Der babelusische Zwergzmulch ist ein Maulbrüter und ernährt sich von eigenem Nachwuchs; stark vom Aussterben bedroht.

17.05.2000:
Die Ruderfußtöle ist erst um halb vier nach Babelusien eingewandert.

18.05.2000:
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Hydroniumionenkonzentration. - Was natürlich wiedereinmal niemanden interessiert, aber immerhin läßt sich daraus folgern, daß der pH-Wert nie negativ wird, und dementsprechend ein pH-Wert von 7 pH-neutral ist.

19.05.2000:
Spülmttel mit dem pH-Wert 0 sollten Sie nicht mit nackten Fingern anfassen.

20.05.2000:
Sollten Sie etwas zu tippen haben, versuchen Sie das Wort "Wert" einzubauen; das tippt sich so schön leicht.

21.05.2000:
"Wertzuwachs" macht anfangs auch Spaß, wird aber dann recht kompliziert, ist jedoch zu bewältigen.

22.05.2000:
Nächstes Jahr kommt von Microsoft ein Update für Argumentationsunwillige, da gibt es statt eines Dialogfeldes ein Schlachtfeld.

23.05.2000:
"Trennkost" ist nicht, wenn man den Teller übrigläßt.

24.05.2000:
Wenn stimmt, daß man schweigen muß, worüber man nicht sprechen kann, hätten viele Speisekarten nicht geschrieben werden dürfen.

25.05.2000:
Ich möchte nicht Kalbs Schnitzel, ich möchte mein eigenes.

26.05.2000:
Zum schönsten, was zwischen Menschen entstehen kann, zählt zweifellos die Distanz.

27.05.2000:
Die Zeit hat einen Anfang, und der Raum hat ein Ende, Sie müssen also nicht beunruhigt sein, wenn Sie sich nicht an alles erinnern können, und im Urlaub können Sie schon einmal aufs Geratewohl irgendwohin fahren, verlorengehen können Sie ja nicht.

28.05.2000:
Sagen Sie heute etwas entscheidendes!

29.05.2000:
Heute stehen die Sterne ein bißl ums Eck, da sollten Sie Ärger vermeiden.

30.05.2000:
Heute schaut es schon besser aus, heute können Sie nach Herzenslust Ärger anzetteln.

31.05.2000:
Die Außerirdischen haben sich noch immer nicht gemeldet; war vorauszusehen.

Tips für Juni 2000

01.06.2000:
Wenn Sie heute jemand fragt, was Thixotropie ist, vertrösten Sie ihn mit der Antwort auf morgen.

02.06.2000:
Thixotropie ist die reversible Gel-Sol-Umwandlung unter mechanischem Druck.

03.06.2000:
Michi anrufen!

04.06.2000:
Eine 1:1 - Mischung von Bier und Sekt schmeckt grauenhaft, zerrüttet das Gehirn aber so eindrücklich, daß einem der Geschmack nach einem halben Liter davon völlig egal ist. Nach 1,5 Litern hört sich der Spaß dann gewöhnlich ganz auf.

05.06.2000:
Mixgetränkeempfehlungen aus dem Internet sind mit Vorsicht zu befolgen, wenn man sie genießen will.

06.06.2000:
Heute ist ein guter Tag, um Schalterbeamte wegen der Geschichte von Holophernes auszufragen.

07.06.2000:
Nachdem die Ruderfußtöle festgestellt hatte, daß in Babelusien Wettbüros traditionell schon um drei Uhr schließen, ist sie wieder ausgewandert. - Warum, weiß kein Mensch. Seither wohnt sie in regelmäßigen Abständen.

08.06.2000:
Klaus Besumkes Arbeitszimmer ist voll von Umständen; er sucht jetzt eine größere Wohnung, in der er Abstände sammeln kann.

09.06.2000:
Sollten Sie einen Abstand zur Hand haben, für den Sie keine Verwendung finden, so lassen Sie ihn doch bitte Herrn Besumke zukommen; er würde sich darüber sehr freuen.

10.06.2000:
Wenn das vielleicht sogar ein regelmäßiger Abstand ist, stellen Sie ihn doch einfach wo auf, und bescheren Sie so einer Ruderfußtöle ein gediegenes Heim.

11.06.2000:
"Genügsamkeit" klingt irgendwie schon so!

12.06.2000:
Man kann an den Kalendern<br>Nicht wirklich groß ´was ändern.

13.06.2000:
Es muß nicht immer ein "Schwerer Ausnahmefehler" sein, manchmal genügt auch ein mittelgewichtiger Gebrauchsfehler, Wald-und-Wiesen-Ausführung.

14.06.2000:
Drei Druckaufträge liegen vor. Jaja.

15.06.2000:
Rotweinflecken kriegt man überhaupt nicht raus; verbrennen Sie Ihr Gewand und ziehen Sie zum Nachbarn.

16.06.2000:
Was die Welt im Innersten zusammen hält, ist übrigens die Gravitation.

17.06.2000:
Sollten Sie einer Theateraufführung beiwohnen, in der die Frage danach gestellt wird, was die Welt im Innersten zusammenhält, behalten Sie die Antwort, auch, wenn Sie sie wissen, einfach für sich.

18.06.2000:
Die Hauptstadt von Burkina Faso heißt Uagadugu, früher war das Timbuktu, aber damals hieß Burkina Faso auch noch Obervolta.

19.06.2000:
Sie können die Badehose wieder auspacken; das wird heute nichts mehr.

20.06.2000:
In englischsprachigen Gebieten gibt es Redundanz auch mit Musikbegleitung; das sind so fließende Bewegungen, die aber nichts sagen.

21.06.2000:
Die babelusische Springtanne ist als Maibaum völlig unbrauchbar.

22.06.2000:
Der Mai fand in Babelusien zum letzten Mal nach dem ersten großen Regen statt. Seither wird er nur mehr urkundlich erwähnt.

23.06.2000:
Satire darf gar nichts; weil der Satz "Satire darf alles, sie darf nur eines nicht: langweilen!" so langweilig ist, daß die Satire gleich mitverboten worden ist.

24.06.2000:
Der Zeh ist ein Laufwerk.

25.06.2000:
Mit der sp-3-Hybridisierung könnte man aus Graphit Diamanten machen.

26.06.2000:
Wahlweise dürfen Sie auch sp-3-Bastardisierung sagen.

27.06.2000:
Mit genügend Stärke kann man einen Pudding an die Wand nageln. Damit werden Sie aber bei "Jugend forscht" keinen Preis erringen.

28.06.2000:
Trinken Sie vor dem Zubettgehen ein Glas warmes Wasser. Das kann nicht schaden.

29.06.2000:
Statuieren Sie ein Ich außerhalb der Geschichte und ziehen Sie damit um die Häuser. Das kann schaden, aber sowas macht zumindest Spaß.

30.06.2000:
Erzählen Sie herum, daß Sie heuer den Physik - Nobelpreis bekommen, weil Sie einen Pudding an die Wand genagelt haben! Das macht bestimmt Eindruck.

Tips für Juli 2000

01.07.2000:
"Klokmeidon" ist in der babelusischen Mythologie der Hüter des Nebensächlichen.

02.07.2000:
In der babelusischen Mythologie gibt es vier Grundgrößen; Das Sein mit all seinen Kosenamen, Pferde ganz allgemein, das Gästebuch und Zwirn.

03.07.2000:
Das Nebensächliche ist in der babelusischen Mythologie auf einer Metaebene dem Zwirn zugeordnet. Vermutlich, weil Kleidung in Babelusien unbekannt war.

04.07.2000:
Ein Quantensprung im physikalischen Sinne ist der Sprung eines Elektrons von einem Orbital ins nächstgelegene; ein Vorgang mit einem denkbar geringen Energieumsatz, der überdies reversibel ist.

05.07.2000:
Wenn Ihnen etwas als "Quantensprung" angepriesen wird, sehen Sie lieber zweimal nach.

06.07.2000:
Klokmeidon hatte vier Kinder unbestimmten Geschlechts, aber mit einheitlicher Nord- Südausrichtung.

07.07.2000:
Klokmeidons Kinder hatten sehr komplizierte Namen, die grundsätzlich aus einer länglichen Farbenkombination bestanden, abgeschlossen von einem mehrstelligen elektromagnetischen Puls.

08.07.2000:
Die Kinder Klokmeidons finden In der babelusischen Mythologie nur in der mündlichen Überlieferung Erwähnung, ohne namentlich genannt zu werden.

09.07.2000:
Ach, ja! Die Zeit!

10.07.2000:
Selbstgebastelt ist billiger, aber bei einem Kernspintomographen ist das eigentlich egal.

11.07.2000:
Basteln Sie etwas Übersichtliches; basteln Sie aus zwei Weinkorken die Allegorie der Unbefangenheit

12.07.2000:
Angeblich hat Klokmeindon sich selbst - aber eben nicht ungeschlechtlich - gezeugt; damit hat er alles Geschlechtliche, was seiner Familie je zugestanden ist, aufgebraucht. Mythologie eben.

13.07.2000:
Zahnarztbesuche lassen sich verschieben. Wer später geht, hat mehr davon.

14.07.2000:
Was nicht von den Kelten stammt, kommt wahrscheinlich von wo anders.

15.07.2000:
Die Kelten waren mathematisch hochgradig unbegabt. Das läßt sich an den Hügelgräbern erkennen; Gruben mit Vorzeichenfehlern.

16.07.2000:
Die Babelusier waren mathematisch vermutlich begabt, aber komplett desinteressiert. Ihre Toten wurden nämlich plattgetrampelt, bis sie mit dem Erdboden eine Ebene bildeten.

17.07.2000:
Der Tanz entwickelte sich in Babelusien aus den Totenfeiern.

18.07.2000:
"Mehrzahl" gibt es nur in der Einzahl.

19.07.2000:
Eiweiß gibt es auch in der Mehrzahl, aber das klingt blöd; wie eine Packung für die Haare bestehend aus Ei und Weizenbier. Unter ästhetischen Gesichtspunkten ist es egal, ob Sie Biologie betreiben, oder in München als Friseur arbeiten.

20.07.2000:
Angeblich ist morgen auch noch ein Tag.

21.07.2000:
Jetzt wird es aber bald Zeit für den Zahnarzt!

22.07.2000:
Das Vollziehen eines Paradigmenwechsels läßt sich ex post leichter statuieren.

23.07.2000:
Sehen Sie bitte nach, ob Ihr Rechtschreibprogramm das Wort Paradigmenwechsel auch anstreicht.

24.07.2000:
Laßt mich hier liegen! - Allein könnt ihr es schaffen!

25.07.2000:
Die Sommerolympiade findet heuer im Winter statt.

26.07.2000:
Robert möchte Molluskenweitrollen als olympische Disziplin etablieren.

27.07.2000:
Was Du morgen kannst verschieben, ist seit gestern Dir geblieben.

28.07.2000:
Heute können Sie sich auf einiges gefaßt machen.

29.07.2000:
Entwarnung! Entspannen Sie sich wieder, das hat nur danach ausgesehen.

30.07.2000:
Vergessen Sie das mit dem Paradigmenwechsel wieder; wenn wieder einmal einer ist, dann laß´ ich Sie das an dieser Stelle wissen, schonen Sie bis dahin Ihr Rechtschreibprogramm.

31.07.2000:
Auf Laufwerk A kann jetzt zugegriffen werden. Wahlweise können Sie sich auch ein Bier greifen; das liegt besser in der Hand.

Tips für August 2000

01.08.2000:
Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen ist, aber mein Pudding beginnt langsam, sich von der Wand zu lösen. - Da wird ich wohl drübertapezieren müssen.

02.08.2000:
Für Büroarbeiten gilt: Kehren Sie das Unterste nach hinten.

03.08.2000:
Stellen Sie heute einen Weltrekord auf und durchschwimmen Sie doch als erster Mensch den Ärmelkanal der Länge nach; von Dänemark nach Puerto Rico.

04.08.2000:
Bei den Eichen sollst du keuchen.

05.08.2000:
Und die Eschen kannst du dreschen.

06.08.2000:
Vergessen Sie die letzten drei Tips wieder; Ich hab mit meinem Tanztherapeuten gesprochen, er glaubt, daß das mit den Eichen gerade noch so durchgeht, aber auch nicht wirklich sein muß, von den anderen Dingen würde er als Tanztherapeut dringend abraten.

07.08.2000:
Der Sage nach hat ein Epiphant das diskursive Element nach Babelusien gebracht, wollte es aber nicht hergeben, und ist dann damit wieder gegangen.

08.08.2000:
Der Epiphant ist der seltene Fall eines dreizehigen Paarhufers, und hat einen zwergenförmigen Reiter im Nacken angewachsen.

09.08.2000:
Das allgemeine Pferd bezieht seine Rolle als Grundgröße in der babelusischen Mythologie daraus, daß es mit nur einem Huf pro Bein die Auflösung des Widerspruchs darstellt, den der Epiphant in sich trägt.

10.08.2000:
Bereiten Sie sich heute auf etwas vor! Wenn ´s nichts wird, war Ihnen zumindest nicht langweilig.

11.08.2000:
Noch ein Getränketip: Eine Mischung aus Cola, Bockbier und Grapefruitsaft durch einem Trinkhalm, in den man seitlich zwei bis drei kleine Löcher gestochen hat, auf ex getrunken; danach kann man rülpsen, daß der Zahnschmelz teigig wird!

12.08.2000:
In Amerika hat man jetzt ´was erfunden.

13.08.2000:
Der Dings ist heute rückläufig. Sehen Sie lieber selbst nach!

14.08.2000:
Nicht alles, wo sich niemand auskennt, ist schon ein Geheimnis.

15.08.2000:
Wenn Sie heute Besuch bekommen, vergessen Sie nicht, die Sache mit dem Physik - Nobelpreis zu erwähnen.

16.08.2000:
Halten Sie heute ein Kurzreferat über die dynamische Belastbarkeit von philosophischen Kategorieverbänden.

17.08.2000:
Klaus Besumke hat jetzt die Nachbarwohnung dazugenommen, und in der nun größeren Wohneinheit gründlich Ordnung gemacht. Ganz alleine! Offenbar hat sich da etwas vollzogen, worüber ich mit meinem Rechtschreibprogramm nicht kommunizieren möchte.

18.08.2000:
In der ehemaligen Nachbarwohnung lagert Klaus Besumke jetzt Abstände; in einem regelmäßigen Abstand hat sich sogar eine babelusische Ruderfußtöle eingenistet, mit der Besumke eine leidenschaftliche Affäre unterhält.

19.08.2000:
Ein Buchtip: "Sichtbar Wohnen" von Evi und Resi Denz

20.08.2000:
Poesie ist die höfliche Form von Poedu.

21.08.2000:
Der Poedu ist ursprünglich ein alkmenischer Tanz, der nur vom Heben und Senken des Grundwasserspiegels begleitet wurde. Er diente dem Besänftigen von Gottheiten, die die Alkmenen in Ortschaften mit dreistelliger Postleitzahl vermuteten.

22.08.2000:
Das Postwesen in Alkmenos hat babelusische Wurzeln. Das war aber vorauszusehen.

23.08.2000:
Wenn Sie den Eindruck haben, daß die Vergabe von Postleitzahlen ein reiner Willkürakt ist, lassen Sie das Ihre Umwelt wissen. Man wird Sie als weitblickenden und welterfahrenen Menschen auch in anderen Dingen um Rat fragen.

24.08.2000:
Kirschkernweitspucken ist in dieser Saison nicht die Trendsportart. Üben Sie besser etwas anderes.

25.08.2000:
Mit Bieruntersetzern aus abgetrennten Gürtelschlaufen läßt sich momentan in St. Moritz viel Eindruck schinden.

26.08.2000:
Michi würde sich wieder über einen Anruf freuen.

27.08.2000:
Fahren Sie doch bei Gelegenheit einmal nach Schweden und fragen beim Nobelpreiskomitee nach, wie das jetzt mit Ihrem Preis ausschaut! Vergessen Sie nicht, Pudding mitzunehmen; eine kleine Demonstration kann die schlimmsten Skeptiker überzeugen.

28.08.2000:
Wenn Ihnen ein Gedicht einfällt, verlangen Sie den Literaturnobelpreis gleich mit; das verschafft Ihnen eine breitere Verhandlungsbasis.

29.08.2000:
Wenn Sie schon dabei sind, verlangen Sie auch einen Nobelpreis für Chemie, Mathematik, Turnen und Handarbeiten. Irgendetwas davon werden Sie sicher bekommen.

30.08.2000:
Beim Geigenbau bitte unbedingt nur Hautleim (der heißt so, daran kann man jetzt nichts ändern) verwenden!

31.08.2000:
Französische Filme erkennt man daran, daß die Tränensäcke der Männer größer sind als die Brüste der Frauen.

Tips für September 2000

01.09.2000:
Denken Sie doch heute ein bißchen darüber nach, warum, wenn in amerikanischen Filmen Pizzas (heißt, glaub ich, eigentlich Pizze, hat mir mein Rechtschreibprogramm aber angestrichen, - amerikanische Software in deutscher Übersetzung behauptet besser Italienisch zu können als der Italiener am Eck, na, ich weiß nicht! ) ausgeliefert werden, es immer "die mit Anchovis" ist, bei der nochmal nachgefragt werden muß, wer sie bestellt hat.

02.09.2000:
Tip für Filmemacher: Drehen Sie doch einfach einen Film, über einen tatsächlich stattgefunden habenden Schiffsuntergang. Das Publikum scheint so etwas zu mögen.

03.09.2000:
Jetzt weiß ich´s! Guatemaltekische Anchovifischer, die wegen einer Fehlpeilung, hervorgerufen durch einen völlig aus dem Ruder gelaufenen Leberschrittmacher, den der Steuermann aus einer Frühstücksflockenpackung hat, die ruchlose Produktpiraten in den Markt geschleust haben, unter Aufbietung aller nur denkbaren nautischen Abenteuerlichkeiten, den - meinetwegen - Westpol entdecken, dort hoffnungslos im Schlick festsintern und schließlich als Knetmasse in einem Auffanglager für rechtsdrehende Derwische ein Teil-2-fähiges vorläufiges Ende finden.

04.09.2000:
Bringen Sie bei nächster Gelegenheit einen Toast auf Martin Teucher aus; er hat sich's verdient!

05.09.2000:
Wenn man US-amerikanische Filme in ihrer Summe betrachtet, hat man den Eindruck, die Vereinigten Staaten hätten zwei Dinge hervorgebracht, die es sonst in der Welt nicht gäbe; erstens das Gerichtswesen und zweitens die Familie, im besonderen den Vater.

06.09.2000:
In der tatsächlich Stattfindenden Welt, abseits von Benchmarks und Prozessorleistung, vielleicht sogar als Pendler, kann man mit einem Bustakt von einem Millihertz, das ist mehr als dreimal die Stunde, durchaus zufrieden sein.

07.09.2000:
Osmotischer Druck entsteht durch Konzentrationsgefälle.

08.09.2000:
Sinkende Aufmerksamkeit ist osmotisch unwirksam.

09.09.2000:
Suchen Sie sich aus dem Telephonbuch einen Theaterwissenschafter und fragen Sie ihn, ob man denn schon weiß, ob "Sein oder Nichtsein".

10.09.2000:
In der babelusischen Minne hat das Nichtsein, je nach der Grundtonart des vorgetragenen Liedes, eine gleichgroße bis größere Bedeutung wie beziehungsweise als das Sein. Dementsprechend hat die niedere Minne vorzugsweise ihre eigene Abwesenheit zum Thema. - poetisch mager, weil nicht hörbar, aber philosophisch reizvoll.

11.09.2000:
Sagen Sie nicht "Schlicht und ergreifend", wenn Sie nur "Schlicht und einfach" meinen.

12.09.2000:
Der Schnee von gestern ist die Dachlawine von heute, am Schnee von gestern rutschen die Menschen heute aus; der Schnee von gestern ist von erheblicher Relevanz! Der Schnee vom Vorjahr hingegen ist weg. Teile von ihm hängen vielleicht gerade im ewigen Tief bei Kap Hoorn oder sie umspülen die Knöchel eines Reisbauern oder sie tun sonstwas; man weiß es nicht, er ist eben weg. Wenn Sie also veranschaulichen wollen, wie unwichtig etwas bestimmtes ist, sagen Sie: "Das ist Schnee vom Vorjahr."

13.09.2000:
Lassen Sie sich Ihre Haare doch einmal auf kurz färben.

14.09.2000:
Wenn Sie wollen, können Sie heute eine Religion gründen; vielleicht etwas "weiterschlafendes", das spricht bestimmt viele Menschen an, und "wiedererweckte" gibt es ohnehin schon genug.

15.09.2000:
Hüten Sie sich heute vor - meinetwegen - Bromelien.

16.09.2000:
Bei riesigen Nebenwirkungen schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

17.09.2000:
"Verkehr" gibt es auch nur in der Einzahl.

18.09.2000:
"Winter" gibt es im Englischen wie im Deutschen; ebenso "Finger" und ungefähr zwanzig andere Dinge.

19.09.2000:
Im Babelusischen gab es elf verschiedene Ausdrücke für "sondern"; vermutlich, weil die Welt nach babelusischer Auffassung aus einander ausschließenden Möglichkeiten besteht.

20.09.2000:
Erfinden Sie heute ein anderes Wort für "sondern".

21.09.2000:
Thnugkur ist eine hochkompliziert strukturierte Sprache, mit überkräftigen Wörtern, die für den normalen Gebrauch viel zu gefährlich sind. Thnugkur wurde von der babelusischen Priesterkaste eigens zu dem Zweck erfunden, Gebirgsmassive zu verfluchen.

22.09.2000:
Sollte Ihnen jemand einen Gedichtband in Thnugkur zum Kauf anbieten, so wissen Sie, was Sie davon zu halten haben.

23.09.2000:
Verlangen Sie heute eine Eintragung ins Handelsregister als Hansestadt.

24.09.2000:
Schön langsam kann man jetzt wieder damit aufhören, irgendetwas mit der Beifügung "Millennium" zu versehen. - Wird weitgehend eingehalten.

25.09.2000:
Berufstip: Tellerwäscher in einem hinduistischen Steakhaus.

26.09.2000:
Das mit den Außerirdischen wird diese Woche wahrscheinlich auch nichts; es war aber auch kein fixer Termin ausgemacht.

27.09.2000:
Ist Ihnen schon ein Wort eingefallen, das im Englischen und im Deutschen gleich geschrieben und gleich ausgesprochen wird und die selbe Bedeutung hat?

28.09.2000:
Ich verrate Ihnen ein Wort mit den gestern besprochenen Eigenschaften. - "Nest"

29.09.2000:
Die Klippschliefer sind Verwandte des Elephanten. In den vollen Genuß der Unangemessenheit dieses zoologischen Tatbestandes kommen Sie, wenn Sie sich in einem Fachbuch darüber kundig machen, wie Klippschliefer aussehen.

30.09.2000:
In Atlantis lebten dereinst wunderschöne und vor allem sehr kluge Menschen, die durch Abtauchen ihres Kontinents gezwungen waren, sich selbst und damit das Erbe ihrer Klugheit über die Resterde zu verteilen. Wer aber hat uns die Anteile vererbt, die nicht so klug oder gelungen sind?

Tips für Oktober 2000

01.10.2000:
Einer unbestätigten Sage nach war auf der Seite des Erdenrunds, die dem Atlantik gegenüberliegt, mitten im Pazifik ein sehr großer aber überaus unansehnlicher Kontinent, der logischerweise den Namen Pazifis trug.

02.10.2000:
Im Gegensatz zu den Bewohnern von Atlantis waren die Bewohner von Pazifis ausgesprochen häßlich, rüpelhaft und ungeschickt in allen Belangen. Daß es einige von ihnen auf andere Kontinente geschafft haben, bevor ihre Heimat unterging, ist wohl nur daraus zu erklären, daß selbst der Erdteil Pazifis sich beim Untergehen so blöde angestellt hat, daß er dabei andere Kontinente gerammt hat, und dabei wohl einige seiner Bewohner abgeworfen worden sind.

03.10.2000:
Was immer Sie über Atlantis gehört haben; die Bewohner von Pazifis hatten nicht die Idee von einem Hauch von einer Parodie auf eine schlechte Persiflage einer mißlungenen Verarschung davon.

04.10.2000:
Vielleicht hätte man in Pazifis den Korkenzieher erfunden, wenn man sich dort nicht betrunken hätte, indem man die reifen Trauben zerkaute und den Matsch einfach so lange im Mund behielt, bis er mit den Speiseresten zwischen den Zähnen von selbst in Gärung geriet.

05.10.2000:
In Pazifis hatte man keine Bezeichnung für Trinkgelage, weil man dabei erstens nicht reden konnte und zweitens andere Zustände als betrunken wo zu liegen als zu anstrengend die zu kennzeichnende Ausnahme darstellten.

06.10.2000:
Interessant scheint, daß es außer in der babelusischen Geschichtsschreibung keinerlei Hinweis auf die Existenz von Pazifis gibt.

07.10.2000:
Brechen Sie heute mit irgend jemandem eine ausgedehnte Diskussion über die Nachteile einer hohen Ladekante vom Zaun.

08.10.2000:
Wenn der Satz "Die Welt ist alles, was der Fall ist" - also nicht mehr und nicht weniger (von Philosophen im Range eines Wittgenstein darf man annehmen, daß sie sich klar ausdrücken), zuträfe, dann würde eine Drohung nicht funktionieren, weil eine Drohung ja etwas beinhaltet, was naturgemäß noch nicht der Fall ist, und auch nicht werden muß.

09.10.2000:
Sollten Sie Michi wieder einmal anrufen, bestellen Sie doch bitte meine besten Grüße.

10.10.2000:
Bis Zwotausendfünf dürfen Sie "Brennessel" noch mit nur zwei "n" schreiben; irgendwie aber auch kein richtiger Raußreißer.

11.10.2000:
Überprüfen Sie, ob die Rechtschreibreform Auswirkungen auf das zahlenmäßige Verhältnis von Dance-Companies zu Balletttruppen hat.

12.10.2000:
Für Sie vielleicht nicht überraschend, mich hat das jüngst sehr beeindruckt: Synchronschwimmen gibt es auch als Einzelbewerb. Klingt irgendwie babelusisch.

13.10.2000:
Gehen Sie nochmal zum Handelsregister und sagen Sie, daß Sie sich notfalls mit dem Status einer Marktgemeinde zufrieden geben würden; dieses Entgegenkommen wird Ihnen bestimmt angerechnet werden.

14.10.2000:
Was für ein Tag! Die babelusischen Ersttagsmarken gibt es jetzt auch als Zahnputzbecher, und Michi wird vielleicht zurückrufen! Schlachtet den besten Sattel im Stall und singet das hohe Lied!

15.10.2000:
Vergessen Sie das mit dem hohen Lied bitte wieder; die Noten sind gerade auf Saison in Bad Schlüthen und müssen danach sicher frisch besohlt werden.

16.10.2000:
Erfinden Sie heute ein neues Wort! Nämlich: Nach dem Leben ist man tot; was ist man vor dem Leben?

17.10.2000:
Schicken Sie Ihr Ergebnis des gestern an dieser Stelle dargestellten Problems an die Dudenredaktion; wenn Sie mit Ihrem Neologismus zufrieden sind, verlangen Sie dort auch gleich den Literaturnobelpreis.

18.10.2000:
Das ist lustig! Ein interessanter Streit um orthographische Hoheitsrechte; Mein Rechtschreibprogramm erkennt das Wort "Dudenredaktion" nicht an.

19.10.2000:
Im DOS-Modus gibt es angeblich jetzt auch config-süß-sauer.

20.10.2000:
Das mit dem hohen Lied müssen wir wahrscheinlich komplett überdenken; in Bad Schlüthen ist es offenbar nicht angekommen, das Ministerium für abwegige Angelegenheiten ist zwar verständigt, weiß jetzt aber auch nicht so recht.

21.10.2000:
So wie es aussieht, können sich die Tenöre den Nachmittag bis zur Schneeschmelze freinehmen.

22.10.2000:
Die Kritiker der Molche<br>War'n früher selber solche.

23.10.2000:
Die Kritiker der Elbe<br>War'n genau dasselbe.

24.10.2000:
Die Kritiker der Bleichen<br>War'n auch grad die gleichen.

25.10.2000:
Basteln Sie heute aus einem Satz Blumenerde und vier kleinen Arkanen eine Revolution abendländischer Denktradition.

26.10.2000:
Überlegen Sie einfach, wie sich Logik verhält, wenn Sie überdehnt wird.

27.10.2000:
Kochen Sie heute was leckeres: Vier handvoll gestocktes Fritterfett in einen großzügig bemessenen Speckmantel eingeschlagen. - Das ganze heißt dann "Gallencholik Calzone"

28.10.2000:
Versuchen Sie doch einmal, ein bißchen aus sich herauszutreten und beobachten Sie sich selbst aus einer gewissen Distanz.

29.10.2000:
Wenn Ihnen die gestrige Übung gelungen ist, versuchen Sie heute, vorsichtig zur Kenntnis zu nehmen, daß Sie nicht nur das betrachtete Ich sind, sondern auch das betrachtende.

30.10.2000:
So die gestrige Übung auch geglückt ist, können Sie heute Überlegungen darüber anstellen, daß die Distanz, aus der Sie sich betrachten, ebenso Bestandteil Ihrer Person ist.

31.10.2000:
Heute machen wir was ganz Feines, heute beobachten wir einmal die Beschaffenheit der Distanz, aus der Sie sich betrachten, hinsichtlich ihrer Bestandteile. (Be- ist eine gute Vorsilbe.)

01.11.2000:
Einige Hinweise für die gestrige Übung: Besteht diese Distanz eher aus der Notwendigkeit einer Perspektive, oder, indem Sie Bestandteil Ihrer Person ist, - gleichsam invers - aus Ihnen selbst?

Tips für November 2000

01.11.2000:
Lassen Sie uns heute das betrachtende Ich ein wenig untersuchen! Wenn es sich etwas denkt, - wem denkt es das? - und wie erfahren Sie davon?

02.11.2000:
Schafft es das betrachtete Ich, das betrachtende Ich wahrzunehmen? Oder ist das ein Drittes, das beide sieht?

03.11.2000:
Mein Tanztherapeut hat sich wieder gemeldet; er meint man soll die Persönlichkeit „integrieren“. Dazu hat er mir einige Übungen gezeigt, die aber ziemlich bescheuert aussehen.

04.11.2000:
Soweit ich das heute noch in Erinnerung habe, ist für diese Übungen ein Zigarettenspitz nicht erforderlich. Trifft sich gut, weil ich an meinem Tanztherapeuten beobachtet habe, daß ein Zigarettenspitz diese Übungen nur noch bescheuerter aussehen läßt.

05.11.2000:
Paul Schlinzcke möchte noch heuer Überschuhe gentechnisch herstellen. Viel Erfolg!

06.11.2000:
Luft is in the air.

07.11.2000:
Tip für den Fasching: Gehen Sie als Inversionswetterlage.

08.11.2000:
Besprechen Sie Ihre Faschingskostüme keinesfalls mit Ihrem Tanztherapeuten.

09.11.2000:
In Babelusien wurde das Verkleiden im Fasching mangels Kleidung so arrangiert, daß man sich hinter einen Busch stellte, hinter den man sich das Jahr über sonst nicht gestellt hat.

10.11.2000:
Durch den geringen Buschbewuchs in Babelusien hat der Fasching dort nicht das gesellschaftliche Gewicht errungen, das er in anderen Kulturen hat.

11.11.2000:
Nachtrag zur Chaostheorie: Nicht jedesmal, wenn in China ein Schmetteling mit den Flügeln schlägt, bricht in Amerika ein Tornado los.

12.11.2000:
Tip für die Leute, die Bildregie bei Sportübertragungen machen: Ich denke, ich spreche im Namen aller, wenn ich sage, wir sind zutiefst beeindruckt davon, daß Sie mitten in einem zum Beispiel Tennis-service schneiden können, oder auch bei Billardübertragungen mitten in einem Stoß, und vermutlich geht es Ihnen nur darum, einmal zu hören, daß jemand das bemerkt, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, bei Bildberichterstattung von sportlichen Ereignissen, so einen komplexen, in sich stimmigen Akt, wie ihn zum Beispiel eben ein Tennisservice oder irgend ein anderer Aufschlag darstellt, durch einen Sprung von Nahaufnahme („Ja, dieser Spieler hat ein Gesicht, ich hab’s gesehen, es ist noch immer das selbe wie beim vorigen Service!“) in eine Totale zu zertrennen, außer Lob für den schnellen Finger einheimsen zu wollen. Also gut: Toll! Wunderbar! Wirklich einzig; jedesmal, wenn der Kameramann, der offenbar dafür zuständig ist, halbendoskopische Aufnahmen von der Mimik eines Sportlers zu machen, so nah ran geht, daß er den Ball aus dem Bild verliert, schneidet der Mann an den Reglern kühn den abzubildenden Vorgang entzwei und zeigt uns dann zwar die ganze Szenerie, aber eben nur die zweite Hälfte der Szene. Eine Fertigkeit wie „mit dem Rektum Fliegen fangen“ - vermutlich sehr schwer, aber wirklich nutzlos! Gratulation! Der Beweis ist geführt, Sie können das! Jetzt haben’s alle gesehen, und ab jetzt kann man ganze Vorgänge wieder als Ganzes zeigen. Bitte!

13.11.2000:
Seien Sie mal leidenschaftlich! Sowas tut richtig gut.

14.11.2000:
Auch interessant: Für einen Hautarzt stellt schon ein Furunkel eine Erhabenheit dar.

15.11.2000:
Bambi war kein Reh, sondern ein Weißwedelhirsch. Wieder so eine Information, mit der sich nicht überall Eindruck schinden läßt.

16.11.2000:
Wenn wir schon dabei sind; Schleimpilze haben dreizehn Geschlechter.

17.11.2000:
Emus haben nur drei Zehen.

18.11.2000:
Zahnwale haben nur ein Nasenloch. Wir haben’s alle nicht leicht.

19.11.2000:
Bei den Kloakentieren ist die Natur mit Körperöffnungen auch ein bißchen sparsam umgegangen. Wenn Sie den Klippschliefer gefunden haben, ist das Kloakentier auch nicht weit.

20.11.2000:
Mein Rechtschreibprogramm ist Zoologisch ungebildet; Klippschliefer und Kloakentier laß ich mir als etwas, was jetzt nicht jeder kennen muß, ja noch unterstreichen, aber daß ich Ihnen nicht einmal etwas über Bartenwale schildern darf, ohne, daß die Software Unbehagen äußert, halte ich für ignorant, zumal Zahnwale widerstandslos als Bestandteil der deutschen Sprache akzeptiert werden. - Hat vermutlich ein delphinverliebter Feng-Shui- Berater programmiert.

21.11.2000:
Südkaper. Das versteh‘ ich nicht! Der Südliche Glattwal - unter Walfängern früher auch Right Whale genannt, weil er so langsam schwimmt, daß er sich leicht fangen ließ (gilt auch für den Nördlichen Glattwal, der heißt dann eben Nordkaper) geht bei meinem Rechtschreibprogramm unbeanstandet durch, obwohl das verglichen mit der groben Einteilung in Zahn - und Bartenwale (Schon wieder angestrichen! Ich hab’s gewußt!) Detailwissen ist.

22.11.2000:
Narwal. Den kennt er wieder nicht. Ist aber ein Zahnwal. Ich kann da keine Logik erkennen.

23.11.2000:
Auf Burg Greifenstein ist ein Stoßzahn von einem Narwal ausgestellt. Den hielt man früher für das Horn vom Einhorn.

24.11.2000:
Jetzt langt’s! Der Narwal ist zwar vom Aussterben bedroht, aber als Gattung noch existent. Aber das Einhorn hat es nie gegeben! Warum tut mein Rechtschreibprogramm so, als wäre der Narwal als ein zu beschreibender Bestandteil dieser Welt fragwürdiger als das Einhorn?!

25.11.2000:
Mein Tanztherapeut hat sich wieder gemeldet. Ich soll wieder was integrieren.

26.11.2000:
Morgen probier‘ ich das noch einmal; und zwar mit Zigarettenspitz.

27.11.2000:
Gottseidank gibt es keine Zeugen, aber ich hab’s wirklich versucht. Gleichviel; morgen werde ich mit meinem Rechtschreibprogramm in Korrespondenz treten und sein Vokabular erweitern.

28.11.2000:
Wenn irgend etwas nicht funktioniert, versuchen Sie es mit einem umgekehrten Tachionimpuls.

29.11.2000:
Wenn das mit dem Tachionimpuls nicht funktioniert, rekalibrieren Sie die Phasenkonverter, oder machen Sie was mit Wertheron-Partikeln.

30.11.2000:
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine belastbare Frau.

Tips für Dezember 2000

01.12.2000:
Das hohe Lied ist übrigens wiederaufgetaucht; es hat jetzt einen Halbtagsjob als Wetterleuchten in Morseschrift. Ein Verlust für die Kultur, aber jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

02.12.2000:
Wenn Sie ein hohes Lied bei der Hand haben, das sich eignet, bei prächtigen Stattfindnissen mit allem, was dazugehört, und entsprechend Hemdsärmeliger Hingabe vollstreckt zu werden, behalten Sie es bitte nicht für sich, die abendländische Begängniskultur hat so etwas nötig.

03.12.2000:
Für heute brauchen Sie, glaub’ich, kein Alibi.

04.12.2000:
Verrenkungen, die hartleibige Menschen in der Absicht vollführen, sich ihrer Verstopfung zu entledigen, können nicht als Ausdruckstanz gewertet werden.

05.12.2000:
Das gestern erstellte Gebot gilt auch für Versuche, Mitesser an unzugänglichen Körperstellen aufzuquetschen.

06.12.2000:
Besprechen Sie mit Ihrem Tanztherapeuten, ob es sich lohnt, dem Ausdruckstanz einen Eindruckstanz gegenüberzustellen.

07.12.2000:
Wortwitz und Tanztherapie scheinen nicht vereinbar.

08.12.2000:
Ganz selten, daß Tapeten sich wirklich schlimm verspäten.

09.12.2000:
Die Woche vor und die Woche nach Vollmond und Schwarzmond sind immer irgendwie so dings.

10.12.2000:
Bei ablaufender Tide verstärkt sich das gestern erwähnte Phänomen.

11.12.2000:
Das Theater braucht neue Polaritäten.

12.12.2000:
Zur Not kann man mit den alten Polaritäten diese Saison noch fertig spielen, aber die nächste Spielzeit sollte dann schon mit so etwas wie "Laufzeitunterschiede versus Apologie" oder "Bedingung versus Eigenschaft" losbrettern.

13.12.2000:
Entwerfen Sie heute ein paar neue Polaritäten und teilen Sie diese dann dem Intendanten Ihres Stadttheaters mit. Der wird das bestimmt sehr zu schätzen wissen.

14.12.2000:
Machen Sie überhaupt gleich den Spielplan Ihres Stadttheaters; den Nobelpreis für Literatur sollten Sie ja mittlerweile schon haben.

15.12.2000:
Schreiben Sie ein paar Theaterstücke, in denen abstrakte Kategorien willenlos aufeinanderprallen und lassen Sie diese dann von einem Bund Suppengrün und etwas Kleingeld aufführen. Einfach so.

16.12.2000:
Vermeiden Sie heute den Satz "So wird das nichts!".

17.12.2000:
Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann, oder überlegen Sie zumindest genau, wem Sie diese Frage stellen.

18.12.2000:
Der Schalterbeamte, den Sie wegen der Geschichte mit Holophernes gelöchert haben, würde sich über die gestern formulierte Frage zum Beispiel recht freuen.

19.12.2000:
Lassen Sie etwas zu! Den Eiskasten zum Beispiel.

20.12.2000:
Heute ist ein guter Tag, um die Geschichte der Satzzeichen zu studieren.

21.12.2000:
Mit dem gestern erworbenen Wissen können Sie heute mächtig aufhauen! Sprengen Sie heute einmal ein Kaffekränzchen Ihrer Wahl mit der Behauptung, daß der Strichpunkt kulturhistorisch heillos überbewertet ist.

22.12.2000:
In der babelusischen Syntax wird der Strichpunkt durch eine Tanzeinlage mit Bauchrednernummer dargestellt.

23.12.2000:
In babelusischen Buchhandlungen bekommt man zu jedem Buch eine Balletttruppe und einen Bauchredner dazu, um den Text vollständig genießen zu können.

24.12.2000:
Versuchen Sie heute einmal, beim Lebensmitteleinkauf einen gnostischen Ansatz reinzubringen.

25.12.2000:
Kaufen Sie sich heute ein philosophisches Lexikon und sehen Sie nach, ob Sie gestern alles richtig gemacht haben.

26.12.2000:
Also, zoologisch gesehen war das Ei zuerst da.

27.12.2000:
Im Zweifelsfall immer Backbordschoten vor Steuerbordschoten.

28.12.2000:
Wenn heute etwas nicht so klappt, sagen Sie einfach, Sie merken sich einfach keine Namen.

29.12.2000:
Vorige Woche war, glaub' ich, irgend so eine Konjunktion: die haben wir wohl alle verpaßt.

30.12.2000:
Wachsam bleiben und den Nachbarn anrempeln, wenn die nächste Konjunktion ..... ist. Oder was so eine Konjunktion eben so macht.

31.12.2000:
Geben Sie drei hinreichende Auslegungen des Begriffs "Kataglyphe". Am besten geben Sie die dem Nachbarn, wenn Sie ihn gerade wegen der Konjunktion attackieren; da fällt das nicht so auf.

Tips für Jänner 2001

01.01.2001:
Interessanterweise kann auf Laufwerk A jetzt wieder nicht zugegriffen werden. Liegt aber wahrscheinlich an mir. Am besten sehen Sie selbst nach.

02.01.2001:
Laufwerk B ist anscheinend komplett verschütt gegangen.

03.01.2001:
Wenn Sie das brennende Drängen, ein höchst sentimentales Leid zu schreiben, sich innewohnen fühlen, und Sie momentan aber nicht wissen, wes Themas Ihr elegisches Elaborat sein soll, widmen Sie Ihr Opus Tristum doch dem Laufwerk B.

04.01.2001:
Malen nach Zahlen gibt es jetzt auch in literarischer Form; habe ich (das werden Sie vielleicht bemerkt haben) gestern ausprobiert, hat aber nicht überzeugt.

05.01.2001:
Rücken Sie drei Felder vor und bestätigen Sie mit Enter.

06.01.2001:
Wenn ein Wissenschafter eine neue Substanz entdeckt, stellen sich ihm zunächst einmal drei Fragen: Kann man es essen? Kann man es irgendwie steuerlich gültig machen? Was wird Mutter wohl sagen, wenn ich mir damit das Hemd versaue?

07.01.2001:
Verschieben Sie große Entscheidungen auf Tage, an denen Sie notwendig sind.

08.01.2001:
Heute ist wieder ein guter Tag, um etwas zu ereignen.

09.01.2001:
cgi bedeutet bestimmt irgendwas.

10.01.2001:
Man hat eine Zahl erfunden, deren Wert um einige Zehnerpotenzen höher ist, als die geschätzte Anzahl aller Elementarteilchen im Universum. Gratulation!

11.01.2001:
Schnitzen Sie Ihre Erwartungen an das nächste Päpstliche Konzil in ein etwa acht Meter langes Staffelholz und vergraben Sie es an der Ostseite eines Hauses, von dem Sie annehmen, daß darin mehr Brillenträger als Haustierhalter wohnen.

12.01.2001:
Jeder Beginn ist ein Neuanfang.

13.01.2001:
Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die man nicht so genau sieht.

14.01.2001:
War da nicht ein Zahnarzttermin?

15.01.2001:
Nasenhaareharzen wird sich als Trend vermutlich nicht so durchsetzen. Schade eigentlich; könnte ich mir gut in Lifestyle- magazinen vorstellen.

16.01.2001:
Nasenhaareharzen mit Siegelwachs sollten Sie unbedingt bleiben lassen.

17.01.2001:
Finden Sie eine Möglichkeit, mit einem Springer in dreiundsechzig Zügen alle Felder eines Schachbrettes zu berühren. (Da der Springer vor dem ersten Zug ja schon auf einem Feld steht, sind also nur noch dreiundsechzig Felder zu berühren.)

18.01.2001:
Das gestern vorgestellte Problem wird leichter lösbar, wenn Sie die anderen Figuren aus dem Brett räumen.

19.01.2001:
Das vorgestern vorgestellte Problem wird schwerer lösbar, wenn Sie mit dem Springer nur Züge ausführen, die einem Springer im normalen Spielbetrieb auch zustehen.

20.01.2001:
Bringen Sie in den nächsten Tagen in einem Gespräch das Wort "Erfahrungsbereich" unter. Das macht was her.

21.01.2001:
Der Saft von Grapefruitkernen schmeckt recht bitter.

22.01.2001:
Wenn Sie heute sonst nichts zu tun haben, entwerfen Sie Bedingungen für ein chaotisches System, in dem Zufall als Größe nicht vorkommt.

23.01.2001:
Das mit den Zufällen ist ja so eine Sache.

24.01.2001:
Heute ist angeblich kein so guter Tag, um Flämische Meister zu erstehen. Kaufen Sie lieber reichlich Fingerfarben und laden Sie die Nachbarskinder ein.

25.01.2001:
Wenn das Ergebnis der Entäußerungsarbeit, die die Nachbarskinder an Ihren Wänden vollstreckt haben, für Sie kein hinreichender Ersatz für einen Flämischen Meister ist, probieren Sie, ob mit der Haushaltsversicherung was geht.

26.01.2001:
In Babelusien hat man - der Legende nach - eine Technik entwickelt, aus der Zeitlinie rechtwinkelig abzubiegen.

27.01.2001:
Es wird vermutet, daß die babelusische Kulturtechnik, gegebenenfalls rechtwinkelig aus der Zeitlinie abzubiegen, vor allem den Zweck verfolgte, sich im Falle eines Scheintodes die schmerzhaften Trampeleien bei der Totenfeier zu ersparen.

28.01.2001:
Zeit spielte In Babelusien hauptsächlich in der bildenden Kunst eine Rolle; als Halteschnur für eine Möglichkeit, die nicht ausgeschlossen werden kann.

29.01.2001:
Wenn man Wörter unter lautmalerischen Gesichtspunkten betrachtet, könnte "Transzendenz" eine willkürlich zugefügte Laufmasche sein.

30.01.2001:
"Hystereschleife" könnte ein in sich wiederkehrender Ablauf von nachdrücklich geäußerten Gemütszuständen sein, in denen Sachargumente von untergeordneter Bedeutung sind. Ist aber nicht.

31.01.2001:
Hysterese beschreibt im allgemeinen einen Zeitversatz von Ursache und Wirkung. Jetzt, wo sie das wissen, müssen Sie nur noch eine Situation finden, die Sie mit dieser Vokabel beschreiben können. Wenn Sie das dann sogar noch vor Zeugen tun (beschreiben, nicht finden), gehört der Tag Ihnen.

Tips für Februar 2001

01.02.2001:
Hystereseschleifen haben etwas mit Magnetisierungs - oder Entmagnetisierungsvorgängen zu tun. Was genau, müssen Sie in einem Physikbuch nachschlagen.

02.02.2001:
Es heißt Ellipse. Nicht Ellypse. Wiewohl Ellypse zugegebenermaßen besser klingt.

03.02.2001:
Zeit wurde in Babelusien zöllig verrechnet, allerdings mit einem haarsträubenden Umrechnungsfaktor.

04.02.2001:
Kupfer galt in Babelusien als Edelmetall, weil es das einzige Metall ist, dessen Name sich nicht - zumindest auf Babelusisch - auf Dinge reimt, die in Teekränzchenplaudereien ausgesprochen unangebracht sind.

05.02.2001:
Haben Sie mit dem chaotischen System was weitergebracht? Wacker!

06.02.2001:
Angeblich besteht das Universum zu neunzig Prozent aus Dunkler Materie. Das zu wissen, stimmt beim Händewaschen nachdenklich.

07.02.2001:
Entwarnung! Die Dunkle Materie hat mit dem, was sich bei uns bisweilen zum Beispiel unter den Fingernägeln ansammelt, nichts zu tun. Sie greifen also, wenn Sie sich säubern, nicht grundlegend in die Struktur des Universums ein. Einerseits beruhigend, andererseits fühlt man sich so klein.

08.02.2001:
Additiv gemischt ergibt Rot und Grün Gelb. Subtraktiv gemischt ergibt es eine unansehnliche Farbe. Manche nennen das "Oliv"; ich finde, "Unansehnliche Farbe" beschreibt das besser.

09.02.2001:
Planparallele Schnitte durch den Farbraum heißen Isolychnen. Schade, daß man das nicht öfter mal wo ins Gespräch streuen kann.

10.02.2001:
Dort, wo Die Unbuntgerade die Achsen des Farbraumes schneidet, befindet sich die Alychne. Die ist aber nur ein Punkt ohne Ausdehnung.

11.02.2001:
Sollten Sie Gelegenheit finden, die Isolychnen in ein Gespräch zu mengen, können Sie die entstandene Pause mit der Erwähnung der Alychne allemal füllen. Danach müssen Sie fürs erste selbst sehen, wie Sie da weitermachen.

12.02.2001:
Das wirkt jetzt vielleicht ein bißchen wie "Sprachpolizei", aber: Das selbe und das gleiche sind nicht das selbe. - Egal, was der Duden sagt.

13.02.2001:
Niemand sagt: "Die zwei schauen selb aus." Oder: "Ein und das Gleiche."

14.02.2001:
Kein Mensch würde sich das selbe Auto ein zweites Mal kaufen. Es sei denn, es wird ihm gestohlen, umgespritzt, und er kauft diesen Wagen, weil er mit dem vorigen so zufrieden war, als Gebrauchtwagen. In diesem Falle aber glaubt er, das gleiche Auto zu erstehen; wüßte er, daß es das selbe ist, so hätte das für den Gebrauchtwagenhändler zweifellos rechtliche Konsequenzen.

15.02.2001:
Wenn das selbe und das gleiche das selbe wären, dann wäre es egal, ob ich ein Selbstbewußtsein habe, oder das Bewußtsein von jemandem, der mir sehr stark ähnlich sieht. Bei Dunkelheit müßte mir der nicht einmal ähnlich schauen.

16.02.2001:
In ganz seltenen Fällen ist das selbe nicht das gleiche.

17.02.2001:
Das Lied "La Paloma" gibt es in hunderten verschiedenen - also nicht gleichen - Versionen, und es ist doch immer das selbe Lied.

18.02.2001:
Zwei Punkte liegen immer auf einer Geraden. Diese Gerade ist beiderseits dieser Punkte unendlich weit denkbar.

19.02.2001:
Drei Punkte liegen immer auf einer Ebene. Diese Ebene ist auch außerhalb des Dreiecks, das diese drei Punkte markieren, unendlich weit denkbar. (Was der menschliche Geist doch alles vermag!)

20.02.2001:
Vier Punkte liegen immer in einem Raum. Auch diesen Raum können wir uns außerhalb des Volumens, das diese vier Punkte umschließen, unendlich weit vorstellen. (Wir sind nämlich ziemlich phantasiebegabte Wesen.)

21.02.2001:
Stellen Sie sich einen dritten Punkt vor, der nicht auf der Geraden liegt, die zwei Punkte markieren. - Leichte Übung.

22.02.2001:
Stellen Sie sich einen vierten Punkt vor, der nicht auf der Ebene liegt, die drei Punkte markieren. - Bewältigbar.

23.02.2001:
Jetzt wird es ein bißchen kompliziert; der Triumph der menschlichen Vorstellungskraft, den wir die letzten paar Tage abgefeiert haben, könnte jählings ein wenig Einhalt erfahren, wenn Sie heute versuchen, sich einen fünften Punkt außerhalb des Raumes, nicht außerhalb des von vier Punkten umrissenen Volumens, der Raum geht ja außerhalb des Volumens weiter, also schon außerhalb des Raumes, in dem das umschlossene Volumen liegt, den wir uns vor einigen Tagen in alle Richtungen unendlich weit gedacht haben, vorzustellen.

24.02.2001:
Vermeiden Sie Schachtelsätze.

25.02.2001:
Wenn Sie schon dabei sind, vermeiden Sie heute gleich noch irgendetwas; das gibt einem so ein erwachsenes Gefühl.

26.02.2001:
Angeblich bekommt nach der Währungsumstellung in Europa jedes Land eigene landesspezifische Euros. Klingt auch irgendwie Babelusisch.

27.02.2001:
Wenn die Einkäufe erledigt sind, können Sie heute der Frage nachgehen, ob der Gesamtdrehimpuls im Universum null ist.

28.02.2001:
Wenn Sie zum Schluß kommen, daß der Gesamtdrehimpuls im Universum nicht null ist, beschreiben Sie in einigen Sätzen, woher die Kraft kommt, dem Universum einen Drehimpuls zu versetzen; verzichten Sie in Ihren Ausführungen auf Formulierungen wie "...einfach so." - Das wirkt unwissenschaftlich.

Tips für März 2001

01.03.2001:
Heute waren Sie tüchtig; da dürfen Sie sich etwas vom Chinesen kommen lassen.

02.03.2001:
Klaus Besumke hat jetzt eine Anstellung als Literaturagent; er vertritt einen Autor von Gückskekssprüchen.

03.03.2001:
Anschaulichkeit ist in der Quantentheorie kein Kriterium. Da sind wir aber fein raus.

04.03.2001:
Weisen Sie Ihrem Zahnputzbecher einen neuen Platz zu; so ein bißchen Veränderung ist vielleicht ganz nett.

05.03.2001:
Angeblich breitet sich Gravitation mit Lichtgeschwindigkeit aus. Das hat aber auf die Abwicklung unseres gebräuchlichen Tagesablaufs nur ausgesprochen geringen Einfluß.

06.03.2001:
Heute Können Sie, wenn Sie gerade nichts anderes zu tun haben oder Sie nicht ohnehin schon gestern darüber nachgedacht haben, Überlegungen anstellen, in welchen Situationen der Umstand, daß sich Gravitation mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet (was allerdings noch diskutiert wird), für uns von Bedeutung ist.

07.03.2001:
Eva Gioanella arbeitet an langen Einkaufssamstagen als Streckenposten an der Wursttheke.

08.03.2001:
Die kleinste physikalisch sinnvolle Distanz ist die Planck-Wheeler Länge. Das sind 1,62 mal 10 hoch minus 33 Zentimeter. Ziemlich klein.

09.03.2001:
Sollten Sie etwas entdecken, das kleiner ist, als 1,62 mal 10 hoch minus 33 Zentimeter, brauchen Sie einem Physiker damit gar nicht erst zu kommen.

10.03.2001:
Bei Dingen, die größer als die Planck-Wheeler Länge sind, ist auch nicht so sicher, ob Physiker damit auf jeden Fall eine Freude haben.

11.03.2001:
Sollten Sie in den nächsten Tagen eine Toccata für Gaumenpfeiferl und Krummhorn komponieren, gehen Sie dabei mit Zwölftonreihen eher sparsam um; das Krummhorn fühlt sich in Gegenwart eines tonalen Zentrums am wohlsten.

12.03.2001:
Wer sonst nichts zu tun hat, kann heute ein bißchen am Kartellrecht herumbasteln.

13.03.2001:
Aus dem Saft von Wolfsmilchgewächsen läßt sich irgendwie was machen. Fragen Sie am besten einen Pharmazeuten.

14.03.2001:
Aus dem Saft aus Sesselbeinen läßt sich praktisch gar nichts machen. Da können Sie jeden fragen.

15.03.2001:
Erfinden Sie heute eine neue Vorsilbe. Falls Sie den Literaturnobelpreis doch noch nicht haben, verbessert das sicher Ihre Chancen für nächstes Jahr.

16.03.2001:
Haben Sie mit dem Kartellrecht was weitergebracht? Wenn nicht, ist das halb so schlimm; üben Sie für den Anfang einmal am Bürgerlichen Gesetzbuch.

17.03.2001:
Der Zentrifugalkraft entgegen wirkt die Zentripedalkraft.

18.03.2001:
Sollten Sie demnächst ein Hammerwerfen zu kommentieren haben, trägt Ihnen die Erwähnung der Zentripedalkraft sicherlich die Hochachtung des Auditoriums ein.

19.03.2001:
Sollte das mit dem Hammerwerfen nichts werden - man kann ja nie wissen - generieren Sie einfach andere Seinszusammenhänge, die eine Erwähnung der Zentripedalkraft sinnvoll machen.

20.03.2001:
Schreiben Sie heute keine Mystery - Serie.

21.03.2001:
Tip für Abenteurernaturen: Suchen Sie sich irgend eine Baustelle, winken einen Bauarbeiter, am besten einen, der hoch oben auf einem Gerüst arbeitet, zu sich, und sagen ganz ernst: „Aber nichts kaputtmachen!“

22.03.2001:
Wenn Sie den gestrigen Tip befolgt haben, haben Sie vielleicht von alleine daran gedacht, zu probieren, wie der Unfallchirurg auf diesen Satz reagiert.

23.03.2001:
Versuchen Sie heute eine babelisische Meditationstechnik; Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Und zwar soweit, daß Sie gar nicht mehr wissen, womit sich Ihre Gedanken beschäftigen. Sie wissen nur mehr, daß sich Ihre Gedanken mit irgend etwas beschäftigen, aber Sie haben keinen Kontakt mehr zu Ihnen. Nach drei bis vier Stunden kommen die Gedanken dann gewöhnlich alle wieder zurück und reden durcheinander und erzählen, wo sie waren und was dort los war. Recht lustig.

24.03.2001:
Die Zahl Pi hat man jetzt auf 6 komma 4 Milliarden Stellen genau ausgerechnet. Das ist doch was.

25.03.2001:
Zum Umzäunen eines runden Rosenbeetes genügt als Pi ein sehr großes Drei.

26.03.2001:
Wenn Sie Mitglied im Tausenderclub werden wollen, müssen Sie die ersten tausend Stellen von Pi hinter dem Komma auswendig wissen.

27.03.2001:
Die wenigsten Mitglieder im Tausenderclub sind Gartenarchitekten.

28.03.2001:
Nicht jeder, der nicht verstanden wird, ist ein Genie.

29.03.2001:
Es ist nicht gesagt, daß kein Umkehrschluß weniger Sinn macht als die ursprüngliche Aussage.

30.03.2001:
Basteln Sie heute einen Umkehrschluß, der den gestrigen Tip bestätigt.

Tips für April 2001

01.04.2001:
Basteln Sie heute eine Naturkonstante.

02.04.2001:
Nach babelusischer Zahlentheorie wohnt jeder Zahl abgesehen von dem Betrag, den Sie benennt, und einer metphysischen Aussage auch noch eine Komponente inne, die etwas über den Zahnstatus der Person zuläßt, die mit dieser Zahl gerade in irgend einer Form beschäftigt ist.

03.04.2001:
In einem Handschuh eine Inaugurationszeremonie nachzustellen, ist ziemlich schwer, aber eher selten notwendig.

04.04.2001:
Wenn Sie heute einen Geheimbund gründen, sagen Sie‘s niemandem.

05.04.2001:
Wenn Sie heute keinen Geheimbund gründen, können Sie das ruhig herumerzählen.

06.04.2001:
Kochen Sie heute etwas, was „Getütete Wurmhüfte im Reisring“ heißen könnte und servieren Sie dazu einen Mehrbereichsburgunder.

07.04.2001:
Mein Rechtschreibprogramm hält „Wurmhüfte“ für zulässig. Es scheint, als hätten wir beide noch viel zu bereden.

08.04.2001:
Wenn das Verrücken Ihres Zahnputzbechers sich auf Ihr Befinden ganzheitlich positiv ausgewirkt hat, könnten Sie heute damit beginnen, ein paar Türstöcke in Ihrem Wohnbereich zu versetzen.

09.04.2001:
Wichtig bei der Wohnraumgestaltung ist, daß das Ergebnis zu Ihrem Typ paßt. Zumindest sollte es zu Ihrem Budget passen.

10.04.2001:
Wo Sie gerade dabei sind, Ihren Wohnbereich umzustrukturieren, können Sie den Eiskasten zwischenzeitlich wieder einmal aufmachen.

11.04.2001:
Ein abgenützter Parkettboden sieht nach dem Wenden keineswegs wie neu aus, kann aber über kleinere sonstige Probleme hinwegtäuschen.

12.04.2001:
Nach mehrmaligem Wenden können Sie die Parkettbretter auch hochkant anordnen. Stirnholz spart Platz.

13.04.2001:
Wenn Sie ein paar einfache Regeln befolgen, kann Ihr Wohnungsumbau Ihr gesamtes Befinden verändern; rechtsdrehende Wendeltreppen beflügeln zum Beispiel die Kontinuität.

14.04.2001:
Kastentüren, die sich nur nach innen öffnen lassen, strahlen Zurückhaltung aus.

15.04.2001:
Vermeiden Sie bei der Neugestaltung Ihrer Wohnung scharfe Metallkanten knapp unter Scheitelhöhe, wenn das nicht möglich ist, arrangieren Sie das übrige Mobiliar so, daß der Bereich unter der Kante weiträumig unzugänglich ist.

16.04.2001:
Feng Tschuldigung ist eine besondere Art der Wohnraumgestaltung, die auf die Tradition der Flagellanten zurückgeht.

17.04.2001:
Melden Sie sich zur nächsten Skiflug-WM als Vorspringer.

18.04.2001:
„Im Feuer der Betulichkeit“ ist kein guter Titel für einen erotischen Abenteuerroman.

19.04.2001:
Unter lautmalerischen Gesichtspunkten könnte „Gnosis“ Schnupfen benennen.

20.04.2001:
Vielleicht ist das für Sie nicht so überraschend, aber ich konnte darüber sehr schmunzeln; es gibt tatsächlich eine Pflanze, die Buntzurz heißt.

21.04.2001:
Was die Buntzurz betrifft, bin ich mit meinem Rechtschreibprogramm einmal einer Meinung.

22.04.2001:
Reliabilität spricht sich ein bißchen umständlich, ist aber wichtig.

23.04.2001:
Den Computer „herunter“ zu fahren, bedeutet eigentlich, daß er nach diesem Vorgang auf mein Energie- oder Leistungsniveau eben „herunter“ - also zu mir - gebracht worden ist. Den Computer „hinunterfahren“ klingt zugegebenermaßen auch irgendwie blöd, so als stellte man den Rechner in den Aufzug, und schickte ihn damit in den Keller, aber es wohnt dem zumindest nicht die Implikation inne, ein wacher Mensch hätte nicht mehr drauf als ein ausgeschalteter Computer.

24.04.2001:
Wenn Sie in die Hände klatschen, macht keine der Hände ein deutlich wahrnehmbares Geräusch, sondern die zwischen den Händen komprimierte Luftsäule entweicht, nachdem der Kompressionsvorgang abgeschlossen ist, abrupt aus dem nicht ganz dichten Hohlraum, den die beiden Handflächen, indem sie konkav gewölbt sind, bilden, und dieser plötzliche Druckausgleich ist als Schallereignis bemerkbar.

25.04.2001:
Wenn es sie interessiert, welches Geräusch nun tatsächlich die Handflächen selbst ohne den gestern beschriebenen Effekt beim Klatschen machen, schlagen Sie ihre Daumenkuppen so fest aneinander, als würden Sie klatschen. Das entstehende Geräusch können Sie dann, wenn Sie wollen, gedanklich halbieren, aber das ist nicht so weit um.

26.04.2001:
Sollte die Frage, welches Geräusch eine von zwei klatschenden Händen macht, von einer Person an Sie herangetragen werden, aus deren Keidung und Gehabe Sie schließen können, daß diese Person an einer physikalisch sinnvollen Antwort nicht vordergründig interessiert ist (glauben Sie mir, sowas erkennt man), dann tun Sie dieser Person einen Gefallen und sagen, da müßten sie aber sehr lange drüber nachdenken.

27.04.2001:
So ist aus. Bis übermorgen gib’s nur noch anders.

28.04.2001:
Erlassen Sie in den nächsten Tagen kein Restitutionsedikt.

29.04.2001:
Wenn Sie Ihrer Familie schon seit längerem versprochen haben, dieser Tage ein Restitutionsedikt zu erlassen, und sich alle schon so lange darauf freuen, können Sie natürlich schon eines erlassen. Da hat die Familie ganz einfach Vorrang.

30.04.2001:
Wenn Sie von weißen Palmenstränden träumen, denken Sie auch daran, daß der Sand das ist, was Doktorfische von den Korallen abknabbern, und anschließend wieder auskacken.

Tips für Mai 2001

01.05.2001:
Wenn Sie im Urlaub an einem Palmenstrand Gesprächsstoff suchen, wissen Sie ja, womit Sie die Konversation in Schwung bringen können.

02.05.2001:
Ich habe keine Ahnung, was Sie im letzten Sommer gemacht haben, und letztlich geht mich das ja auch nichts an.

03.05.2001:
Also, das mit der Buntzurz scheint sich aufgeklärt zu haben; das war vermutlich ein Druckfehler. (Genaugenommen ist sowas ja ein Satzfehler, weil der Drucker, zumal im Offsetdruck, selbst wenn er wollte, keine orthographischen Fehler in den Text machen kann.)

04.05.2001:
Die Pflanze heißt Buntwurz. Irgendwie aber auch kein Raußreißer. Sicher nicht für mein Rechtschreibprogramm.

05.05.2001:
"Bunt" ist als Bestandteil von Pflanzennamen unter onomatopoetischen Gesichtspunkten überhaupt nicht so glücklich. "Bunt" klingt nach einer stummeligen Beule, die sich, einem lächerlichen Plan eines grausamen Schöpfers folgend, aus häßlichem organischen Material hervorbläht und in ihrem Sein nicht die geringste Chance oder Anlage hat, auch nur um einen Millimeter weniger erbärmlich zu werden, als sie in ihrer traurigen Unansehnlichkeit vom ersten Moment ihres kümmerlichen Daseins ist. Ich finde Pflanzen haben einen gewissen Anspruch auf Namen, die schön klingen. Vorausgesetzt natürlich, sie sehen auch dementsprechend aus.

06.05.2001:
Sehen Sie in einem guten Botanikbuch nach, ob das mit der Buntwurz unter den gestern erörterten Erwägungen so in Ordnung geht.

07.05.2001:
Probleme sind nicht da, "um gelöst zu werden", sondern sie sind, wenn man Pech hat, einfach da. Aber das sollte man nicht persönlich nehmen, so als hätte eine übergeordnete Macht ein Problem extra erfunden und in die Welt gesetzt, um einen speziellen Menschen mit der Lösung zu beauftragen.

08.05.2001:
Die gestern getroffenen Feststellungen beziehen sich natürlich nicht auf Probleme, die in beispielsweise Mathematikschularbeiten auftreten.

09.05.2001:
Wenn Sie wollen, können Sie heute mit einer Fahrradpumpe und etwas Kochgeschirr an die Börse gehen. Das wird zwar an Ihren Vermögensverhältnissen nicht sonderlich viel ändern, aber zumindest kennt man Sie dann an der Börse.

10.05.2001:
Mit der neuerworbenen Bekanntheit an der Börse können Sie dort gleich mächtig vom Leder ziehen, daß es eigentlich nur Ihnen zu verdanken ist, daß das Kartellrecht in seinem jetzigen Zustand ist.

11.05.2001:
Nautiker sagen zur Schiffsschraube Propeller.

12.05.2001:
Für Techniker ist die Schiffsschraube, die ja eigentlich Propeller heißt, ein, glaube ich, Propulsionsaggregat. Es kann auch sein, daß das Proplosionsaggregat heißt. Da müssen Sie einen Techniker fragen.

13.05.2001:
Also. Ich hab da sozusagen freihändig ein bißchen herumgedacht; Propulsionsaggregat ist wahrscheinlich das richtige Wort. Weil mit "Puls" etwas in seiner periodischen Wiederkehr insgesamt länger andauerndes benannt wird. Wohingegen jede Art von -plosion doch etwas erstens ruckartiges und zweitens nicht wiederholbares darstellt. Beides Eigenschaften, die Aggregate, die dem Antrieb von Schiffen dienen, nicht in die Top Ten der Optionen bringen.

14.05.2001:
"Proplosion" klingt auf jeden Fall recht dramatisch; so als könnte man der omnidirektionalen Druckwelle, die bei einer Explosion entsteht, eine bestimmte, begrenzte Ausbreitungsrichtung verpassen. Vielleicht kann man das ja auch. Fragen Sie am besten einen - weiß ich nicht - jemanden, der sich mit sowas auskennt.

15.05.2001:
Wenn es tatsächlich so etwas wie eine Proplosion gibt, wäre es möglicherweise zulässig, sich Gedanken über andere -plosionsarten zu machen.

16.05.2001:
Man könnte - rein gedanklich - der Explosion, die das schlagartige Auseinanderstieben von einem Zentrum aus, und der Implosion, die, was die Ausbreitungsrichtung betrifft, das Gegenteil davon beschreibt, neben der Proplosion, deren Eigenschaften wir bereits erläutert haben, auch eine Transplosion gegenüberstellen. Das wäre das ruckartige Durchschreiten eines bestimmten Gebietes.

17.05.2001:
Eine Diaplosion wäre so eine Art Transplosion, allerdings wären dabei Start- und Endpunkt genau festgelegt. (wegen "Dia" ist "Zwei".)

18.05.2001:
Eine Konplosion könnte so eine Art Implosion sein, wobei im Gegensatz zur Implosion, deren Resultat zufällig und nicht zwingend dauerhaft ist, der Endzustand, eine bestimmte Struktur ist.

19.05.2001:
Eine Aplosion wäre ein abrupt nicht eintretendes Ereignis.

20.05.2001:
Bei einer Displosion - könnte ich mir zumindest vorstellen - zerlegt sich ein plötzliches Ereignis selbst ruckartig in Ereignisbestandteile. (Genaugenommen kann ich mir das nicht bildlich vorstellen, aber da das mit den klatschenden Händen geklärt ist, kann man sich ja jetzt darüber Gedanken machen.)

21.05.2001:
Sie werden es erraten haben; mein Tanztherapeut hat sich wieder gemeldet. Er hat den Zigarettenspitz gleich mitgebracht.

22.05.2001:
Das Schaufelrad als Schiffsantrieb ist - wiewohl technisch etwas überholt - sicher sinnvoll, aber als Initial für abseitige Überlegungen nicht ausgesprochen ergiebig.

23.05.2001:
Filme, in denen ein Flugzeug beinahe abstürzt, und dann aber doch noch irgendwie eine halbwegs brauchbare Landung hingekriegt wird, gibt es eigentlich schon genug.

24.05.2001:
Interessanterweise scheinen in Filmen Schiffe mit Protagonisten an Bord öfter unterzugehen, als Flugzeuge mit Protagonisten an Bord abstürzen.

25.05.2001:
Schreiben Sie heute ein Expose für einen Film, in dem ein Schiff mit einem abstürzenden Tunnel und einer Lawine und einem Vulkanausbruch zu tun hat. Gegebenenfalls können Sie zusehen, ob Sie da noch einen sehr starken Wind und ein paar Kometen unterbringen; sowas war noch nicht da.

26.05.2001:
Es gibt Steine, die Schneeflockenobsidiane heißen.

27.05.2001:
Nicht so besonders schön ausgebildete Schneeflockenobsidiane darf man als Gefrierendergraupelschauerobsidiane bezeichnen. Aber nicht, wenn Gemmologen zuhören.

28.05.2001:
Lassen Sie sich beim Gebrauchtwagenkauf nicht von Begriffen wie "Allradaufhängung" beeindrucken.

29.05.2001:
Heute ist ein guter Tag, um das Wort "wesentlich" in Gesprächen zu plazieren.

30.05.2001:
Basteln Sie heute ein Paradoxon, das die Unendlichkeit als Rahmenbedingung hat.

31.05.2001:
Wenn das mit den Außerirdischen doch noch was wird, dann aber eher aus Zufall.

Tips für Juni 2001

01.06.2001:
Wenn Sie zu einem Physiotherapeuten gehen, und der sagt Ihnen, daß Ihre Beine verschieden lang sind, bleiben Sie gelassen. Das ist immer so; das sagt jeder Physiotherapeut zu jedem Klienten. Scheint so eine Art Brauchtum zu sein.

02.06.2001:
Wenn Sie Bauerntruhen nicht mögen, stellen Sie sich einfach keine in Ihre Wohnung. Ich mache das schon seit Jahren so, und das klappt prima.

03.06.2001:
Wüßten Sie ohne nachzusehen, was Viskosität ist?

04.06.2001:
Man kann ein Pferd zum Wasser führen.

05.06.2001:
Grundsätzlich gibt es ja eine Menge Tiere, die man zum Wasser führen kann, aber irgendwie scheinen Pferde im Zusammenhang mit Sprichwörtern dafür besser geeignet als andere.

06.06.2001:
Ich denke, ich schulde Ihnen noch ein Sprichwort mit einem Pferd, das zum Wasser geführt wurde.

07.06.2001:
Man kann ein Pferd zum Wasser führen, aber wenn man nur selbst durstig ist, hat das Pferd nichts davon.

08.06.2001:
Man kann ein Pferd zum Wasser führen, und wenn der Stall gleich am Ufer steht, hat man es nicht weit.

09.06.2001:
Ein Mal probier ich's noch. Man kann ein Pferd zum Wasser führen, und wenn man sonst nichts ins Tagebuch zu schreiben hat, sollte man sein Leben überdenken.

10.06.2001:
Ich hab das gedanklich mit Hamstern durchprobiert, ist aber auch nichts dabei herausgekommen, was den Metaphernbestand des Abendlandes entscheidend erweitert.

11.06.2001:
Man kann Außerirdische zum Wasser führen, aber dadurch werden sie kein Pferd .... einmal davon abgesehen, daß man das ja eigentlich nicht kann, solange sie noch nicht da sind. - Das mit den Sprichwörtern laß' ich wohl besser bleiben.

12.06.2001:
Wer will, kann heute ein Gedicht in Barcode verfassen.

13.06.2001:
Ein Parsec ist die Entfernung, aus der der mittlere Abstand Sonne-Erde unter einem Winkel von einer Bogensekunde erscheint.

14.06.2001:
Unter Parsec kann man sich irgendwie nicht richtig was vorstellen, selbst, wenn man weiß, was das ist.

15.06.2001:
Wenn man im innerstädtischen Bereich nach dem Weg gefragt wird, hilft einem das Wissen darum, was ein Parsec ist, gewöhnlich nicht besonders viel.

16.06.2001:
Wenn Sie einen Außerirdischen zum Wasser führen wollen, hilft das mit dem Parsec wahrscheinlich schon, aber wenn Sie dann keinen Winkelmesser mit Bogensekundeneinteilung dabei haben, wird's wieder ein bißchen abstrakt.

17.06.2001:
Feuchte Flecken auf Vorzimmertapeten haben nichts mit dem Wassermannzeitalter zu tun. Vor dem Hintergrund, daß das Wassermannzeitalter zweitausend Jahre dauern wird, ist das ein tröstlicher Gedanke.

18.06.2001:
Versuchen sie einmal, eine Woche lang jeden Tag bei völlig belanglosen Verrichtungen, wie zum Beispiel gemeinsam auf den Fahrstuhl zu warten, zwei bis drei Bibelzitate ins Gespräch zu mischen.

19.06.2001:
Vermeiden Sie Gespräche über das Wetter; weisen Sie darauf hin, daß, über das Wetter zu reden, eine defaitistische Geisteshaltung verrät.

20.06.2001:
Man kann sich mit Symbolen die Schuhe nicht besohlen.

21.06.2001:
Versuchen Sie, herauszubekommen, wo der Satz "Weib! Rüst' uns Männern das Mahl!" herkommt.

22.06.2001:
Wagnerianer werden sich mit der gestern gestellten Aufgabe leichter tun.

23.06.2001:
Nicht-Wagnerianer dürfen heute ausgiebig darüber spekulieren, warum der vorgestern vorgestellte Satz in dem Stück, in dem er vorkommt, nicht mit "Genügt's, wenn ich euch 'was zum Essen mach'?" gekontert wird.

24.06.2001:
Harmony und Understanding, nach dem Anfang kommt das ending.

25.06.2001:
Es gibt Millionen von Bohnen.

26.06.2001:
Es gibt einen Haufen zum kaufen.

27.06.2001:
Es gibt eine Menge Gesänge.

28.06.2001:
Es gibt viele Sachen, die krachen.

29.06.2001:
Es gibt eine Masse Melasse.

30.06.2001:
Es gibt ziemlich viele Gefühle.

Tips für Juli 2001

01.07.2001:
In Südostasien gibt es eine Art von Wühlmäusen, die bemerken es, wenn es finster wird.

02.07.2001:
Sollten Sie sich tatsächlich mit der Erwähnung der Zentripetalkraft Aufmerksamkeit und Ehrerbietung verschaffen haben wollen, so haben Sie das hoffentlich nicht schriftlich getan; es heißt nämlich eben "Zentripetalkraft" und nicht, wie ich geschrieben habe "Zentripedalkraft".

03.07.2001:
Bei der nächsten Erwähnung der Zentripetalkraft bringen Sie einen nach allen Regeln der abendländischen Begängniskultur vollzogenen Toast auf Max Kohl aus. (Das können Sie auch einfach so tun, ohne die nächste Leichtathletik - WM abzuwarten. Verdient hat er sich's.)

04.07.2001:
"Dia" heißt nicht "zwei", sondern "durch". Das ändert an dem, was wir uns unter einer Diaplosion vorstellen können, lediglich das Wegfallen von einem genauen Start- und Endpunkt, aber erstens gehört das im Sinne von "Ich will Ihnen ja keinen Blödsinn erzählen" richtiggestellt, und zweitens will ich Sie es wissen lassen, wenn ich wieder etwas gelernt habe.

05.07.2001:
Wenn Sie das Glas schon in der Hand haben (wenn nicht, dann besorgen Sie sich eines), und Ihnen der Gedanke, Menschen, die es meinem Dafürhalten nach verdient haben, auch wenn Sie sie nicht persönlich kennen, hoch leben zu lassen, dann schmettern sie auch gleich ein angemessenes "Vivat!" auf Martin Goldstern.

06.07.2001:
Genaugenommen ist auch noch nichts gewonnen, wenn man am falschen Ort zur richtigen Zeit ist.

07.07.2001:
Manchmal ist es ganz sinnvoll, wenn man auf die Frage "Ach, warum eigentlich nicht?" eine gut durchdachte, richtige Antwort hat.

08.07.2001:
Überprüfen Sie gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines Botanikbuches, ob es Veilchen nur in diminuierter Form gibt.

09.07.2001:
Überlegen Sie heute, wie Veilchen in nicht verkleinerter Form heißen müßten.

10.07.2001:
Wenn Sie das möchten, können Sie an Fügung glauben; kostet ja nix.

11.07.2001:
Bei irgendwelchen Festspielen gab es einen unbedeutenden Zwischenfall. Im Grunde keine große Sache, aber ganz gut, wenn man's weiß.

12.07.2001:
Die männliche Ente ist der Ent.

13.07.2001:
Die männliche Fuge ist der Fug. Gibt's auch als Gegenteil.

14.07.2001:
"Unbescholten" ist klar. "Bescholten" dehnt unser Sprachgefühl aber ein bißchen.

15.07.2001:
Wer dazu beiträgt, daß jemand nicht mehr unbescholten ist, beschilt der dann?

16.07.2001:
Überlegen Sie sich, wenn "beschelten" zulässig ist, wie dann der Satz "Ich beschelte" lautet, wenn statt der ersten Person die zweite gesetzt wird, und statt der Gegenwart die Mitvergangenheit.

17.07.2001:
Der babelusische Schöpfungsmythos ist beachtlich.

18.07.2001:
Laut babelusischer Schöpfungsgeschichte war das erste, was überhaupt war, ein Unterschied.

19.07.2001:
Außer einem Unterschied gab es laut babelischem Schöpfungsmythos nichts.

20.07.2001:
Als nichts und Unterschied einander begegneten, entstand im Unterschied zu nichts etwas.

21.07.2001:
Das, was im Unterschied zu nichts entstanden ist, trägt nach babelusischer Auffassung als eben in einem Unterschied Entstandenes das Erbe der Polarität in sich.

22.07.2001:
Unter den ersten Dingen, die dem Unterschied entsprangen, war eine namenlose Allegorie des Zweifels ohne Objekt.

23.07.2001:
Die namenlose Allegorie des Zweifels ohne Objekt zeugte aus Kopfschmerz und einem Sack voll gezähmtem Wind das Geschlecht der Urpten.

24.07.2001:
Die Urpten waren ein humorloses Göttergeschlecht mit ungeklärten Verwandtschaftsverhältnissen, das aus dem babelusischen Schöpfungsmythos zeitweilig wieder herausgenommen wurde. In der endgültigen Fassung sind sie aber drin.

25.07.2001:
Aus dem Hochzeitsgewand des obersten Urptenpaares entfernten die Jungurpten, alle Kettfäden, warfen sie auf einen Haufen und formten daraus Länge, Breite, Höhe und noch drei Raumrichtungen, die aber später im Zuge einer Katalogisierung des Seinsinventars wieder in das Gewand eingewoben wurden. Hat angeblich nicht besonders toll ausgesehen.

26.07.2001:
Babelusisches Brauchtum verlangt es von den Brautleuten, daß sie während der Zeit ihrer Verlobung sich drei orientierungslos in den Raum ragende Stöckchen an die Haut kleben.

27.07.2001:
Aus purer Faulheit erschufen die Urpten einige Tiere, die auch Lasten tragen konnten.

28.07.2001:
Nach reiflicher Überlegung erschufen die Urpten zwei Generationen nachdem sie Lasttiere erschaffen hatten, auch Dinge, die irgendwo hin getragen werden mußten.

29.07.2001:
Da die Urpten keine Namen hatten, ist im babelusischen Schöpfungsmythos nicht überliefert, wer endlich die Idee hatte, auch die Gegend zu erschaffen, die die Raumgebiete enthält, zwischen denen Lasten transportiert werden müssen.

30.07.2001:
Indem der Unterschied zu nichts durch das Hervorbringen von etwas ständig wuchs, was zur Folge hatte, daß er mehr hervorbrachte, wodurch er wiederum größer wurde, .... usw. usw. .....entzog er sich zunehmend einer sinnvollen Betrachtung, und wird in der babelusischen Mythologie nur mehr als gegeben angenommen, ohne, daß ihm weiters Beachtung geschenkt wird.

31.07.2001:
Zu den großen Eigenartigkeiten des babelusischen Schöpfungsmythos zählt ein Knabe, dem die Haare ausgefallen waren, dann aber wieder gewachsen sind.

Tips für August 2001

01.08.2001:
Der vormals glatzköpfige Junge trägt im babelusischen Schöpfungsmythos den Namen Exkahlibua, wurde aber wegen groben Wortspiels aus dem Rennen genommen und viel, viel später als überdimensionierter Haushaltsgegenstand in die Sagenwelt anderer Teile der Welt verbannt.

02.08.2001:
Nach einer Zeitspanne, die in Babelusien wegen ihres hohen mythischen Stellenwertes nicht näher benannt werden durfte, traten verschiedene Dinge ins Sein, die nach einigen mehr oder weniger geglückten Ich-Statuierungen entweder philosophische Kategorien oder Hauhaltsgegenstände wurden.

03.08.2001:
Da Häuser in dem gestern besprochenen Stadium der Schöpfung noch nicht vorhanden waren, bestand für Haushaltsgegenstände, was ihre Form und Funktion betrifft, damals ein ausgesprochen hohes Maß an Beliebigkeit.

04.08.2001:
Die gestern angesprochen Beliebigkeit, was die Form von Haushaltsgeräten im frühen Stadium der Schöpfung angeht, hat dazu geführt, daß Wasserfälle eine Zeit lang als Haushaltsgeräte durchgingen.

05.08.2001:
Ob Zimmerbrunnen als ein Indiz für unser babelusisches Erbe gelten dürfen, darüber kann man, wenn sonst grad nichts zu tun ist, streiten.

06.08.2001:
Nach einigen Zuträgnissen, die in heiligen babelusischen Schriften lediglich als "einigermaßen konfus" beschrieben werden, hatte die Magd Tythia die Aufgabe erhalten, "reichlich Milch an den Himmel zu klatschen" damit sich spätere Geschlechter "gehörig wundern" sollten.

07.08.2001:
Das einzige der "einigermaßen konfusen" Ereignisse, die in allen Ausgaben des babelusischen Schöpfungsmythos übereinstimmend beschrieben wird, ist die Selbstzeugung Klokmeidons.

08.08.2001:
Mein Rechtschreibprogramm hält "Selbstzeugung" für zulässig; vermutlich ist es babelusischen Ursprungs. Jedenfalls werden wir zwei noch viel zu besprechen haben.

09.08.2001:
Als Tythia den Auftrag erhalten hatte, reichlich Milch an den Himmel zu klatschen (der Himmel hatte nach babelusischen Angaben zu diesem Zeitpunkt gerade frei), begegnete sie einem der Kinder Klokmeidons und versuchte, seinen Namen auszusprechen. Dadurch verzögerte sich das mit der Milch natürlich erheblich. Dann ersannen sie eine List, die aber selbst nicht verstanden.

10.08.2001:
Tythias Begegnung mit dem Kinde Klokmeidons gilt in der babelusischen Mythologie als Metapher für Verzicht auf Bezugsgrößen.

11.08.2001:
Durch den Verzicht auf Bezugsgrößen in Molkerei und Astronomie konnten orthodoxe Babelusier in diesen Gebieten nicht Fuß fassen.

12.08.2001:
Der Babelusische Schöpfungsmythos nimmt bei aller anfänglichen Detailverliebtheit recht abrupt eine zumindest eigenartige Wendung.

13.08.2001:
Auf Seite elf der babelusischen Schöpfungsgeschichte, als die Tierwelt gerade aus Lasttieren bestand, und von Pflanzen komplett, und von Menschen mit Ausnahme Tythias noch keine Rede war, heißt es wörtlich übersetzt "Dann waren alle recht müde und legten sich hin. Als sie wieder aufwachten, war alles so, wie es jetzt ist; das muß wahrscheinlich irgendwer gemacht haben. - Den Rest des Buches können Sie mit persönlichen Anmerkungen füllen, oder Ihre Ellbögen darin wärmen."

14.08.2001:
Stellen Sie heute eine Gleichung auf. Das gibt so ein Gefühl von Sicherheit.

15.08.2001:
In der nächsten Saison gibt es wieder Modefarben.

16.08.2001:
Aus Paris habe ich, was die Modefarben angeht, nichts erfahren, aber ich schätze einmal die Farben werden frei übersetzt sowas wie "beugsam", "unzufrieden" oder "zer .... dings, na so halt" heißen. Ich kann mich da aber auch irren.

17.08.2001:
Denken Sie sich bis morgen ein paar Farben aus, von denen die Modezaren in Paris sicher noch nichts gehört haben. Ich mach das auch.

18.08.2001:
Die wichtigsten Farben der nächsten Saison sind (soweit man mir glauben darf) "Hat dir die Erbsensuppe-nicht-geschmeckt?-Grün" und "Da-muß-wohl-jemand-schon-seit-längerem-zum-Zahnarzt-Ocker"

19.08.2001:
Ganz selten, daß Dämonen in Untermiete wohnen.

20.08.2001:
Auch selten, daß ein Geist mit Handgepäck verreist.

21.08.2001:
Sehr selten ist, daß Elfen beim Reifenwechsel helfen.

22.08.2001:
Recht selten sind in Sagen aufgestellte Kragen. (Heißt vermutlich "Krägen", aber die sind beim Sägen wahrscheinlich nicht so selten, daß man das hier extra erwähnen müßte.)

23.08.2001:
Manchmal sitzen wo im Rasen Nymphen, die, wenn wer furzt, die Nasen rümpfen.

24.08.2001:
Früher sah man ihn oft da, den Gnom, der Glöckner ist im Gnadendom.

25.08.2001:
Radar ist ein Palindrom und ein Akronym.

26.08.2001:
Laser ist nur ein Akronym. Man kann nicht alles haben.

27.08.2001:
Dem Rentner geht's ähnlich wie dem Laser, aber als Palindrom.

28.08.2001:
Finden Sie heraus, ob Mast ein Homonym oder eher ein Homonom ist.

29.08.2001:
Basteln Sie heute aus einem Knorpelfisch und einem Paarhufer eine literarische Kurzform.

30.08.2001:
Was Geld angeht, ist weniger weniger.

31.08.2001:
Was das Verhältnis von Frequenz zu Wellenlänge zum Beispiel bei elektromagnetischen Wellen, ausgedrückt durch den Betrag der Maßzahlen angeht, ist weniger mehr.

Tips für September 2001

01.09.2001:
Diskutieren Sie in Ihrem Badezimmer bei einem Faß üblen Hollunderschnapses mit ungefähr achtzig Personen, von deren Umgang Ihnen gute Freunde abraten würden, wann (von den gestern erwähnten Wellen einmal abgesehen) weniger mehr ist.

02.09.2001:
Wen jemandem nichts Menschliches fremd ist, so wird dieser Mensch als Wunschschwiegersohn (oder -tochter) nicht in Frage kommen. Jemand, dem Menschliches sehr wohl fremd ist, wird in diesem Bewerb aber genau sowenig punkten.

03.09.2001:
Mein Rechtschreibprogramm hat was gegen Bewerbe. Genaugenommen hat es nur etwas gegen den einzelnen Bewerb, Bewerbe werden akzeptiert. Rätselhaft.

04.09.2001:
"Erwarte nichts, und du wirst nicht enttäuscht." gibt's jetzt noch einfacher; "Enttäusche alle, und man wird von Dir nichts erwarten."

05.09.2001:
Wenn Sie ein Pferd daheim haben, müssen Sie keinen Griff dranmachen. Ab und zu mal zum Wasser führen, und das Tier ist glücklich.

06.09.2001:
Entschuldigen Sie das mit dem Pferd, das war nur ein Versuch, etwas sinnvoll klingendes mit Pferden und Wasser zu formulieren. Ich versuche, mich diesbezüglich in Hinkunft ein wenig einzuschränken.

07.09.2001:
Wenn Sie nur einen Griff haben, brauchen Sie sich kein Pferd dazuzukaufen. Jedoch sollten Sie nicht vergessen, zwischendurch immer wieder einmal selbst zu trinken.

08.09.2001:
Ein Hinweis zu der literarischen Kurzform; der Knorpelfisch ist (zumindest nicht die ganz großen Arten) räuberisch, der Paarhufer ist domestiziert und weiblich, und die literarische Kurzform ist japanisch.

09.09.2001:
Erkundigen Sie sich, was ein Epitrochoid ist. Ich weiß ja nicht, wie das mit Ihrem Rechtschreibprogramm ist, bei meinem brauchen Sie sich jedenfalls nicht erkundigen.

10.09.2001:
Am Merkur dauern die Tage länger als die Jahre. Das sollten Sie bedenken, bevor Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, wenn Sie dorthin auf Montage fahren.

11.09.2001:
Besprechen Sie mit der Person, die in Ihrem privaten Telephonbuch auf Seite drei an fünfter Stelle steht, ob der Storch ein Raubtier ist. Immerhin jagt er lebende Beute.

12.09.2001:
Heute müssen Sie sich selbst aussuchen, mit wem Sie besprechen, ob der Aasgeier ein Raubtier ist. Immerhin jagt er keine lebende Beute.

13.09.2001:
Die Wirklichkeit, die Wirklichkeit ist wirklich nicht mal halb so breit.

14.09.2001:
Mißtraue der Vanille, denn sie ist ein Tortenstück; sie schlägt sich nieder in der Breite, und sie macht dich dick.

15.09.2001:
Hornen Sie heute ein Zitat verball. Sowas macht Spaß.

16.09.2001:
"Y" wird ja oft so ausgesprochen, als stünde da ein "Ü", aber es sieht geschrieben einfach besser aus. Vergleichen sie einfach "System" mit "Süstem".

17.09.2001:
Das gestern Erwähnte gilt auch für "Ph" und "F". - "Photographie" versus "Fotografie". Das wird zwar gleichermaßen von meinem Rechtschreibprogramm akzeptiert, aber mein Rechtschreibprogramm akzeptiert ja auch Selbstzeugung, da ist sowieso Vorsicht geboten. "Photographie" sieht in jedem Fall besser aus!

18.09.2001:
Nicht jedes Wort wird schöner, wenn man "Y" statt "Ü" und "Ph" statt "F" nimmt und eventuell aus Gründen der Ausgewogenheit auf Doppelkonsonanten verzichtet; Versuchen Sie einmal, ob der Satz "Der Wein schmeckt süffig!" den gleichen Appetit auf edle Tropfen macht, wenn Sie den Satz wie vorhin besprochen verändern.

19.09.2001:
Erfinden Sie heute einen neuen Buchstaben, der ein "Ö" in gleicher Weise ersetzen kann, wie ein "Y" ein "Ü". Vielleicht wird das dann was mit dem Literaturnobelpreis.

20.09.2001:
Wenn Sie Urlaub am Bauernhof machen, nehmen Sie eine Schmuckschatulle mit. Wenn Ihnen danach ist, werfen Sie ein paar Säue vor die Perlen. Das wird an Ihren Aussichten, den Literaturnobelpreis zu bekommen, nicht sonderlich was ändern, aber unter wohlwollenden Betrachtern dieser Szene können Sie den Ruf erlangen, ein intellektueller Springinsfeld zu sein.

21.09.2001:
Ich habe mir heute die Sterne für Sie angesehen; da müssen Sie das nicht mehr machen.

22.09.2001:
Die Sterne stehen an den - soweit ich mit dem Schöpfungsplan vertraut bin - dafür vorgesehenen Stellen.

23.09.2001:
Das Sternbild Pferd steht jetzt im Wasser. Das kann jemand bei Gelegenheit wieder abholen.

24.09.2001:
Sylvia Matouschek weiß, wie man "Netzpräsenz" schreibt; jetzt weiß ich das auch. Sie wissen vermutlich, was jetzt kommt: Ein Glas zur Hand genommen, den besten Sherry 'reingekübelt, die Fersen schwungvoll nebeneinandergestellt, und dann: "Vivat!"

25.09.2001:
Darauf, daß man Tachyonen mit "y" schreibt, bin ich von ganz alleine gekommen; wenn Sie möchten, können Sie bei Gelegenheit einen Toast ausbringen. Gegebenenfalls reicht auch Zwieback.

26.09.2001:
Wenn weniger als zwei gekennzeichnete Ortsgebiete in Fahrtrichtung in halber Sicht liegen, ist das Anlegen von auflaufgebremsten Hinweisschildern unter einer Körpergröße von ein Meter fuffzich nur mit ausdrücklicher Genehmigung der ausstellenden Behörde notwendig. Oder verboten. Oder geduldet. Sehen Sie am besten selbst nach.

27.09.2001:
Es läßt sich in Melonen als Kern ganz prima wohnen.

28.09.2001:
Denken Sie sich heute einmal eine ganz wahnsinnig große Zahl aus.

29.09.2001:
Was dem Esel erlaubt ist, muß dem Ochsen ja keine Freude machen.

30.09.2001:
Überprüfen Sie, ob der gestrige Tip in Latein zumindest einen Reim ergibt.

Tips für Oktober 2001

01.10.2001:
Kaufen Sie sich bei Gelegenheit ein paar Trinkhalme; die werden ja nicht schlecht, und wenn man welche daheim hat, hat man eigentlich nichts falsch gemacht.

Erkundigen Sie sich in den nächsten Tagen, wie das mit der Entropie jetzt ganz genau ist.

Passieren kann immer etwas.

Sie können Ihr Staffelholz vorerst wieder ausgraben; die Sponsorfrage für das nächste Konzil ist noch völlig ungeklärt.

Eigentlich könnte Michi ja auch einmal von sich aus anrufen. Seien Sie aber deshalb nicht verzagt, Michi hat wahrscheinlich gerade viel zu tun. Rufen einfach Sie selbst an, und spenden Sie ein paar Worte der Aufmunterung.

Sehen Sie in Ihrem L2-Cache nach, ob sich da was verschloffen hat; sowas kommt zwar nicht sehr oft vor, aber wenn es einmal passiert, ist es nicht schlecht, wenn man es weiß. Tun kann man da, glaube ich, sowieso nichts.

Denken Sie sich heute ein neues Wort aus, und beauftragen Sie die Dudenredaktion damit, etwas zu finden, was mit diesem Wort beschrieben werden kann. Da haben sie nur die halbe Arbeit und geraten bei der Dudenredaktion nicht in Vergessenheit.

Gegebenenfalls können Sie der Dudenredaktion anbieten, den Literaturnobelpreis zu teilen. Sie müssen ja nicht verraten, mit wem Sie zu teilen gedenken.

Heute ist ein großartiger Tag, um in Gälischen Sauf - und Grölliedern nach versteckten Hinweisen auf die Eulersche Zahl zu suchen.

Entwarnung der Tag, von dem ich Sie gestern in Kenntnis setzen wollte, ist erst nächste Woche, aber das spüren Sie dann sicher selber. Bis dahin können Sie ja schon einmal mit Werken der Deutschen Spätromantik üben.

Angeblich ist die Zahl Zwei keltischen Ursprungs. Andere Zahlen natürlich auch, aber nicht so sehr wie die Zwei. Hat angeblich etwas mit der Keltischen Götterwelt zu tun, muß aber insgesamt nicht stimmen.

Eigentlich wollte ich Ihnen an dieser Stelle heute mitteilen, daß, um in einem griechischen Lokal das Fleisch am Spieß beim Drehen zu beobachten, Sie kein Gyroskop benötigen (eine, wie ich finde, erstaunlich nutzlose und dennoch praktische Information), dann fiel mir ein, daß mir in letzter Zeit kleine Ungenauigkeiten unterlaufen sind; dem vorzubeugen habe ich dann im Lexikon nachgesehen, was "Gyros" nun genau ist, damit das seine Ordnung hat, aber "Gyros" scheint im Lexikon nicht auf. Schade.

"Gyrus" - falls das jemanden interessiert - ist die Windung. Die Mehrzahl ist "Gyri", zum Beispiel bei Gehirnwindungen. Hat aber mit Griechischer Küche nichts zu tun.

"Gyttja" - wo wir gerade dabei sind - ist schwedischer Halbfaulschlamm. Eine graue bis schwarze, vorwiegend organogene wasserreiche Ablagerung am Boden nährstoffreicher Gewässer bei beschränktem Sauerstoffzutritt und Verwesung der leicht zersetzl. Stoffe. Der Übergang zum Faulschlamm ist fließend. -Das hätte ich nie erfahren, wenn ich auswendig gewußt hätte, was "Gyros" ist. Sie vermutlich auch nicht.
"Alles" gibt es nur in der Einzahl. Das ist verständlich.

"Nichts" gibt es auch nur in der Einzahl. Auch das ist verständlich.

"Etwas" gibt es auch nur in der Einzahl. Das geht zwar mit unserem Sprachgefühl konform, aber, daß zwar "Alles" und "Nichts" aber auch "Etwas" nicht in der Mehrzahl vorkommen, mutet doch eigenartig an; viel bleibt da ja nicht mehr übrig, was es in der Mehrzahl geben kann. Vielleicht haben tatsächlich die Kelten die Zwei erfunden, und wir wissen nicht, wie sie's getan haben.

Technologiewerte im Auge behalten; da kann immer etwas passieren, und nachher wird's wieder niemand gewesen sein. Also Obacht.

Vergessen Sie das mit den Technologiewerten wieder; man weiß jetzt, wer's war.

Ein Satz, mit dem Sie fast immer punkten können, ist "Also, das Buch hat mir besser gefallen."

Stellen Sie, bevor Sie den gestrigen Tip über Gebühr an Ihrer Umwelt ausprobieren, vielleicht einmal eine Liste von Situationen zusammen, in denen Ihnen "Also, das Buch hat mir besser gefallen." mit Sicherheit nicht den Respekt Ihres Gegenübers einträgt.

Überlegen Sie, ob - unter Berücksichtigung der Tips vom 6. 5. Bis 8. 5. 2000 - es eine Verrichtung gibt, die unter Ginkobäumen sinnvoll ist.

Egal, was Sie machen, achten Sie stets darauf, daß, wenn das nur irgend möglich ist, in der Pause Schnittchen gereicht werden.

Wenn Sie einmal nach Hamburg kommen, fahren Sie doch auch nach Wedel, und besuchen Sie dort das Willkomm Höft; das ist dort nämlich wirklich sehr nett! - Und der Kaffee ist überraschend gut.

Entwerfen Sie in den nächsten Tagen eine Theorie des menschlichen Geistes; sowas wird eigentlich immer gebraucht.

Der Rotfeuerfisch gehört in die Familie der Panzerwangen. Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.

"Niesen" sollte eigentlich "Nießen" geschrieben werden. Das ist viel anschaulicher. Das wird dem Vorgang zumindest onomatopoetisch eher gerecht.

Versuchen Sie, wenn Sie das nächste Mal niesen (gleichviel, wie man das jetzt schreibt) während der Haupterruption das Wort "Infinitesimalrechnung" laut auszusprechen, und beobachten Sie, wie weit Sie dabei kommen. Vielleicht läßt sich das während der nächsten Schnupfensaison steigern.

Wenn Sie wissen, warum Licht von der Seite unsichtbar ist, können Sie das, wenn Sie wo zu Gast sind, den dort Anwesenden erklären.

"Darf ich Ihre Bestellung aufnehmen?" und "Sie wollten zahlen?" sind keine Obertöne im physikalischen Sinn.

Gehen Sie heute der Frage nach, ob alles, was nicht eben verwickelt ist, schon entwickelt ist.

Froh ist meistens nur der König, und die andern stör'n ihn wenig.

Tips für November 2001

01.11.2001:
Besprechen Sie mit der Person, die Sie schon wegen der zoologischen Zuordnung des Storchs gelöchert haben, ob sich der Backslash in den Metaphernbestand des Abendlandes integrieren läßt.

02.11.2001:
Wenn ein neues Betriebssystem auf den Markt kommt, sichern Sie sich rechtzeitig die Verlagsrechte für Fehlermeldungen.

03.11.2001:
Daß Kichererbsen weder kichern noch dazu anregen, ist zwar irgendwie enttäuschend, aber vor dem Hintergrund, daß Brechbohnen ja auch nur so heißen, kann man damit leben.

04.11.2001:
Ordnen Sie heute einmal jedem Vokal eine Farbe zu.

05.11.2001:
Ordnen Sie heute jedem Konsonanten gedanklich eine Situation zu.

06.11.2001:
Ordnen Sie heute jedem Umlaut eine Tiergattung zu. (Das können Sie ruhig ein wenig weiträumiger fassen, so viele Umlaute haben wir ja nicht.)

07.11.2001:
Ordnen Sie heute jedem zusammengesetzten Konsonanten (das heißt vielleicht anders, gemeint ist aber "ch" und dergleichen) eine Tätigkeit zu, der Sie im Urlaub keineswegs nachgehen wollen.

08.11.2001:
Ordnen Sie heute jedem Diphtong (klingt lustig, heißt aber tatsächlich so) einen Ihrer ehemaligen Lehrer zu.

09.11.2001:
Überlegen Sie heute, warum, nachdem Sie die letzten fünf Tage alle möglichen Buchstaben und deren als Einheit auftretende Kombinationen irgendwelchen Dingen zugeordnet haben, das "Y" übrigbleibt.

10.11.2001:
Also; es muß, denke ich, für die Kameraleute und Bildregisseure, die für Übertragungen von Billardveranstaltungen verantwortlich sind, noch einmal gesondert gesagt werden: Die Kugeln (die beim Billard genaugenommen "Bälle" heißen, aber so genau wollen wir jetzt gar nicht werden) sind kugelrund. Ein Umstand, der für's erste nicht überraschend ist, aber doch Konsequenzen in sich birgt, die für die Bildgewaltigen offenbar nicht so ohne weiteres zu bewältigen sind. Eine Kugel, zumal wenn ihre Oberfläche streng einfärbig ist, wie das beim Billard eben der Fall ist, sieht von allen Seiten gleich aus. Das Spielfeld ist so beschaffen, weil es sich dabei eben nicht um Geländelauf handelt, daß es innerhalb der Banden überall gleich flach ist, und sich so kein Ausschnitt der Spielfläche von einem anderen unterscheidet. Eine Großaufnahme von einem Objekt, dem man nicht ansieht, ob es rollt oder liegt, weil es aus jeder Perspektive die gleiche Kontur zeigt, und dessen Oberfläche keinerlei zweidimensionale Mannigfaltigkeit aufweist, auf einem Ausschnitt eines Terrains, das so beschaffen ist, daß man keinem Ausschnitt ansieht, wo er sich auf diesem Terrain befindet, ist sinnlos! Solch einer Einstellung ist lediglich zu entnehmen, daß sich der Ball noch am Tisch befindet, wovon man aber als Zuseher ausgehen darf. Worum es beim Billard geht, ist: Wie verhalten sich drei Kugeln auf dem von vier Banden begrenzten Spielfeld zu einander und zu diesen Banden? Also bitte den ganzen Tisch zeigen! Die Stöße sind zumal beim Dreiband (was hauptsächlich übertragen wird) recht komplex; das heißt die Kugeln nehmen Wege, die nach drei oder mehreren Bandenberührungen und damit verbundenen Richtungswechseln ihr Ziel finden. So etwas zu sehen kann sehr schön sein. Davon nur zu sehen, wie der Spielball aus dem Bildausschnitt einer Großaufnahme gestoßen wird, danach eine Großaufnahme vom Gesicht des Spielers, danach eine Totale vom Tisch, aber aus einem flachen Blickwinkel, dem man nicht entnehmen kann, ob die Kugeln zwei Zentimeter oder zwei handbreit hintereinander vorbeirollen, ist Mist! Also bitte den ganzen Stoß zeigen. Nebenbei: Kein Mensch, der sich Dreibandbillard im Fernsehen ansieht, ist auch nur irgendwie daran interessiert, wie es dem einen oder anderen Spieler beim oder kurz nach dem Stoß geht. Beim Billard geht es um Physik, um Ideen und um die Fähigkeit, diese Ideen im Rahmen der waltenden Physik umzusetzen. Mimische Detailaufnahmen gehören in Nachmittagstalkshows (und die gehören eigentlich nicht ins Fernsehen, aber das ist jetzt ein anderes Thema).

11.11.2001:
Wer mag, kann sich heute überlegen, wohin Nachmittagstalkshows gehören.

12.11.2001:
Wenn Tanzturniere im Fernsehen übertragen werden (was mir zwar wurscht ist, aber es gibt Menschen, denen das wichtig ist), dann ist es auch sinnvoll, sich zu erkundigen, worum es dabei geht, bevor man es ins Bild setzt; je besser das Paar tanzt, um so weniger bewegen sich die Oberkörper. Das ist eben so die Regel beim Turniertanz. Interessant ist, was die Beine machen. Mit denen wird nämlich getanzt. Was mit denen gemacht wird, ist für Menschen, die sich Turniertanz im Fernsehen anschauen, interessant. Der Oberkörper ist ruhig, und mimisch ist bei Turniertanzpaaren nicht viel mehr drin als bei der Handpuppenbühne Lichterfelde Ost. Es ist also niemandem damit gedient, wenn man die Tanzpaare nur von Scheitel bis zum Brustbein zeigt.

13.11.2001:
Besorgen Sie sich in den nächsten Tagen eine Konjunktur für vier bis sechs Personen, laden Sie ein paar Freunde ein und machen sie sich und Ihren Gästen damit einen feinen Abend.

14.11.2001:
Wenn Sie sonst schon alles geschafft haben, dann können Sie einmal versuchen, anhand von einem Übersetzungslexikon Sumerisch - Thai, Thai - Sumerisch Ihre Kenntnisse beider Sprachen über das Wochenende auf wenigstens Konversationsniveau zu bringen.

15.11.2001:
Wenn Sie zum Beispiel in einem Lokal auf jemanden warten oder aus irgend welchen anderen Gründen alleine unter Menschen sind (aber jetzt nur die Situation ohne metaphorischen Gehalt) und Sie gerade nichts zum Lesen dabei haben, versuchen Sie, für eine unterstellte Autobiographie eines jeden der Sie umgebenden Menschen einen passenden Titel zu erfinden. Seien Sie dabei aber nicht - nur einer Pointe Willen - ungerecht.

16.11.2001:
Wenn Sie mit dem Satz "Also, das Buch hat mir besser gefallen." punkten konnten, überlegen Sie sich doch auch ein paar andere Sätze, die öfter mal passen.

17.11.2001:
Ein Satz, der im Zuge zwischenmenschlicher Begegnungen öfter mal paßt, aber kaum ohne eingehende Nachbearbeitung stehen gelassen werden kann, ist "Man lernt nie aus".

18.11.2001:
"Panegyrik" könnte Brot am Grill sein. Ist aber nicht.

19.11.2001:
Falls Sie Ihr Staffelholz mit den Erwartungen an das nächste Konzil noch nicht verbaut haben, halten Sie es bereit; es scheint sich zumindest einmal ein Sponsor für Vollwerthostien gefunden zu haben.

20.11.2001:
Nicht schubsen!

21.11.2001:
Wenn man sich ein wenig bemüht, kann man unter Pentatonik einen Schlaftrunk verstehen. Kann man aber auch bleiben lassen.

22.11.2001:
Wenn Sie Fragen zum Tunneln von Gaußschen Wellenpaketen haben, können Sie sich zum Beispiel an Thorsten Emig wenden.

23.11.2001:
Bügelflecken kann man nicht rauswachsen lassen.

24.11.2001:
Entwerfen Sie heute eine Entsprechung für Nichteuklidsche Geometrie für Metaphern.

25.11.2001:
Haben Sie eigentlich mit Ihrer Theorie des menschlichen Geistes etwas weitergebracht? Wenn nicht, ordnen Sie einfach Ihre Trinkhalme nach Größe oder Farbe; da ist dann auch etwas geschehen.

26.11.2001:
Erkundigen Sie sich, ob die Hunde die Letzten beißen, nachdem sie die Ersten geworden sind, oder schon vorher; das ist nicht unwesentlich. Zumindest hilft es dabei, sich das Tempo einzuteilen.

27.11.2001:
"Wird Herr Benz die Frau Benz klagen?", zählt nicht zu den Glaubensfragen.

28.11.2001:
Wenn Sie als JungschauspielerIn als der oder die "neue ...." (da gibt es ja eine Menge abgetretener Mimen als deren Neuausgabe einen Menschen, die sich Urteilskraft anmutmaßen, benennen wollen) bezeichnet werden, dann vergessen Sie's wieder, und lernen Sie am besten einen bürgerlichen Beruf; von der "neuen Sophia Loren" und dem "neuen Jean Paul Belmondo" und Legionen anderer "neuer ...." hat man nie wieder etwas gehört.

29.11.2001:
Bei der Fernsehserie "Reich und Schön" ist genaugenommen das "und" auch schon gelogen.

30.11.2001:
Wenn einmal irgendwie etwas ist, hilft vielleicht ein Hausmittel. Versuchen kann man's ja.

Tips für Dezember 2001

01.12.2001:
Grundsätzlich läßt sich jede Kraft in Teilkräfte zerlegen. Aber damit kann man keinen Kindergeburtstag unterhalten.

02.12.2001:
Wenn es sonst niemand macht, können Sie ja einmal die Modefunktion "Codepage auswählen" ausführen. Vielleicht in ein schickes Lokal; da hat sie bestimmt eine Freude.

03.12.2001:
Sollten Sie den Eindruck haben, die Person, mit der Sie die zoologische Zuordnung des Storches erörtert haben, müßte wieder einmal in ein lichtvolles Gespräch eingebunden werden, dann besprechen sie mit diesem Menschen, warum ein Meter zweimal hintereinander gelegt zwei Meter ergibt, aber ein Kilogramm zweimal hintereinander wo hingestellt nur ein Kilogramm bleibt.

04.12.2001:
Arzt-Serien im Fernsehen gibt es eigentlich schon genug. Was eventuell noch fehlt ist eine Serie, in der es um einen Kieferchirurgen geht.

05.12.2001:
Bei einer Arzt-Serie, die in einer Kieferchirurgie spielt, könnte man sich eine Menge Text von Patienten sparen.

06.12.2001:
Heute ist ein guter Tag, um herauszubekommen, wer die Hebelgesetze ratifiziert hat.

07.12.2001:
Wenn Ihnen gestern etwas dazwischen gekommen ist, können Sie ja heute die Hebelgesetze einfach überhaupt neu formulieren; vielleicht in Thai oder Sumerisch.

08.12.2001:
Vermeiden Sie Gespräche, in denen die Frage "Wie hast du das gemeint?" berechtigt ist.

09.12.2001:
Soweit ich das herausgefunden habe, ist das mit der Entropie recht kompliziert. Das hat was mit dem Logarithmus der Anzahl der Möglichkeiten zu tun, wie alle Atome und Moleküle in einem gegebenen Gebiet des Raumes verteilt sein können, ohne daß sich das makroskopische Erscheinungsbild des Raumes verändert.

10.12.2001:
Was bei der Entropie noch eine Rolle spielt, ist die Botzmann-Konstante, unter Freunden einfach k genannt. Das sind 1,38066 mal 10 hoch minus 16 erg/K. Das zu wissen, hilft beim Zusammenräumen aber eigentlich wenig. Es scheint als wäre die Brücke zwischen Naturwissenschaft und täglichem Leben nicht durchgehend in beide Richtungen befahrbar.

11.12.2001:
Unter allen Sätzen nehmen die Sätze, die sich auf sich selbst beziehen, eine Sonderstellung ein.

12.12.2001:
Überlegen Sie heute, ob dem Satz, als der der gestrige Tip formuliert ist, nach der darin beschriebenen Richtlinie die erwähnte Sonderstellung zufällt.

13.12.2001:
Heute machen wir ganz was Feines; wir nehmen den Satz "Regeln sind da, um gebrochen zu werden!", weisen ihm den Status einer Regel zu und beziehen ihn auf sich selbst. Eine, wie ich finde, ziemlich elegante Methode, um sich Ärger zu ersparen.

14.12.2001:
Dem ulat, dem trukt, der uela, dem ervatorium und der equenz fehlt was.

15.12.2001:
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber würde schon sehr interessieren, was denn eine zumindest denkbare Alternative zu den in Speisekarten mitunter feilgehaltenen Flugenten ist.

16.12.2001:
In Wien gibt es das Schimpfwort "Dreckantn" - also "Dreckente" - ein Tier, von dem man annehmen kann, daß es, sofern es tatsächlich Bestandteil der Zoologie ist, nicht fliegen kann, sonst wäre es ja nicht im Dreck daheim, sondern in den Lüften, aber ob das jenes Tier ist, von dem es die Flugente zu unterscheiden gilt, bleibt fraglich.

17.12.2001:
Basteln Sie heute ein Metaproblem. Das sollte eigentlich nicht sooo schwer sein.

18.12.2001:
Machen Sie heute irgend etwas mit Asche. Oder mit Grieß; ich denke, das kann funktionieren.

19.12.2001:
Bündchen müssen nicht gestärkt werden.

20.12.2001:
Suchen Sie heute ein paar Wörter, die, obschon sie mit der Vorsilbe "ver-" versehen sind, ohne diese Vorsilbe - gleichsam als Stamm - nicht im Sprachgebrauch vorkommen.

21.12.2001:
Als Beispiel für den gestrigen Tip mag "Verlieren" gelten; selten noch hat man jemand oder etwas beim Lieren beobachtet.

22.12.2001:
Für so tolle Worte kriegt man eine Torte.

23.12.2001:
Wenn Sie wissen, was der Unterschied zwischen Worten und Wörtern ist, dann beziehen Sie bitte den gestrigen Tip nicht auf den Vorvorgestrigen; damit würden sie mir einige Schmach ersparen.

24.12.2001:
Bei den Technologiewerten kann man jetzt durchaus wieder ein bißchen, zumindest vorsichtig, aber besser ist es natürlich, wenn man sich vorher erkundigt. Nehmen Sie Ihr Telephonbüchlein zur Hand; wen Sie anrufen, wissen Sie ja.

25.12.2001:
Für vieles gibt es Gründe, und die besten sind nicht schlecht, und im Taumel einer Sünde sind die schlechtesten schon echt.

26.12.2001:
Angeblich hat jüngst jemand geheiratet. Da wollen wir doch Glückwünsche ausbringen und uns ansonsten diskret zurückhalten.

27.12.2001:
Wenn man sonst keine Leidenschaften hat, ist es vermutlich gar nicht so schwer, tadellos zu bleiben. Aber vielleicht gilt das dann auch nicht so viel.

28.12.2001:
Technologiewerte sind jetzt unübersichtlich. Möglicherweise sollte man momentan eher bei Nischendingens ranklotzen; Sinterterrassen oder vielleicht einfach mal was Freches sind da eine Option.

29.12.2001:
Wenn Sie wissen, was ein Tübbing ist, wissen Sie ja schon ziemlich was. Mehr jedenfalls als mein Rechtschreibprogramm, aber das haben Sie wahrscheinlich schon geahnt.

30.12.2001:
Helling ließe sich zwar als "beleuchten" auf Germlish deuten, heißt aber etwas anderes.

31.12.2001:
Türenzuschlagen ist kein Argument. Das sind eingewachsene Zehennägel auch nicht, aber Türenzuschlagen macht wenigstens manchmal Spaß.

Tips für Jänner 2002

01.01.2002:
Das mit dem Bufferunderrun geht, wie ich jüngst aufgeklärt wurde, überhaupt nicht. Da müssen wir jetzt alle sehr stark sein. Jedenfalls hat auch Christian Neunteufel einen Toast verdient.

02.01.2002:
Überprüfen Sie, ob sich die Auswärtstorregel irgendwie auf den akademischen Diskurs anwenden läßt.

03.01.2002:
Der Drehimpuls ist eine Erhaltungsgröße. Das kann man aber hinsichtlich der Erdrotation beim Walzertanzen, wiewohl Rechtswalzer nach meinem Wissen häufiger getanzt wird als Linkswalzer, weitgehend unberücksichtigt lassen.

04.01.2002:
Für Unfug mit Vektoren gibt's was auf die Ohren.

05.01.2002:
Die gestrige Anmerkung gilt eigentlich auch für Tensoren, aber da wird das nicht ganz so streng gehandhabt.

06.01.2002:
Überprüfen sie, ob Eigenschaften von Eigenschaften etwas anderes sind als Eigenschaften von Dingen.

07.01.2002:
Die wahren Abenteuer sind zwar im Kopf, aber nach meinem Wissen dort nicht eindeutig lokalisiert.

08.01.2002:
Zahnarztbesuche können je nach Schwere des Eingriffes sehr dazu beitragen, den Sitz der wahren Abenteuer im Kopf deutlich einzugrenzen.

09.01.2002:
Schreiben Sie heute, vorausgesetzt natürlich es liegt nichts vor, was dagegen spricht, wie etwa konfessionelle Vorbehalte, eine Kulturgeschichte des Schuhbandes.

10.01.2002:
Wenn das gestern geklappt hat, können Sie sich heute an der Kulturgeschichte des Mahnwesens versuchen.

11.01.2002:
Mit dem Satz "Ich höre Stimmen und ich sehe Bilder." kommen Sie in jede geschlossene Anstalt.

12.01.2002:
Wenn Sie Bilder nicht sehen und Stimmen nicht hören, sollten Sie damit besser zum Augen- oder Ohrenarzt.

13.01.2002:
Versuchen Sie beim nächsten Arztbesuch, Ihre Wahrnehmungen, nur wenn das unbedingt erforderlich ist, zu thematisieren.

14.01.2002:
Der Begriff "Narkose" leitet sich vom Narziss ab. Wirklich.

15.01.2002:
Der ethymologische Zusammenhang von Narkose und Narziss kann dann ja auch erklären, warum Menschen, deren Selbstverliebtheit ein selbst unter bestwilliger Betrachtung nachvollziehbares Maß übersteigt, als Gesprächspartner nicht so recht taugen.

16.01.2002:
Wenn Sie sich Mühe geben, überlegen Sie, woher Sie die eigentlich haben, und wieso Sie die nicht gleich dort lassen können, oder andererseits zumindest nicht extra geben müssen, wenn Sie sie ja ohnehin schon genommen haben.

17.01.2002:
Fahren Sie ins Zentrum und seh'n Sie sich nach Trends um.

18.01.2002:
Wer will, kann heute eine Prophezeiung abgeben.

19.01.2002:
Zur Überprüfung der Monokompatibilität braucht man einen Phasenkorrelationsgradmesser. Das ist so.

20.01.2002:
An der Börse ist jetzt wieder was. Was genau, kann ich Ihnen jetzt auch nicht sagen, aber für alle Fälle kann man ja wieder einmal dort vorbeischauen, ein wenig mit Kochgeschirr rasseln und Hallo sagen. Vielleicht fällt Ihnen ja auch noch ein Vierzeiler zu Streubesitz ein; den könnten Sie an dieser Stelle prima loswerden.

21.01.2002:
Der König der Kampftrinker mußte beim diesjährigen Carlsberg Open lehnend abdanken.

22.01.2002:
Das, was nach Zahnarztbesuchen, vor allem, wenn es sich dabei um eine Wurzelbehandlung gehandelt hat, so eigenartig riecht, ist irgend etwas mit Jod. Vielleicht können ja Sie mit dieser Information etwas anfangen, mich hat, das zu wissen, jedenfalls nicht getröstet.

23.01.2002:
Beim Tapezieren immer zur Wand hin arbeiten.

24.01.2002:
Es gibt eine fast vergessene Barockoper. Vermutlich gibt es davon mehr als nur eine, aber eine ist für den Anfang nicht schlecht.

25.01.2002:
Der Goldene Schnitt teilt eine Strecke so, daß die Gesamtstrecke sich zum größeren Teil so verhält wie der größere Teil zu kleineren. Das kann man auch als Bruch darstellen, aber, wenn man dabei auf Wurzelzeichen ebenso wie auf Das-geht-dann-immer-so-weiter-Pünktchen verzichten will, braucht man eine Menge Papier.

26.01.2002:
In Babelusien galt der Goldene Schnitt als hinreichend bewerkstelligt, wenn eine Strecke so geteilt wurde, daß der kleinere Abschnitt als solcher erkennbar war, ohne erbärmlich zu wirken.

27.01.2002:
In Pazifis bestand der Goldene Schnitt bereits dann, wenn die Endpunkte einer Strecke und der Teilungspunkt im selben Landstrich angenommen werden konnten.

28.01.2002:
Halten Sie sich ein Auge zu und lesen Sie einen Text. Wenn's nicht so toll klappt, wechseln Sie das Auge oder den Text oder die Person, die das zu tun hat. Pilotenprüfung werden Sie so zwar keine bestehen, aber hin und wieder muß man sich einfach ein bißchen fordern.

29.01.2002:
Denken Sie sich heute zwanzig Dinge aus, deren Anwesenheit in Ihrem Kleiderschrank Sie nicht ohne Erklärung akzeptieren würden.

30.01.2002:
Schreiben Sie heute zehn der Dinge, die sie sich gestern ausgedacht haben, auf einen Zettel, geben Sie den Zettel in ein Kuvert und verschließen Sie es. Die andern zehn Dinge merken Sie sich bis morgen.

31.01.2002:
Heute verfahren Sie mit den zehn Dingen, die Sie sich von gestern gemerkt haben, so wie gestern mit den andern zehn.

Tips für Februar 2002

01.02.2002:
Schreiben Sie an jedem Tag das, was Sie sich von den zwanzig Dingen gemerkt haben, auf einen Zettel und verschließen Sie den Zettel in einem Kuvert. Wenn Ihnen eines Tages nichts mehr davon einfällt, werfen Sie die Kuverts unbesehen ins Altpapier. Dieser Akt läßt sich bestimmt als Übung für irgendwas deuten.

02.02.2002:
Es gibt einen Unterschied zwischen Mitschwingen und Zerren am ruhenden Objekt.

03.02.2002:
Also, ich habe das weder rechnerisch noch empirisch überprüft, aber angeblich ist das mit der Statistik so eine Sache. Am besten wird sein, Sie gehen dem selbst nach.

04.02.2002:
Sollten Ihre Nachforschungen bezüglich der Frage, ob das mit der Statistik so eine Sache ist oder eben nicht, dementsprechend also so durchgeht, ein Ergebnis erbracht haben, das die Welt Ihrer Einschätzung nach weiter bringt, dann versuchen Sie, dieses Ergebnis in einer der Zeitschriften zu veröffentlichen, wie sie zum Beispiel in Kassenzahnarztwartezimmern ausliegen.

05.02.2002:
Mein Rechtschreibprogramm kennt keine Kassenzahnarztwartezimmer. Das nenne ich ein glückliches Dasein.

06.02.2002:
Wir haben lange darauf gewartet, aber heute können Sie sich bedenkenlos mit Bromelien umgeben.

07.02.2002:
Wenn die Planck-Wheeler Länge die kürzeste physikalisch sinnvolle Distanz ist, dann müßte das kürzeste physikalisch sinnvolle Zeitintervall die Zeit sein, die das Licht im Vakuum zum Durchmessen dieser Distanz benötigt.

08.02.2002:
Die gestrige Überlegung ist beim Planen eines Tagesablaufes wahrscheinlich nicht besonders nützlich.

09.02.2002:
Ein Kreis mit vier Plack-Wheeler Längen Umfang braucht kein sehr genaues Pi, weil das ist eigentlich ein Quadrat.

10.02.2002:
Ein Kreis mit einem Zentimeter Umfang braucht ein Pi, das ein regelmäßiges Vieleck mit 1,62 mal 10 hoch dreiunddreißig Seiten beschreibt; auch noch nicht wahnsinnig genau.

11.02.2002:
Überlegen Sie heute, ob ein Kreis, der ein Pi mit sechs Milliarden Nachkommastellen braucht, in unserem beobachtbaren Universum Platz findet.

12.02.2002:
Im Grunde ist alles Zufall.

13.02.2002:
Es gibt keine Zufälle.

14.02.2002:
Suchen Sie sich aus den Tips der beiden vorangegangenen Tage das aus, womit Sie am besten leben können; auf den großen Lauf der Dinge hat das keinen entscheidenden Einfuß, und Ihnen ist leichter.

15.02.2002:
Wenn Sie eine Idee für eine Quizshow haben, behalten Sie sie für sich.

16.02.2002:
Ich habe mich heute beim Rasieren schon wieder nicht geschnitten. Das ist für Sie vermutlich ein Umstand von überschaubarer Tragweite, aber ich finde das einfach gut. Außerdem können Sie jetzt, wenn Sie das wollen, üben, sich über ganz unbedeutende Dinge zu freuen, die Sie noch nicht einmal betreffen.

17.02.2002:
Im Falle, daß ein Ionensturm losbricht, oder ausbricht (wie das genau passiert, weiß man nicht, den kriegt man gewöhnlich erst dann ab, wenn er schon in vollem Gange ist, aber wie es dazu kommt, daß es ihn überhaupt gibt, davon weiß man so wenig, daß ich Ihnen eben nicht einmal sagen kann, ob er jetzt aus- oder losbricht) dann leiten Sie auf jeden Fall die Hilfsenergie auf die Deflektoren. Wenn Ihnen danach ist, können Sie ja auch in der Dilitiumkammer mit einem Obstmesser herumfuchteln; das macht einigermaßen was her und kostet praktisch nix.

18.02.2002:
Ich bin dem ein wenig nachgegangen; was im Internet über Ionenstürme steht, ist nichts, was man nicht ohnehin schon weiß, soferne man mit der Behauptung, es gäbe so etwas überhaupt, einigermaßen trittsicher umgehen kann, die von meinem Rechtschreibprogramm gleichfalls mit einer Unmutsäußerung bedachten Deflektoren sind tatsächlich Bestandteil der beobachtbaren Welt, allerdings wird, Hilfsenergie auf sie zu leiten, auch nicht so ohne weiteres gehen, und schließlich schreibt man ungeachtet der diesbezüglichen Schmallippigkeit meines elektronischen Orthographiewarts Dilitium wirklich so, aber davon einmal einen Sack voll vor sich zu haben, wird wahrscheinlich erst möglich, wenn jemand beobachtet hat, in welcher Form Ionenstürme ins Sein treten.

19.02.2002:
Hin und wieder Lotto spielen.

20.02.2002:
Basteln Sie heute eine Ähnlichkeit.

21.02.2002:
Auch wenn Sie hin und wieder Gegenteiliges hören; Kunst und Leben sind zwei verschiedene Dinge.

22.02.2002:
"Das ist wie eine Schlange, die sich selbst in den Kopf beißt!" ist als Bild kaum irgendwann einmal anwendbar.

23.02.2002:
Falls Sie das nicht ohnehin schon von alleine gemacht haben, können Sie sich heute wenigstens drei Situationen ausdenken, in denen das gestern an dieser Stelle erwähnte Bild stimmt.

24.02.2002:
Mach' es wie die Agentur; zähl' die guten Tage nur.

25.02.2002:
Nach babelusischer Auffassung ist Wahrheit eine Vereinbarung, die zwischen zwei Personen ohne diesbezügliches Interesse getroffen wird.

26.02.2002:
Vereinbarungen, die zwischen einer Person und einem Sitzmöbel getroffen werden, gelten in Babelusien als eine Art Hilfswahrheit, die ohne gesonderten Rekurs auf die gegenständliche Interessenslage nach Bedarf auch als in die entgegengesetzte Richtung funktionierend betrachtet werden darf.

27.02.2002:
Der Umstand, daß in Babelusien Vereinbarungen, die zwischen einem Sitzmöbel und einer Person getroffen werden, als hinlängliche Wahrheit gelten, die überdies disponabel ist, hat dazu geführt, daß die Judikatur in Babelusien grundsätzlich im Stehen erledigt wurde. Babelusien ist jedoch nicht der Geburtsort des Standgerichtes.

28.02.2002:
Erkenntnis galt in Babelusien als zumutbar bewerkstelligt, wenn der Erkennende imstande war, vierzehn beliebig lange Räusche hindurch von nichts anderem als von seiner Erkenntnis zu sprechen, ohne daß mindestens eine der dabei anwesenden Personen nicht wenigstens zweimal vor Zeugen eine geringfügige Menge Hartkäse zu sich nahm.

Tips für März 2002

01.03.2002:
Ein philosophisches Problem galt in Babelusien als gegeben, wenn ein ableitbarer Vorgriff auf eine Aprioriqualität einer konzeptionellen Verfaßtheit - gleichviel wessen - widerruflich zugeschrieben werden konnte, und dabei eine erhebliche Menge Mageryoghourt verzehrt wurde.

02.03.2002:
Die Versuche der babelusischen Molkereiwirtschaft, sich über die Regeln für philosophische Grundgrößen mehr Absatz zu verschaffen, sind kläglich gescheitert.

03.03.2002:
Eine Idee - nach babelusischer Auffassung - ist eine Auslenkung aus dem Offensichtlichen, die ihre Manifestation ausschließlich darin findet, daß sie von jemandem bemerkt wird.

04.03.2002:
Eine vermutete Beschaffenheit einer gedachten Verbindungslinie zwischen zwei unterstellten Unvereinbarkeiten hatte in der babelusischen Philosophie auch einen Namen, aber der hat\'s nicht in unsere Denkschulen geschafft.

05.03.2002:
Rebhühner lassen sich zoologisch zuordnen. Bei Gelegenheit können Sie das ja tun. Sie werden sehen, die sind da recht moderat.

06.03.2002:
Wenn Sie an den Knochen bresthaft sind, dürfen Sie sich von einem Osteopathen Heilung oder wenigstens Linderung versprechen. Wenn Ihre Psyche Verscherungen aufweist, ist von einer Behandlung durch einen Psychopathen eher abzuraten.

07.03.2002:
Ich muß mich für den Tip vom neunten September des Vorjahres entschuldigen.

08.03.2002:
Der ebenso wie das Trochoid und alle Unterarten, wie sie beispielsweise ein Hypo- und auch ein Epitrochoid darstellen, sind nicht Bestandteil dieser Welt einschließlich der darin enthaltenen mehrheitsfähigen Gedankengebäude und Beschreibungsinstrumentarien, sondern lediglich das Resultat einer ziemlich schleißigen Übersetzung aus dem Englischen. Da habe ich Ihnen wieder einen Blödsinn angedient. Schande über mich!

09.03.2002:
Trochoide in allen Spielarten kommen nur in weiblicher Form vor. Vermutlich vermehren die sich parthenogenetisch. So wie es die Wandelnden Blätter, so wird wenigstens vermutet, es bisweilen tun. - Nur eben mit einer Dimension weniger.

10.03.2002:
Eine Trochoide ist die Kurve, die ein Punkt eines Kreises beschreibt, der auf einem anderen Kreis abrollt. (Wenn dieser Punkt nun genau der Mittelpunkt des abrollenden Kreises ist, das ist die Trochoide ein Kreis, aber davon haben wir alle eigentlich nichts.) Je nachdem, ob der Kreis, der auf dem anderen abrollt, das innen oder außen tut, unterscheidet man Hypo- oder eben Epitrochoide. An dieser Stelle ist wieder einmal ein Toast angebracht; und zwar auf Gerhard Malzer, der mir zu diesen Ausführungen auch noch ein Link mitgeschickt hat, das ich an dieser Stelle gerne an Sie weiterleite: <a href=\"http://www.der-wankelmotor.de/Techniklexikon/techniklexikon.html\" target=\"_blank\">http://www.der-wankelmotor.de/Techniklexikon/techniklexikon.html</a>

11.03.2002:
Auf <a href=\"http://math2.math.nthu.edu.tw/jcchuan/java-sketchpad/jsp.html\" target=\"_blank\">http://math2.math.nthu.edu.tw/jcchuan/java-sketchpad/jsp.html</a>, ein Link, das auch unter \"Persönliche Anmerkungen\" zu finden ist, gibt es auch animierte Trochoide, aber eben auf englisch.

12.03.2002:
Wenn ein innen abrollender Kreis genau den halben Radius des umfassenden Kreises hat, dann ist die entstehende Trochoide eine Ellipse. Liegt der die Trochoide erzeugende Punkt an der Peripherie des abrollenden Kreises, dann sieht die Trochoide aus wie ein Strich, was allerdings auch nicht abendfüllend ist.

13.03.2002:
Das gestern an dieser Stelle Erörterte können Sie, wenn Sie das wollen, mit geeignet dimensionierten Topfdeckeln oder sonstigen hinreichend runden Gegenständen daheim ausprobieren, oder auch dafür zum Nachbarn gehen. Der freut sich vielleicht über eine kleine Demonstration dessen, daß nicht alle Probleme dieser Welt politischer oder wirtschaftlicher Natur sind.

14.03.2002:
Landschaftlich, vor allem Landschaftlich!

15.03.2002:
Entschuldigen Sie bitte den gestrigen Tip; das mache ich gewöhnlich statt Urlaub. Damit sollte ich Sie eigentlich gar nicht belangen.

16.03.2002:
Machen Sie sich heute ein paar Gedanken über Gleichzeitigkeit im kosmologischen Maßstab. Wenn das nicht so klappt, machen Sie sich Gedanken über Gleichzeitigkeit im innerstädtischen Bereich. Bringen Sie diese Gedanken zu Papier und besprechen Sie das mit Ihrem Lebensmittelnahversorger. - Vorausgesetzt, natürlich, der hat sonst keine anderen Sorgen.

17.03.2002:
Sollten Sie beim gestrigen Gespräch mit Ihrem Lebensmittelnahversorger zufällig an der Wursttheke Eva Gioanella angetroffen haben, so denken Sie beim nächsten Einkauf oder Disput ebenda, sollten Sie ihrer wieder ansichtig werden, bitte daran, Grüße von mir zu bestellen.

18.03.2002:
Widerlegen Sie heute in zehn bis zwanzig Sätzen die Behauptung \"Alles ist eins.\"

19.03.2002:
Überlegen Sie, wenn ein Netz als Metapher das Internet hinreichend abbildet, welche Entsprechung die - für ein Netz ja wesentlichen - Zwischenräume zwischen den Fäden in der so dargestellten Welt haben.

20.03.2002:
Wenigstens zur Zahnreinigung könnten Sie wieder einmal gehen.

21.03.2002:
Versuchen Sie, ob Sie Ihren Zahnarzt mit der Bemerkung, \"Dezähnium\" sei der lateinische Name für Gebiß, erheitern können.

22.03.2002:
Es gibt tatsächlich Bäume, die von oben nach unten wachsen.

23.03.2002:
Sollte es Ihnen gestern - so das überhaupt versucht haben - nicht gelungen sein, herauszufinden, welche Bäume von oben nach unten wachsen (ich kann mir da ehrlich gesagt auch keinen Suchbegriff fürs Internet vorstellen, aber das muß ich auch nicht, ich weiß ja, welche Bäume das sind), dann halte ich noch ein wenig Ihre Spannung darob aufrecht und vertröste Sie mit der Antwort auf morgen.

24.03.2002:
Die Bäume, die von oben nach unten wachsen, heißen Würgefeigen; ein, wie ich finde, einigermaßen pathetischer Name, der allerdings, das muß auch gesagt werden, das Wesen dieser Pflanze treffend beschreibt. Nun, da Sie den Suchbegriff kennen, können Sie sich auch im Internet kundig machen, wie das mit der Würgefeige nun so ist.

25.03.2002:
Es gibt eine Pflanze, die Geigenfeige heißt. Abgesehen davon, daß Alexander Lackner findet, daß diese Pflanze für Schüttelreime nur mäßig ergiebig ist, kann man noch anmerken, daß - im Gegensatz zur Würgefeige, die ihrem Namen, wie Sie vielleicht herausgefunden haben, wenigstens soweit entspricht, daß sie ihre Wirtsbäume in gewisser Weise erstickt - die Geigenfeige weder zur Violine greift noch dazu reift, auch nicht in dem Sinne, daß man daraus eine schnitzen könnte.

26.03.2002:
Ficus Lyrata hat Blätter, die mit entsprechend Phantasie als, wie der lateinische Name erahnen läßt, sagenwirmal Saiteninstrumentenförmig beschrieben werden können, ohne, daß der Beschreibende in den dringenden Verdacht gerät, mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten zu sein.

27.03.2002:
Heute ist ein prima Tag, um darüber nachzudenken, ob Ihre Handlungen eher im Rahmen von Verhältnissen oder im Rahmen von Verträgen stattfinden.

28.03.2002:
Entwerfen Sie in Grundzügen, was ein Metasit im Gegensatz zu einem Parasiten so macht. Dann ab zum Nobelpreiskomitee und den Nobelpreis für Naturgeschichte verlangen.

29.03.2002:
Wo Sie gerade dabei sind, könnten Sie sich auch gleich ein paar Gedanken machen, wie ein Metapluie funktionieren könnte.

30.03.2002:
Man kann sich auch überlegen, wie die Anordnung von Marschierenden und Zuschauern bei einer Metade ausfiele oder auch, wie man sich ein Metadies vorzustellen hat, und welchen Verlauf eine Metabel nimmt.

Tips für April 2002

01.04.2002:
Der Knurrhahn ist ein Fisch. Hätte man so eigentlich gar nicht vermutet.

02.04.2002:
Was es über den Knurrhahn noch Wissenswertes zu sagen gibt, ist, daß er auf fingerförmigen Bauchflossenstrahlen über den Boden kriecht (soferne er nicht schwimmt, was er aber als Grundfisch nicht alldieweil tut), daß er, was einigermaßen überraschend ist, mit seiner Schwimmblase knurrende Geräusche produzieren kann, daß er zur Familie der Panzerwangen gehört, was er sich allerdings nicht ausgesucht hat, und schließlich, daß, wie wir dem Internet entnehmen können, das Fleisch weiß, fest und gut verdaulich ist, wobei der Rote Knurrhahn vorzuziehen ist. Der Graue Knurrhahn wird vorzugsweise geräuchert. Vorausgesetzt natürlich, man hat einen zur Hand, andernfalls müssen Sie halt räuchern, was so da ist.

03.04.2002:
In manchen Gegenden trägt der Erdapfel die Bezeichnung Grundbirn. Leider habe ich dazu keine weiterführenden Informationen wie bei Isolychne und Alychne. Als Konversationsbestandteil ist diese Information also nur eingeschränkt zu gebrauchen.

04.04.2002:
Pedipalpen sind das zweite Gliedmaßenpaar im Bereich der Mundöffnung bei Spinnentieren. Die werden bei Webspinnenmännchen auch als Gonopoden der Spermaübertragung genutzt. Wenn Sie eine elegante Brücke von der Grundbirn zu Vermehrungsgewohnheiten von Webspinnen schlagen können, haben Sie so schon wieder gut eine Minute Konversation herausgeschunden.

05.04.2002:
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Oder dort drüben. Oder irgendwo drunter. Oder wo anders. Wo Sie suchen wollen, ist Ihre Entscheidung.

06.04.2002:
Schreiben Sie einen Vierzeiler über die Normalschanze; macht ja sonst keiner.

07.04.2002:
Haben Sie eigentlich jemals auch nur in Erwägung gezogen, sich als Vorspringer zu melden?

08.04.2002:
Angeblich durchläuft das Universum gerade eine Inflationsphase. Das sollte sich aber auf den innerstädtischen Personen- und Gütertransport nicht allzu dramatisch auswirken.

09.04.2002:
Ich weiß ja nicht, auf welchem Niveau von Abstraktion die staatlichen Säckelwarte und die Teuerungsverantwortlichen der Wirtschaft argumentieren, aber die Inflationsphase, in der sich das Universum befindet, hat nichts damit zu tun, daß man fürs Geld weniger bekommt.

10.04.2002:
Werden Sie Vorsitzender.

11.04.2002:
Sollte im Fernsehen gerade nichts laufen, was Ihre ungeteilte Hingabe verdient, können Sie ja versuchen, sich die Socken auszuziehen, wenn Sie Schuhe anhaben. Meister und Härtefälle probieren das sogar freihändig.

12.04.2002:
Wer an österreichischen Gerichten zu tun hat, sollte den Richter tunlichst nicht mit "Euer Ehren" anreden; das kommt nur in amerikanischen Filmen in deutscher Synchronisation gut. Wirkliche Richter reagieren darauf angeblich eher schmallippig.

13.04.2002:
In manchen Teilen Europas ist, mit einer achtspännigen Kutsche zu fahren, nur dem König oder der Königin vorbehalten. Irgendwie ist es tröstlich zu wissen, daß es Verbote gibt, gegen die zu verstoßen einem nicht einfach so passieren kann, wie versehentlich im Halteverbot zu stehen.

14.04.2002:
Das mit der kürzesten physikalisch sinnvollen Zeitspanne hat sich übrigens bestätigt. Genaugenommen hat das Max Kohl (Three cheers on this brave man!!) getan und er hat das auch gleich gestoppt; es sind fünf komma dreiunddreißig mal zehn hoch minus vierundvierzig Sekunden. Max hat eine verdammt gute Uhr!

15.04.2002:
Interessanterweise haben auch Galaxien eine habitable Zone; ein Umstand, der in der Urlaubsplanung aber unberücksichtigt bleiben kann.

16.04.2002:
Besprechen Sie mit dem Ihnen bereits vertrauten Schalterbeamten oder einem Kunsthistoriker Ihrer Wahl, ob das Selbstbrennen von CDs irgendwann einmal einen ähnlichen Nimbus des Heimeligen erlangen kann wie das Selbstbacken von Brot.

17.04.2002:
Neues von Klaus Besumke; er behauptet, er habe das untere Loch beim Ärmel, aus dem die Hand herausragt, erfunden. Alle Ärmel, die so funktionieren, obwohl nicht er sie konzipiert hat, seien zufällig und nicht von Geist durchdrungen und daher ungültig.

18.04.2002:
Klaus Besumke möchte das obere Loch bei Socken, wo der Fuß hineinfährt, zu Patent anmelden.

19.04.2002:
Bei der Olympischen Winterspielen, kamen auf einen Athleten vier Journalisten. Also ich finde das wenigstens eigenartig.

20.04.2002:
Bei den Frisuren gibt es jetzt auch wieder Trends, aber da kennt sich endgültig niemand aus.

21.04.2002:
Was ich über die Trends bei Frisuren herausbekommen habe, ist wenig erhellend; die Haare ragen den ersten halben Millimeter radial aus dem Kopf, und dann jeder, wie er glaubt.

22.04.2002:
Schreiben Sie eine Paraphrase auf Maßnahmen, die erforderlich wären, um sie in Buchgeschäfte zu bringen.

23.04.2002:
Wenn Sie den gestrigen Tip noch nicht befolgt haben, lassen Sie es bleiben; ich habe das selbst probiert, aber was dabei herauskommt, ist herkömmliche Selbstbespiegelungsliteratur. Davon gibt es ja schon hinreichend.

24.04.2002:
Tun Sie - nur für sich - so, als wären Ihre Wimpern länger, als sie tatsächlich sind. Wenn Sie das nicht übertreiben kann das eventuell ein bißchen erotisch wirken.

25.04.2002:
Wenn Sie - ich weiß ja nicht, ob Sie so etwas bisweilen machen - in Gesellschaft einen Boxkampf ansehen, dann sagen sie währenddessen irgendwann wie in Gedanken, aber so laut, daß es die anderen hören, "Daß die sich nicht Weh tun!" Danach widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder völlig dem Kampfgeschehen und tun einfach so, als würden Sie die irritierten Blicke der anderen nicht bemerken.

26.04.2002:
Schätzen Sie - so einfach aus dem Gefühl - ein paar Naturkonstanten.

27.04.2002:
Nur zur Sicherheit könnte einmal jemand nachschauen gehen, ob tatsächlich über allen Wipfeln Ruh' ist. Grundsätzlich macht es ja nichts, wenn über dem einen oder anderen Wipfel Krawall ist, aber man sollte es zumindest wissen.

28.04.2002:
Wenn Ihnen beim Abschätzen von Naturkonstanten eine Zahl besonders aufgefallen ist, dann gehen Sie zu Ihrem Chinesen und sehen nach, was das auf der Speisekarte ist; vielleicht schmeckt Ihnen das ja.

29.04.2002:
Sollte Ihnen zwischen Abwasch und Hauptabendprogramm etwas Zeit übrigbleiben, schreiben Sie eine Heilslehre.

30.04.2002:
Also, mich amüsiert das immer wieder; "ups" als Name für einen Paketzustelldienst.

Tips für Mai 2002

01.05.2002:
Übertreiben Sie ab und zu ein bißchen; wenn's um nichts geht, darf man das schon.

02.05.2002:
Machen Sie eine Annahme.

03.05.2002:
Betrachten Sie heute die Grundlagen der gestern gemachten Annahme, und verändern Sie diese Grundlagen gedanklich. Tun Sie das aber so, daß sich daraus wieder die selbe Annahme ergibt.

04.05.2002:
Sehen Sie heute nach, ob Ihnen für das gestern vollstreckte Gedankenexperiment ein schönerer Ausdruck als "Äquiresultative Grundlagenverdingsbergerung" einfällt.

05.05.2002:
Wenn Sie gestern mit der Lösung des an dieser Stelle vorgestellten Problems erfolgreich waren, wissen Sie ja, was zu tun ist; ab zum Dudenverlag, mächtig auf den Tisch klopfen, und den Nobelpreis einfordern.

06.05.2002:
Die Neunaugen gehören nicht zu den Fischen, scheinen aber damit ganz gut zurecht zu kommen. Glückwunsch!

07.05.2002:
Kleiderbürsten gehören auch nicht zu den Fischen. Genaugenommen sind die meisten Dinge, die wir so kennen, an Land besser aufgehoben als im Lebensraum der Fische.

08.05.2002:
Sollte es am Wochenende regnen, können Sie ja versuchen herauszufinden, wie oft Regelmäßigkeit in der belebten Natur Ursache und wie oft sie Folge ist.

09.05.2002:
Schwere Zeiten für Volkshochschulen; es hat sich herausgestellt, daß für Bauchtanz ein dicker Bauch die unwichtigste Voraussetzung ist.

10.05.2002:
Basteln Sie bei Gelegenheit einen Satz, in dem der Vorgangspassiv als Imperativ vorkommt. Klingt vielleicht lustig.

11.05.2002:
Klaus Besumke schreibt gerade eine Kulturgeschichte der Netzspannungen unter dem Blickwinkel der Zahlenmystik. Jeder, wie er mag.

12.05.2002:
Wenn gerade niemand hinschaut, schließen Sie die Tokyoter Börse mit einem Plus. Da haben Sie nix falsch gemacht, und im engeren Bekanntenkreis haben Sie etwas zu erzählen.

13.05.2002:
Experimentieren Sie ein bißchen mit Vokalen. Oder mit Vokabeln. Entscheidend ist, daß Sie den Kreis möglicher Zeugen dieses Tuns übersichtlich halten.

14.05.2002:
"Mystik" kann man auch mit "th" schreiben; das ist zwar falsch, sieht aber besser aus.

15.05.2002:
Die akademische Gemeinde wartet auf Ihre Theorie des Geistes.

16.05.2002:
Die akademische Gemeinde hat sich wieder gemeldet; momentan kommt man angeblich noch mit Hilfskonzepten durch, aber im nächsten Frühjahr sollte wenigstens eine Rohfassung Ihrer Theorie des Geistes vorliegen. Zur Not täten's aber auch ein paar Trinkhalme.

17.05.2002:
Wenn Sie gerade ein Telephon zur Hand haben; Sie wissen ja, wer sich über einen Anruf freuen würde.

18.05.2002:
Angeblich ist Lucky Star im dritten Rennen ein ganz heißer Tip. Aber verlassen kann man sich auf sowas ja eigentlich nicht wirklich. Versuchen Sie also, weiterhin mit Ihren Vorgesetzten wenigstens leidlich auszukommen.

19.05.2002:
Man kann den Einzug vergrößern. Hab ich gerade herausgefunden. Ich komme mir bei dem Gedanken, etwas nicht gemacht zu haben, wiewohl ich die Möglichkeit dazu hatte, sehr erwachsen vor.

20.05.2002:
Der Verzicht auf ein Übermaß an Nachkommastellen verrät ein hochherziges, großzügiges Gemüt.

21.05.2002:
Der gestrige Tip sollte das Fundament für meine persönliche Zahlenmystik liefern, aber ich denke, bis zur Druckreife ist es wohl noch ein bißchen hin.

22.05.2002:
Schaffen Sie Anreize. Das Thema ist frei; die Wirtschaft braucht sowas dringend und ist dementsprechend nicht sonderlich wählerisch.

23.05.2002:
Sollte es mir, womit allerdings nicht unbedingt zu rechnen ist, einfallen, wegen des gestrigen Tips den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zu verlangen, bitte ich Sie, mir als Leumund zu gehen. Ich werde Sie an dieser Stelle wissen lassen, wie ich mich entschieden habe.

24.05.2002:
Partikelsysteme sind numerisch ein Hund. Das sagen zumindest die, die sich damit beschäftigen.

25.05.2002:
Jetzt ist gerade nicht Saison, aber wenn wieder einmal Eiskunstlauf-WM ist, und Sie in Gesellschaft anderer eine Übertragung eines Bewerbes sehen (Herreneinzel-Hopsihopsi oder so ähnlich heißen die ja wohl), dann können Sie mit dem Satz "Also, ich glaub', der weiß ja überhaupt nicht, wo er hin will!" ähnliche Resultate erzielen wie weiland mit der Anmerkung beim Boxkampf.

26.05.2002:
Diskutieren sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, ob die Einrichtungen Aschenbecher und Staubsauger dem Konzept einer natürlichen Ordnung der Dinge, wie sie im klassischen Nekrolog dargestellt wird, dawider- oder zuarbeiten.

27.05.2002:
Wer sich erhebliche Mengen auf einmal in den Mund schieben kann, wird nicht unbedingt als Schlangenmensch durchgehen.

28.05.2002:
Unter betagten Mimen gilt ein hoher Spann als Nachweis für außergewöhnliche Begabung; jedenfalls wird der Satz "Ich habe ja einen so hohen Spann!" bei Kostümproben gerne in einer Art vorgetragen, daß zu vermuten ist, der Formulant dieses Satzes erwartet von den Umstehenden wenigstens Ehrfurchtsbezeugungen, wenn nicht gar Demutsgesten.

29.05.2002:
Mir ist ein neues Wort eingefallen: "isten" - das ist die Mehrzahl von "ist" unter besonderen Umständen.

30.05.2002:
Von Leningrad (mittlerweile ja wieder "St. Petersburg" oder auch "Petrograd") wird bisweilen gesagt, "Das ist das Venedig des Nordens!" Nun wird das über einige andere Städte auch gesagt; Das hat man schon von Helsinki, Hamburg, Oslo und einigen anderen Städten gehört, und vermutlich gibt es nördlich des Weser Berglandes kaum eine meerbeleckte Ansiedlung, von der nicht schon einmal gesagt wurde: "Das ist das Venedig des Nordens!" Setzen wir einmal wohlwollend den Fall, daß an diesem Satz jeweils inhaltlich nichts auszusetzen wäre, dann ist jede dieser Städte das Venedig des Nordens. Dann darf man aber nicht sagen: "Petrograd und Helsinki sind das Venedig des Nordens!", weil sie sind es ja nicht gemeinsam, in dem Sinne, daß das Venedig des Nordens irgend eine Schmälerung erführe, wenn eine der beiden Städte (was wir natürlich nicht wollen, nur jetzt einmal hypothetisch) verschwände; die andere Stadt ist dann ungebrochen genauso das Venedig des Nordens. Sie sind es also nicht gemeinsam, sondern jede Stadt ist es für sich ungeteilt. Diese Städte sind also nicht das Venedig des Nordens, sondern sie isten das Venedig des Nordens.

31.05.2002:
Versuchen Sie eine Situation zu finden, in der "isten" richtiger ist als "sind".

Tips für Juni 2002

01.06.2002:
Ist mit den Zähnen soweit alles in Ordnung?

02.06.2002:
Angeblich gibt es jemanden, der weiß, wo die Wahrheit ist, aber er möchte es lieber nicht verraten. Schade.

03.06.2002:
Widdergeborene sollten an ihrem Glauben oder an ihrer Rechtschreibung arbeiten. Das ist zwar einigermaßen unlogisch, aber sie können aber auch zu Zwilling konvertieren und die Hälfte steuerlich absetzen.

04.06.2002:
Gattenwahl wurde in Babelusien mittels einer vereinfachten Art von Superposition betrieben.

05.06.2002:
Die babelusische Art der Gattenwahl wurde weiland in Kopenhagen eingehend diskutiert, dabei ist aber nichts herausgekommen, was ohne gröbere Metaphernschwingerei ins Zwischenmenschliche unserer Welt übernehmbar ist.

06.06.2002:
Enthalpie könnte nach einer ersten groben Einschätzung eine Art sein, Dinge sehr hart nicht zu halbieren, aber es ist was anderes, nämlich eine thermodynamische Zustandsgröße. Hat was mit dem Wärmeinhalt eines Luftpaketes, seiner inneren Energie und der Ausdehnungsarbeit zu tun. Wär' man so gar nicht drauf gekommen.

07.06.2002:
Statt Braten gibt es in letzter Zeit Linsen, bedingt durch die niedrigen Leitzinsen.

08.06.2002:
Die Technologiewerte sind wieder gefallen; und zwar mir auf. Ich konnte mir damit aber nichts anfangen. Manchmal muß es halt auch gerademal so gut sein.

09.06.2002:
Leisten Sie sich ein bißchen baryonische Materie; das hört sich toll an und ist nicht so schwer zu bekommen.

10.06.2002:
Aller Anfang ist vorn - Grundsätzlich eine Frage der Perspektive.

11.06.2002:
Bieten Sie Alternativen an. Anders geht's nicht.

12.06.2002:
Ich habe jetzt eine Tastenkombination entdeckt, mit der kann man Texte ganz einf

13.06.2002:
Das mit der Tastenkombination war nichts. Schade, das hat anfangs wirklich gut ausgesehen, aber war eben doch nichts. Dann muß ich halt wie immer, aber das geht ja.

14.06.2002:
Patata ist ein babelusischer Rhythmus, der vorwiegend auf Kartoffeln getrommelt wird.

15.06.2002:
Komponieren Sie mit etwas Spachtelmasse eine Fuge für zwei Dekorfließen.

16.06.2002:
Bei den Fichten sollst Du reimen.

17.06.2002:
Klaus Besumke sucht für seine Komposition "Eklat für Streicher und säumigen Zeugwart" noch jemanden, der geräuschvoll ins Kolophonium beißt.

18.06.2002:
Das Fingertier wird es wohl auch nicht in die Top Ten der Kuscheltiere schaffen. Das ist natürlich nur eine Vermutung von mir. Am besten ist es wohl, Sie sehen sich das auf <a href="http://internettrash.com/users/murnau/ayeaye.jpg" target="_blank">http://internettrash.com/users/murnau/ayeaye.jpg</a> und <a href="http://www.das-erste.de/vettern/default.asp" target="_blank">http://www.das-erste.de/vettern/default.asp</a> (da sollten sie einen RealPlayer haben) einmal an und schätzen die Lage selbst ein.

19.06.2002:
Sollten Sie gerade dabei sein, die Top Ten der Kuscheltiere zu erstellen, brauchen Sie für den Sternmull keinen Platz reservieren. Unter <a href="http://geo.de/themen/geoskope/00/02/Sternmull.html" target="_blank">http://geo.de/themen/geoskope/00/02/Sternmull.html</a> können Sie sich ansehen, warum das so ist.

20.06.2002:
Wo wir gerade bei Tieren sind, die es vermutlich nicht schaffen werden, für eine breite Öffentlichkeit Sehnsuchtsobjekte der Haptik zu werden, möchte ich Ihnen die Wabenkröte nicht vorenthalten. Was das Tier auf http://www.honoluluzoo.org/surinam_toad.htm auf dem Rücken hat, ist keine Krankheit, sondern Eier, die wachsen dann in die Haut ein, und wenn die Jungen soweit sind, wachsen sie aus der Haut wieder heraus.

21.06.2002:
Das ist jetzt unter zoologischen Gesichtspunkten sicher keine ordnungsgemäße Klassifikation, aber ich finde <a href="http://www.ica1.uni-stuttgart.de/~stefan/nacktmull.html" target="_blank">http://www.ica1.uni-stuttgart.de/~stefan/nacktmull.html</a> gehört zu den Tieren, die an dieser Stelle die letzten Tage präsentiert wurden, einfach dazu.

22.06.2002:
Erbringen Sie einen Beweis, der im Rahmen einer Strukturwissenschaft Gültigkeit hat. Thema und Wissenschaft sind frei wählbar, da möchte ich Ihnen nichts vorschreiben.

23.06.2002:
Ich habe gerade eine neue Tastatur angeschlossen. Merkt man aber nicht; irgendwie muß die Sache mit Medium und Botschaft vermutlich noch einmal durchdacht werden.

24.06.2002:
Falls Sie den Verdacht hegen, der Ihnen bereits vertraute Schalterbeamte könnte wieder danach dürsten, ein erhellendes Gespräch reingehängt zu bekommen, schlage ich vor, Sie erläutern ihm, was "Wissen" ist, ohne das Wort "Wissen" in der Erklärung zu benützen.

25.06.2002:
Genaugenommen hat die Deutsche Sprache nicht sehr viele Ausdrücke für "Wissen".

26.06.2002:
Die geringe Zahl von umschreibenden Ausdrücken für "Wissen" liegt vermutlich daran, daß da etwas benannt wird, was nicht mehr ausdeutbar ist und auch nicht in verschiedene Zusammenhänge gestellt werden kann. Wasser gibt es zwar auch nur eines, aber in poetischen oder chemischen Zusammenhängen gedacht, darf man dazu gegebenenfalls "Kühles Naß" oder "Hydrogen Hydroxid" sagen, ohne daß etwas anderes verstanden wird als eben Wasser.

27.06.2002:
Überlegen Sie, ob etwas zu wissen eine Tätigkeit oder ein Zustand ist. Wenn Sie eine Antwort gefunden haben, mit der Sie zufrieden sind, schnappen Sie sich anstandshalber irgend ein Formular, und dann ab zum Schalterbeamten.

28.06.2002:
In Amerika hat man angeblich schon wieder etwas erfunden. Die sind aber wirklich fix!

29.06.2002:
Statt Rotwein kann man auch Wasser trinken. Das sieht zwar anders aus, und hat nicht den selben Effekt, es schmeckt auch nicht gleich, ist auch weder sonderlich feierlich oder romantisch, aber man kann es tun.

30.06.2002:
Wenn Sie sich wieder etwas vom Chinesen kommen lassen wollen und Sie unschlüssig sind, was Sie nehmen sollen, bestellen Sie Sachen, deren Katalognummern die Telephonnummer des Bringdienstes ergeben.

Tips für Juli 2002

01.07.2002:
Wenn die gestrige Aktion erfolgreich war, ist das vielleicht der erste Schritt für das Verfassen Ihrer persönlichen Zahlenmystik. Überlegen Sie dabei, wie viele Bände Ihr Werk haben soll. Das ist vielleicht von ganz erheblichem Belang; bei so Sachen weiß man ja nie.

02.07.2002:
Erarbeiten Sie, wenn Ihnen zwischen Abwasch und Hauptabendprogramm langweilig wird, einen Diavortrag zum Thema "Ist es eigentlich überraschend, daß es Nichts nicht gibt?"

03.07.2002:
Das mit dem pH-Wert verhält sich nicht ganz so, wie ich Ihnen das dargestellt habe. Der pH-Wert kann nämlich tatsächlich negativ werden. Hätt' ich so jetzt einmal nicht angenommen, aber ich war auch, was die Temperaturabhängigkeit der Autoprotolyse des Wassers betrifft, geradezu sträflich blauäugig.

04.07.2002:
Aus der babelusischen Medizin stammt das Paradtoxin; ein Gift, das durch Einnahme oder Anwendung seine Wirkung verliert.

05.07.2002:
Ich habe jetzt ein neues Rechtschreibeprogramm, das akzeptirt praktisch ales. Auch irgendwie fad.

06.07.2002:
Ich habe den schrecklichen Verdacht, ich habe überhaupt kein Rechtschreibeprogramm mehr; vielleicht hat sich das aber auch im L2-Cache verschloffen, und möchte gebeten werden. Ich werde mal mit meinem Tanztherapeuten darüber reden.

07.07.2002:
Es gibt selbstleuchtende, aber orthographisch unwirksame Zigarrettenspitze.

08.07.2002:
Stricken Sie, wenn Sie vorhaben, sich unter Musikwissenschaftern den Ruf eines intellektuellen Springinsfelds zu erwerben, aus etwas Fugenmasse eine Passacaglie.

09.07.2002:
Angeblich sind Grübchen jetzt wieder stark im Kommen. Es war aber nicht rauszubekommen, warum.

10.07.2002:
Die akademische Gemeinde feiert nächste Woche eine Gartenparty. Sie wissen ja, womit Sie denen eine Freude machen können.

11.07.2002:
Haie haben sich noch immer nicht entschlossen, ob sie jetzt Eier legen, oder lebend gebären. Da sollte jemand einmal Ordnung hineinbringen.

12.07.2002:
Kochen Sie heute was Postmodernes mit mächtig Speck.

13.07.2002:
Die Sterne stehen jetzt wieder so einigermaßen; vorige Woche sind die teilweise einfach nur herumgelungert, aber das haben Sie wahrscheinlich selbst bemerkt.

14.07.2002:
Harm ist übrigens auch so ein Wort, das im Englischen und im Deutschen gleich ist.

15.07.2002:
Wenn Sie gerne sammeln, aber wenig Stauraum zur Verfügung haben, dann sammeln Sie Zuordnungen.

16.07.2002:
Wenn Sie mit einer Antwort nicht zufrieden sind, formulieren Sie einfach die Frage um.

17.07.2002:
Wenn Sie Konditionalsätze mögen, lesen Sie sich die die letzen drei Tips noch einmal durch.

18.07.2002:
Wenn Sie Konditionalsätze nicht mögen, haben Sie mit diesem Tip vermutlich keine Freude.

19.07.2002:
Zunahmi ist ein bißchen Gewicht zulegen.

20.07.2002:
Gilt für Heurigenwirte: Wer ausg'steckt hat, muß einteilen können.

21.07.2002:
Neuerdings kann man Problemberichte senden. Die Aussprache mit dem Mann hinter der Bar ist aber netter und bringt sicher genausoviel.

22.07.2002:
Sollten Sie wieder einmal in der Dudenredaktion vorbeikommen, verlangen Sie dort die Einführung zusätzlicher Reziprokpronomina.

23.07.2002:
Mein Rechner hat mir die Anmerkung mit dem fehlenden Rechtschreibeprogramm offenbar ein wenig krumm genommen; jetzt hat er mir das Schreibeprogramm versteckt, bei den zur Verfügung stehenden Programmen jedenfalls bietet er es mir nicht an. Das kann ich nur mit einem kleinen Trick öffnen, aber es geht.

24.07.2002:
Mein Rechner ist ein kleiner Filou; jetzt taktet er den Chip eigenständig von zwei Gigahertz auf 1,3 Gigahertz herunter.

25.07.2002:
Heute beim Hochfahren erfahre ich von meinem Rechner, daß es mir nur mehr 1,25 Gigahertz bereit stellt. Ich bin schon gespannt, wann er mir einfach Block und Bliestift in die Hand drückt und sich den Nachmittag frei nimmt.

26.07.2002:
Vielleicht sende ich wirklich einmal einen Problembericht. Aber ich fürchte, man wird mir nicht glauben.

27.07.2002:
Problemberichte kann man durchaus auch seinem Tanztherapeuten schicken; der zeigt ein wenigstens einigermaßen anständig vorgetäuschtes Interesse, und was die Problemlösung angeht, ist das nicht schlechter als andere Stellen auch.

28.07.2002:
Portamento ist eine Tür mit Minzgeschmack.

29.07.2002:
"Scheitern" und "Gescheit" haben die selbe Wurzel. Auch sprachlich.

30.07.2002:
Es gibt tatsächlich Trilemma. Als wär ein Dilemma nicht schon schwer genug.

31.07.2002:
Falls Sie das gestern nicht ohnehin schon versucht haben, können Sie heute ein Trilemma basteln.

Tips für August 2002

01.08.2002:
Wer gestern erfolgreich war, kann sich heute an die Erstellung eines Polylemmas machen.

02.08.2002:
Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, ob ein Omnilemma wenigstens denkmöglich ist.

03.08.2002:
Wenn Sie gleich welche Art von -lemma in Plural oder verschiedene Fälle setzen können, ohne dabei auf Vermutungen angewiesen zu sein, haben Sie mir was vor.

04.08.2002:
Setzen Sie bei Gelegenheit einen perlokutionären Akt. Muß ja nichts Großes sein. Halt einfach so einmal.

05.08.2002:
Zur Not können Sie natürlich auch einen illokutionären Akt setzen. Da sind Sie formal ein bißchen eingeschränkter, aber mit ein bißchen Mühe läßt sich das hinkriegen.

06.08.2002:
Aus reinem Übermut habe ich einmal nur so drauflosgeschätzt, daß es eine Postambel geben müßte, und siehe da, es gibt sowas tatsächlich.

07.08.2002:
Eine Postambel ist dort, sie auftritt, vermutlich eher im hinteren Bereich zu finden.

08.08.2002:
Nicht gibt es, und ich finde das eigentlich schade, Interambeln. Für zwischendurch wär sowas eigentlich ja nicht schlecht.

09.08.2002:
Es ist ein Laufzeitfehler aufgetreten. Den Debugmodus kann man getrost im Etui, oder wo der sonst so ist, lassen, der macht nämlich gar nichts. Meiner wenigstens.

10.08.2002:
Mit der Vorsilbe "Ent-" versehen, müßte eine Entscheidung eigentlich so etwas wie das Gegenteil einer Entlobung sein, nur mit Trauzeugen.

11.08.2002:
Überlegen Sie sich für den gestern angedachten (schönes Wort!) Akt ein passendes Ritual.

12.08.2002:
Ich bin dem jetzt noch einmal nachgegangen; der Debugmodus ist offenbar eine Selbsterfindung von herumstreunenden Bits, die im L2-Cache keine Unterkunft finden, weil sie das ohnehin schon fragwürdige Humorverständnis meines Computers gründlich überschreiten.

13.08.2002:
Wüßten Sie noch, ohne nachzusehen, wozu man einen Phasenkorrelationsgradmesser braucht?

14.08.2002:
Kataplexie ist ein bilateraler Tonusverlust der Haltemuskulatur, meist hervorgerufen durch starke Gefühlserregungen. Mit dieser Information können Sie bei Bedarf Gesprächslücken füllen.

15.08.2002:
In ungefähr zwanzig Prozent der Fälle von Kataplexien ist der Tonusverlust unilateral. Wenn sie gestern noch keine Gesprächslücke schließen mußten, können Sie heute sogar eine regelrechte Pause füllen.

16.08.2002:
Die meisten Deja-vu - Erlebnisse sind genaugenommen Deja-vecu - Erlebnisse.

17.08.2002:
Beim gestrigen Tip muß man einmal davon absehen, daß da einige Accents fehlen, aber ich möchte mich mit meinem Computer nicht in Diskussionen über Sonderzeichen einlassen, ich rechne mir da einfach keine Chancen aus; der schickt mich bestenfalls ohne Nachtmahl ins Bett.

18.08.2002:
Mein Rechner läßt es sich zur Freude gereichen, auch bei drastisch reduzierter Taktrate des Chips einfach so, ohne besodere Folklore nicht höher zu fahren, als weit unter der Normdrehzahl des Lüfters, danach ist für eine halbe Stunde gleich einmal gar nix, danach eine Fehlermeldung im BIOS wegen Taktrate.

19.08.2002:
Das gestern an dieser Stelle Berichtete ist Ihnen vermutlich wurscht, aber wenn ich schon einen Problembericht sende, dann sollen den auch möglichst viele Menschen lesen.

20.08.2002:
Jammern Sie nicht über Ihren Computer, senden Sie lieber ein paar Problemberichte.

21.08.2002:
"Zeitnot" ist ein Wort, das die Russen auch gebrauchen. Ich glaube aber, das verwenden sie nur beim Schachspiel. Wer will, kann dem nachgehen.

22.08.2002:
"Aufwändig" wird jetzt mit "ä" geschrieben, vermutlich weil es mit Aufwand zu tun hat. Kann man einsehen.

23.08.2002:
Jetzt habe ich "notwändig" auch schon mit "ä" gesehen. Das ist eher unverständlich, weil da ja eine Not abgewendet wird. "Abwänden" oder "Wändung" habe ich im ganzen Internet nicht gefunden; und da wurde mir sogar das Vorhandensein von Postambeln bestätigt.

24.08.2002:
Was Wändungen und alle Derivate davon angeht, ist mein Rechner ausgesprochen liberal, eigentlich schon sträflich gleichmütig.

25.08.2002:
Augenblicklich liegen keine Druckaufträge vor, und ich werde mich hüten, daran etwas zu ändern.

26.08.2002:
Infintivgruppen mit mehr als drei Wörtern werden durch einen Beistrich getrennt.

27.08.2002:
Infinitivgruppen mit drei Wörtern oder weniger dürfen sie auch trennen. Jedenfalls hat mein Rechtschreibeprogramm nichts dagegen.

28.08.2002:
Ich hege die Vermutung, die Rechtschreibung wurde teilprivatisiert, und jetzt muß jeder selbst schau'n, wie er zurechtkommt.

29.08.2002:
Mein Tanztherapeut hat sich wieder gemeldet. Wir machen jetzt was Pantomimisches mit Wasserpfeife. Sehr entspannend.

30.08.2002:
Mein Tanztherapeut sagt, Ommmm-Übungen sind nur dann sinnvoll, wenn man daraus kein "Ominös!" macht. Humorlos, aber wahrscheinlich richtig.

31.08.2002:
Für Versicherungsmathematiker unterscheiden sich Unfälle, die passieren, und Unfälle, die nicht passieren, lediglich darin, daß er sie auf verschiedene Seiten des Ist-Gleich-Zeichens schreibt.

Tips für September 2002

01.09.2002:
Für Zeitungsleser unterscheiden sich Unfälle, die passieren, und Unfälle, die nicht passieren, vor allem darin, daß sie von zweiteren seltener erfahren.

02.09.2002:
Erstellen Sie heute gedanklich ein Szenario von einem Unfall, der nicht passiert, von dem Zeitungsleser erführen.

03.09.2002:
Wer glaubt, daß er sonst nichts braucht, kann sich mit Solipsismus einen netten Nachmittag machen.

04.09.2002:
„Lemma“, so hat Felix E. Kramer mir berichtet, ist ein Begriff aus der Mathematik und bedeutet soviel wie „Hilfssatz“.

05.09.2002:
Ob das mathematische Lemma mit dem Dilemma und dergleichen zusammenhängt, ist noch nicht so heraußen. Der Plural jedenfalls ist „Lemmata“, was soweit in Ordnung geht. Ein Toast auf Felix!

06.09.2002:
Wenn Sie schon dabei sind, Trinksprüche auf Menschen, die sich meine Bewunderung verdient haben, auszubringen, dann lassen sie doch auch gleich Armin Staffler hoch leben; er hat eine Menge Lemmata in einen Haufen Fälle gesetzt, ohne den geringsten Anschein von Unsicherheit erkennen zu lassen. In Plural, was ja noch schwieriger ist, weil’s ja mehr sind.

07.09.2002:
Bei der temperierten Stimmung stehen die Frequenzen benachbarter Halbtöne im Verhältnis Eins zu zwölfte Wurzel aus Nullkommafünf zueinander.

08.09.2002:
Entwerfen Sie ein paar Formen von Volutionen; neben E- und Re- wird es da ja noch etwas geben.

09.09.2002:
Der Mond steht jetzt bald wieder wo. Da kann man dann ein paar Körperfunktionen damit in Einklang bringen.

10.09.2002:
Die großen Bären weinen, klagen am viel zu engen kleinen Wagen.

11.09.2002:
Wer das Weinen von dem Bär’n stillt, schafft ein neues Sternbild.

12.09.2002:
Mein Rechtschreibeprogramm hat sich noch immer nicht gemeldet, aber mittlerweile bin ich in orthographischen Belangen auch zu Fuß schon einigermaßen trittsicher.

13.09.2002:
Parsismus wird auch Mazdaismus genannt. Wer will kann sich davon zu denken geben lassen.

14.09.2002:
Überlegen Sie heute, ob sich das Aufstellen von Kosten-Nutzenrechnungen in jedem Fall auszahlt.

15.09.2002:
Transformieren Sie bei Gelegenheit irgend etwas; das macht so ein Gefühl, mit einer Idee von Existenz in Einklang oder wenigstens im Einvernehmen zu stehen.

16.09.2002:
Transformieren Sie heute nichts; das macht auch kein schlechtes Gefühl, bereitet aber weniger Aufwand.

17.09.2002:
Bromelien weiterhin im Auge behalten; das muß nicht so streng gehandhabt werden wie bei den Technologiewerten, aber ganz unbeobachtet sollte man die nicht lassen.

18.09.2002:
Der Mazdaismus geht auf Zarathustra zurück. Eine Information, mit der Sie bei Gebrauchtwagenhändlern Eindruck schinden können, wenn Sie das wollen.

19.09.2002:
Das runde Ende vom Brotlaib, das wir in Wien Scherzl nennen, heißt in Hamburg Knust. Eine Information, mit der man vermutlich weder in Wien noch in Hamburg sonderlich Eindruck schinden kann.

20.09.2002:
Die Schatten der Zeiger auf Sonnenuhren gehen auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn. Fragen Sie einen Uhrmacher, warum das so ist.

21.09.2002:
Ich habe mir das überlegt; den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verlange ich erst, wenn ich mir die Reise nach Stockholm leisten kann. Find ich redlich.

22.09.2002:
„Gemengelage“ ist ein Wort, mit dem man einfach so einmal Eindruck schinden kann, ohne sich auf eine Zielgruppe zu spezialiseren.

23.09.2002:
„Gegebenenfalls“ ist ein Wort, das ich nicht tippen kann, ohne mehrmals laut nachzubuchstabieren, was am Bildschirm steht. Ich möchte Sie das nur wissen lassen, damit Sie gegebenenfalls wissen, daß ich mir beim Erstellen der Tips nichts schenke.

24.09.2002:
Mit dem Satz „Bringen Sie mir ein Bier, aber flott!“ wird kein Waren-Termin-Geschäft eingeleitet.

25.09.2002:
Ich habe neulich gehört, daß der neue Markt sehr sensibel reagiert. Also bitte keine harschen Worte.

26.09.2002:
Heute wurde ich auf der Gasse von jemandem, dessen Beruf es offensichtlich ist, diese Frage an Passanten zu richten, gefragt, ob ich zehntausend Euro in Wertpapieren gewinnen möchte. Ich habe gesagt, daß ich das nicht möchte.

27.09.2002:
Mir ist soeben ein recht dramatisch klingendes Wort eingefallen: Mauchyptorien.

28.09.2002:
Sollten Sie demnächtst irgendwelche altertümlichen Priestergewänder aus längst versunkenen Kulturen in Ihrem Wäscheschrank entdecken und für kunstvoll geflochtene Appliken aus Eselshaar an der Halskrause keinen passenden Namen finden, können Sie diese Appliken ja gerne Mauchyptorien nennen. Von mir aus geht das in Ordnung.

29.09.2002:
Überprüfen Sie, ob die Nase keinen Eigengeruch hat, oder ob man sich einfach an den Geruch soweit gewöhnt hat, daß man ihn nicht mehr wahrnimmt.

30.09.2002:
Die Lutherbedingungen schreiben fest, wie Farbmessung zu vollziehen ist. Das können Sie eventuell bei einer Gartenparty angesichts eines Sonnenuntergangs fallen lassen.

Tips für Oktober 2002

01.10.2002:
Bei den Lutherbedingungen geht es im wesentlichen darum, daß für die Erfassung von Farbvalenzen mindestens drei Sensoren notwendig sind, deren relative spektrale Empfindlichkeiten eine Linearkombination der Augenempfindlichkeiten darstellen. Bei der Augenempfindlichkeit geht es um die eines - wie die Wissenschaft sagt - Normalbetrachters.

02.10.2002:
Es gibt nicht viele Länder, die nach einem chemischen Element benannt sind. Meistens ist das umgekehrt, im Falle von Californium ist es sogar nur ein Bundesstaat ohne Souveränität. Eigentlich arm.

03.10.2002:
Germanium hat es sich nach den gestern dargestellten Kriterien sogar verbessert.

04.10.2002:
„El“ gilt als Artikel.

05.10.2002:
Wenn vom Goldland die Rede ist, genügt es, „El Dorado“ zu sagen. Ein, das, oder, was einem da sonst noch so einfällt, ist, wenn es um El Dorado geht, falsch.

06.10.2002:
Gegebenenfalls kann man auch „Das Dorado“ sagen, wiewohl das aber einigermaßen blöd klingt.

07.10.2002:
Der Name Argentinien leitet sich von „Argentum“ ab, was nämlich Silber heißt. Da ist das mit dem Artikel einigermaßen geklärt; meistens wird er einfach weggelassen.

08.10.2002:
Was bietet die Deutsche Sprache doch für unvorhergesehene Freuden; man kann - vorausgesetzt man befindet sich in einem Baumarkt und richtet die Frage an dort anwesendes Personal (dafür ist aber das Geschlecht der befragten Person nicht von Belang) - aber wenigstens in besonderen Zusammenhängen kann man das, nämlich die Frage „Haben Sie Würgenippel?“ an jemanden richten, ohne Gefahr zu laufen, jählings mit einem Hieb niedergestreckt zu werden.

09.10.2002:
Komponieren Sie heute eine Musik, die als Soundtrack dienen könnte für eine Szene, in der der Zweitplazierte im Paul-Henreid-Lookalike-Wettbewerb einer Nichte von einem ehemaligen Studioboß, der mit dem Engagement seiner Nichte bei seinem Nachfolger die letzte Schuld einlöst, erklärt, daß er Pollenallergie hat, und das Wochenende im Garten daher nichts wird.

10.10.2002:
Ich sammle jetzt transitive Verben mit Akkusativ.

11.10.2002:
Martin Mayer hat ohne nachzusehen gewußt, wozu man einen Phasenkorrelationsgradmesser braucht. Er hat mir auch ziemlich ausführlich erklärt, wozu man den noch braucht, außer zur Überprüfung der Monokompatibilität. Leisten Sie sich heute den besten Wein im Stall und trinken Sie unter Absingen von fouriertransformierten Sinustönen auf Martin Mayer. Morgen erfahren Sie, warum das ruhig ein bißchen aufwendiger ausfallen darf.

12.10.2002:
Martin Mayer schrieb - und das zitiere ich ausnahmsweise einmal wörtlich, wiewohl ich sonst sehr darauf achte, daß ich die Tips selbst verfasse: Ein Phasenkorrelationsmessgerät ist eigentlich ein Teil des Klirrfaktormessgerätes, dieses dient bei uns (im Labor) dazu, um die Qualität einer Übertragungsstrecke zu bestimmen. Meist gebräuchlichste Anwendung ist das Messen eines Audioverstärkers (bzw. die dazugehörigen Kabel), ein anderer auch recht interessanter Bereich ist das ausmessen von Netzwerkkabeln, bzw. Hochfrequenzleitungen die ein breitbandiges Signal mit hoher Kantentreue übertragen sollen. Der Messvorgang sieht wie folgt aus: Das Eingangssignal wird vom Messgerät generiert und entspicht dem genormten Messignal (kommt darauf an in welcher Norm man messen möchte), dieses Signal muß genormt sein um einen fixen Rechenwert zu haben. Dieses Signal wird durch einen Vierpol (z.b.Kabel) geschickt, und am Ausgang vom Messgerät wieder aufgenommen. Das Gerät macht dann eine Fouriertransformation und mißt die Oberwellen. Der %tuelle Anteil der Oberwellen des Signals am Originalsignal ist der KLIRRFAKTOR. Nebenbei geben gute Messgeräte mit Hilfe eines Phasenvergleiches (Phasenkorrelation mit dem Eingangssignal) die LAUFZEIT des Signales aus. Eine zu lange Laufzeit bedeutet eine katastrophale Phasenverschiebung, dies wiederum bedeutet, daß zwischenzeitlich komplett andere Frequenzen auf der Leitung auftreten die dann bei der Fouriertransformation (Spektralanalyse) noch mehr Fremdsignale erzeugen die wiederum bei der Klirrfaktorberechung einen noch viel katastrophaleren Klirrfaktor ergeben. k=sqrt((u2^2+u3^2+u4^2+...)/(u1^2+u2^2+u3^2+u4^2+...))*100 Der gesamte Klirrfaktor, wie auch die Phasenmessung sind sehr frequenzabhängig, deshalb ist man auch bedacht immer eine genormte Frequenz mit genormter Amplitude zu verwenden. Wenn man alle Gerät damit mißt, mit dem genormten Signalen, kann man eine allgemeine Übereinkunft über die Qualität von Vierpolen treffen (normen) (ich liebe dieses Wort) (genauso wie diffundieren) (ich bin bemüht dieses Wort so oft wie nur irgend möglich in Konversationen unterzubringen). Eine allgemein Bekannte Normgrenze für den Faktor ist die Handelsübliche Bezeichnung "HI-Fi Anlage". Diese kommt daher, daß sich die Leute irgendwann in den sechzigern geeinigt haben, daß alles was unter 0,7% Klirrfaktor hat High Fidelity ist (Hohe Signaltreue)(nicht ganz unwesentlich). Wenn man jedoch NUR einen Phasenkorrelationsgradmesser (kurz Phasenmessgerät genannt) hat, kann man damit z.b. so tolle Sachen machen wie -Dichte von Materie messen (berührungslos) -Entfernungen messen (ein Teil davon) -Geschwindigkeiten messen (Laserpistole) Dopplereffektmessungen -Räumliche Auslotung eines Schallraumes -Radarmessungen -Räumliches Hören simulieren (meist bei Stereoanlagen) -Wechselstrommessungen (Schein- und Blindleistungen etc..) (Copyright Martin Mayer)

13.10.2002:
Wüßten Sie heute - ohne nachzusehen - wie ein Phasenkorrelationsgradmesser funktioniert? (Martin Mayer ist von dieser Frage ausgenommen.)

14.10.2002:
Landschaftlich, vor allem landschaftlich! (Kurzurlaub.)

15.10.2002:
Die Wahrheit, habe ich zumindest gehört, ist nicht mehr da draußen, sondern sie hat sich jetzt reingesetzt. Vermutlich war ihr kalt.

16.10.2002:
Wenn man F12 drückt, kommt „Speichern unter“. Andere wissen sowas vermutlich schon länger, mich hat das einigermaßen überrascht.

17.10.2002:
Dem Vernehmen nach kann man jetzt wieder ein paar Eulen nach Athen tragen. Natürlich ist dabei zu fragen, ob so etwas grundsätzlich sinnvoll ist, weil Eulen ja fliegen können. Insoferne ist jede andere Stadt wahrscheinlich genausogut.

18.10.2002:
Wenn Sie in der Nähe wohnen, dann tragen Sie ein paar Eulen einfach dorthin; da haben Sie es nicht so weit.

19.10.2002:
Wenn Sie in Gälischen Sauf- und Grölliedern nicht fündig geworden sind, können Sie ja gegebenenfalls in Gesängen, mit denen Kantineure im Heimstadion von Pananthinaikos Ihre Kundschaft auf die bevorstehende letzte Runde aufmerksam machen, nach Hinweisen auf die Eulersche Zahl spähen.

20.10.2002:
Entwerfen Sie ein außerkörperliches Ichkonzept.

21.10.2002:
Verwerfen Sie, so Sie dem gestrigen Tip gefolgt sind, Ihr außerkörperliches Ichkonzept wieder; meines blockiert am Morgen das Badezimmer, möchte sich aber an der Wohnungsmiete nicht beteiligen.

22.10.2002:
Vielleicht hat Ihr Lieblingsschalterbeamter gerade Urlaub; dann können Sie der Urlaubsvertretung ja die Sache mit Holophernes erklären.

23.10.2002:
Für die nächste Zeit ist der Markt für Heilslehren enigermaßen übersättigt. Versuchen Sie es am besten wieder nach Weihnachten.

24.10.2002:
Wenn Kontramiskuität so etwas wie Monogamie ist, kann man sich Überlegen, was Amiskuität ist.

25.10.2002:
Mein Rechtschreibeprogramm brauchen Sie jedenfalls nicht zu fragen, was Amiskuität ist, das hat sich gestern schon bei Kontramiskuität recht kraftvoll wieder zurückgemeldet.

26.10.2002:
Versuchen Sie heute, so oft wie möglich, Sätze zu formulieren, in denen der Verbzusatz abenteuerlich weit von seinem Verb entfernt steht.

27.10.2002:
Versuchen Sie heute nicht, im gestrigen Tip einen Verbzusatz zu finden, da ist nämlich keiner.

28.10.2002:
Stellen Sie heute, wenn Ihnen das Konzept des Verbzusatzes klar ist, worin Sie sich eindeutig von meinem Rechtschreibeprogramm unterscheiden, einige Überlegungen bezüglich der Sinnhaftigkeit einer größtmöglichen Distanz zwischen Verbzusatz und dazugehörenden Verb unter Berücksichtigung von Verständlichkeit und Übersichtlichkeit des Satzes, in dem diese Konstruktion stattfindet, an.

29.10.2002:
Irgend ein bootdevice hat einen failure. Kann passieren.

30.10.2002:
Mein Rechtschreibeprogramm hat jetzt auch grüne Linien. Vielleicht krieg ich da noch ein paar Farben raus.

31.10.2002:
Auf der Nordhalbkugel gehen nur Sonnenuhren, deren Ziffernblatt vertikal steht, gegen den Uhrzeigersinn. Sonnenuhren mit waagrechtem Ziffernblatt gehen so gesehen im Uhrzeigersinn. Hubert Schölnast ist zwar nicht der Uhrmacher meines Vertrauens, also nicht, daß ihm nicht vertraue, aber ich weiß nicht einmal, ob er Uhrmacher ist, aber er hat das mit mir besprochen, und er hat recht, und jetzt ist wieder Zeit für einen Toast. Prost!

01.11.2002:
Zum gestern Festgestellten muß noch angefügt werden, daß Martin Mayer das natürlich auch gewusst hat und sogar einige Erwägungen bezüglich des Gangs von Sonnenuhren am Äquator mitsamt sehr anschaulichen Skizzen an mich geschickt hat. Wenn's Ihre Leber aushält, ein Hoch auf Martin!

Tips für November 2002

01.11.2002:
Rauchglasspiegel sind nicht schön. Das ist zwar hinlänglich bekannt, kann aber immer wieder einmal gesagt werden.

02.11.2002:
Machen Sie heute irgend etwas mit bildgebenden Verfahren. Thema ist frei.

03.11.2002:
Ich werde programmieren lernen, und dann werde ich versuchen, mit den Laufzeitfehlern in Kontakt zu treten, vielleicht kann ich sie überreden, daß sie, wenn sie schon auftreten müssen, das in dafür vorgesehenen Etablissements tun. Sehr große Chancen rechne ich mir dabei aber nicht aus.

04.11.2002:
Ich weiß nicht, wo man das kann, aber wenn Ihnen auch keine geeignete Stelle dafür bekannt ist, gehen Sie halt zur Dudenredaktion und verlangen dort ein elastischeres "vielleicht"; eines, mit dem man Sätze wie "Es ist vielleicht und es ist nicht." logisch widerspruchsfrei formulieren kann.

05.11.2002:
Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, wie man "Sotheby's" richtig ausspricht, dann sprechen Sie es einfach nicht aus. Die meisten Sätze lassen sich auch so formulieren.

06.11.2002:
Mein Rechner hat sich jetzt wieder einigermaßen im Griff; die vom Chip versprochene Taktrate wird ohne Murren durchgepeitscht, Einschaltbefehle werden als solche erkannt und ausgeführt, nur mein Mailprogramm (man hat mir gesagt, das ist aber nicht das Mailprogramm, sondern der jüngst installierte Virenscanner) wirft sich schützend zwischen mich und eingehende Attachements und löscht nach Gutdünken ungefähr jeden zweiten Anhang an meine Elektropost. Ich denke, wenn ich schon Problemberichte sende, dann haben Sie auch Anspruch darauf, zu erfahren, wenn es keine oder wenigstens weniger Probleme gibt.

07.11.2002:
Gesundes Zahnfleisch ist im Grunde nur dann sinnvoll, wenn man es hat.

08.11.2002:
Das gestern an dieser Stelle Gesagte gilt weitgehend auch für Geld, mit einigen Einschränkungen und Abänderungen, wie, daß der Gesundheitszustand von Geld nicht sonderlich erheblich ist, und Zahnfleisch auszugeben nicht sonderlich Spaß macht.

09.11.2002:
Das mit den Einschaltbefehlen, die mein Rechner widerspruchslos akzeptiert, hat neuerdings eine kleine Schmälerung erfahren, nicht sonderlich schlimm, aber erwähnenswert; beim zweiten Mal hochfahren hat es geklappt. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

10.11.2002:
"Auf Port 80 steht eine Zugangsberechtigung und weiß nicht recht, wohin" ist vermutlich kein sehr guter Titel für eine Ballade. Erfinden Sie eine literarische Kurzform, in der das ein guter Titel wäre.

11.11.2002:
Ich habe Ihnen doch mitgeteilt, daß der Neue Markt sensibel reagiert und Sie an dieser Stelle gebeten, auf harsche Worte zu verzichten. Jetzt ist es soweit: Der Neue Markt wird im nächsten Jahr nicht mehr sein. Da können wir jetzt schon damit anfangen, alte Sachen kaufen zu üben.

12.11.2002:
Die Erdrotation verlangsamt sich. Das hat auf die Laufrichtung von Sonnenuhren aber keinen Einfluß.

13.11.2002:
Sobald ihr Lieblingsschalterbeamter wieder aus dem Urlaub zurück ist, besprechen Sie mit ihm, wie die Abnahme der Erdrotation mit dem Umstand, daß der Drehimpuls eine Erhaltungsgröße ist, vereinbar ist.

14.11.2002:
Mir ist noch ein Wort eingefallen, das es - wenigstens im herkömmlichen Sprachgebrauch - nur im Verbund mit einer Vorsilbe, aber nicht als Stamm gibt: vergeuden.

15.11.2002:
Es hat mir keine Ruhe gelassen, und ich habe in dementsprechender Literatur nachgesehen; im Mittelhochdeutschen gibt es ein Wort "giuden", was "groß tun" heißt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass "g-euden" als Ableitung aus der Sippe von "öd", also "leeren" benennt.

16.11.2002:
Mit "vergnügen" ist es ähnlich wie mit "vergeuden", aber eher herleitbar.

17.11.2002:
Überlegen Sie sich heute ein paar Wetten, die wir in "Wetten, dass?" nicht sehen wollen.

18.11.2002:
Einen Croupier, der auf einem herkömmlichen Roulettetisch jede Zahl, die man ihm ansagt, wirft, möchten wir in "Wetten, dass?" nicht sehen.

19.11.2002:
Einen Politiker, der jede - von einem Zufallsprogramm erstellte - Behauptung dem Saalpublikum so verkaufen kann, daß alle davon überzeugt sind, wollen wir bei "Wetten, dass?" auch nicht sehen.

20.11.2002:
Besorgen Sie sich ein paar Leviten. Kann man immer brauchen.

21.11.2002:
Überlegen Sie heute, wie Sie einen zusätzlichen Wochentag nennen würden.

22.11.2002:
Gehen Sie mit dem Ergebnis Ihrer gestrigen Überlegung zur Dudenredaktion und sichern Sie sich die Rechte an diesem Wort. Danach gehen Sie zu einer Stelle, wo man die Einführung eines zusätzlichen Wochentages beantragen kann.

23.11.2002:
Die akademische Gemeinde sagt, sie trinkt jetzt lieber aus der Flasche. Wenn Sie keinen wirklich pfiffigen Flaschenöffner erfunden haben, dann sollten Sie für Ihre Theorie des menschlichen Geistes wenigstens einmal mit einer Annahmensammlung beginnen.

24.11.2002:
Entwerfen Sie ein Brettspiel, das das Periodensystem der Elemente als Spielfeld hat.

25.11.2002:
Durch das eklatante Desinteresse an jeder Art von Beschäftigung mit Zahlen galten in Babelusien die allermeisten Zahlen als Primzahlen.

26.11.2002:
Sollten Sie einmal nicht so genau wissen, was Sie machen sollen, dann machen Sie einen Unterschied zwischen den Anfangsbedingungen unseres Universums und den Naturgesetzen. Die Naturwissenschaft macht das schon lange und kommt damit ganz gut zurande.

27.11.2002:
Mein Computer hat einen Sinn für Wortwitz. Kaum, daß ich einmal befinde, daß das Rechtschreibeprogramm wieder hinlänglich funktioniert, bietet er mir eine interessante Auslegung von Großschreibung an; er macht das Dokument, das ich gerade schreibe, einfach am Bildschirm um glatt die Hälfte größer, ohne daß von meiner Seite ein derartiges Ersuchen formuliert worden wäre. Bizarr. Ich werde dem nachgehen, sobald ich weiß, wie.

28.11.2002:
Johannes Hauptmann hat angeregt, Sie wissen zu lassen, daß sich in den Geißeln der Prokaryonten in Form einer 9+2 - Struktur 9 randstrebige Doppelfibrillen befinden. Ein vornehmes und hochherziges Ansinnen, dem hiemit stattgegeben sei.

29.11.2002:
Was Prokaryonten und Eukaryonten gemeinsam haben, ist das Unverständnis, mit dem mein Rechtschreibeprogramm ihnen gegenübertritt, worin sie sich unterscheiden, ist das Vorhandensein eines Zellkerns, wie sich das diesbezüglich mit den randstrebigen Doppelfibrillen verhält, könnte ich nur raten, aber das wäre nicht seriös.

30.11.2002:
Es lässt sich im gesamten - wenigstens von mir aus überblickbaren - Internet nichts zu Doppelfibrillen finden. Schade eigentlich, ich hätte Ihnen heute gerne gezeigt, daß ich, was meine gestrige Ahnungslosigkeit anbelangt, lernfähig bin.

Tips für Dezember 2002

01.12.2002:
Beim Picknick auf des Floßes Ecken holt man sich sehr leicht Soßeflecken.

02.12.2002:
Flanellsocken und Sonnenflecken ergeben keinen Schüttelreim. Ein Umstand, mit dem wir, denke ich, leben können.

03.12.2002:
Cherenkov-Strahlung entsteht, wenn die im jeweiligen Medium zulässige Lichtgeschwindigkeit überschritten wird. Ein Umstand, der, solange Sie nicht mit Neutrinos oder Ähnlichem zu tun haben, für den Alltag belanglos ist.

04.12.2002:
Die Reaktionsrate ist Wirkungsquerschnitt mal Luminosität. Ein Umstand, der außerhalb von Teilchenbeschleunigern weitgehend unbeachtet bleiben kann. Wer will, kann statt dessen einmal den Kategorischen Imperativ beachten.

05.12.2002:
Es gilt, wenn wer was tut: Be wise, be careful with your bootdevice.

06.12.2002:
Ich bin dem nachgegangen und habe herausgefunden, daß cgi tatsächlich etwas heißt, allerdings heißt es etwas anderes.

07.12.2002:
Jede dimensionsrichtige Gleichung läßt sich als Beziehung zwischen einem vollständigen Satz dimensionsloser Kennzahlen schreiben. Dabei gilt: Die Anzahl der dimensionslosen Kennzahlen eines vollständigen Satzes ist gleich der Anzahl der Einflußgrößen minus der Grundgrößen. Vermutlich stimmt das sogar, aber beschwören könnt ich?s nicht.

08.12.2002:
Die Froudzahl ist dimensionslos. Da bin ich mir ziemlich sicher.

09.12.2002:
Auf der Erdoberfläche hat ein Kreis mit zehntausend Kilometern Radius einen Umfang, der wesentlich kleiner ist, als es die herkömmliche Handhabung von Pi vermuten läßt.

10.12.2002:
Wenn Sie den Radius des gestern besprochenen Kreises vergrößern, verkleinert sich dadurch sein Umfang.

11.12.2002:
Versuchen Sie heute, so Sie das nicht ohnehin schon gestern getan haben, zu eruieren, ob, und wenn ja, ab wann sich bei unserem Beispiel von vorgestern ein Kreis mit negativem Umfang ergibt.

12.12.2002:
Wenn Sie den exakten Wert der Hubblekonstante wissen, dann gibt es eigentlich keinen falschen Zeitpunkt, ihn der Welt mitzuteilen. Es sei denn, Sie legen Wert darauf, daß Sie als Urheber in die Annalen der Wissenschaftsgeschichte eingehen. Dann sollten Sie sich einigermaßen gründlich überlegen, wann Sie das und vor allem wem sagen. Darüber können Sie sich ja den Kopf zerbrechen, wenn es soweit ist.

13.12.2002:
Wenn Sie den exakten Wert der Hubblekonstante nicht wissen, können Sie ja erfundene Telephonnummern herumerzählen; wenn Sie das nicht übertreiben, brauchen Sie dabei sonst auf nichts zu achten.

14.12.2002:
Mit etwas Geschick kann man Mandarinen so abschälen, daß die Pelle danach an ein Elephantenhaupt gemahnt.

15.12.2002:
Wenn Sie die gestern vorgestellte Spielerei mit der Mandarine bewältigt haben, dann können Sie, so Sie das wollen, heute dazu übergehen, versuchshalber einmal eine Weintraube so zu Schälen, daß die Pelle an ein Elephantenhaupt gemahnt.

16.12.2002:
Wer gestern erfolgreich war, kann heute versuchen, die Südansicht des Tadj Mahal aus einer Rosinenschale zu formen.

17.12.2002:
?Sehren? gibt es, allerdings nur soweit ich weiß, auch nur in Zusammenhang mit der Vorsilbe ?ver?. Mein Rechtschreibeprogramm ist mir da offenbar um einiges voraus.

18.12.2002:
?Heeren? kenn ich auch nur nach ?ver?; und wieder bin ich von meinem Rechtschreibeprogramm mit dem Geruch des Grenzanalphabeten belegt. Allerdings kann mein Rechtschreibeprogramm ja auch die Mehrzahl von ?Heer? im Dativ meinen. Ich fürchte, ich werde das wohl nie erfahren.

19.12.2002:
Zu den heeren. Das ist jetzt kein Tip im Sinne eines Ratschlages, zumal ich einerseits nicht wüßte, was Sie bei den Heeren auch tun sollten, andererseits der Imperativ wenigstens aus Formgründen eines Rufzeichens bedarf, und schließlich ?Heeren? groß geschrieben gehört. Ich habe lediglich eine Methode gefunden, herauszubekommen, ob es das Verbum ?heeren? gibt, und mein Rechtschreibprogramm ist mir wenigstens bis jetzt diese Information voraus gewesen, oder ob es sich dabei wirklich nur um den Dativ von ?Heer? im Plural handelt. Wurde mir angestrichen, also gibt es das Verbum, soweit man meinem halbleitergestützten Orthographiewart glauben darf, nicht. Wieder was gelernt.

20.12.2002:
Erwarten Sie auf E-Mails nicht unbedingt Antworten. Das sei nur so einmal dahingeschrieben.

21.12.2002:
Wenn Sie Löcherkraken züchten, sparen Sie das halbe Futter.

22.12.2002:
Das mit den Löcherkraken bedarf vermutlich einer Erläuterung. Heben Sie Ihr Glas zunächst einmal auf eine Person Namens Nex, die mir überaus Interessantes über Löcherkraken hat zukommen lassen. Das ist im Grunde so absurd, daß Sie mir wahrscheinlich ohnehin nicht glauben würden. Ich poste hier einfach den Link (schönes Deutsch) und schlage vor, Sie sehen selbst, was Sie dann damit anfangen. http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=132086

23.12.2002:
Bei Gelegenheit können Sie einen Schöpfungsplan entwerfen. Greifen Sie dabei ruhig ins Volle und lassen Sie es vor allem bei den Details so richtig krachen; Glaubwürdigkeit und Verhältnismäßigkeit sind bei Schöpfungsplänen kein Kriterium.

24.12.2002:
Im Grunde hätte ich Ihnen vorgestern am Ende des Tips einen eingehenden Appell, die Welt nicht zu versauen, andienen müssen.

25.12.2002:
Das gestern Erwähnte ist bei jeder Art Bericht über irgendwelche Tiere offenbar Pflicht; wenigstens im Fernsehen erkennt man, wenn man vielleicht einmal nur so gerade hingezappt hat, ohne zu wissen, seit wann und wie lange noch die Sendung läuft, das nahe Ende einer Sendung, wenn diese Sendung Abläufe in der belebten Natur zum Gegenstand hat, daran, daß darauf hingewiesen wird, daß etliche Belange dieser belebten Natur in ihrer Nihilierungstoleranz keineswegs überschätzt werden dürfen.

26.12.2002:
Halten Sie Bäume von Cholesterin fern, bügeln Sie gegebenenfalls frisches Obst auch einmal ohne Bleichmittel und nehmen Sie aus dem Urlaub keine Wale mit heim.

27.12.2002:
Manchmal muß man Deutsche darauf hinweisen, wie anders manche Sachen in Wien heißen.

28.12.2002:
Was ich aus Paris erfahren habe, ist, daß für Frisuren in absehbarer Zeit überhaupt keine Trends vorgesehen sind. Wer will, kann sich also dünne Dreadlocks machen und die dann in Trinkhalme schieben. Das sieht zwar nicht besonders toll aus, aber wenn sonst nichts geboten ist, ist das zumindest nicht falsch.

29.12.2002:
Heute ist ein recht guter Tag, um sich mit einer übersichtlichen Anzahl von Aspekten des menschlichen Daseins auszusöhnen. All zuviel wird?s ja wohl nicht werden, aber zum Beispiel der Umstand, daß manchmal ab einem gewissen Alter die Haare in der Nase unbotmäßig stark wachsen, verdient wenigstens ein bißchen Hinnahme.

30.12.2002:
Die Kleinbahn versus Märklin - Debatte markiert nach meinem Wissensstand nicht mehr so sehr die Grenze zwischen zwei weltanschaulichen Konzepten, wie das weiland der Fall war. Eigentlich Schade; man kennt sich immer weniger aus.

31.12.2002:
Heute kann man wieder was transformieren. Etwa so wie ?Ist der Wunsch nach Gestaltungswillen ein hinreichender Ersatz für eine Antwort auf die Frage, ob die metaphorische Henne als Vater des Gedankens wenigstens in Grundzügen den Ansprüchen, die an Kriterien angelegt werden dürfen, genügt??

Tips für Jänner 2003

01.01.2003:
Sollten Sie zur Zeit in Tanztherapie sein, transformieren Sie eher nonverbal.

02.01.2003:
Umsatzsteuer versteh ich. Umsatzsteuervorauszahlung ist nach meinem Dafürhalten schon ein bißchen fragwürdig, weil von jemandem Anteile von etwas zu verlangen, was diese Person noch gar nicht hat, ist doch einigermaßen kühn. Aber bei Umsatzsteuersondervorauszahlung sind die Grenzen meines Humorverständnisses überschritten. Naja; Steuern zahlt man ja aber auch nicht, weil das so lustig ist.

03.01.2003:
Metaphorischen Brücken sieht man immer an, von welcher Seite sie gebaut worden sind.

04.01.2003:
Entwerfen Sie heute in einigen Grundzügen ein Konzept der Paraphorik.

05.01.2003:
Dinge auf den nächsten Tag zu verschieben, macht Sie nicht zum Morgenmenschen.

06.01.2003:
Was mit Plosionen geht, müßte eigentlich auch mit Jektionen funktionieren.

07.01.2003:
Nehmen Sie sich Zeit. Wenn Sie gerade selbst keine haben, nehmen Sie die von jemand anderem.

08.01.2003:
Wenn Sie mit der Theorie des menschlichen Geistes nicht so recht vorankommen, kann Ihnen Michi vielleicht weiterhelfen. Die Telephonnummer haben Sie ja.

09.01.2003:
Heute singt der Seppi Oden über seine Episoden.

10.01.2003:
Bei Reclam erscheint demnächst eine Karaokeedition; Faust mit Mephistos Text zum Selbstverfassen und so Sachen.

11.01.2003:
Sind bei Hosen Fehler in den Schußfäden, kriegt man trotzdem keine Fußschäden. Dennoch: Hosenkauf ist Vertrauenssache.

12.01.2003:
Überprüfen Sie, ob das Theorem der prinzipiellen Falsifizierbarkeit in einer abenteuerlichen Überdehnung von Logik auf sich selbst angewendet werden kann.

13.01.2003:
Sollten Sie in nächster Zeit ein Axion finden, bewahren Sie es sorgfältig auf und spenden sie es der Wissenschaft; die sucht sowas nämlich schon lange.

14.01.2003:
Wenn Sie nicht tanzen können, dann tun Sie es nicht öffentlich. Das sieht vergleichsweise hervorragend aus. Ehrenwort.

15.01.2003:
Irgendwelche Zuordnungseinheiten, habe ich soeben erfahren, sind nicht verfügbar. Soll sein; ich sammle so was jetzt, und in einem Jahr mache ich ein Musical aus Fehlermeldungen.

16.01.2003:
Die Zugangsberechtigung, die weiland auf Port 80 stand, hat sich nach meiner Vermutung die gestern abhanden gekommenen Zuordnungseinheiten um den Hals gehängt und zieht jetzt marodierend durch den L2Cache und rempelt dort mit großer Gebärde Bits von ihrem Platz. Rebell without a Browse.

17.01.2003:
Mein Tanztherapeut hat mir bestätigt, daß meine gestrige Vermutung höchstwahrscheinlich zutrifft. Ich muß allerdings dazusagen, daß eine Raumpflegerin, die Zeugin unseres Gespräches war, diese Ansicht nicht teilt. Andere Meinungen habe ich noch nicht eingeholt.

18.01.2003:
Mein Tanztherapeut hat mir gestern geholfen, Bits zu visualisieren, damit ich mit meinem Rechner in eine Art herrschaftsfreien Diskurs treten kann. Vielleicht liegt es an der Hilfestellung durch meinen Tanztherapeuten, aber ich hätte mir Bits nicht ganz so vieldeutig und unentschlossen vorgestellt wie das, was da vor unserem geistigen Auge erschienen ist.

19.01.2003:
Beim nächsten Musikantenstadl sind Gäste aus Ägypten dabei; Tut Ench Humptata und Nofretetärätää.

20.01.2003:
Wenn Sie sich in einer bestimmten Tonart sehr beheimatet fühlen, dann ist es möglicherweise zulässig zu sagen, daß Sie, wenn sie Musikstücke aus anderen Tonarten in - gleichsam - Ihre Tonart setzen, diese Musikstücke insponieren. Möglicherweise aber auch nicht.

21.01.2003:
Worddokumente sehen von der Seite inhaltlich genau so aus wie von vorn. Seltsam. Draufsicht gibt’s leider nicht.

22.01.2003:
Gehen Sie der Vermutung nach, daß zur Beurteilung der Synchronizität beim Synchronschwimmen ein Phasenkorrelationsgradmesser sinnvoll wäre.

23.01.2003:
Titus versucht, in seinem Leben Unrunditäten zu vermeiden. Find ich sinnvoll.

24.01.2003:
Wenn Sie für heuer noch keine Pläne haben, basteln Sie aus Bimsstein und Salzgebäck große Werke der Historienmalerei als begehbare Rauminstallation.

25.01.2003:
Erklären Sie Ihrem Lieblingsschalterbeamten bei Gelegenheit, wo das „ent“ in „Aufenthalt“ herkommt, wenn Sie sich das nächste Mal dort aufhalten.

26.01.2003:
Wenn sich Jäger um das erlegte Reh bücken, verrutschen mitunter ihre Perücken.

27.01.2003:
Der gestrige Tip wird vermutlich nicht von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Ich versuche einmal, mich damit abzufinden.

28.01.2003:
Ich habe jetzt schon lange kein Angebot mehr erhalten, einen Problembericht zu senden. Vermutlich haben die Empfänger dieser Berichte den Kanal voll. Oder es hat niemand einen gesendet, und jetzt haben die auch keine Lust mehr. Mir soll’s recht sein, wenn wieder was ist, laß’ ich Sie es an dieser Stelle wissen.

29.01.2003:
Martina Rauchenberger hat das Verbum „sehren“ tatsächlich als Bestandteil der Deutschen Sprache identifiziert und das durch drei Zitate belegt. Respekt! Sofern es nicht mit Vorsätzen der Askese, die Sie eventuell anläßlich des Jahreswechsels gefaßt haben, kollidiert, möchte ich Sie ersuchen, bei Gelegenheit Martina Rauchenberger mit einem Toast für diese philologische Schatzwalterei zu bedenken.

30.01.2003:
Ich habe heute Post bekommen, aus, wie ich dem Absender entnehme, dem Tal der Finsternis. Darin wird angeregt, Sie an dieser Stelle wissen zu lassen, daß es das Wort „wirsch“ nur in seinem Gegenteil gibt. Ich zeige mich somit erbittlich und beugsam, zumal das Ansinnen eine botmäßige Verfrorenheit darstellt, und schließe für heute mit dem Gedanken, daß wir für „ten“ das Wort „oben“ eigentlich gar nicht bräuchten.

31.01.2003:
Angeblich gibt es Schwendtage, das sind Tage, an denen es mit Abnehmen nicht so klappt. Sonst können die auch noch was, wenn ich einmal erfahre, was, teile ich Ihnen das selbstverständlich mit.

Tips für Februar 2003

01.02.2003:
Was ich bis jetzt über Schwendtage in Erfahrung gebracht habe, ist wenig erhellend; An diesen Tagen sollte man keinen Aderlaß an sich machen lassen, aber es schadet nicht, Land zu roden. Das Auftreten der Schwendtage folgt nach überliefertem Glauben keinerlei Gesetzmäßigkeiten und wird seit den alten Römern als hinreichende Ausrede angesehen, einmal nix zu machen. „Schwendtag“ leitet sich von „schwinden machen“ ab, also vielleicht klappt das mit Abnehmen vielleicht doch.

02.02.2003:
Ab ungefähr ersten Februar bis ungefähr hoffentlich eine Woche später ist mein Computer beim Service, kann natürlich auch etwas länger dauern. Wenn Sie mir in dieser Zeit keine E-mails schicken, schonen Sie mein Elektropostfach, und ich tu mir beim Beantworten auch etwas leichter.

03.02.2003:
Man muß das Chaos noch in sich tragen, um einen tanzenden Stern zu gebären. Andererseits muß man sehr große Nebenhöhlen haben, um eine Grapefruit dort unterzubringen, und es geht eigentlich auch ohne.

04.02.2003:
Stricken Sie Ihrer Familie bei Bedarf einen Bartwärmer. Wenn Sie da was falsch machen, kommt Ihnen kaum jemand drauf.

05.02.2003:
Fahren Sie doch einmal ins Ausland; wenn das Wetter paßt, ist es dort angeblich recht schön.

06.02.2003:
Sollten Sie, was eigentlich nicht zu erwarten ist, einmal in die Gelegenheit kommen, ein Drehbuch für einen Film zu schreiben, der in Wien spielt, dann vermeiden Sie in Dialogen unbedingt Vokabel wie „nun“ oder „bloß“. Das sagt in Wien kein Mensch. In Wien heißt das „jetzt“ und „nur“. Es erhöht die Exportfähigkeit eines Filmes nicht, wenn darin ein Wiener Unterweltler zu einem anderen sagt: „Do föht uns bloß no wer fia de Alarmaunloge.“ Wenn Sie keine Drehbücher schreiben, dann machen Sie sich heute einfach einen netten Tag!

07.02.2003:
Als Pianist dürfen Sie heute enharmonisch verwechseln. Als Streicher dürfen Sie das meinethalben auch, stellen Sie aber sicher, daß es niemand hört, und lassen Sie es nicht zur Gewohnheit werden.

08.02.2003:
Das Gegenmittel zu Rattengift, soferne es sich dabei um Kumarinderivat handelt, ist Vitamin K1. Eine Information von eher bescheidenem Nutzen, weil man erstens nicht weiß, wie Kumarinderivat schmeckt, und zweitens Vitamin K1 selten eingesteckt hat.

09.02.2003:
Man sollte daran denken, ein Mal pro Halbjahr zum Zahnarzt zu gehen. Das haben Sie somit getan. Glückwunsch.

10.02.2003:
Am Firmament ein Deszendent pennt, weshalb ihn niemand kennt.

11.02.2003:
Durch ein Nachtsichtgerät sind alle Katzen grün.

12.02.2003:
Da ich die Tips immer etwas im Voraus schreibe, ist der heutige Tip, wenigstens, was den Anlaß betrifft, nicht aktuell, grundsätzlich aber gültig; Ein gewisser Herr Blackwell erstellt jedes Jahr eine Liste von Personen, denen er mangelnden Geschmack in der Auswahl ihrer Kleidung unterstellt. Das mag ja hingehen, früher oder später werden wir wohl alle ein bißchen wunderlich, und Herr Blackwell feiert eben so seine präsenile Demenz; solange er keine Drogen nimmt, soll mir das recht sein. Der ORF stellt heute, am 7. Jänner, auf seiner Homepage Herrn Blackwells Liste in die Öffentlichkeit, und zwar als die „Hitparade der schlecht gekleidesten Frauen.“ Da bin ich einmal mit meinem Rechtschreibeprogramm einer Meinung. Minus mal Minus ist nicht immer Plus. Erstens ist „gekleidet“ kein Wort, das sich steigern läßt, ähnlich wie „gelesen“ (Es gibt keine „meistgelesenste“ Zeitung, weil eine Zeitung nicht „gelesener“ sein kann als eine andere.), und zweitens wird dieser Fehler nicht dadurch aufgehoben, daß man dann bei „gekleidetst“ einfach das zweite „t“ wegläßt. Für mich ist das die schlecht geschriebenste Zeile des Tages.

13.02.2003:
Felix Elmar Kramer hat herausgefunden, daß die Russen das Wort „Zeitnot“ durchaus nicht nur im Zusammenhang mit Schach verwenden. (Wird manchmal auch als „Tseitnot“ transkribiert.)

14.02.2003:
Was Feix Elmar Kramer zum Adressaten von ausgiebigen „Vivat!“- Rufen unter Abtrinken angemessener Portionen von feiertauglichen Getränken macht, ist der Umstand, daß er unter Bezugnahme auf den Tip vom 8. September des Vorjahres tatsächlich einige –volutionen gefunden hat; nämlich die Involution und die Konvolution, beide sind in der Mathematik beheimatet. Ich habe dann selbst ein wenig gestöbert und bin dabei auf die Kovolution gestoßen, die man ebenfalls vorwiegend in mathematischen Zusammenhängen antrifft.

15.02.2003:
Wenn Sie bei, was immer Sie tun, Pathos vermeiden können, tun Sie’s.

16.02.2003:
Sollte es sein, daß bei, was immer Sie tun, sich das eine oder andere Mal Pathos als unvermeidlich herausstellt, dann langen Sie tüchtig zu, einmal in die Vollen, aber richtig! Verhaltenes Pathos ist ermüdend.

17.02.2003:
Was manchmal, aber nicht sehr oft, peinliche Situationen, die man akut selbst hergestellt hat, entschärfen kann, ist die selbstbewußt vorgetragene Behauptung, es wäre dabei um eine Wette gegangen.

18.02.2003:
Personen gegenüber, die beruflich damit befaßt sind darauf zu achten, daß die Straßenverkehrsordnung eingehalten wird, ist die Behauptung, es wäre bei einem Regelverstoß, bei dem man ertappt worden ist, um eine Wette gegangen, eher nicht das Mittel der Wahl.

19.02.2003:
„Ultimativ“ heißt im Deutschen „mit einem Ultimatum behaftet“. Nichts weiter.

20.02.2003:
Die Planeten haben es heute ein bißchen eng, vor allem oben herum. Also; Waageseitig den Ball eher flach halten, und bis zum Wassermann auch keine großen Sprünge. Morgen legt sich das wieder, wer will kann dann seine Haare offen tragen.

21.02.2003:
Die Planeten haben sich heute tatsächlich wieder so halbwegs im Griff, die Häuser sind auch in einem einigermaßen zufrieden stellenden Zustand, nur im Schützen ist noch ein wenig Unruhe, der scheint was Unrechtes gegessen zu haben. Wenn Sie Ihr Haar heute tatsächlich offen tragen, dann versuchen Sie vielleicht, wenigstens einen ordentlichen Scheitel hinzukriegen; man kann nie wissen.

22.02.2003:
Oft haben Exilanten quere Gedanken wie die Quantenlehre.

23.02.2003:
Für die Angehörigen von Hardcorebacchanten gibt es so was wie die Heisenbergsche Unschärferelation an makroskopischen Objekten; wenn man nicht weiß, wo sich der Trunkenbold aufhält, kann man mit ziemlicher Sicherheit auf seinen Zustand schließen.

24.02.2003:
Schrödingers Katze geht’s prima, und sie bedankt sich für das Interesse an Ihrem Befinden.

25.02.2003:
„Februar“ kommt von „Fiebermonat“; das lindert zwar etwaiges Fieber nicht, aber man fühlt sich, wenn man das weiß und im Februar gerade Fieber hat, irgendwie in eine gewisse Art von Ordnung eingebettet.

26.02.2003:
Überlegen Sie, ob man Übereinkünfte und Festlegungen treffen kann, ohne dabei auf Übereinkünfte und Festlegungen angewiesen zu sein.

27.02.2003:
Wenn Sie gestern zum Schluß gekommen sind, daß man zum Treffen von Übereinkünfte und Festlegungen auf Übereinkünfte und Festlegungen angewiesen ist, dann ist heute ein guter Tag, Ihrem Liebelingsschalterbeamten zu erklären, wie das dann angefangen hat.

28.02.2003:
Wenn Sie schon dort sind, können Sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten auch noch gleich klären, was sich zu Strecke so verhält wie Quant zu Quantum.

Tips für März 2003

01.03.2003:
Einige Primzahlen lassen sich als Summe zweier Quadratzahlen schreiben, andere hingegen nicht. Ist halt so.

02.03.2003:
Dopologie ist die Lehre von Verspätungen.

03.03.2003:
Gestern habe ich meinen Computer von Service zurückbekommen. Diese Mitteilung ist für Sie nur insoferne von Belang, als sie erklärt, warum ich in den vergangenen Wochen auf E-mails nicht geantwortet habe. In meinem elektronischen Postfach sind mittlerweile weit über zweihundert Posten (wenn wir das als Mehrzahl von Post einmal so durchgehen lassen) eingegangen, das heißt ich werde in nächster Zeit wohl auch nicht sehr prompt auf Post antworten. Üben Sie Nachsicht.

04.03.2003:
Das Service war nicht sooo der durchschlagende Erfolg. Beim Erstellen der gestrigen Mitteilung hat mein Computer immerhin drei lupenreine Abstürze hingelegt. Jetzt geht`s wieder so halbwegs, aber ich fürchte, daß ich im nächsten halben Jahr sicher auf E-mails antworte, ist keine so sichere Sache.

05.03.2003:
Irgendwann ist ja wieder Kirschblütenfest. Wenn Sie da was machen wollen, tun Sie’s angemessen.

06.03.2003:
In Zuge des Jahres gibt es bestimmt auch eine Erbsenblüte; was die Begängniskultur diesbezüglich betrifft, sind die Vorschriften ausgesprochen locker.

07.03.2003:
Klaus Besumke versucht jetzt, mittels Nanotechnik das Kleingedruckte an der Schnittkante des Papieres unterzubringen. Die Versicherungen habe diesbezüglich einen Preis ausgeschrieben.

08.03.2003:
In Babelusien wurde Physik anders geschrieben und beschäftigte sich vorwiegend mit Füßen. Nicht sehr originell, aber Tatsache.

09.03.2003:
Babelusien hat es nie zur Seemacht gebracht. In nautischen Handbüchern, die erhalten sind, finden sich als Himmelsrichtungen nur „dort“ und ein ausweislich bezugspunktfreies „drüben“.

10.03.2003:
Was Babelusien vermutlich auch davon abgehalten hat, als Seefahrervolk in die Geschichte einzugehen, ist der Umstand, daß, um die Götter, die über die Polarität wachten, zu besänftigen, beiderseits der Küstenlinie gleich lange Strecken gesegelt werden mußten.

11.03.2003:
Heute können Sie nach dem Zähneputzen ein bißchen der Frage nachgehen, ob Raum nur als Zwischenraum möglich ist.

12.03.2003:
Überlegen Sie, wie lange die Hinterräder Ihres Autos, wenn Sie keines haben, stellen Sie sich einfach vor Sie hätten eines, brauchen, um bei Geradeausfahrt nach einer Kurve exakt in der Spur der Vorderräder zu laufen.

13.03.2003:
Die Kurve, die die Hinterräder bei Geradeausfahrt nach einer Kurve beschreiben, heißt Traktrix. Die nähert sich asymptotisch der Geraden und ist algebraisch nicht lösbar, also transzendent. Und mein Rechtschreibeprogramm kann sich damit auch nix anfangen. So ist das.

14.03.2003:
Die Hundekurve heißt auch Konchoide oder Muschelkurve des Nikomedes. Man darf sie aber auch ohne seine ausdrückliche Genehmigung verwenden.

15.03.2003:
Daß der kürzeste Weg nicht immer der schnellste ist, läßt sich anhand der Brachystochrone leicht zeigen.

16.03.2003:
Auf einer Brachystochrone ist es egal, von wo aus Sie starten, es dauert immer gleich lang, bis Sie ankommen. Vorausgesetzt, Sie bewegen sich reibungsfrei und nur infolge der Schwerkraft. Erstaunlich aber wahr. Das Phänomen wird als Tautochronie bezeichnet. Kann man zwischendurch bei Kaffekränzchen einstreuen.

17.03.2003:
Ich habe Ihnen in den letzten Tagen ein paar Kurven namentlich vorgestellt; da liegt es nur nahe, Sie auch mit dem Hodographen bekannt zu machen. Dabei geht es um Vektoren und es hat auch mit den Keplerschen Gesetzen zu tun. Sehr kompliziert.

18.03.2003:
Suchen Sie in einem Atlas nach dem Ort, der in seinem Namen die meisten „e“ hat. Wenn Sie mal wieder wo eingeladen sind, können Sie mit dieser Information eine erlahmende Konversation sicher auffrischen.

19.03.2003:
Mein Drucker ist ein Trottel. Das wird Sie vermutlich nicht so sehr interessieren, aber mir ist jetzt leichter. Danke für Ihre Geduld.

20.03.2003:
Gedächtnis und Intelligenz scheinen nicht unbedingt zu korrelieren; mein Drucker merkt sich über Tage, daß er Druckaufträge nicht ausgeführt hat, der Rechner wirft dann auch diesbezügliche Unmutsäußerungen auf den Bildschirm, aber gedruckt wird dennoch nicht.

21.03.2003:
Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Ein Satz, der zwar selten falsch ist, aber kaum jemals sinnvoll.

22.03.2003:
Überlegen Sie, wo Musik ist, wenn sie nicht gespielt wird.

23.03.2003:
Heute können Sie ein wenig darüber nachdenken, ob es sich mit Gott und dem Glauben an ihn ähnlich verhält wie mit der Musik und ihrem Gespieltwerden.

24.03.2003:
Basteln Sie heute eine topologische Invariante. Mit etwas Bindfaden sollte das kein Problem sein.

25.03.2003:
Die Abstände zwischen zwei Primzahlen sind, wenn wir den Abstand von 1 auf 2 einmal außer Acht lassen, immer geradzahlig.

26.03.2003:
Markus Artelsmair möchte darauf hingewiesen wissen, daß das Schnabeltier nicht, wie in meinem ersten Programm von mir irrtümlich behauptet, das einzige Mitglied der Familie der Kloakentiere ist. Damit ist er zweifellos im Recht.

27.03.2003:
Klären Sie in einem sachlichen Gespräch mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, ob der Umstand, daß man bis jetzt noch keine zwei Schneeflocken gefunden hat, die einander exakt gleichen, schon beweist, daß es grundsätzlich keine zwei gleichen Schneeflocken gibt.

28.03.2003:
So Sie gestern nicht ohnehin schon auf das Thema gekommen sind, können Sie sich heute der Erörterung einer möglichen, bislang aber eben nur noch nicht beobachteten Gleichheit bei Fingerabdrücken widmen.

29.03.2003:
Wenn man Eier mit der gleichen Detailschärfe untersucht wie Schneeflocken und Fingerabdrücke, kann das auf unseren Metaphernbestand ziemliche Auswirkungen haben.

30.03.2003:
Überlegen Sie, wann das Ergebnis mehr über die Untersuchung aussagt als umgekehrt.

31.03.2003:
Wenn man Martin Helfert glauben darf, und ich denke, das darf man, dann ist Kumarin der innere Esther der Kumarinsäure und kommt in vielen Pflanzen als Glykosid vor. Als solches kann man es sogar riechen, zum Beispiel nach dem Rasenmähen. Wenn Sie einmal synthetische Antikoagulanzien erzeugen wollen, das kann ja passieren, kommen Sie um Kumarin, soweit ich das verstanden habe, auch nicht umhin. Wenn Sie jetzt, was durchaus geboten ist, auf Martin Helfert anstoßen, dann freuen Sie sich darüber, daß in den Gläsern keine Rodetizide sind. Es sei denn Sie habe Vitamin K1 zur Hand, aber besser ist es sind einfach keine Rodetizide im Glas.

Tips für April 2003

01.04.2003:
Also mit den Primzahlen habe ich Ihnen am 25. März einen furchtbaren Blödsinn angedient; erstens ist 1 keine Primzahl. Darauf haben sich die Mathematiker geeinigt, da möchte ich mich nicht querlegen, zweitens ist der von mir fürwitzigerweise hervorgehobene ungeradzahlige Abstand zwischen zwei, und das ist drittens, benachbarten Primzahlen zwischen 2 und 3. Die Herren Goldstern, Hasun, Helfert, Krause, Kohl, Lorinser, Seeger und Sighart haben sich fürwahr verdient, daß nach altem Brauch (wie das genau geht, entnehmen Sie bitte Ihrem Heimatkundemuseum) auf sie angestoßen wird.

02.04.2003:
Seit ich die Tips selbst einnetzen kann, wofür Sie, wenn Sie die Gläser von Ihrem hoffentlich würdevollen Hochlebenlassen meiner Mathematikwarte noch zur Hand haben, gleich noch ein angemessenes Vivat auf Johannes Tiefenbrunner ausbringen sollten, bin ich, wie Sie eventuell bemerkt haben, mit den Tips ein bißchen aktueller.

03.04.2003:
Hin und wieder ein bißchen Obst essen. Und Atmen nicht vergessen. Ganz wichtig. Habe ich mir sagen lassen.

04.04.2003:
Wenn Gravitation gequantelt ist, dann müßte ihre Wirkung doch eigentlich irgendwo aufhören. Zu Fuß wird man dort aber kaum hinkommen.

05.04.2003:
Wenn Gravitation nicht gequantelt ist, kann man auch ruhig dort bleiben, wo man ist.

06.04.2003:
Energie ist ja gequantelt. Also Energie wird nur in Portionen von wenigstens sechs Komma sechs mal zehn hoch minus vierunddreißig Joulesekunden abgegeben. Das heißt \\\"Plancksches Wirkungsquantum\\\", kommt sehr oft vor, aber immer in Rudeln, einzelne werden, soweit ich weiß, ganz selten beobachtet. Kleinere Einheiten werden nicht abgegeben. Da müssten doch im Universum ziemliche Mengen von halben, also nicht abgegebenen Planckschen Wirkungsquanten herumliegen. Besprechen Sie mit dem ersten Menschen mit Hut, den Sie heute treffen, warum das nicht so ist.

07.04.2003:
Koboldmakis, Buschbabies und Eulen können den Kopf so sehr wenden, weil ihre Augen so groß sind, daß die sich nicht im Kopf bewegen lassen.

08.04.2003:
Klothoide sind Kurven, deren Krümmung proportional zur Länge zu- oder abnimmt. Kann man beim Straßenbau prima brauchen. Wenn Sie sicher sind, daß sonst niemand im Raum weiß, was eine Klothoide ist, können Sie beim nächsten Kaffeekränzchen behaupten, die Kurven, die jemand macht, wenn er schon sehr dringend aufs Klo muß, heißen Klothoide. Können Sie aber auch bleiben lassen.

09.04.2003:
Wenn Sie mit Ihrer Theorie des menschlichen Geistes noch nicht sonderlich was weiter gebracht haben, versuchen Sie wenigstens, ein paar quantifizierbare Parameter für ein Ich zu statuieren.

10.04.2003:
Ich habe meinen Drucker jetzt ausgesteckt. Wenn Sie also etwas gedruckt haben wollen, dann halten Sie es wie bisher und drucken entweder selbst, oder lassen Sie es von jemandem drucken. Mich brauchen Sie diesbezüglich jedenfalls nicht zu fragen; das hat bislang ja auch ganz gut funktioniert. Wenn ich einmal etwas gedruckt brauche, melde ich mich.

11.04.2003:
Ich weiß nicht, ob ich Ihnen das schon ein Mal mitgeteilt habe, und so was kann durchaus oft genug gesagt werden, aber dieses Maß habe ich, denke ich noch nicht übererfüllt, wenn ich Sie heute wissen lasse, daß die menschliche Anatomie Bereiche enthält, an denen die prothopathische Sensibilität ohne Vermischung mit der epikritischen auftritt.

12.04.2003:
Die Erkundung der gestern erwähnten Regionen kann Spaß machen.

13.04.2003:
Ich habe in meinen Rechner zwei Festplatten eingebaut. Das ist Ihnen natürlich herzlich wurscht, aber ich teile mein Wissen gerne. Und bis vor kurzem habe ich das Wissen um die zweite Festplatte noch mit meinem Computer geteilt, aber seit einigen Tagen will mein Computer nichts mehr von der zweiten Festplatte wissen. Gut, dann sag ich es halt Ihnen.

14.04.2003:
Basteln Sie heute, so nichts Dringlicheres vorliegt, einen Zirkelschluß mit mindestens neunzehn Stationen. Thema ist frei.

15.04.2003:
Wenn Sie gestern erfolgreich waren, können Sie heute eine Aporie basteln. Thematisch eignet sich „Das Sein“ einigermaßen, es kann aber auch um den Stellenwert von Torsion im Metaphernbestand des Klassischen Altertums gehen, ist aber ein bißchen schwieriger.

16.04.2003:
Da die Sache mit das Selbe und das Gleiche geklärt ist, können Sie heute der Frage nachgehen, ob die Zahl Zwei in verschiedenen Zusammenhängen, etwa bei „Zwei Stunden“ und „Zwei Meter“, die selbe oder die gleiche Zwei ist.

17.04.2003:
Überlegen Sie, wie Philosophie - also die Liebe zum Wissen - heißen müßte, wenn „Man kann nie wissen.“ tatsächlich stimmte.

18.04.2003:
Besorgen Sie sich ein paar Umstandswörter der Zeit; es sind zwar noch welche da, aber wenn Gäste kommen, sollte man auf jeden Fall etwas zu Hause haben.

19.04.2003:
Mehrfachnennungen sind möglich. Irgendwie ist das beruhigend.

20.04.2003:
Mein Rechner unterhält mit meiner zweiten Festplatte ein Verhältnis, wie es sich in Filmen nur die dümmsten Opfer gefallen lassen; mal kennt er sie, dann kennt er sie wieder nicht, und wenn er sie kennt, dann tut sie alles, was man von ihr will. Ich werde mit meinem Computer zum Paartherapeuten gehen.

21.04.2003:
Mit meinem Drucker muß ich zu keinem Coaching. Den habe ich jetzt zum Briefbeschwerer heruntergestuft, und er fühlt sich mit dieser Aufgabe sichtlich nicht überfordert.

22.04.2003:
Zum Nachsehen braucht man kein Episkop.

23.04.2003:
Die Welt wird angeblich immer komplexer. Um sich darin Klarheit zu verschaffen, wird es möglicherweise bald erforderlich sein, über neue Interrogativpronomen zu verfügen. Wenn Ihnen da was einfällt, sollten Sie sich sofort bei der Dudenredaktion die Rechte sichern.

24.04.2003:
Wenn Sie schon dabei sind, ein neues Interrogativpronomen zu erfinden, dann legen Sie sich die Latte ruhig etwas höher und sinnen nach einem Fragewort, das nicht mit „W“ beginnt, und semantisch ein bißchen enger greift als „Hä?“.

25.04.2003:
Investieren Sie nicht in Löschpapier, das hat, glaube ich, keine große Zukunft.

26.04.2003:
Wählen Sie ein Bezugssystem. Laut Physik dürfen Sie das einfach so, allerdings sind da Mehrfachnennungen, soweit ich informiert bin, nicht möglich.

27.04.2003:
Wenn Sie in einem indischen Restaurant vom indischen Kellner gefragt werden, wie scharf Sie Ihr essen gewürzt haben wollen, dann sagen Sie nicht: „So, wie Sie es essen!“

28.04.2003:
Der Held agiert in Übereinkünften, bis er diese Übereinkünfte mit gutem Grund für ein höheres Ziel bricht. Wer Übereinkünfte ohne Grund und höheres Ziel bricht, ist kein Held, sondern je nach Tragweite der Folgen schlecht erzogen oder ein Idiot.

29.04.2003:
Man kann zu jeder Folge von Zahlen ein Polynom finden, das deren Reihenfolge reproduziert. Wenn im Fernsehen gerade nix interessantes läuft, basteln Sie ein Polynom, das Ihre Telephonnummer als Folge von ein- oder zweistelligen Zahlen reproduziert.

30.04.2003:
Wenn Sie den gestrigen Tip auf Geburtsdaten aus Ihrer Verwandtschaft, den Zählerstand an Ihrem Stromzähler oder auf die Abstände zwischen den Schwendtagen seit der Bronzezeit ausweiten, entlasten Sie die Programmverantwortlichen in den Fernsehsendern enorm.

Tips für Mai 2003

01.05.2003:
Ich lese gerade, daß die endgültige Version Markups enthält. Ist mir zwar nicht wirklich klar, was das jetzt heißt, aber es soll uns recht sein.

02.05.2003:
Das mit den Markups ist irgendwie nicht ganz geklärt. Ich habe vorgehabt, im Selbstversuch da etwas herauszufinden, aber, da ich so schon einmal nicht weiß, was Markups sind, geschweige denn wie sie sich auswirken, konnte ich keine Vorgehensweise entwickeln, die Aussagen darüber bringt, wie das mit den Markups jetzt ist. Ich weiß aber mittlerweile, daß es die Möglichkeit gibt, festzustellen, oder auch sogar sicherzustellen, daß das Original Markups enthält. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

03.05.2003:
Sollten Sie demnächst Amtswege haben, klären Sie in einem sachlichen Gespräch mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, wie sehr es eine Welt gibt vor den Begriffen, die sie benennen.

04.05.2003:
Wenn man einen Dolm mit Sauerstoff versetzt, erhält man kein Oxymoron. Nicht einmal in England oder Amerika.

05.05.2003:
Von den Markups gibt es nichts Neues, aber ich habe jetzt ein Laufwerk B. Das war gar nicht so schwer. Dennoch hätte ich mir von meinem Rechner ein bißchen Anerkennung erwartet. Nächsten Dienstag sind wir wieder beim Therapeuten, da werde ich das vorbringen.

06.05.2003:
Was mir bei den Markups noch schleierhaft ist, ist der Umstand, daß mein Schreibprogramm ursprünglich mit diesen Markups angekommen ist, mein Rechtschreibprogramm aber deren Gültigkeit abstreitet. Ich schätze, ich werde meine Laufwerk-B-ist-gelandet-aber-das-interessiert-ja-wohl-niemanden-Nummer beim nächsten Therapeutenbesuch zugunsten einer eingehenden Untersuchung der offensichtlichen inneren Zerrüttung meines Rechners hintanstellen müssen.

07.05.2003:
Wenn sie Drehbücher schreiben, achten Sie darauf, daß darin ein Hund irgend eine möglichst gefährliche Situation gegen alle bekannten Gesetze der Physik überlebt. Sowas kommt gut an.

08.05.2003:
Nicht sehr viele Menschen wissen, was Katakaustik ist. Ein behebbarer Mangel.

09.05.2003:
Der Lichtweg ist umkehrbar. Also geometrisch ist das so, praktisch ist es ziemlich schwierig, eine Lichtquelle zum Beispiel derart zu gestalten, daß über den Umweg einer Hohlzylinderwand aus einer Katakaustik ein Bündel paralleler Lichtstrahlen wird.

10.05.2003:
Mit der Zeichenkombination http://www. können Sie ein Missing Link basteln.

11.05.2003:
Technologiewerte im Auge behalten; Markups sind ein Geheimtip.

12.05.2003:
Entschuldigen Sie bitte den gestrigen Tip, ich versuche herauszufinden, was es mit Markups auf sich hat, und so stelle ich das Wort in verschiedene Zusammenhänge und versuche zu erspüren, ob sich das Wort dann richtiger anfühlt. Also, ich glaube, mit der Börse hat das jedenfalls nix zu tun.

13.05.2003:
Klären Sie mit dem Stallmeister Ihres Vertrauens, ob ein Pferd nach dem Bereiten bereitet oder beritten ist.

14.05.2003:
Sollten Sie sich beim Handelsregister bislang nicht als Hansestadt oder auch nur als Marktgemeinde eintragen lassen haben können, dann unternehmen Sie doch noch einen Versuch. Gehen Sie noch diese Woche zum Handelsregister und verlangen Sie eindringlich, wenigstens als Kathastralgemeinde registriert zu werden. Das steht Ihnen zu.

15.05.2003:
Vermutlich ist das für die allermeisten von Ihnen ohnehin nicht von Belang, aber an die, die es angeht, richtet sich die eindringliche Bitte: Drehen Sie keine Spieldokumentationen. Spielfilme sind in Maßen in Ordnung, Dokumentationen nach meinem Dafürhalten in den meisten Fällen sowieso, aber vermeiden Sie bitte unter allen Umständen, eine Dokumentation mit einer Spielhandlung zu hybridisieren. Das ist immer elend. Ehrenwort.

16.05.2003:
Sollten Sie sich entschließen, darstellender Künstler zu werden, dann gibt es eine Information für Sie, die nicht uninteressant ist; der kälteste Ort im Gerichtsbezirk Ihrer Veranstaltung ist immer die Künstlergarderobe. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber das ist empirisch abgesichert.

17.05.2003:
Es gibt nur einen Ort, der kälter ist als die Künstlergarderobe, und das ist die Toilette der Künstlergarderobe.

18.05.2003:
Wenn Sie es einrichten können, dann schreiben Sie keinen Roman, der sich kritisch oder von mir aus auch satirisch bis sarkastisch mit dem Literaturbetrieb auseinandersetzt, in dem der Held ein Junger Autor ist, der nach anfänglichen Schwierigkeiten mit seinem ersten Roman dann doch Erfolg hat, aber unter den Zwängen des Verlagswesens und unendlichen Cocktailempfängen mit einer heraufdämmernden Schreibblockade sich abernichtzwingenlassenwillunddiekunstisteineblumedienurinFreiheitblablablaaaahh …… Davon gibt es schon reichlich.

19.05.2003:
Schreiben Sie, wenn Sie einen Roman schreiben wollen, einen Roman über Bauspengler, Röntgenassistenten oder über die Stammtischkultur in Großraumkantinen.

20.05.2003:
Man kann natürlich auch einen Roman schreiben über eine Person, die mit ihrer Umwelt leidlich auskommt, sich nicht unvollständig fühlt, weil sie keine Neurosen, Psychosen oder andere grobe Persönlichkeitsverscherungen hat, und mit Problemen einigermaßen erwachsen umgehen kann. Solche Figuren sind in der Literatur ohnehin ein bißchen unterrepräsentiert.

21.05.2003:
Die Vorsicht ist in der Wahl ihrer Partner anscheinend nicht besonders glücklich; wenigstens ist über den Vater der Porzellankiste nichts bekannt.

22.05.2003:
Achten Sie unbedingt darauf, daß die Markups nach dem letzten Tauchgang von allen Salzrückständen gründlich gesäubert werden. – Klingt nicht sehr stimmig; meinem Gefühl nach haben Markups mit Submariner Freizeitgestaltung also auch nichts zu tun. Den Versuch war’s aber wert.

23.05.2003:
Wenn Sie in Geometrie soweit bewandert sind, daß Ihnen Platonische und Archimedische Körper ein Begriff sind, dann entwerfen Sie heute ein paar Eigenschaften, die Epikuräische Körper haben sollten.

24.05.2003:
Wenn Ihnen Geometrie grundsätzlich eher wurscht ist und Sie etwas Hochherziges tun wollen, dann können Sie mir ja heute nachsehen, daß ich gestern „Epikuräische Körper“ groß geschrieben habe, so als wären die ebenso Bestandteil der Nomenklatur der Geometrie wie die Archimedischen und die Platonischen Körper.

25.05.2003:
Epikur ist der Schutzpatron der Nachsaison in Badeanstalten. Das ist natürlich Blödsinn, aber für mich fühlt es sich semantisch wesentlich griffiger an als alles, was mir bis jetzt zu Markups eingefallen ist.

26.05.2003:
Bleiben Sie, wenn Sie applaudieren, einfach sitzen. Standing Ovations sind nicht Bestandteil unserer Kultur, und dementsprechend bescheuert sieht das auch aus, wenn unsereins das tut. In den USA sieht das vermutlich nicht weniger bescheuert aus, aber erstens gehört das dort zur Kultur, und außerdem seh’ ich es dort nicht.

27.05.2003:
Komponieren Sie heute ein Oratorium mit Fußnoten.

28.05.2003:
Den Hemdkragen darf man dem Vernehmen nach wieder außen tragen. Kann man aber auch bleiben lassen.

29.05.2003:
Neuerdings muß ich meinem Computer, nachdem ich den Button gedrückt habe, der die Verbindung mit dem Internet herstellt, noch einmal bestätigen, daß ich dem soeben aufgerufenen Programm gestatte, ins Internet zu gehen. Das hat sich mein Rechner über Nacht einfallen lassen. Wenigstens bettelt er nicht um Nüsse.

30.05.2003:
Angeblich sind Geiger Bratschisten, die nur einen Notenschlüssel lesen können.

31.05.2003:
Überprüfen Sie bei der Nächsten Zylinderkopfreinigung, am Drehmomentschlüssel, ob die Markups rechtzeitig …. Wieder nix! Aber ich komm noch drauf.

Tips für Juni 2003

01.06.2003:
Einschreibebriefe sollte man persönlich nehmen.

02.06.2003:
Mit der Frage, inwiefern ein Fragewort, das nicht mit „W“ beginnt, neu sein soll, hat sich Felix Elmar Kramer wiederum verdient, daß man unter „Er lebe!“- Rufen sich mächtig was in den Hals schüttet.

03.06.2003:
Zu der Frage, ob die Zahl Zwei in verschiedenen Zusammenhängen die selbe oder die gleiche Zwei ist, haben sich, so berichtet Felix Elmar Kramer, die Herren Frege und Neumann schon geäußert. Allerdings darf ich mir nicht schmeicheln, daß sie das auf mein Formulat dieser Frage hin gemacht haben, sondern die haben aus eigenem Antrieb gehandelt, und sind dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, wobei die Mehrzahl der Logiker mittlerweile Neumann beipflichtet, der meint, die beiden Zwei wären äquivalent, was in Theorie und Praxis kaum einen Unterschied zu der von Frege postulierten Identität macht. Winden Sie ein Faß aus und betrinken Sie sich anständig auf die Logiker, allen voran Felix Elmar Kramer!

04.06.2003:
Heute können Sie versuchen, einen Dialog zu schreiben, der eine semantische Subduktionszone enthält.

05.06.2003:
Unter „Probedeutikum“ könnte man sich - ohne Fremdwortkenntnisse - vorstellen, daß man dort etwas lernt. Wenigstens, daß man lernt, was was bedeutet. Es heißt aber „Propädeutikum“, dort lernt man auch etwas, aber man muß eben schon ein bißchen Vorwissen mitbringen.

06.06.2003:
Wenn Sie über kein Knowhow verfügen, dann versuchen Sie wenigstens, mit einem Knowwhat ein bißchen gute Figur zu machen.

07.06.2003:
Angeblich hat Edvard Munch das nach ihm benannte München erfunden. Muß aber auch nicht stimmen.

08.06.2003:
Bei auflaufender Tide ist mit verstärktem Hervortreten von Markups zu rechnen. Klingt auch nicht wirklich einnehmend; ich schließe einmal aus, daß Markups mit Wasser zu tun haben. Das schränkt das Suchgebiet erheblich ein.

09.06.2003:
Ich habe neulich erfahren, und das überschlagsmäßig auf Richtigkeit überprüft, daß man mit einem Pi mit nur elf Nachkommastellen den Umfang einer Kugel mit dem Radius der Erde auf die Breite eines menschlichen Haares genau ausrechnen kann.

10.06.2003:
Wenn ich herausgefunden habe, was man mit einer Eulerschen Zahl mit elf Nachkommastellen machen kann, teile ich Ihnen das selbstverständlich mit.

11.06.2003:
Das, was man als kaltes Licht bezeichnet, hat eine höhere Farbtemperatur als warmes Licht. Seltsam.

12.06.2003:
Überprüfen Sie einmal ein Jahr lang, wie oft in Filmen jemand nach einer Gefälligkeit, die ihm erwiesen worden ist, „Du hast bei mir etwas gut!“, sagt im Gegensatz dazu, wie oft es vorkommt, das jemand, etwas, was er gut hat, einfordert.

13.06.2003:
Sie könnten, so Ihnen der Sinn danach steht, eine Art Metakunstwerk schaffen, etwas, bei dem eine gedachte zweite Ableitung der Rezeption mit Bedeutung aufgeladen wird.

14.06.2003:
Die gestrige Problemstellung ist vermutlich ein bißchen abstrakt, aber ein so beschriebenes Metakunstwerk wäre zum Beispiel ein Musikstück, das so lang und so entsetzlich häßlich und uninteressant ist, daß niemals jemand es sich bis zu Ende anhört, und auch kein Musiker es jemals zu Ende spielt. Dann könnte man behaupten, dieses Werk wäre die Unendlichkeit und stünde somit mit göttlichen Kategorien auf Duzfuß. Je nach dem, was man in seinem Leben noch an Sozialkontakten vorhat, kann man das aber auch bleiben lassen.

15.06.2003:
Basteln Sie heute ein Diagramm, in dem die Bedingungen für einen Himmelskörper beschrieben werden, dessen Masse, Größe und Rotationsgeschwindigkeit in einem Verhältnis zueinander stehen, das einen geostationären Orbit just an der Oberfläche des Himmelskörpers ergibt.

16.06.2003:
Heute können Sie überlegen, ob man auf einem der gestern entworfenen Himmelskörper Billard spielen könnte.

17.06.2003:
Vermutlich gibt es Vernunft auch in der Mehrzahl, aber Vernünfte wird sogar von meinem Rechtschreibeprogramm angestrichen.

18.06.2003:
Wenn es tatsächlich nur eine Vernunft gibt, müßte man die doch ausfindig machen können. Damit könnte man eine Menge Probleme lösen.

19.06.2003:
Für eine beliebige Anzahl von Punkten einer affinen Ebene läßt sich eine Menge Aussagen machen, die entweder zutreffen oder auch nicht.

20.06.2003:
Ein Tierarzt pflegt am Tage Nieren von ganz kleinen Nagetieren.

21.06.2003:
So um den Zwölften herum ist wieder ein Schwendtag. Den Monat habe ich noch nicht herausgefunden, aber solange Sie keinen Aderlaß machen, sind Sie einigermaßen auf der sicheren Seite.

22.06.2003:
Ich habe neulich einen Druckertreiber aus dem Internet heruntergeladen und auf CD gebrannt, und das hat tatsächlich funktioniert! Das war allerdings für einen anderen Drucker. Meinen Drucker habe ich aus Jux und Tollerei wieder einmal an Strom und Computer angeschlossen, und er hat sich eher reserviert, eigentlich gar nicht verhalten. Ich denke, ich werde mit ihm demnächst auf eine Deponie für verhaltensgestörten Elektronikschrott fahren (ich bin mir sicher, daß es sowas gibt), und ihn in seine Freiheit entlassen.

23.06.2003:
Möglicherweise ist Byzanz das Hauptwort zu byzant. Bei Konstanz jedenfalls funktioniert das so halbwegs.

24.06.2003:
Die Herren Wanek, Schwab und Buschenreiter haben sich meines ebenso rast- wie ratlosen Suchens nach einer angemessen tiefen Bedeutung des Begriffes Markups erbarmt und mir auf dem Elektropostwege mitgeteilt, worum es sich dabei handelt. Je nun, was sie mir mitteilen, ist zweifellos richtig, aber irgendwie ernüchternd. Ich habe vor meinem geistigen Auge Markups schon auf romantische Bergrücken gesetzt und versucht, ob sie mit der Grasnabe in einen Dialog treten, ich habe Markups ideell ins Mittelalter geschickt, in verwegene Rituale des Manntums, um zu sehen, ob sie sich einigermaßen vertretbar an das dort verwendete Weihegeschirr schmiegen, ich ließ in Gedanken auch schon das Gebälk unseres Universums erzittern, um zu sehen, ob bei dem, was da rausrieselt, vielleicht ein paar Markups dabei sind, (immerhin, wenn die endgültige Version Markups enthält, dann können die, wenn’s ums Universum geht, da eigentlich schon drin sein) aber nein! Markups sind Markierungen in einem Text, die zu dessen Strukturierung dienen. Oder auch dokumentierte Änderungen und Kommentare. Klarheit und Romantik sind nicht immer gemeinsam zu haben. Wie auch immer; jetzt weiß ich wieder was und zur Not kann ich mir ja ein paar Wörter erfinden, und nachschauen, wo die passen. Mit den Mauchyptorien hat das ja prima geklappt. Und Sie ersuche ich, Ihr persönliches Weihegeschirr mit entsprechenden Getränken zu füllen und einen Toast auf die Herren Wanek, Schwab und Buschenreiter auszubringen.

25.06.2003:
Für babelusische Rechtsgelehrte galt es als unschicklich, sich mit geborgten Dachschindeln die Nasenhaare platt zu schlagen.

26.06.2003:
Sollte sich jemand, von dem Sie nicht sicher wissen, daß er ein babelusischer Rechtsgelehrter ist, ein paar Dachschindeln ausborgen wollen, ist Vorsicht geboten; oder richten Sie wenigstens schon einmal Waschzeug her.

27.06.2003:
Eine höhere Magnetfeldstärke als zehn hoch siebzehn Gauß ist in unserem Universum nicht möglich. Das sagen wenigstens die, die sich damit auskennen, und die kennen sich ja damit aus.

28.06.2003:
Kachexie ist auch so ein Wort, das schon so klingt.

29.06.2003:
Ich denke, ich muß meinem Rechtschreibeprogramm ein wenig Abbitte leisten; jüngst, als ich vom Weihegeschirr geschrieben habe, wäre nach meiner Erfahrung ein deutliches Murren fällig gewesen - sofern man die rote Zackenlinie so auslegen darf. Wurde aber akzeptiert. Aber, wenn „Wurmhüfte“ durchgeht, dann vermute ich einmal, daß zusammengesetzte Hauptwörter unbeanstandet bleiben, wenn beide Teile davon korrekt geschrieben werden, gleichviel, was für ein haarsträubender Blödsinn mit diesem Wort benannt wird. Da bin ich mit Weihegeschirr einmal auf der sicheren Seite. Aber, daß Kachexie in der Bibliothek meines zeigefingerschwingenden Schriftwalters bekannt ist, hätte ich nicht geglaubt.

30.06.2003:
Ohrmuschelkalksteinbruchbandwurmhüfte. Ich dürfte mit meiner gestrigen Vermutung über die Zumutbarkeit von zusammengesetzten Hauptwörtern für mein Rechtschreibeprogramm richtig liegen.

Tips für Juli 2003

01.07.2003:
Sollten Sie mittlerweile am Handelsregister vorstellig geworden sein, und eine Eintragung als Kathastralgemeinde beantragt haben, so hoffe ich, Sie haben das nicht schriftlich getan; es schreibt sich nämlich „Katastralgemeinde“, ohne „h“. Ein gewöhnlich gut unterrichteter Mensch, der hier nicht namentlich genannt werden möchte, hat mich darauf hingewiesen. Der nächste Toast geht anonym.

02.07.2003:
Sätze wie „Tue nichts, was du nicht auch lassen kannst.“ klingen schön, sind in gewisser Weise wahrscheinlich auch hilfreich, aber einer semantischen Erbsenzählerei sollte man sie vor Anwendung nicht aussetzen; da bleibt nämlich nichts übrig.

03.07.2003:
Oslip heißt dort, wo es ist, auch Uzlop. Für die, die Oslip kennen, ist das ziemlich sicher nicht neu, für die die es nicht kennen, ist das ziemlich sicher eher egal. Ich denke, man muß das Konzept des Informationszeitalters wenigstens in den Detailfragen überdenken.

04.07.2003:
Gleitreibung ist geringer als Haftreibung. Eine Information, an die man auch empirisch kommen kann, aber so ist das bequemer und sicherer.

05.07.2003:
Überlegen Sie, was, im Falle, Exformation wäre das Gegenteil von Information, herauskäme, wenn man eines mit dem anderen überlagerte.

06.07.2003:
Man möchte es ja schier nicht glauben! Die in Aussicht gestellte Deponage im Ausgedinge hat meinem Drucker offenbar zu denken gegeben; auf Anfrage druckt er jetzt wieder. Sapperlot!

07.07.2003:
Schwendtage sind im nächsten Monat versuchshalber nicht mehr rezeptpflichtig, die können Sie unter Vorweis einer Einzelanwenderlizenz bei Ihrer Bezirkshauptmannschaft ausfassen.

08.07.2003:
Nicht sehr viele Berufe können sich mit II-V-Verbindungen etwas anfangen.

09.07.2003:
Der Schutzpatron von Sankt Pölten ist der Heilige Joseph und nicht, wie man annehmen könnte, der Heilige Polt. Wer will, kann den Papst einmal fragen, warum das so ist.

10.07.2003:
Möglicherweise ist der Heilige Polt der Schutzpatron von Junggesellentumabschiedsveranstaltungen und hat da soviel zu tun, daß er sich um St. Pölten nicht auch noch kümmern kann. Besser, Sie fragen den Papst.

11.07.2003:
Ronchopathie ist auch so ein Wort, das nach dem klingt, was es benennt.

12.07.2003:
Die Börse hat sich bei mir im vergangenen Monat nicht gemeldet. Hat vermutlich andere Sorgen.

13.07.2003:
„Bist Du in Rom, mach’s wie die Römer.“ läßt sich nicht ohne erhebliche Verluste, was Geschmack und Stil betrifft, in „Bist Du im Urlaub, mach’s wie die Urlauber.“ übersetzen.

14.07.2003:
Mit dem vormals kahlköpfigen Knaben gemeinsam wurde noch eine andere Figur der babelusischen Mythologie in die Sagenwelt Britanniens übernommen. Es war dies ein ursprünglich namenloses Wesen, bei dem man sich alles mögliche ausleihen konnte. Die Briten gaben ihm den Namen „Lends a Lot“.

15.07.2003:
Das hat bestimmt gute Gründe, aber ich kann jedes Mal darüber staunen, daß Tunnels, die einige Kilometer lang durch einen Berg gegraben werden, mitten drin Kurven machen, so als müßte die Straße etwas ausweichen, in dem sie nicht ohnehin schon mitten drin wäre.

16.07.2003:
Wenn man sich’s aussuchen kann, ist man mit Astigmatismus sicher besser dran als mit Stigmatismus.

17.07.2003:
Seltsamerweise scheint es keinen Baum zu geben, der Ebe heißt.

18.07.2003:
Entwerfen sie gedanklich eine Situation und eine Beschreibung dieser Situation, wobei für diese Beschreibung die Bezeichnung „Euphemismus“ ein Euphemismus ist.

19.07.2003:
Nächste Woche ist es dann bald ein paar Jahre her, daß irgendwas war. Begehen Sie’s feierlich.

20.07.2003:
Wir verständigen uns weniger über Tatbestände als über deren Bedeutung.

21.07.2003:
Es gibt ja so Schriften, die aussehen, wie von Kinderhänden hingekrakelt. Die Unbeholfenheit, die so eine Schrift atmet, ist allerliebst, allerdings sollte man darauf achten, wenn man so eine Schrift verwendet, daß in der damit formulierten Aussage sich kein Buchstabe wiederholt; niemand verlangt oder erwartet, daß, was immer in Schrift gefaßt wird - von Unterschriften einmal abgesehen - , handgeschrieben wird. Wenn die verwendete Schrift an Handschrift gemahnt, will das etwas bedeuten. Sieht sie noch dazu wie von einem Kind geschrieben aus, wird da eine Unschuldsbehauptung in die Welt geblasen, deren beachtliche dramaturgische Fallhöhe jählings manifest wird, wenn anhand von zwei absolut gleichförmigen Buchstaben deutlich wird, daß es sich eben nur um eine Gebrauchsschrift handelt.

22.07.2003:
Sollten Sie einen Weg wissen, wie man sich vor ungebetenen Werbemails zuverlässig schützt, dann lassen Sie es die Welt wissen. Also, den E-mail-Account einfach aufzulösen oder den Computer nicht mehr einzuschalten, ist sicher wirkungsvoll, aber doch ein bißchen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

23.07.2003:
Heute können Sie eine Annahme über die Beschaffenheit von Zeit machen. Wenn diese Annahme in krassem Gegensatz zu den Befunden der Naturwissenschaft steht, dann diskutieren Sie sie einfach nicht mit Naturwissenschaftern. So bescheren Sie allen einen gemütlichen Tag.

24.07.2003:
Man treibt mit vielem Handel, sollt’s gewünscht sein, auch mit Sandelholz.

25.07.2003:
Das mit der Wahrscheinlichkeit ist so eine Sache. Das habe ich herausgefunden. Also, nicht daß ich da jetzt umfassend recherchiert hätte, im Sinne eines abgeschlossenen Studiums in wasmandazuhaltsostudierenmuß, aber daß das so eine Sache ist mit der Wahrscheinlichkeit, das kann ich in wenigstens sieben von neun Fällen bestätigen. Ungefähr.

26.07.2003:
Essen Sie nach vierzehn Uhr nichts, was in seinem Namen keine Vokale hat. Oder halten Sie sich wenigstens die Hand vor.

27.07.2003:
Überlegen Sie, ob sich unser Entropiebegriff in Denksysteme mit einer mehrwertigen Logik übertragen läßt.

28.07.2003:
Wenn Sie gestern zu dem Schluß gekommen sind, daß das, was wir als Entropie verhandeln, in mehrwertiger Logik nicht so ohne weiters funktioniert, dann schauen Sie nach, wie sich Ihre Annahme über die Beschaffenheit von Zeit in dieser Faktenlage so macht.

29.07.2003:
Die Wirtschaft braucht wieder ein paar Anreize. Wenn Ihnen vom Abrieb, den die Euphorie einer Urlaubsplanung beim Umsetzen in die Tat erfährt, noch etwas übrig geblieben ist, seien Sie nicht knausrig.

30.07.2003:
Daß knusprig eine Laibeigenschaft ist, geht eigentlich nur im Sommerloch.

31.07.2003:
Unter meinen Postern ist das schönste vom Kurt Ostbahn.

Tips für August 2003

01.08.2003:
Der Deutschen Sprache fehlt ein Wort. Sicher sind es mehrere, aber eines fehlt nach meinem Dafürhalten überaus deutlich; ein Wort für das, was interessante Dinge an sich haben. Man bringt ihnen Interesse entgegen, aber was von Ihnen ausgeht, müßte Interessanz heißen. Wenn Sie das nächste Mal in der Dudenredaktion vorbeischauen, fragen Sie doch, ob man das nicht in den Griff bekommen könnte.

02.08.2003:
Auch ein Wort, das - allerdings nicht sehr oft - abgeht, ist der Haarwusch.

03.08.2003:
Die akademische Gemeinde hat sich beim letzten Grillfest darauf geeinigt, daß das mit der Theorie des menschlichen Geistes in dieser Saison wahrscheinlich nix mehr wird, und um zwei Uhr in der Früh ist dann die Frage aufgetaucht, ob es eine sinnvolle Erklärung für das „Re“ in „Ressource“ gibt. Da waren aber alle schon ziemlich betrunken. Trotzdem eine Frage von gewisser Interessanz.

04.08.2003:
Die akademische Gemeinde hat sich beim letzten Grillfest offenbar völlig versoffen; beim darauffolgenden Katerfrühstück wurde jedenfalls festgehalten, daß das „Re“ in „Ressource“ bestimmt Res heißen muß, weil „Source“ schreibt man ja nicht mit Doppel-s am Anfang. Das heißt bestimmt „Res“, von Sache, weil man von der Ressource Sachen kriegt. Das ist wie in „Res Publika“, die Sache von den Pubeln; da weiß man halt nur nicht, wer oder was und wo die sind, und solange kümmern sich halt alle darum, hihi.

05.08.2003:
Ich habe schon lange nichts mehr gedruckt. Sollte mir eine Theorie des menschlichen Geistes einfallen, werd ich die, glaub’ ich, ausdrucken. Vielleicht fällt mir dabei auch noch eine Theorie der Durchdringungsbereichs von menschlichem Geist und Maschinenverhalten ein.

06.08.2003:
Mein Drucker, habe ich festgestellt, kann sogar Noten. Wahrscheinlich will er sich einschleimen. Mir soll’s recht sein.

07.08.2003:
Ich möchte darauf hinweisen, daß ich nicht beabsichtige, irgendwelche Bereiche meiner Anatomie in ihren Ausmaßen zu verändern. Es ist zwar nicht zu erwarten, daß unter den geschätzten LeserInnen meiner Tips sich Menschen befinden, die diesbezügliche Mails versenden, sollte das aber doch der Fall sein, so bitte ich sie, davon abzusehen, mir solcherlei Angebote zu unterbreiten.

08.08.2003:
Besprechen Sie mit einem Wanderprediger Ihres Vertrauens, ob es etwas bedeutet, daß es „Ersatz“ nur in der Einzahl gibt.

09.08.2003:
Wenn Sie etwas wirklich Exklusives sammeln wollen, dann sammeln Sie Tunnelvortriebsmaschinen.

10.08.2003:
Entwerfen Sie ein Modell, das beschreibt, warum es vor dem Hintergrund all der kleinen Unachtsamkeiten und Regelverstöße, die jeder Autofahrer jeden Tag begeht, nicht mehr Unfälle gibt, als es eben gibt.

11.08.2003:
Die Mathematiker haben sich, was ihr gutes Recht ist, darauf geeinigt, daß die Quadratwurzel aus minus eins „i“ ist. Experimentieren Sie gedanklich ein wenig mit Rechnungen, in denen die Quadratwurzel aus i als Exponent vorkommt. Nur so.

12.08.2003:
In meinem Auto gib es einen Luftmassenmesser. Hätt’ ich so jetzt einmal gar nicht vermutet, ist aber so. Ich habe sogar einen neuen Luftmassenmesser, und genau genommen hätte ich von der Existenz des alten gar nicht erfahren, wenn er nicht ausgetauscht hätte werden müssen. Wieder so etwas, wo man erst weiß, was man hat, wenn man es nicht mehr hat. Aber indem ich den neuen ja jetzt habe und das auch weiß, ist das so eigentlich als Metapher unbrauchbar. Am besten Sie vergessen die Sache einfach wieder, oder Sie freuen sich darüber, daß Sie – vorausgesetzt, dem ist so – sowohl einen Luftmassenmesser als auch Kenntnis davon haben, bevor Sie kurzfristig keinen haben. – Ich schätze einmal, der heutige Tip ist unrettbar desolat, vermutlich ist das das Wetter. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

13.08.2003:
Finden Sie einen mathematischen Beweis. Das Thema ist frei, sollte aber verfilmbar sein.

14.08.2003:
Klaus Besumke malt jetzt depressionistische Bilder mit Tempara auf Wursthaut. Wir wünschen viel Erfolg.

15.08.2003:
Angenommen, man könnte die Menschheit vollständig einteilen in Menschen, die die Schuld bei sich suchen und solche, die sie bei anderen suchen; überlegen Sie, ob eine gedachte Trennlinie zwischen dem Teil der Menschheit, der bevorzugt zu spät kommt und dem Teil, der fast immer wartet, mit der obigen Trennung kongruent ist, oder ob sich da ein Achsenkreuz ergibt.

16.08.2003:
Überprüfen Sie, ob Michis Telefonnummer noch stimmt.

17.08.2003:
Spitzen Sie den besten Sekt im Lager und verklappen Sie ihn artgerecht auf das Wohl von Florian Madertoner; er hat mich selbstlos darauf hingewiesen, daß man Rhonchopathie mit insgesamt drei „h“ schreibt.

18.08.2003:
Man kann Wasser zur Quelle tragen, umgekehrt ist es ein bißchen schwieriger, aber auch wurscht. In jedem Fall ist es nicht schlecht, wenn man dabei ein Pferd mit sich führt und einen klugen Satz mit „aber“ sagen kann. Salbungsvolles Gesicht nicht vergessen.

19.08.2003:
Angeblich gibt es für das vierte Rennen einen ganz heißen Tipp; vermutlich ein Pferd oder ein Hund. Aber da fragen Sie am besten jemanden, der sich damit auskennt. Ein salbungsvolles Gesicht ist dabei nicht sonderlich wichtig, trotzdem ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

20.08.2003:
Wenn Sie Herausforderungen suchen, dann können Sie ja versuchen aus etwas Abdeckfolie und einem Hörgerät eine verfassunggebende Körperschaft zu basteln.

21.08.2003:
Basteln Sie heute einen gedachten Eigenschaftskatalog von Zuständen einer beliebig kleinen Menge von Konzepten, die sich an keinem Teil dieser Menge nachweisen lassen. Wer etwas anderes vorhat, macht eben das, was er vorhat.

22.08.2003:
Seltsamerweise geschieht beim Abtauen nicht viel anderes als beim Auftauen. Das sollte sich einmal jemand ansehen, der da ein bißchen Ordnung reinbringen kann.

23.08.2003:
Ich habe heute einmal so drauflosgeschätzt, daß, wenn es eine Epidermis gibt, es durchaus denkbar ist, daß man irgendwo auch eine Prodermis finden kann. Im Internet jedenfalls kann man das nicht. Ich wenigstens nicht. Sollte ich diesbezüglich doch noch etwas in Erfahrung bringen, werde ich Sie davon benachrichtigen.

24.08.2003:
Wenn Sie aus Gründen, die mich nichts angehen, einmal zum Hautarzt müssen und Ihren Mitmenschen diese Gründe auch nicht mitteilen wollen, dann können Sie ja sagen, Sie wollen von sachkundiger Stelle Auskunft über die Prodermis einholen. Zur Not können Sie ja sagen, Sie tun das auf meine Anregung hin.

25.08.2003:
H-Dur hat mehr schwarze Tasten als weiße. Hat mich überrascht.

26.08.2003:
Grübchen sind neuerdings wieder nicht mehr so. Also schon noch, aber nicht so, daß man da jetzt extra, das geht auch so.

27.08.2003:
Die Feinstrukturkonstante ist dimensionslos, aber sie kommt damit ganz gut zurande.

28.08.2003:
Angeblich ist die Feinstrukturkonstante möglicherweise nicht ganz so konstant, wie man es erwarten darf, vielleicht hat sich da aber auch jemand vermessen. Wenn ich etwas erfahre, halte ich Sie auf dem Laufenden.

29.08.2003:
Das mit Prodermis wird nix mehr, aber es gibt eine Dermis, sozusagen dimensionslos. Darunter ist dann die, soweit ich informiert bin, Subcutis, dazwischen das Korium. Also ungefähr. Wenigstens haben Sie jetzt etwas, worüber Sie mit Ihrem Dermatologen plaudern können.

30.08.2003:
Neulich habe ich ermittelt, daß Bambus ein Gras ist. Das fand ich auch überraschend.

31.08.2003:
Erdbeeren, habe ich herausgefunden, sind keine Beeren, sondern Sammelfruchtstände der Gattung Rosaceen, die eigentlichen Früchte sind Nüßchen.

Tips für September 2003

01.09.2003:
Nur weil die Erdbeere eigentlich zu den Nüssen gehört, darf man zu ihr aber nicht Erdnuß sagen, wiewohl die Erdnuß keine Nuß ist, sondern eine Leguminose, wie zum Beispiel auch die Bohne. Mal Sehen, was Ihr Dermatologe dazu sagt.

02.09.2003:
Also, da war ich ja wieder ein bißchen voreilig! Jüngst habe ich Ihnen mitgeteilt, daß die Mathematiker darauf geeinigt hätten, die Quadratwurzel aus minus eins sei i. Noch dazu habe ich eingeräumt, das sei deren gutes Recht. Ich habe mich da dreistermaßen zur absolutionsfähigen Instanz aufgeschwungen, zumal in einem Bereich, in dem ich allergrößtenteils eigentlich erschütternd ahnungslos bin. Je nun; Felix Elmar Kramer läßt wissen, daß die Mathematiker sich keineswegs darauf geeinigt haben, die Wurzel aus minus eins sei i, sondern, daß im Bereich der komplexen Zahlen Mathematiker sich hüten von „der“ Wurzel zu sprechen, da man für die n-te Wurzel einer Zahl immer n Zahlen erhält, von denen keine ausgezeichnet ist. So spielen die verschiedenen n-ten wurzeln aus eins als Gruppe der Einheitswurzeln in verschiedenen Bereichen der Mathematik eine gewisse Rolle, und da die Eigenschaften dieser Gruppe - namentlich die Transitivität - mehr oder minder besagen, daß keine Element der Gruppe sich von anderen abhebt, kann man - so Kramer - davon ausgehen, daß es unmöglich ist, eine vernünftige und konsistente Vorschrift anzugeben, nach der „die“ n-te Wurzel aus einer Zahl aus dem Haufen der Kandidaten zu extrahieren sei. Polieren Sie Ihr bestes Weihegeschirr, und dann wissen Sie ja, was zu tun ist.

03.09.2003:
Jüngst war der Mars der Erde so nah wie zuletzt vor über fünfzigtausend Jahren. Wenn Sie wollen, suchen Sie sich ein Ereignis aus, das damit erklärbar ist.

04.09.2003:
Angeblich reicht Norwegen, wenn man es über seine Südspitze klappt, bis Rom. Ich glaube das einmal unbesehen, wer es überprüfen will, sollte vorher mit dem Norwegischen Königshaus und eventuell betroffenen Anrainern sprechen.

05.09.2003:
Elektrostatische Lautsprecher klingen toll, benötigen aber laststabile Endstufen. Ist so.

06.09.2003:
Die akademische Gemeinde ist von der Idee, in der laufenden Saison noch zu einer griffigen Theorie des menschlichen Geistes zu kommen, abgerückt und würde sich schon über eine kleine Arbeit über Hausmittel gegen Schluckauf im Kulturvergleich freuen. Lassen Sie sich nicht lumpen.

07.09.2003:
Man kann sich anhand der von uns als solche zu beobachtenden Pulsare ausrechnen, wie viele Pulsare es überhaupt gibt. Man kann aber auch darauf warten, daß das jemand anderer tut. Das machen ja auch die meisten.

08.09.2003:
Erörtern Sie mit einer Person, die Ihrem Lieblingsschalterbeamten hinreichend ähnlich sieht, ob die Idee, es gäbe Geheimwissenschaften, nur man erfährt halt nie, worum es dabei jetzt eigentlich genau geht, eine Merkmal von Gesellschaften mit einem Hoffnungsdefizit ist.

09.09.2003:
Wenn Sie, was ja sein kann, eine Geheimwissenschaft gegründet haben und dementsprechend - vermute ich wenigstens - auch wissen, worum es dabei geht, das aber nicht verraten dürfen, weil das in den Statuten so festgeschrieben ist, dann sind Sie vom gestrigen Tip natürlich ausgenommen, aber daran haben Sie vermutlich schon selbst gedacht.

10.09.2003:
Mein Zahnarzt hat mir jüngst eine Einladung geschickt, ich möge mir in absehbarer Zukunft wieder einmal wenigstens den Zahnstein polieren lassen. Finde ich nett, ich werde dem dementsprechend nachkommen. Wie Sie jetzt mit dieser Information umgehen, liegt bei Ihnen.

11.09.2003:
In einer sehr frühen babelusischen Denkschule wurde Holismus dadurch bewerkstelligt, daß man wohin ging, um Dinge herbeizutragen.

12.09.2003:
Angenommen, man kann zwei Laserstrahlen gleicher Wellenlänge exakt auf einer Geraden vereinen, aber gegenphasig, sodaß sie einander durch destruktive Interferenz auslöschen, was ja als Gedankenexperiment zulässig ist; stellen Sie ein paar Vermutungen darüber an, was dann mit der Energie, die ja eine Erhaltungsgröße ist, also nicht einfach verschwinden kann, was mit der Energie der zwei Laserstrahlen also passiert.

13.09.2003:
„Zwar“ gibt es sowohl als Bestätigung im Sinne von „und zwar“ als auch als Begriff, der im Rahmen einer Gegenüberstellung von etwa Sachverhalten Platz findet. Interessant.

14.09.2003:
„Hochkant“ ist Singen mit Kopfstimme. Muß nicht wahr sein, klingt aber logisch.

15.09.2003:
Wenn stimmt, was ich gehört habe, dann liegt das „a“ in der Norddeutschen Kirchenstimmung bei 453 Hz, was doch recht hoch ist. Die hatten damals nämlich beim Salzkochen soviel Holz verheizt, daß man beim Bau von Orgelpfeifen nicht verschwenderisch damit (mit Holz natürlich, Salz hatten die ja genug) umgehen konnte und man daher eher trachtete, kleinere Pfeifen zu bauen, die natürlich dementsprechend höher klangen. Das wollte ich Sie nur wissen lassen, weil es thematisch zu „hochkant“ paßt.

16.09.2003:
Eigentlich wollte ich Ihnen heute mitteilen, daß zwischen dem 13. und dem 14., dem 14. und dem 15. und dem 15. und dem 16. Oberton bis hin zum 20. Oberton jeweils ein Halbtonschritt mit Vollrechtsstatus liegt, was insoferne verwundert, weil die ja verschieden groß sind, und vermutlich mit dem Pythagoräischen Komma in einem Zusammenhang steht, bei dem ich die Laufrichtung einer Ursächlichkeit jetzt auch nicht genau angeben könnte. Das alles wollte ich im Internet noch einmal gleichsam nachschlagen, damit ich Ihnen nicht wieder einen Blödsinn andiene, indes: mein Browser hat sich - weiß ich nicht - hitzefrei genommen, jedenfalls tut er so gut wie gar nix, das aber erstaunlich langsam, zwischendurch entzieht er sich grußlos dem Hier und Jetzt und spielt wahrscheinlich mit dem Debugmodus Maumau, oder er hält seine Füße vor den Lüfter und freut sich, wenn’s stinkt. Wie dem auch sei; obertonmäßig haben Sie von meiner Seite aus heute frei, sollte ich diesbezüglich doch noch etwas in Erfahrung bringen, weiß ich ja, wo ich Sie erreichen kann.

17.09.2003:
O namenlose Freude. Mein Browser tut’s wieder. (Soeben habe ich mich von der Plattheit der Formulierung, daß mein Browser jetzt wieder braust, nämlich durch’s Netz, wieder losgerissen.) Gleichviel; wer an dem gestern vorgestellten Problem mit den Halbtönen Interesse hat, der kann sich unter http://home.t-online.de/home/Joachim.Mohr.Rottenburg/musik_a.html gründlich kundig machen.

18.09.2003:
Mir ist heute ein Wort eingefallen, das in einer Welt, die zunehmend vermittelt wahrgenommen wird, in der Darstellung und Auslegung Soseinsstatus erlangen, eventuell Eingang in den Sprachschatz finden kann: Das Interpretat; die als Wirklichkeit verhandelte Auslegung eines Sachverhalts.

19.09.2003:
Die Hubblekonstante liegt nach dem letzten Stand der Erkenntnisse bei 70 Sekundenkilometer pro Megaparsec. Da kann man sich irgendwie nicht so viel drunter vorstellen, nicht einmal dann, wenn man weiß, was es bedeutet. Schade eigentlich.

20.09.2003:
Wenn Sie an der Theke im Eissalon unschlüssig sind, dann bestellen Sie einfach einmal einen kleinen Becher Simbabwe, Mahagoni und Tarantella. Die entstehende Stille verschafft Ihnen sicherlich etwas Zeit.

21.09.2003:
Oligophrenie klingt netter als es ist. Kann man beim Griechen bestellen, wird man aber nicht bekommen.

22.09.2003:
Beziehungsgespräche werden interessanterweise meist dort gesucht, wo die Aussicht, sie zu finden, minimal ist.

23.09.2003:
In Monaten, deren Name als Zahlenfolge codiert relativ prim zum übernächsten ist, kann man Fisch essen. Manchmal ist das nicht ganz so vernünftig, weil es da irgendwelche Gründe dagegen gibt.

24.09.2003:
Als Faustregel kann man sagen, daß Fische, die man auch quer essen könnte, in das gestern erwähnte Gebot fallen, vorausgesetzt, es ist kein Widerspruch zu Bauernkalendern feststellbar. Nördlich von größeren Gebirgszügen muß man das ein bißchen adaptieren.

25.09.2003:
Jüngst habe ich mit Ihnen meine Beobachtung geteilt, daß H-Dur mehr schwarze als weiße Tasten hat. Elmar Drabek hat mir geschrieben, daß dies nicht auf die Gänserndorfer Kirchenorgel (und, wie ich vermute, diesbezüglich baugleiche Orgeln) zutrifft, bei der die Manuale gleichsam ein farbliches Negativ einer herkömmlichen Klaviatur sind. Überdies sei, was ich nicht überprüft habe, das H lange Zeit ohnehin ziemlich verboten gewesen. Vermutlich wegen dem Diabolus im musica, also dem Tritonus. Prost.

26.09.2003:
Im Barbershop-Gesang gibt es kein Parallelenverbot, allerdings ist der Vorhalt verpönt. Nix gibt’s umsonst.

27.09.2003:
Wenn Sie in Gesprochenem und Geschriebenem das Wort Globalisierung vermeiden können, tun Sie’s. Gilt auch für Anführungszeichen.

28.09.2003:
Man kann die Sache mit Schrödigers Katze, wenn man will, so interpretieren, daß da das Bewusstsein das Sein bestimmt. Aber wahrscheinlich sollte man da sehr darauf achten, vor wem man das tut. Quantenmechaniker und Tierschützer würde ich dafür als Publikum ausschließen.

29.09.2003:
Mit „konzeptionelle Verfaßtheit“ - schlau platziert - läßt sich in Gesprächen mächtig Wind machen.

30.09.2003:
In Gesprächen, die etwa Stoffwechselprozesse des Nachwuchses oder Zylinderkopfdichtungen zum Gegenstand haben, kann man, wenn man „konzeptionelle Verfaßtheit“ als einen zu bedenkenden Aspekt - auch noch so elegant - fallen läßt, eher kaum punkten.

Tips für Oktober 2003

01.10.2003:
Das mit den Wurzeln, hat mich Martin Goldstern wissen lassen, kann man noch ein bissi nachjustieren. Gerade nämlich die Einheitswurzeln; Da isses nämlich so, daß, wenn man die vierten Einheitswurzeln betrachtet, also 1,-1, i und -i, dann sind i und -i als „primitive“ Einheitswurzeln schon ausgezeichnet, indem ihre Potenzen (soll heißen Potenzen mit Exponent 1, 2, 3, usw.) bereits jeweils alle vierten Einheitswurzeln ergeben: i zum Quadrat ist -1, i zur Dritten ist -i, i zur Vierten ist 1, -i zum Quadrat ist -1, -i zur Dritten ist i und -i zur Vierten ist 1. -1 hingegen können Sie hoch wasSiewollen nehmen, da wird ein i nicht rauskommen, das langt gerademal für -1 und 1. Und 1 ist da ganz schwach, das kommt überhaupt nicht vom Fleck, das bleibt einfach 1. Vielleicht haben Sie im Weinkeller ja noch ein Faß Chateau Imaginaire; jetzt wäre ein guter Anlaß, einen Humpen davon auf das Wohl von Martin Goldstern zu leeren.

02.10.2003:
Denken Sie sich - sagenwirmal - zehn große Themen aus. Die angepeilte Gewichtsklasse liegt bei „ewige Menschheitsfragen“.

03.10.2003:
Fragen Sie heute mit Menschen, denen Sie zutrauen, große Themen benennen zu können, was denn deren Liste großer Themen so enthält und vergleichen Sie das mit Ihrem gestern erstellten Katalog. Möglicherweise kommt dabei etwas Interessantes heraus.

04.10.2003:
Angeblich sind die Sachen, die rechts unten in der Taskleiste stehen, also genauso genommen die Sachen, die dadurch repräsentiert werden, verantwortlich dafür, daß mein Rechner so langsam hochfährt. Wart ich halt. Das ist jetzt nicht wirklich ein Problembericht, aber wenn ich Ihnen nur schreibe, was bei meinem Rechner nicht geht, und was schon geht, dann, denke ich, ist das Bild nicht vollständig, wenn Sie nicht hin und wieder erfahren, wenn etwas eher nicht so wahnsinnig toll, aber im Grunde doch irgendwie geht.

05.10.2003:
Alexander hat es geschafft, daß mein Rechner wieder schnell hochfährt, und er hat dazu nicht einmal die Sachen, die rechts unten in der Taskleiste repräsentiert werden, entfernt. Ich möchte nun keineswegs in den Geruch kommen, die Volksgesundheit unterschwemmen zu wollen, aber Alexander hat sich einen Toast mit Trinkspruch in wenigstens klassischem Versmaß redlich verdient.

06.10.2003:
Jüngst habe ich dem Radio entnommen, daß das Institut für transakustische Forschung gegründet wurde, um zu erforschen, was Transakustik ist. Bislang, so mein Radio weiter, hat man allerdings noch nicht herausgefunden, ob es Transakustik überhaupt gibt. Je nun; babelusische Grüße und weiterhin frohes Forschen!

07.10.2003:
Die rege Anteilnahme, die meine Tips erfahren, freut mich, zumal ich dadurch unentwegt dazu lerne. Jüngst habe ich Ihnen mitgeteilt, daß Erdbeeren keine Beeren, sondern Sammelfruchtstände aus der Gattung der Rosaceen wären. Das ist zwar kein haarsträubender Unsinn, aber nicht ganz korrekt; Florian Madertoner möchte darauf hingewiesen haben, daß die Erdbeeren nicht aus der Gattung sondern aus der Familie der Rosaceen stammen, und zur Gattung der Fragaria gehören. Armin Staffler kann mit der Zusatzinformation, daß die Tomate eine Beere - also so gesehen ein Obst ist -, beispringen. Da kann man wieder einmal sehen! Ein kleiner geht noch.

08.10.2003:
Armin Staffler hat mit seinen Freunden Fauli, Tauti und Andi gemeinsam - und das Monate, bevor ich dieses Phänomen (ein zu großes Wort dafür) bei Norwegen zur Sprache gebracht habe - eine Liste von Ländern erstellt, die, wenn man sie an einem gewissen Punkt ihrer Grenze spiegelt, bis Rom reichen. Das können Sie auch ausprobieren, vielleicht aber mit eigenen Freunden, da schonen Sie den Terminkalender von Armin Stafflers Freunden.

09.10.2003:
Mein Rechner kennt meine Soundkarte nicht. Also, nicht oft. Ich werde mir aus den Bits, die im L2Cache von der Kante geschubst worden sind, ein hochwirksames Grüß-Gott-Protokoll für maulfaule Hardware spleißen und dem Rechner in einen passenden Interrupt pfriemeln. Wenn das nix nützt, muß ich mir was anderes einfallen lassen.

10.10.2003:
Gehen Sie wieder einmal an die Börse, wischen Sie dort mit dem Finger über ein Fensterbrett, zupfen Sie ein paar Fußmatten zurecht und schaun Sie recht streng. Überprüfen Sie am nächsten Tag in den Börsennachrichten, ob das eine Wirkung gehabt hat, wenn nicht, können Sie das ja wiederholen.

11.10.2003:
Nach neuesten Schätzungen stehen an dem blauen Himmelszelt siebzig Trillionen Sterne. Daß sie dort nicht stehen, wenigstens nicht im engeren Sinn, daß das sichtbare Universum als Himmelszelt nicht wirklich zutreffend beschrieben ist, und genau genommen auch nicht wirklich blau, kann man der Poesie zuliebe vernachlässigen. Dann ist die genaue Anzahl aber eigentlich auch wurscht.

12.10.2003:
Überlegen Sie, warum Feuer nicht zu den Lebewesen zählt; immerhin bewegt es sich eigenständig, hat einen Stoffwechsel, braucht Nahrung und Luft und es vermehrt sich.

13.10.2003:
Ich bin der Verständnislosigkeit, die mein Rechner der Soundkarte entgegenbringt, nachgegangen und zu dem dringenden Verdacht gelangt, daß die jüngst eingebaute TV-Karte offenbar dem Computer beim Hochfahren in den Zählappell rülpst, und damit das „Hallo“ der Soundkarte übertönt.

14.10.2003:
Ich kann mir jetzt aussuchen, ob ich die TV-Karte im Rechner lasse, wodurch ich zwar keine Musik machen kann, aber beim Fernsehen auch nix höre, oder sie herausnehme, somit die volle Kapazität der Soundkarte nützen kann und damit auf den ohnehin nur halben Fernsehspaß verzichte. Die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, von denen eine sich ausschließt, weil sie komplett sinnlos ist, und die andere Möglichkeit nüchtern betrachtet nur so lustig ist, wie Schadensbegrenzungen halt sind. Ich glaube, sowas ist ein Semilemma.

15.10.2003:
Gelöst! Eigentlich habe ich ein bißchen damit spekuliert, daß meine TV-Karte sich durch die Ankündigung ihrer Extraktion beeindrucken läßt, wie weiland mein Drucker, aber nix! Die war bockig bis zum Schluß. Ich habe ihr sogar einen neuen Slot angeboten, aber sie hat dort genauso genauso geholzschuht. Jetzt ist sie weg, und meine Soundkarte tut wieder.

16.10.2003:
Einen geschenkten Gaul kann man durchaus zum Wasser führen. Wie das dann steuerlich ist, fragen Sie am besten Ihren Finanzminister.

17.10.2003:
Man kann sich kundig machen, was das internationale Seerecht zu Pferden grundsätzlich zu sagen hat.

18.10.2003:
Die Schallgeschwindigkeit ist luftdruckunabhängig. Besprechen Sie mit jemandem, dem Sie eine Schalterbeamtenkarriere zutrauen, ob das auch für Versuchsanordnungen gilt, bei denen der Luftdruck so gering ist, daß ein Zusammenstoß zweier Luftpartikel ziemlich unwahrscheinlich ist.

19.10.2003:
Wenn Sie nicht gerade mit Michi telephonieren, können Sie ja überlegen, ob Ihnen noch einfällt, was Thixotropie ist, wozu man einen Phasenkorrelationsgradmesser braucht, oder was im Verhältnis zu Schubspannung Viskosität ergibt.

20.10.2003:
Ich möchte mich zwischendurch einmal bei allen, deren E-mails ich nicht beantwortet habe, entschuldigen.

21.10.2003:
Pro Tag bekomme ich ungefähr fünfzig Benachrichtigungen zugesandt, daß ein Mail, das ich aber interessanterweise nicht abgeschickt habe, unzustellbar ist. Aha. Offenbar hat die Elektropost ein erhebliches Alkoholproblem. Seltsam, wie sich manche Muster aus der Realwelt ins Virtuelle übertragen.

22.10.2003:
Möglicherweise verwendet jemand meinen Rechner als Spamschleuder. In diesem Fall wären die Elektropost und ihre Beschäftigten vom Verdacht des ungebührlichen Alkoholabusus befreit. Seltsam ist, daß ich in meinen gesendeten Objekten aber keinen Hinweis darauf finde, daß die Mails, die mir als unzustellbar zurückgesandt werden, von meinem Rechner je abgegangen wären. Vielleicht ist aber jemand so schlau, daß er meinem Mail-Programm das verheimlichen kann, daß es für Werbung von irgendwas benutzt wird. Dann ist aber nicht einsichtig, daß jemand, der so schlau ist, pro Tag - gestern waren es tatsächlich 170 - solche Mengen an Post an Adressen schickt, die es nicht gibt. Seltsam.

23.10.2003:
Die Mitteilungen, daß Post, die ich nicht abgeschickt habe, nicht angekommen ist, enthalten jeweils ein Attachement, das ich aber in Wahrung des Postgeheimnisses nicht öffne. Da fügt sich Anstand in Vorteil, weil das möglicherweise genau genommen Attackments sind, die, einmal geöffnet, meinem Computer ins ohnehin weitgehend erschütterte Gemüt greifen und ihn dazu bringen, beim Verlag des Germanischen Lloyd achtundsiebzig gebundene Ausgaben des Internationalen Seerechts zu bestellen, oder mit dem Zentralrechner der Universität von Khartoum um meine Stromrechnung Maumau zu spielen. Ich wird’s nie erfahren. Is auch gut so.

24.10.2003:
Seit, ich weiß nicht wer, mich ausgiebig davon unterrichtet, daß es im Versandwesen der Elektropost offenbar schwere Verscherungen gibt, erhalte ich interessanterweise keine Angebote mehr, Körpermodifikationen vornehmen zu lassen. Auch das is gut so.

25.10.2003:
Eine interessante Wendung in dem Derrangement, das mein Mailprogramm als erweiterte Solonummer seit geraumer Zeit vorlegt; das mir von Lesern meiner Tips dankenswerterweise empfohlene Programm, das unerwünschte Werbebotschaften außen vor halten soll, wird mittlerweile grußlos umgangen - von vierhundert (ich hab in letzter Zeit nur sporadisch Post aufgemacht) Mails wurde kein einziges in den elektronischen Makulaturbehälter geworfen - und die WirkonntenIhrmailnichtzustellen,ambestensehnSiesichdasselberan-Benachrichtigungen werden um das, was sie nicht abgenommen haben, über die Maßen mit den bekannten Hinweisen auf die Möglichkeit, sich völlig sinnfrei um Geld und Gesundheit zu bringen, aufgestockt. Das ist weniger gut.

26.10.2003:
Wenn es stimmt, daß das Universum sich bei jeder Entscheidung aufspaltet in eines, in dem die eine Möglichkeit und ein anderes, in dem eben die andere Möglichkeit mit daraus resultierenden Konsequenzen manifest wird, und makroskopische Abläufe Zeitsymmetrisch sind, dann bietet diese Vielweltentheorie nicht nur eine Unsumme von möglichen Zukünften, sondern auch von Vergangenheiten, die zu dem momentan von mir wahrgenommenen Universum geführt haben sollten. Irgendwie unübersichtlich.

27.10.2003:
Ich schätze einmal ich habe gestern in gewisser Weise gegen meinen Tip vom 23. 7. verstoßen. Um das ein wenig zu entschärfen, seien alle Naturwissenschafter gehalten, das nicht als Diskussionseröffnung zu sehen. Natürlich freue ich mich über Zuschriften, zumal über qualifizierte, aber wer auf das gestern an dieser Stelle Geschriebene antwortet, sollte wissen, daß er das auf eigenes Betreiben hin tut. Wenn ich mit meiner gestrigen Vermutung richtig liege, dann kann ich da sowieso nix machen.

28.10.2003:
Verletzlichkeit ist eine Eigenschaft, die man jetzt nicht so unbedingt haben muß; ohne ist es lustiger.

29.10.2003:
Außer Links- und Rechtsscheitel ist theoretisch auch ein Außen- und ein Innenscheitel denkbar. Hab ich ausprobiert, sieht aber nicht so toll aus; kann man bleiben lassen.

30.10.2003:
Klaus Besumke fehlt die schwere Lyrik, ihm scheint die reine Lehre schwierig. Gedichte in Mundart hätt er, sagt Besumke hundert Meter.

31.10.2003:
Man sollte wieder Spargeschenke einführen. Mir hat das damals jedenfalls sehr gefallen.

Tips für November 2003

01.11.2003:
Das mit dem Luftdruck und der Schallgeschwindigkeit ist nicht so ganz geklärt; manche sagen so, andere behaupten dazu Widersprüchliches. Am besten probieren Sie das mit einem Sack dicker Luft und einer sehr genauen Uhr in einem Druckkochtopf selbst aus.

02.11.2003:
Es hat ja einmal jemand die Frage gestellt: angenommen, im Wald fällt ein Baum um, und es ist niemand da, der das beobachtet; macht der Baum dann beim Umfallen ein Geräusch? Also, da gibt es ein paar Möglichkeiten, darauf zu antworten.

03.11.2003:
Wenn wir einen Wald annehmen, dann ist das wohl ein herkömmlicher Gebrauchswald mit Eigenschaften, wie sie ein Wald halt so hat; zu diesen Eigenschaften zählt, daß die Physik dort in den bekannten Gesetzen funktioniert. Das schließt ein, daß die mechanischen Prozesse, die bei Materialbruch ablaufen, Schallereignisse hervorrufen. Es sei denn, wir weisen dem Wald besondere Eigenschaften zu, wie zum Beispiel, daß umfallende Bäume dort kein Geräusch verursachen; dann stellt sich aber die Frage nicht, ob er ein Geräusch macht.

04.11.2003:
Angenommen, im Wald fällt ein Baum um, und jemand anderer ist da, der das beobachtet. Der hört zwar, daß der Baum dabei ein Geräusch macht, aber er verrät es mir nicht. Darf ich dann sagen, der Baum wäre lautlos umgefallen?

05.11.2003:
Angenommen, im Wald fällt ein Baum um, und es gibt nur drei Zeugen dafür; einer ist stumm, einer ist taub und der dritte ist blind. Nur einer von den dreien beherrscht die Gebärdensprache. Ist der Baum jetzt lautlos umgefallen, oder ist da vielleicht gar nichts umgefallen, und es war nur ein Geräusch, oder war da gar nix?

06.11.2003:
Wenn Ereignisse von ihrer Wahrnehmung abhingen, dann wäre Erkenntnis nicht möglich.

07.11.2003:
Pizza macht durstig.

08.11.2003:
Louis Armstrong hat angeblich die Dynamikangabe mp, also mezzo piano mit „mighty powerful“ übersetzt. Es bedeutet aber „mit halbem Klavier“. „Forte“ hingegen heißt „wo anders“.

09.11.2003:
„Andante con Brio“ heißt „ Etwas mit Weichkäse an weibliche Verwandtschaft aus der Elterngeneration schicken“.

10.11.2003:
Erstellen sie ein Diagramm. Sowas sieht meistens gut aus.

11.11.2003:
Angenommen, Sie haben gestern mit Ihrem Diagramm nur die Koordinaten geschafft, weil Ihnen nichts eingefallen ist, was Sie in Beziehung zu einander setzen wollen. Erstellen Sie ein Diagramm zu folgender Anordnung: Zeit wäre tatsächlich Geld, wenigstens in solches eindeutig umrechenbar. Ein Auto fährt von - sagenwirmal - A nach B. Ein voller Tank, der natürlich auch Geld kostet, macht das Auto schwerer, was, insbesondere bei größeren Geschwindigkeiten einen erhöhten Treibstoffverbrauch zur Folge hat. Entlang der Strecke gibt es beliebig oft die Möglichkeit, zu tanken, was natürlich nicht nur Geld sondern auch Zeit kostet. Wenn das Ziel nicht in einer gewissen Zeit erreicht wird, ist eine Strafzahlung in bestimmter Höhe fällig. Wählen Sie nun ungeachtet der physikalischen Realität die Zahlen in diesem Beispiel so, daß Sie es sieben Mal mit verschiedenen Zahlen - die betreffenden Werte sollten sich dabei wenigstens ein Mal mindestens um den Faktor 2 voneinander unterscheiden, wobei die Höhe der Strafzahlung allerdings immer gleich bleibt - durchrechnen können und dabei jedes Mal zum selben Ergebnis gelangen. Das können Sie dann vielleicht in ein Diagramm bringen.

12.11.2003:
Ich habe jetzt einen Wechseldatenträger für meinen Laptop, damit ich auch unterwegs Tips schreiben kann. Wenn Sie das lesen können, hat er funktioniert.

13.11.2003:
Recht dünn klingt der Befehle Ton übers Schnurlostelephon.

14.11.2003:
Man kann mit Kartenlegen Geld verdienen, obwohl Kartenstellen wesentlich schwieriger ist. Hab ich ausprobiert.

15.11.2003:
Mein Wechseldatenträger funktioniert übrigens nicht wirklich. Aber ich habe die Hardware mit Wetware überlistet und hab mir einfach gemerkt, was ich Ihnen schreiben wollte. Ich könnte natürlich auch ein Netzwerk einrichten zwischen meinem Laptop und meinem Standrechner, aber ein Netz mit lediglich zwei Knoten kollidiert mit meinem Sprachgefühl, wiewohl ich weiß, daß sowas graphentheoretisch zulässig ist. Außerdem ist der Umstand, daß ich da dann den Starrsinn des einen Rechners auf die Bocksbeine des anderen stelle, nichts, was problemloses Arbeiten verheißt.

16.11.2003:
Möglicherweise ist die Sache mit meinem Wechseldatenträger eine Art abseitiger Wortwitz von meinem Rechner; es ist ja nicht gesagt, was beim Wechseldatenträger wechselt. In meinem Fall ist es die Fähigkeit, Daten zu tragen, die wechselt zwischen „schon“ und „nicht“.

17.11.2003:
Rauchglasspiegel sind noch immer nicht schön. Sollte sich daran, womit eher nicht zu rechnen ist, etwas ändern, lasse ich Sie es wissen.

18.11.2003:
Ich weiß nicht, ob man sich ernsthafte Sorgen um den Zustand des Mittelstandswestens machen soll; jüngst habe ich eine E-mail bekommen, die mich darauf hinweist, daß ich gewonnen hätte. Ich soll eine bestimmte Seite anklicken und dann könne ich das, was ich gewonnen habe, in Empfang nehmen. Nun habe ich aber nirgendwo mitgespielt, wo ich etwas gewinnen hätte können. Beunruhigend ist nicht, daß es Menschen gibt, die solche Mails versenden, was mich nachdenklich stimmt, ist, daß die, die das tun, offenbar so vielen Leuten einreden können, daß sie bei etwas gewonnen hätten, wo Sie gar nicht teilgenommen haben, daß sich der Aufwand, diese Mails zu verfassen und zu versenden, lohnt. Also: Wie naiv - euphemistisch gesprochen - ist ein wie großer Anteil der Menschen, die in der „Bibliothek des einundzwanzigsten Jahrhunderts“ herumspazieren?

19.11.2003:
Der Saalwart mit dem Bauch verroht; verhängt der glatt ein Rauchverbot.

20.11.2003:
Ich will mit meinem Rechner nichts riskieren, wenn er blöd ist, komm ich mit dem Virenscanner.

21.11.2003:
Erfinden Sie eine literarische Kurzform. Hab ich probiert, geht ganz gut.

22.11.2003:
Neuerdings kann man dem Aufdruck auf Zigarettenpackungen entnehmen, daß Rauchen tödlich sein kann. Naja, da kann man nix machen. Es raucht ja niemand, weil das so gesund ist.

23.11.2003:
Wie auf Schienen zu fahren, ist für Autofahrer nicht sehr verheißungsvoll.

24.11.2003:
Ich habe mir neulich ein USB-Device gekauft. Funktioniert auch nicht. Schön, daß man sich noch auf ein paar Dinge verlassen kann.

25.11.2003:
USB steht interessanterweise nicht für „Unsagbar“.

26.11.2003:
Wer dringend einmal einen Papierstau braucht, darf sich gerne meinen Drucker ausborgen. Der macht das ziemlich zuverlässig. Dafür braucht der nicht einmal ein USB-Kabel.

27.11.2003:
Den hartleibigsten Konservativismus findet man gewöhnlich in der ehemaligen Avantgarde.

28.11.2003:
Stefan Hoeglinger hat anhand der aktuellen Hubblekonstante ausgerechnet, daß im intergalaktischen Bereich pro Sekunde bei jedem Meter 2, 268 Pikometer dazu kommen. Bei dem, was dort so an Metern herumliegt, kommt sicher auch ganz schön was zusammen. Da ist wieder ein Toast fällig.

29.11.2003:
Nach dem Chilischotenschneiden sollte man es unbedingt vermeiden, in der Nase zu bohren. Schon gar nicht in der eigenen.

30.11.2003:
Das mit den Grübchen hat sich wieder so einigermaßen beruhigt, dafür sind Sesselleisten und Legföhren angeblich nächste Saison wieder ganz stark im Kommen.

Tips für Dezember 2003

01.12.2003:
Überlegen Sie sich ein paar Sachen, die Sie jemandem zu dessen Verblüffung erzählen würden, wollten Sie von dieser Person als Hellseher angesehen werden.

02.12.2003:
Mit Behauptungen wie „ich sehe in deiner Kindheit einen kleinen Jungen, der dir etwas sagen will“ kann man sich - im richtigen Ambiente vorgetragen - durchaus als hellsichtig ausgeben.

03.12.2003:
Sätze wie „Ich spüre bei dir eine Sehnsucht nach Sicherheit“ oder aber genauso auch „ … nach Freiheit“ sind Sätze, die man schon einem Hydranten erzählen müßte, um sie nicht bestätigt zu bekommen.

04.12.2003:
Klären Sie mit dem Schalterbeamten Ihres Vertrauens, ob Werte einen Wert an sich darstellen.

05.12.2003:
Achill ist beim Überholvorgang auf die Schildkröte getreten, aber sie hat’s überlebt. Allerdings muß das Rennen wiederholt werden.

06.12.2003:
Verwenden Sie die Phrase „Obwohl, oder gerade weil …“ nur, wenn es unbedingt erforderlich ist.

07.12.2003:
Kochen Sie heute etwas Genreübergreifendes. Das darf ruhig ein bißchen fett sein.

08.12.2003:
Eigentlich sollte das klar sein, aber weil es im Fernsehen einmal anläßlich der Mondfinsternis, die der letzten bei uns beobachtbaren Sonnenfinsternis folgte, tatsächlich so bekannt gegeben worden ist, möchte ich nicht anstehen, folgende eher merk- als denkwürdige Feststellung abermals zu veröffentlichen: Beim Betrachten einer Mondfinsternis ist eine Schutzbrille nicht erforderlich.

09.12.2003:
Beim Betrachten von Finsternis ist eine Schutzbrille grundsätzlich nicht erforderlich. Es sei denn, es handelt sich um eine Sonnenfinsternis, aber das hat sich ja schon herumgesprochen.

10.12.2003:
Der Kontrabaß zählt eigentlich zu der Familie der Gamben. Wie gesagt; Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.

11.12.2003:
Wenn Ihnen so aus dem Stand nicht einfällt, wie das mit den Prokaryonten und den Eukaryonten so ist, geht’s Ihnen auch nicht anders als mir. Und wenn ich mich nur auf mein Rechtschreibeprogramm verlasse, weiß ich nicht einmal, ob ich das jetzt wenigstens korrekt geschrieben habe.

12.12.2003:
Sollten Sie sich kurz vor dem Aufwachen hypnopomp fühlen, seien Sie nicht beunruhigt, das ist absolut in Ordnung.

13.12.2003:
Bill Dickens hat sich einen neunsaitigen E-Baß bauen lassen. Das ist zwar schon eine Weile her, und gewöhnlich spielt er Siebensaiter, aber mich beeindruckt das immer noch.

14.12.2003:
Seltsamerweise ist „vergessen“ scheinbar leichter und geschmeidiger in poetische Zusammenhänge zu setzen, wenigstens dort häufiger anzutreffen, als „sich etwas merken.“

15.12.2003:
Wenn die Blumen, so Sie welche haben, schon gegossen sind, und Ihr Pflichtenheft gerade ein paar Leerzeilen aufweist, können Sie ja ein paar Gegensatzpaare suchen, bei denen ein Pol sehr, und der andere kaum oder gar nicht poetisch konnotiert ist.

16.12.2003:
Fernweh und Heimweh scheinen, ihrem Einsatz in Lyrik nach zu urteilen, gleichermaßen poetisches Potenzial zu bergen; anders hingegen Sehnsucht und Bedürfnislosigkeit.

17.12.2003:
Falls Sie demnächst wieder auf einem Amt zu tun haben, und dort den Eindruck gewinnen, das dortige Personal ist konversativ nicht ausgelastet, erörtern Sie mit einer dementsprechenden Person Ihrer Wahl, ob, wenn man einräumt, daß Wahrnehmung ein Interpretationsvorgang ist, nicht auch überlegt werden sollte, auf welcher Basis man einen axiomenfreien Rahmen schaffen kann, um das System, mit dem ein Konzept davon verfasst wird, was Interpretation nun so sei, einer Betrachtung bezüglich seiner Selbstabbildungsfähigkeit zu unterziehen. Oder Sie fragen einfach nach Ersttagsmarken.

18.12.2003:
Die Venus von Botticelli entsteigt keiner Venusmuschel, sondern einer Herzmuschel. Aber „Die Geburt von Herzilein“ hätte wahrscheinlich auch in der Frührenaissance nicht so toll geklungen.

19.12.2003:
Im Sumpf ist doch der größte Fund, wenn man ihn sucht, der feste Grund.

20.12.2003:
In Babelusien fand eine Theaterkultur in unserem Sinne nur für zwei Tage statt, die restliche Zeit verbrachte man damit, öffentlich zu diskutieren, ob das Bespielen einer bevorzugten Raumrichtung nicht gegen die Gesetze des Kosmos verstößt.

21.12.2003:
Das einzige in Babelusien jemals aufgeführte Theaterstück trägt den Titel „Zmurcht geht in eine Richtung“. In diesem Drama ohne Text geht der einzige Darsteller laut Buch „entlang einer gedachten möglichst geraden Linie soweit er kann, ohne sich umzudrehen.“ Das ist das erste Beispiel für ein Theaterstück mit offenem Ende, wenigstens ist keines verfasst worden.

22.12.2003:
Mein Laptop hat momentan einen Solopart in der Revue „Elektronische Geräte hutschen sich auf Gunkls Hauptnervenstrang“ übernommen. Jüngst hat er eine kleine Interpretation des Themas „Fuzzy ….“ gegeben; der Text, den ich auf meinem Wechseldatenträger gespeichert habe, wurde nur ab ungefähr der Hälfte auf den Bildschirm gebracht, das aber auch nur ein paar Zeilen, danach gab’s Seitenweise Kästchen und Sonderzeichen. Also, nicht einfach gar nicht, das ginge ja als digital irgendwie durch, sondern schon so, daß man annehmen kann, er weiß, wovon die Rede ist, aber er müßte ein bißchen mehr Lust haben, das zu machen.

23.12.2003:
Als unerbetene Zugabe bringt mein Laptop sehr gern die Nummer „Der verschwundene Treiber“. Ein Gerät, das über einen USB-Port Audio- und MIDI-Signale in den Rechner schaufeln soll, wird zwar als USB-Device erkannt, aber sonst passiert nix. Ich soll ihm einen Treiber dafür geben. Hab ich aber schon. Hat er irgendwie verschmissen. Jedes Mal. Ich glaube, ich werde mir ein geeignetes Hydraulik-Device suchen, und schauen, ob ich den Laptop noch ein bißchen flacher bekomme.

24.12.2003:
Heute habe ich einen echten Tip für Sie; zunächst muß ich meinem Tragerechner wohl ein bißchen Abbitte leisten. Das mit dem verschwundenen Treiber hat sich nämlich - genau genommen hat nicht es sich, sondern Robert Peres hat das - aufgeklärt. Und hier kommt der Tip im Sinne eines Ratschlags: Wenn Sie ein USB-Gerät installieren, und zwar auf einem Rechner, der mehrere USB-Ports hat, dann empfiehlt es sich, das Gerät immer an den Port anzustecken, den Sie beim Installieren benützt haben, sonst kennt der Rechner sich nicht so richtig aus. Seltsam, ist aber so. Ein Toast auf Robert!

25.12.2003:
Daß mein Laptop im Zuge der detaillierteren Konfiguration der Audio-Hardware außer einem bluescreenbegleiteten Absturz nichts zuwege gebracht hat, kann man im Eindruck der gestern erschlossenen Mysterien durchaus als kleinen Formfehler vernachlässigen.

26.12.2003:
Die akademische Gemeinde hat jetzt selbst eine Theorie des menschlichen Geistes entworfen, aber sie sagt, die geht niemanden etwas an.

27.12.2003:
Wer schielt, und immer fester schielt, braucht dringend eine Chesterfield.

28.12.2003:
Sollte Ihnen einmal die Zeit lang sein, dann können Sie ja versuchen, die längste Adresse im Internet zu finden. Sowas muß es ja eigentlich geben.

29.12.2003:
Da Sie, was das Erstellen einer Theorie des menschlichen Geistes angeht, ja ein bißchen entlastet sind, können Sie ja probehalber vier bis acht von einander unabhängige Kriterien für „Sein“ entwerfen.

30.12.2003:
Das Wort „Symmetrie“ ist nicht symmetrisch, dann wäre es nämlich ein Palindrom. Aber „Palindrom“ ist auch kein Palindrom.

31.12.2003:
„Akronym“ ist kein Akronym. Die allerwenigsten Wörter sind das, was sie benennen. Wenn Sie nicht gerade ein hexametrisches Dramolett über die Viskositätä von Baumharz verfassen, bleibt Ihnen vielleicht ein bißchen Zeit, Wörter zu finden, die das sind, was sie benennen. So wie zum Beispiel „Wort“ und „ Begriff“.

Tips für Jänner 2004

01.01.2004:
Man trinkt im Osten und im Westen Pünsche; zum neuen Jahr die besten Wünsche!

02.01.2004:
Lieder gibt es immer wieder.

03.01.2004:
Kelten gibt es eher selten.

04.01.2004:
Zimmer gibt es auch nicht immer.

05.01.2004:
Schlechte Angewohnheiten werden mit dem Alter manchmal schlimmer. Da kann man nix machen.

06.01.2004:
Das Ritual, den Lurch zu taufen, empfiehlt sich, vorher durchzulaufen.

07.01.2004:
Nur um Ihr Gedächtnis zu prüfen, können sie einmal kontrollieren, ob Sie noch wissen, was Tautochronie ist. Mein Rechtschreibeprogramm kann mit diesem Begriff jedenfalls schon recht leichtfüßig umgehen.

08.01.2004:
Ein Hohlkreuz zu machen ist manchmal gut, manchmal weniger. Fragen Sie Ihren Chiropraktiker.

09.01.2004:
Chiropraktiker kann man auch mit „y“ - also Chyropraktiker schreiben. Das ist ähnlich wie mit Ellypse oder Mysthik. Sieht besser aus, ist aber falsch.

10.01.2004:
Die Prokaryonten dürfen Sie auch als Prokaryoten schreiben. Der Wissenschaft ist es wurscht, und Sie sparen Tinte.

11.01.2004:
Das gestern an dieser Stelle Gesagte gilt natürlich, wie Sie sicher schon vermutet haben, auch für Eukaryonten.

12.01.2004:
Heute ist ein guter Tag, um sich Gedanken darüber zu machen, wofür dieser Tag geeignet ist.

13.01.2004:
Überlegen Sie heute, unter welchen Umständen eine eventuelle Beweiskraft eines Gedankenexperiments nachgewiesen werden kann, und wie aussagekräftig das Ergebnis dieser Überlegung dann ist.

14.01.2004:
Basteln sie heute ein Polylemma in Form eines Zirkelschlußes mit nicht weniger als vier Stationen.

15.01.2004:
Wenn Sie die gestern an dieser Stelle angebotene Aufgabe bewältigt haben, können Sie ja versuchen, eine Anordnung zu finden, die den gestrigen Kriterien entspricht und darüber hinaus in entgegengesetzte Laufrichtungen funktioniert.

16.01.2004:
Wenn man den Quintenzirkel einmal durch macht, kommt man irgendwann zu His-Dur. Das hat wahnsinnig viele Vorzeichen, aber, vorausgesetzt man ist nicht eben an der Gänserndorfer oder einer diesbezüglich baugleichen Orgel zugange, nur weiße Tasten.

17.01.2004:
Wer den Quintenzirkel in die andere Richtung durchmacht, kommt irgendwann zu Deses-Dur. Das kann man mit einem Ausflug nach Gänserndorf verbinden, und mit dem dortigen Orgelwart mächtig was über enharmonische Verwechslungen vom Leder ziehen.

18.01.2004:
Das mit dem Hohlkreuz, habe ich mir sagen lassen, hat auch sehr viel damit zu tun, ob man dabei die Knie durchgestreckt hat oder nicht. Zwischendurch immer wieder einmal atmen und Feuchtigkeit aufnehmen, da können Sie nicht viel falsch machen.

19.01.2004:
Das mit dem Hohlkreuz muß man natürlich ganzheitlich sehen. Ohne ganzheitlichen Ansatz bringt das überhaupt nix.

20.01.2004:
Der Name Albatros leitet sich von „alcatraz“ ab, das ist Portugisisch für „Schöpfeimer“. Hat vermutlich nichts mit dem Aussehen zu tun. Wer mag, kann dem nachgehen.

21.01.2004:
Eine Rose ist eine Rosoidea ist eine Rosacea. Also, botanisch gesehen.

22.01.2004:
Wenn ich wüßte, wie die Dikotyledonen und die Angiospermen in der Einzahl heißen, hätte ich Ihnen das in der gestrigen Betrachtung, was eine Rose so alles ist, mitgeteilt. Hab ich aber nicht rausbekommen. Schade, eigentlich. Das hätt was hergemacht. Frau Stein wäre stolz auf mich gewesen.

23.01.2004:
Überlegen Sie, ob es im Rahmen einer mehrwertigen Logik möglich ist, diese eindeutig von zweiwertiger Logik zu trennen.

24.01.2004:
Wiewohl sich der Begriff „Passacaglia“ aus „pasar“ für „gehen“ und „Calle“ für „Straße“ zusammensetzt, ist eine Passacaglia kein Marsch. Scheint mir seltsam.

25.01.2004:
Jüngst kam mich die Idee an, als Begleitmusik für „Mit dem Hund Gassi gehen“ eine Passacaglia zu komponieren.

26.01.2004:
Ich kann jetzt auf meinem Computer Mehrspuraufnahmen machen. Sogar in Audio. Vermutlich macht der das irrtümlich und weiß gar nichts davon. Ich trau mich gar nicht, ihn auszuschalten; beim nächsten Hochfahren ist ihm das möglicherweise peinlich, dann gibt’s für drei Wochen wieder nur Rechtschreibung bei Wasser und Brot.

27.01.2004:
Besprechen Sie mit dem Tonmeister Ihrer Wahl, warum zum Beispiel beim Walzer von Dreivierteltakt die Rede ist; so, als fehlte in jedem Takt ein Viertel. Da die Takte aber vollständig sind, nur eben in drei statt in vier Schläge unterteilt, müßte man doch eigentlich Dreidritteltakt sagen. Sollen. Können. Dürfen. Oder so. Am besten, Sie fragen selbst.

28.01.2004:
Man kann, wenn sonst alle Themen erschöpfend behandelt sind, besprechen, ob Orthopedie eher die Wissenschaft vom rechten Fuß ist, oder sich vornehmlich mit der Lokalisation der unteren Gliedmaßen befaßt. Kann man auch bleiben lassen und einfach schweigend warten, bis das nächste Thema vorbeiweht.

29.01.2004:
Die akademische Gemeinde hat mich jüngst einen Vorabdruck ihrer Theorie des menschlichen Geistes lesen lassen; Also, das hätten Sie auch hinbekommen.

30.01.2004:
„Rechtsdrehend“ ist oft eine Frage der Perspektive.

31.01.2004:
Der Darsteller des Zmurcht aus dem einzigen Theaterstück Babelusiens wurde in Alkmenischen Chroniken vorübergehend erwähnt.

Tips für Februar 2004

01.02.2004:
In Japan gibt es einen Tee, der ist bei irgendwelchen Beschwerden gut. Kann aber auch China sein, da möchte ich mich nicht so festlegen. Ist jedenfalls kaum zu bekommen. Möglicherweise ist das auch gar kein Tee. Schmeckt angeblich auch nicht so toll.

02.02.2004:
Früher, also, ich weiß nicht, wie das heute ist, aber früher, wenn man in der Apotheke Wermuthtee gekauft hat, stand auf der Packung „Zuckern zwecklos“. Ich hab’s ausprobiert, und es stimmt.

03.02.2004:
Wermuthtee hilft auch gegen was, weiß ich aber jetzt nicht so genau, gegen was, mit Diabetes hat es vermutlich nix zu tun.

04.02.2004:
Wermuth gibt’s auch ohne „h“, ist aber wahrscheinlich das Selbe. Heißt dann auch Absinth, Bitterer Beifuß, Magenkraut oder Wurmtod. Sollte weder im Über- noch im Regelmaß zu sich genommen werden, das ist dann angeblich nicht so gesund. Hin und wieder kann man statt dessen ja ein Häferl voll nach Japan oder China tragen, die freuen sich bestimmt.

05.02.2004:
Besprechen Sie mit dem Physiker Ihrer Wahl, was mit einem Lichtsignal geschähe, das kürzer ist als die Wellenlänge des dabei verwendeten Lichts.

06.02.2004:
Italienische Internetseiten funktionieren überdurchschnittlich oft nicht. Kann ich mir jetzt nicht erklären, warum das so ist, ist aber so.

07.02.2004:
Es hat sich möglicherweise schon herumgesprochen, aber es ist doch bemerkenswert, daß die Raumzeit nach letzten Beobachtungen nicht gequantelt ist. Vermutlich war sie das vor den letzten Beobachtungen auch schon nicht, nur hat man das halt nicht so genau gewußt.

08.02.2004:
Wenn Sie an einer Theorie der Quantengravitation gearbeitet haben, die ohne Quantelung der Raumzeit auskommt, sind jetzt sie aber fein raus. Vorausgesetzt natürlich es wird da diesbezüglich nix mehr herausgefunden. Wovon man aber nicht unbedingt ausgehen sollte.

09.02.2004:
Mauerdübel halten nicht unbedingt. Auch das ist - ähnlich wie die Sache mit Gleitreibung und Haftreibung - eine Information, an die man auch empirisch kommen kann, aber so ist das bequemer.

10.02.2004:
Die Sprache der Basken heißt Euskara. Das zu wissen macht das Studium der Sprache aber auch nicht leichter.

11.02.2004:
Besprechen Sie mit einem Philologen oder einem Tunnelbauingenieur oder einem Elektrotechniker Ihres Vertrauens, ob man Tübbinge als Röhrenverstärker bezeichnen darf.

12.02.2004:
Neulich war wieder ein Schwendtag. Soferne Sie kein Stück Land besitzen, das Sie da nicht gerodet haben, haben Sie nix verpaßt. Geht ja auch so.

13.02.2004:
Die Sache mit dem Tee vom ersten dieses Monats hat sich geklärt; es ist doch Japan, und es ist ein Tee, und der hilft tatsächlich bei irgendwas. Der Geschmack ist eher nicht so, aber der Tee ist schwer zu bekommen, hält sich auch nicht lang. Kann man insgesamt auch ohne.

14.02.2004:
Sollten Sie Scholastika heißen, hatten Sie jüngst Namenstag; nachträglich alles Gute! Allen Cyrills und Methods das gleiche, nur aktuell.

15.02.2004:
Der Unterschied zwischen Kachelöfen und Ölöfen ist vor allem der, daß erstere seltener mit französischen Schülern verwechselt werden.

16.02.2004:
Vor nicht allzu langer Zeit war der Begriff „Reproduktionstechnik“ Ausschließlich im graphischen Gewerbe zu finden. Heute ist das auch eine Anlaßerstellung zur Geburtenhilfe.

17.02.2004:
Mit dem Begriff „Rohling“ verbindet man heute auch nicht nur Zeitgenossen, die eine Bereitschaft zu unbotmäßiger Gewaltausübung haben.

18.02.2004:
Besprechen Sie, wenn Sie das nächste Mal Blumendraht kaufen, mit irgendjemandem, ob, wenn Information ein Maß für Ordnung ist, ob das Universum durch die in den letzten Tagen an dieser Stelle beschriebenen Begriffsverbreiterungen jetzt mehr oder weniger unordentlich geworden ist.

19.02.2004:
Lucas Klausner hat mir jüngst ein Link geschickt, in dem über zweitausendfünfhundert merkwürdige Punkte eines beliebigen Dreiecks besprochen werden. So wie Inkreismittelpunkt und Umkreismittelpunkt und halt noch ungefähr zweitausendvierhundertachtundneunzig andere. Also: nur für Sammler: http://faculty.evansville.edu/ck6/encyclopedia/ETC.html Wenn Sie mit Sekt auf Lucas Klausner anstoßen, können Sie ja die Sektflöte von der Seite näherungsweise als Dreieck sehen und den aufsteigenden Bläschen Punkte zuordnen. Jetzt wissen Sie ja, wo Sie nachschauen können, was das für Punkte sind.

20.02.2004:
Man muß nicht blind sein, um zu lieben.

21.02.2004:
Die akademische Gemeinde hat ihre Theorie des menschlichen Geistes wegen methodischer Mängel wieder zurückgezogen; es sollte nämlich der Gegenstand einer Untersuchung nicht das ausführende Organ eben dieser Untersuchung sein. Wird schwierig.

22.02.2004:
Es gibt eine ziemliche Latte von Dingen, die man bei Jahreswechsel tun sollte, oder auch gerade nicht. Aber bis dahin haben wir ja noch Zeit.

23.02.2004:
Erörtern Sie mit dem Optiker Ihres Vertrauens, was, wenn es das gäbe, Cisparenz wäre.

24.02.2004:
Sollten Sie gestern bezüglich der Cisparenz zu einem überzeugenden Ergebnis gekommen sein; ab nach Stockholm, und einen Nobelpreis einfordern. Literatur oder Physik, das können sie sich aussuchen.

25.02.2004:
Geologisch gesehen gibt es keine Wasseradern.

26.02.2004:
Bei Bromelien kann man jetzt wieder. Technologiewerte befeuchten, hin und wieder bei der Dudenredaktion mit ein paar Neologismen reinklotzen, Pferd flach halten, dann darf man da schon.

27.02.2004:
Suchen Sie heute ein mittlhochdeutsches Wort für Gelegenheiten, in denen Sie sowas gebrauchen können.

28.02.2004:
Suchen sie heute ein mittelhochdeutsches Wort für „Phasenlage.“

29.02.2004:
Linz ist hie und da wie Graz, Ionentauscher machen Gravitation.

Tips für März 2004

01.03.2004:
Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, dann sehen Sie den gestrigen Tip weniger unter wissenschaftlichen als mehr unter literarischen Gesichtspunkten. Halten Sie für dieses Unterfangen ein Divis griffbereit.

02.03.2004:
Martina Rauchenberger hat sich unter Aufbietung grundsätzlicher Altgriechischkenntnisse mit der korrekten Ineinzahlsetzung von Angiospermien und Dikotyledonen verdient, daß auf sie mit altem Metaxa angestoßen wird.

03.03.2004:
Wenn Sie eventuell Schauspieler sind und eine darstellerische Herausforderung suchen, dann probieren sie doch jemanden darzustellen, der vorgibt, schlecht zu lügen.

04.03.2004:
Neulich war wieder Superbowl. Sehr aufwendig gemacht. Und auch sonst. Kann man nix sagen. Auch recht spannend. Eine Mannschaft hat ja dabei sogar gewonnen.

05.03.2004:
Christian Stenger ist dem Tip vom 5. Februar nachgegangen und hat tatsächlich mit einem Physiker seiner Wahl besprochen, was mit einem Lichtsignal geschähe, das kürzer ist als die Wellenlänge des dabei verwendeten Lichts. Die Auskunft, die er dabei erhalten hat, ist für Nichtphysiker einigermaßen überraschend; das Licht wird nämlich weiß. Um einen Puls von weniger als einer Femtosekunde Dauer zu erzeugen muß man, so der Physiker, nämlich nur mehr und mehr unterschiedliche Wellenlängen per Fouriertransformation superpositionieren, und dann, so der Physiker weiter, an der richtigen Stelle hocken, ums zu beobachten. Und da ist es dann „superweiß“. Das kann ich insgesamt nur einmal so wiedergeben, überprüft hab ich es nicht, weil ich meinen Fouriertransformator im Moment verlegt haben dürfte, aber wenn ein Physiker das so sagt, kann man das schon einmal so stehen lassen. Wenn Sie einen Toast auf Christian Stenger und den unbekannten Physiker ausbringen, achten Sie darauf, daß das in passender Beleuchtung geschieht.

06.03.2004:
„Wiedergeben“ dürfen Sie auch ohne „ie“ schreiben. Besonders, wenn Sie das Wort im Zusammenhang mit Spiegelmetaphern verwenden.

07.03.2004:
Zwischenstand vom Lappland-Open der Paarhufer: es steht pari; Kuh gegen Karibu.

08.03.2004:
In Bayern ist die Benützung von Autowaschstraßen an Sonntagen verboten. Warum, weiß ich allerdings nicht, aber vermutlich hat auch das nichts mit der Körperform des Albatros zu tun.

09.03.2004:
Wenn Sie das tröstet, daß jede Enttäuschung die Aufhebung einer Täuschung ist, dann sind Sie von der Weisheit, glaub ich, nur noch zwei Blocks entfernt.

10.03.2004:
Mein Drucker ist übrigens doch ein Trottel. Da hilft nix.

11.03.2004:
Daß im Elektropostfach massenweise Werbung für Sachen und Dienstleistungen eingeht, die man gewöhnlich nicht einmal in düstersten Momenten in Anspruch nehmen möchte, daran hat man sich je schon gewöhnt. Da schickt halt jemand in breiter Streuung Mist über die Welt, und wenn es ein paar Leute gibt, die sich darüber freuen, davon getroffen zu werden, und zwar in einem Ausmaß freuen, daß sie daraufhin Geld bezahlen, hat sich die Sache wahrscheinlich schon gelohnt. Aber seit geraumer Zeit ist einigen dieser Werbebotschaften ein kleines Programm beigefügt, das mich auffordert, wenigstens mir die Entscheidung darüber abnötigt, dem Verfasser der Botschaft zu bestätigen, daß ich sie auch tatsächlich erhalten habe. Ich verlange, daß da auch die Option angeboten wird den Empfang mit „Ja“, oder „Ja, leider!“ zu bestätigen.

12.03.2004:
Ich muß meinem Drucker ein bißchen Abbitte leisten; das neulich war ein AEG-Problem. Ausstecken, Einstecken, Geht wieder. Ändert aber nichts daran, daß er grundsätzlich ein Trottel ist.

13.03.2004:
Statt „Ingwer“ kann man auch „Ginseng“ sagen. Ist zwar falsch, aber man kann.

14.03.2004:
Das mit der Fouriertransformation funktioniert möglicherweise auch mit Tönen, die kürzer sind als eine halbe Schwingung des Tones. Ob näherungsweise Rechteckwellen „weiß“ klingen, können Sie ja mit einem Akustiker besprechen.

15.03.2004:
Wenn Sie es vermeiden können, etwas multimediales zu machen, dann tun Sie’s.

16.03.2004:
Die Rückseite des Mondes - also von uns aus gesehen „Rückseite“, weil im All ist „oben“ und „unten“ ja schon einmal eher Auslegungssache - jedenfalls die uns abgewandte Seite des Mondes ist heller als die Seite, die wir sehen. Woher das kommt, ist unklar, was es bedeutet, können Sie sich aussuchen.

17.03.2004:
Man kann Neogräzistik studieren, nicht aber Paläogräzistik. Schade eigentlich.

18.03.2004:
Vermutlich hat der Umstand, daß man Paläogräzistik nicht studieren kann, damit zu tun, daß es keine so alten Aufzeichnungen über Graz gibt.

19.03.2004:
Wenn Sie wieder einmal ein Wort brauchen, das im Englischen und im Deutschen gleich ist, bietet sich „Filter“ an.

20.03.2004:
Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, welchem Konzept sich der Dualismus gegenüber sieht.

21.03.2004:
Ein Tip für Staatenlenker und andere hierarchisch höherpositionierte Entscheidungsträger: Der Feind meines Feindes ist der Feind meines Feindes. Etwas anderes ist der nicht. Und als etwas anderes sollte man ihn auch nicht behandeln.

22.03.2004:
Thomas Barth hat mich auf eine bemerkenswerte historische Tatsache aufmerksam gemacht; es gab eine ägyptische Prinzessin mit dem Namen Sobeknakht. Wahrscheinlich heißt das auf paläoägyptisch etwas anderes als das, was man sich deutschsprachig so denkt. Und wenn nicht, hat die junge Dame es da als Prinzessin da sicher besser erwischt denn als Anwältin. Trinken Sie in jedem Fall etwas Ägyptisches auf Thomas Barth.

23.03.2004:
Der Mond steht ja jetzt bald wieder irgendwo. Überprüfen Sie, ob es da unter esoterischen Gesichtspunkten sinnvoll ist, an den Achselhaaren strukturverändernde Maßnahmen zu ergreifen.

24.03.2004:
Gehen Sie heute der Überlegung nach, ob man für Wahrheiten, die aber niemand glaubt, einen eigenen Namen erfinden sollte.

25.03.2004:
Man hüte sich vor Männern, die sich vor starken Frauen fürchten.

26.03.2004:
Wenn ein beispielsweise Holzbalken bricht, dann reißt er an der Seite mit den gedehnten Fasern. Die Seite mit den gestauchten Fasern verliert auch ihre strukturelle Integrität, aber das ist kein Überdehen wie beim Reißen, sondern etwas anderes. Brechen ist immer zur Hälfte - aber nur zur Hälfte - ein Reißen.

27.03.2004:
Beim Überdehnen eines Seiles gibt es keine stauchenden Kräfte, wie sie beim gestern besprochenen Bruch auftreten, da wird nur gerissen. Warum man bei der Belastbarkeit von Seilen von „Bruchlast“ spricht, weiß ich nicht. Man kann nicht alles wissen.

28.03.2004:
Angeblich ergeben Schnitte durch ein Rotationsparaboloid, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das für alle Schnitte zutrifft, Ellipsen. Ich hab im Moment kein Rotationsparaboloid zur Hand, selbst wenn ich eines hätte, bin ich mir nicht sicher, ob ich es zerschneiden wollte. Der Tip heute gilt also eher als geschätzt.

29.03.2004:
Sagen Sie „Globalisierung“ nur, wenn es unbedingt nötig ist.

30.03.2004:
Vor geraumer Zeit habe ich erfahren, daß das mit der Rechtschreibereform dann jetzt also wieder doch nicht so streng gehandhabt wird, wie es eigentlich den allermeisten ohnehin wurscht war. Fein.

31.03.2004:
Der Beutel am Ende eines Schleppnetzes heißt Steert. Muß man nicht wissen, aber wenn sonst niemand etwas sagt, kann man das schon loswerden.

Tips für April 2004

01.04.2004:
Wenn Sie ein Gedicht schreiben, und es fällt Ihnen auf „verführen“ kein anderer Reim ein als „berühren“, dann lassen Sie das Dichten für heute gut sein und kochen Sie vielleicht etwas Nettes.

02.04.2004:
Basteln Sie ein paar ganzzahlige Vielfache; wenn Sie’s nicht übertreiben, kann das recht harmonisch werden.

03.04.2004:
„Das ist ein Übersetzungsfehler“ ist manchmal eine gute Ausrede.

04.04.2004:
Wenn längeres Fernbleiben von Heim und Herd Gegenstand eindringlicher Auseinandersetzungen ist, dann ist „Übersetzungsfehler“ vermutlich nicht die beste Ausrede. Da würde ich eher raten, es mit „Es ging um eine Wette“ zu versuchen.

05.04.2004:
Wenn Sie mit Ihrer Eintragung ins Handelsregister als Katastralgemeinde noch nichts weitergebracht haben, versuchen Sie es doch einmal als Gerichtsbezirk, wenn das nix nützt, können Sie noch Kurzparkzone anbieten. Darunter sollten Sie aber nicht gehen.

06.04.2004:
Immer wieder gehört, und jedes Mal unverständlich ist „Ich wünschte, es wäre so.“ Wenn es ohnehin nicht tatsächlich gewünscht wird, sondern der Wunsch nur im Konjunktiv vorliegt, dann ist der Formulant dieses Satzes so weit von den zur Diskussion stehenden Ereignissen entfernt, daß seine Stellungnahme unerheblich ist.

07.04.2004:
Seien sie ruhig einmal ein bißchen erbsenzählerisch; mir jedenfalls hat das gestern gut getan.

08.04.2004:
Mein Drucker ist jetzt in Tanztherapie; man bereitet dort für den Herbst auch ein kleines Stück vor, in dem er eine Fehlermeldung allegorisieren wird. Ich glaub’, das hat der drauf.

09.04.2004:
Interessiert vermutlich keine Sau, aber ich habe mir jüngst einen sechssaitigen Sandberg gekauft. Sowas hab ich zwar schon einmal gemacht, voriges Jahr, aber der jetzt hat Bünde und einen durchgehenden Hals.

10.04.2004:
Die größte bisher bekannte Primzahl hat über sechs Millionen stellen. Wenn ich Ihnen schon von meinem neuen Baß erzähle, kann ich das auch noch loswerden.

11.04.2004:
So Sie sonst nicht zu tun haben, können Sie eine Liste von Tieren zusammenstellen, deren Name nicht das benennt, was das Tier zoologisch ist, wie zum Beispiel das Eichkätzchen, die Aalmutter, das Wasserschwein oder so. „Albatros“ wäre in dieser Liste eher ein Grenzfall.

12.04.2004:
Wenn Ihre gestern erstellte Liste einigermaßen ergiebig ist, könnten Sie heute wenigstens gedanklich eine Anordnung entwerfen, in der ein Bewegungsmelder, ein Lichtschalter, eine Zeituhr, ein solarbetriebenes Modellauto und noch ein paar Sachen so was wie einen Positiven Regelkreis ergeben.

13.04.2004:
Heute könnten Sie, aber da sollte sonst wirklich alles andere schon erledigt sein, darauf achten, ob in Kochsendungen oder im Wetterbericht versteckte Botschaften enthalten sind. Das ist zwar eher unwahrscheinlich, aber wenn’s so ist, ist es gut, wenn’s jemand weiß.

14.04.2004:
Mit der Bemerkung, im Bildschirmschoner wären versteckte Botschaften, kann man Kollegen, die zu Paranoia neigen, eventuell zu mehr Arbeitseifer bewegen. Nicht aber, wenn sie leicht paranoid, aber sehr neugierig sind.

15.04.2004:
Wozu es gut ist, weiß ich jetzt zwar nicht so genau, aber demnach, was ich so in der letzten Saison mitbekommen habe, ist es sinnvoll sich für nächsten Winter einen Außenski zuzulegen.

16.04.2004:
Recherchieren Sie, was Sie heute vor einem Jahr gemacht haben, und überlegen Sie, ob Sie diesen Jahrestag feiern wollen, obwohl heuer ein Schaltjahr ist.

17.04.2004:
Alexander hat mir etwas auf oder in den Rechner installiert, was mein Elektropostfach von Angeboten, mir rezeptfrei die Klöten lang ziehen zu lassen und Ähnlichem, frei hält. Trinken Sie etwas Werbefreies auf Alexander!

18.04.2004:
Ich habe gehört, wenn Sie sicher sind, daß Sie’s im Griff haben, müssen Sie sich heute vor Bromelien nicht sonderlich hüten. Also, wie gesagt, halt nicht im Überschwang, und allenfalls nur bis zur Unterkante.

19.04.2004:
Mein Tanztherapeut hat ein Ikebanaworkshop besucht; vergessen Sie das mit den Bromelien wieder. Verhalten Sie sich diesbezüglich einfach im Rahmen des Bürgerlichen Gesetzbuches.

20.04.2004:
Mein Rechtschreibeprogramm ist offenbar mit Ikebanaworkshops vertraut. Seltsam. Da muß mir etwas entgangen sein.

21.04.2004:
Wenn Sie spaß an kleinen Rechenaufgaben haben, können Sie einmal gedanklich eine umgekehrte Fibonaccireihe basteln, in der nicht Häschen sich vermehren, sondern Warane einander kannibalistisch dezimieren. (Was sie übrigens auch tun, also, nicht alldieweil aber doch hin und wieder, wenn Sie sich das nicht vorstellen, da müssen Sie kein schlechtes Gewissen haben.)

22.04.2004:
In unserer gestern vorgestellten Kontrafibonaccireihe befinden sich auf einer Insel, die ausreichend Trinkwasser bietet, aber nix zum Essen, sagenwireinmal zehntausend Warane durchmischten Alters mit einer, wenn sonst nix dazwischenkommt, bestimmten natürlichen Lebenserwartung. Die vermehren sich zwar mit einer gewissen Rate, aber weil sie auch was essen müssen, essen sie - soweit verfügbar jüngere - Artgenossen. Je jünger die Beute im Vergleich zum Jäger dabei ist, umso früher muß der Jäger wieder essen. Zum Überwältigen von Gleichaltrigen braucht es jeweils vier Jäger, die sich dann die Beute teilen, aber halt weniger lang damit auskommen. Ältere werden nur gejagt, wenn das Gesamtalter der Jäger höher ist als das der Beute. Wählen Sie die Parameter so, daß es bis zum Verhungern des letzten Warans auf dieser Insel um ein Fünftel länger dauert als auf einer vergleichbaren Insel mit nur fünftausend Waranen.

23.04.2004:
Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist eine andere große Wahrheit; sagt wenigstens Nils Bohr. Das ist aber kein ausreichendes Kriterium, um große Wahrheiten zu erkennen, daß das Gegenteil einer Aussage wiederum eine Aussage der gleichen Kategorie ist, weil schließlich ist das Gegenteil von einem großen Blödsinn in den allermeisten Fällen wiederum ein großer Blödsinn.

24.04.2004:
Nennen Sie bei Gelegenheit doch einmal Roß und Reiter; angeblich kommt das gut an. Wenigstens, wenn, Sie Springreitturniere kommentieren.

25.04.2004:
Eigentlich sollte man die Masse eines Körpers auch in Metern angeben können, nämlich durch seinen Schwarzschildradius. Ist aber wahrscheinlich nicht sehr übersichtlich. Also, beim Lebensmitteleinkauf würde das jedenfalls nix bringen.

26.04.2004:
Mein Drucker hat neulich anstandslos etwas gedruckt. Vielleicht hat das mit dem Ikebanaworkshop meines Rechtschreibeprogramms zu tun.

27.04.2004:
Beachten und befolgen Sie auf Schweizerischen Autobahnen unbedingt die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Hab ich gemacht; war vergleichsweise sehr, sehr billig.

28.04.2004:
Falls ich Ihnen noch nicht mitgeteilt habe, daß jeder Punkt einer Kugelwelle Ausgangspunkt einer weiteren Kugelwelle ist, hol ich das hiemit nach. Das ist wie mit der Viskosität: wenn man das einmal gefragt wird, ...

29.04.2004:
Reglement sind Vorschriften mit Minzgeschmack. Regiment schmeckt ähnlich, sind aber Anweisungen für Schauspieler.

30.04.2004:
Arrangement ist italienische Orange mit Minzgeschmack. Mental ist Minze mit Aalgeschmack.

Tips für Mai 2004

01.05.2004:
Ganz selten singt ja der Sopran Verkehrsfunk für die Hochschaubahn.

02.05.2004:
Recht selten bei der Mezzosopranistin: sie kriegt keinen Brief und liest ihn.

03.05.2004:
Ganz selten hat der Alt ein Piano umgeschnallt.

04.05.2004:
Auch selten bei Tenören, daß sie nicht lauthals Liebe schwören.

05.05.2004:
Sehr selten singt der Bariton vom Streichelzoo am Rubikon.

06.05.2004:
Ganz selten ist bei Bässen, daß sie zuwenig essen.

07.05.2004:
Überprüfen Sie bei der nächsten Fußballwelt- oder Europameisterschaft, wie oft ein weiter Ausschuß des Torwarts der einen Mannschaft zuerst bei einem Spieler der anderen Mannschaft ankommt.

08.05.2004:
Phantomspeisung ist keine Fütterung halbmanifester Wesenheiten.

09.05.2004:
Wenn ich mit der Moni tanz, spür ich ihre Dominanz.

10.05.2004:
Dominanz, ist mir gestern aufgefallen, gibt es auch nur in der Einzahl.

11.05.2004:
Überprüfen Sie heute, ob Sie mit den Begriffen „Schubspannung“ und „Schergefälle“ noch etwas anfangen können.

12.05.2004:
Sollten Sie irgendwann einmal ein Seminar belegen, das ein neues (wiewohl: wie neu kann so etwas nach einigen tausend Jahren Denkgeschichte sein?) Welterklärungskonzept zum Thema hat, dann versuchen Sie, nach Abschluß des Seminars, alle Beobachtungen, die Sie in den darauf folgenden Tagen anstellen, so zu deuten, daß Sie grundlegende Aussagen des Konzeptes widerlegen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten ein Seminar belegt, in dem das Gegenteil von dem gesagt worden wäre, was Sie in Ihrem gehört haben. Wenn das funktioniert, hilft das vielleicht, weitere Seminare einfach auszulassen.

13.05.2004:
Ihrer Herkunft nach unterscheiden sich Eingebung und Eingabe nicht so sehr wie durch ihren mystischen Gehalt.

14.05.2004:
Sollte einmal der Gesprächsstoff ausgehen, können Sie die Frage aufwerfen, ob man die Betreffzeile als Literaturgattung ratifizieren sollte.

15.05.2004:
Wenn jemand ein indisches Lokal eröffnet, und man besucht es, geht man zum Inder. Angenommen, jemand aus Burkina Faso eröffnet ein Lokal, und man besucht es, wohin geht man da?

16.05.2004:
Die gestern formulierte Frage hätte man bis zum 4. August 1984 noch grob fahrlässig verballkalauernd mit „ins Umspannwerk“ beantworten können. Wer Zeit und Lust hat, kann dem nachgehen, warum.

17.05.2004:
Die Idee, daß alles nur ein Zeichen ist, ist nicht sonderlich ergiebig, weil sich natürlich dann die Frage stellt, wofür es ein Zeichen ist, was nicht dann selbst ein Zeichen wäre, und zwar für etwas, was nicht mehr als ein Zeichen ist für nix anderes als ein Zeichen. Kein Zeichen in dieser semiotischen Luftnummer verwiese also zu irgendeinem Zeitpunkt auf irgend einen Aspekt der tatsächlich stattfindenden Welt, die es dann so gesehen auch nicht gäbe, lediglich als Zeichen, mit dem nix abgebildet wird, außer einem Verweis auf eine Zuschreibung einer Bedeutung, die hinweist auf etwas, was als Symbol gilt für etwas, was lediglich den Status eines Zeichens hat, und so fort. Da ist es ein bißchen schwer, sich zu orientieren.

18.05.2004:
Alexander Lackner hat es geschafft, daß die MIDI-Sektion meines Rechners wieder tight ist. Da das mit den emulierten Ports zu tun hatte, schlage ich vor, Sie trinken, so sie nix Emuliertes im Keller haben, ein Gläschen Port auf den Bezwinger der fehlgeleiteten Autoquantisierung.

19.05.2004:
Da der Boden, auf dem Reitveranstaltungen ausgetragen werden, also der betreffende Lauf stattfindet, Geläuf genannt wird, ist es möglicherweise zulässig, Wirtsstuben als Geräusch zu bezeichnen.

20.05.2004:
Lokrisch eignet sich für Liebeslieder kaum.

21.05.2004:
Denken Sie sich einen Maler aus, vorzugsweise modern bis postmodern, verpassen Sie ihm eine Biographie, die es an Abenteuerlichkeiten nicht mangeln läßt, und malen Sie dann ein Bild in seinem Stil. Einfach so.

22.05.2004:
Mein Rechtschreibeprogramm kennt die Postmoderne. Weiß ich nicht, was ich davon halten soll.

23.05.2004:
Wenn Sie die Frage nach dem Gesamtdrehimpuls des Universums zu Ihrer Zufriedenheit gelöst haben, können Sie ja der Frage nachgehen, ob das Universum ein Bewußtsein hat. Begründung nicht vergessen.

24.05.2004:
Für Kalenderforscher vermutlich kein Mysterium, aber unsereins kann schon eine Zeit lang darüber nachdenken, wann wohl das erste Mal beschlossen worden ist, „So, heute ist Montag.“

25.05.2004:
Legen Sie Zeugnis ab. Das Thema ist frei, Pathos erwünscht.

26.05.2004:
Wenn Sie gerade kein Zeugnis zur Hand haben, dann legen Sie etwas anderes ab. In der Übergangszeit findet sich da sicher etwas.

27.05.2004:
Kochen Sie heute etwas Mittelständisches; zum Beispiel Lamento auf Kleinanlegerart.

28.05.2004:
Man kann sich zwei Mal pro Monat die Ellbögen rasieren. Das kann man durchaus auch öfter machen, ist aber genau so wurscht.

29.05.2004:
Legen Sie, wenn Ihnen danach ist, doch einmal an der dafür zuständigen Stelle tüchtig Beschwerde darüber ein, daß am Mobiltelephon und am Ziffernblock der Computertastatur die Belegungen verschieden sind.

30.05.2004:
Auf meinem jüngst erstandenen sechssaitigen Sandberg hat mir Pero einen neuen Sattel gemacht. Saubere Arbeit. Wollt ich Sie nur wissen lassen. Auf der Bühne spiel ich meistens mit meinem fünfsaitigen Tobias, da mir Pero übrigens dereinst ein neues Griffbrett drauf gemacht. Ist super geworden.

31.05.2004:
Wenn Pero die Potenziometer für den Baß bekommt, den er gerade für mich baut, - bestellt hat er sie schon, kann aber noch ein bisserl dauern - oder besser noch, wenn der Baß fertig ist, werde ich Ihnen das ungeachtet der Priorität dieser Nachricht für Sie und die Ihren mitteilen.

Tips für Juni 2004

01.06.2004:
Felix Elmar Kramer hat das Waranproblem vom 22. April gelöst. Das war aber auch nicht anders zu erwarten. Gratulation!

02.06.2004:
Felix Elmar Kramer trägt sich mit dem Gedanken, einen Preis für die richtige Lösung des Waranproblems vom 22. April auszuloben. Worin dieser Preis besteht, ist noch ein bisserl offen, aber wer sich tüchtig ranhält, kriegt ihn vielleicht.

03.06.2004:
Ich hab mir einen neuen Laptop gekauft. Der verhält sich auch ziemlich bockig. Media-Center Edition. Große Sache. Kann aber keine DVDs abspielen. Also, schon, nur halt ohne Ton. Ich hätte mir die Multimedia-Center Edition kaufen sollen.

04.06.2004:
Leider ist „Lemma“ ein mathematischer Hilfssatz. Ich hatte ja jüngst mit meinem Standrechner ein Semilemma, wenigstens scheint mir diese Bezeichnung schlüssig, wenn er mir die Wahl läßt, entweder die Audiosektion zu betreiben, aber nicht fernsehen zu können, oder aber die TV-Karte zu nutzen, allerdings ohne Ton, weil dadurch, daß die TV-Karte überhaupt in meinem Computer ist, die Audiokarte (auch für sonstige Anwendungen) den Dienst versagt. Indem ich mich da zwischen zwei halben Lösungen zu entscheiden habe, kann man das, sag ich wenigstens, als Semilemma bezeichnen. Wenn der Computer bei der „Systemwiederherstellung“ abstürzt, es also nicht einmal eine halbe Chance gibt, dann würde ich so was einfach nur „Lemma“ nennen. Aber wie gesagt, heißt „Lemma“ ja etwas anderes.

05.06.2004:
Rauchen ist angeblich nicht so gesund. Hat sich aber, soweit ich vermute, schon herumgesprochen.

06.06.2004:
Kavitation macht ordentlich Dampf. Genau genommen macht Kavitation ja eher unordentlich Dampf. Am besten fragen Sie den Hydrodynamiker Ihres Vertrauens.

07.06.2004:
Immer wieder - eigentlich immer häufiger - läßt der Einzelhandel die Kaufabsicht der Kundschaft, wenigstens soweit diese Kundschaft von meiner Person repräsentiert wird, ins Leere laufen durch die lapidare Feststellung, die angepeilte Ware wäre zwar keineswegs vorrätig, könne aber bestellt werden. Mit dieser Mitteilung kann ich einfach nicht erwachsen umgehen. Jüngst wurde ich Zeuge eines Satzes, der in der beschriebenen Art der Nichtgeschäftsgebarung schier eine neue Dimension auftut; nämlich „Der, der’s bestellt, ist heute nicht da.“

08.06.2004:
Das Banach - Tarski Paradoxon ist für Mathematiker eigentlich nicht sonderlich paradox. Nichtmathematiker wissen eher nicht einmal, daß es das überhaupt gibt; also ist es für die auch nicht sonderlich paradox. Seltsam, aber vielleicht ist das das Paradoxe daran. Zerlegen Sie dieses Problem in hinreichend kleine Teile, vielleicht werden dann zwei gleich große daraus.

09.06.2004:
Jüngst wird in einschlägigen Medien immer wieder der freie Wille besprochen. Wer nachweisen kann, daß er will, kann mitreden.

10.06.2004:
Interessant beim Konzept des freien Willens ist, daß noch nichts zu vernehmen war von einem Willen, der der Beifügung „frei“ nicht bedarf.

11.06.2004:
Sollten Sie tatsächlich in eine Diskussion über den freien Willen geraten, und Sie haben Grund zu der Annahme, Ihr Gegenüber ist in der Lage, bündig darüber zu referieren, fragen Sie doch, wie es um den nicht ausdrücklich freien Willen bestellt ist.

12.06.2004:
Am sechzehnten ist wieder ein Schwendtag. Da kann man Heu einfahren. Wie weit Sie diese Information metaphorisch sehen wollen, ist Ihnen überlassen.

13.06.2004:
Seltsamerweise ist bei „sechzehn“ das zweite „s“ von „sechs“ nicht erforderlich, bei „achtzehn“ das „t“ von „acht“ hingegen schon.

14.06.2004:
Stellen Sie sich doch einmal den Wecker auf eine Zeit, zu der Sie schon lange nicht mehr zu Hause sind. Den Umstand, daß der dann läutet, und niemand ihn hört, können Sie dann prima deuten. Richtung ist frei.

15.06.2004:
Sollten Sie einmal ein Seminar zum Thema Numerologie belegen, fragen Sie doch den Vortragenden, wie sich der Betrag, den sie für dieses Seminar zu entrichten haben, aus numerologischer Sicht ergibt, und ob das in anderen Währungen dann eventuell billiger wäre. Das verschafft Ihnen sicher dort einen prima Einstieg.

16.06.2004:
Im Fernsehen war neulich wieder was. Ich hab aber vergessen, was. War vermutlich auch nicht so wichtig.

17.06.2004:
Mir ist wieder eingefallen, was neulich im Fernsehen war; es hat nämlich jemand geheiratet. Wie ich gestern vermutet habe, nicht so wichtig.

18.06.2004:
Beim Frühstück gibt es Parameter; erst kriegt sie Hans, dann kriegt die Rama Peter.

19.06.2004:
Seit man als Trägermaterial für Filme nicht mehr Zelluloid verwendet, könnte man eigentlich die Notbeleuchtungen in Kinos wenigstens soweit zurücknehmen, daß man darunter nicht lesen kann. Wie gesagt, könnte man, aber aus Gründen, die mir verschlossen bleiben, tut man es nicht. Wart ich halt, bis der Film ins Fernsehen kommt. Dann dreh ich das Licht bei mir zu Hause ab, und schau mir den Film halt so an.

20.06.2004:
Sie helfen ungern, wenn Elfen hungern.

21.06.2004:
Sollte ein Einwohner des Landes Burkina Faso ein Lokal eröffnen, und Sie verabreden sich etwa mit Freunden beim „ …“, dann trinken Sie dort etwas Gehöriges auf Elisabeth Meister und Martin Goldstern, die nämlich herausgefunden haben, daß die Einwohner von Burkina Faso „Burkinabe“ heißen, wodurch Sie sich also beim Burkinaben verabreden können, wobei am „e“ noch ein Accent zu sitzen hat, den man aber beim Aussprechen eher vernachlässigen kann.

22.06.2004:
Armin Staffler hat sich verdient, wenn Sie beim Burkinaben unter Verklappung entsprechender Getränke panegyrische Gesänge schmettern, mit der einen oder anderen Strophe bedacht zu werden, indem er nämlich herausgefunden hat, daß „Burkina Faso“ übersetzt „Das Land der ehrenwerten Männer“ heißt. Wieder was gelernt.

23.06.2004:
Wenn es Ihr Stoffwechsel hergibt, dann heben Sie bei Gelegenheit ein zusätzliches Glas hinreichender Kubatur auf das Wohl von Martin Goldstern, der mit der Information, daß die Endung „-be“ (den entsprechenden Accent müssen Sie sich jetzt einfach denken) in „Burkinabe“ nicht aus dem Französischen stammt, sondern der Sprache Fulfide (wobei wieder ein Accent zu imaginieren ist) entstammt, beigesprungen ist.

24.06.2004:
Die Philosophie unterscheidet zwischen Konstruktivismus und Konstruktionismus. Das tut mein Rechtschreibeprogramm zwar auch, aber ich vermute einmal, nicht so fundiert.

25.06.2004:
Das Monat ist ja bald um, und da muß ich Sie noch einmal ersuchen, ein Trinkgefäß mit würdigem Saft auf jemanden zu erheben. Roland Giersing hat mir nämlich eine durchaus interessante Liste geschickt; die Psychologie unterscheidet zwischen gezählten 429 verschiedenen Ängsten. Das ist doch was, da ist sicher für jeden etwas dabei.

26.06.2004:
Wenn Sie Angst haben, daß Ihnen Erdnußbutter im Mundwinkel kleben bleibt, dann haben Sie Arachibutyrophobie. Das wird für einen krankheitsbedingten Vorruhestand vermutlich nicht reichen, aber wenigstens haben Sie etwas, was nicht jeder hat.

27.06.2004:
Hoplophobie ist die Angst vor Schußwaffen. Klingt aber eher wie die Angst vor Schußwaffen in ungeschickten Händen.

28.06.2004:
Es scheint mir bemerkenswert, daß es tatsächlich Phobophobie zu geben scheint. Das ist, glaub ich, der Jackpot.

29.06.2004:
Atomosophobie, so steht wenigstens in der Liste der Psychotherapiepraxis, ist die Angst vor Atomexplosionen. Diese Phobie wurde vermutlich erfunden, um Psychotherapeuten im ersten Lehrjahr wenigstens eine richtige Diagnose zu bescheren.

30.06.2004:
Dioptrie ist eins durch Brennweite in Metern. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß Sie das einmal gefragt werden, aber Sie können ja selbst jemanden fragen. Vielleicht treffen sie dabei auf eine Person, die auch die Tips des Tages liest oder auf einen Optiker.

Tips für Juli 2004

01.07.2004:
Interessanterweise scheint ein ausdrücklicher Anspruch auf Rechtssicherheit positiver gewertet zu werden, je größer die Gruppe ist, in der er erhoben wird, und negativer, je kleiner die Gruppe ist.

02.07.2004:
Wenn Sie über einen ausreichend großen Bekanntenkreis verfügen, um damit ein für diese Untersuchung statistisch reliables Sample zu erstellen, könnten Sie in dieser Runde zum Teil in kleinen und zum Teil in großen Gruppen, die dann allerdings schon mehrhundertköpfig sein sollten, den gestrigen Tip besprechen.

03.07.2004:
Neulich habe ich im Fernsehen ein Pferd bei an einem kleinen Teich gesehen; ich habe sofort versucht, den Metapherngehalt dieser Szene zu erfassen, bin darin aber erfolglos geblieben.

04.07.2004:
Seltsamerweise scheint Wasser ohne ein Pferd in Reichweite Metaphern zwar auch nicht näher zu legen als welches mit, aber wenn man sich Mühe gibt, läßt sich da jedenfalls weitaus mehr basteln, was nicht auf den ersten Blick als hanebüchen enttarnbar ist. Wer will, kann also heute etwas bedeutsam Anmutendes über Wasser sagen.

05.07.2004:
Man muß auch die ganz schlauen Kelten sehr ernsthaft, wenn sie klauen, schelten.

06.07.2004:
Überlegen Sie, ob man nicht eventuell ein Corioliskraftwerk bauen könnte; für den Energiebedarf bei einem Campingurlaub könnte so was vielleicht recht nützlich sein.

07.07.2004:
Beim Corioliskraftwerk für den Campingurlaub ist zu beachten, wenn wir dabei daran denken, die Strudelbildung im Abfluß der Badewanne zu nutzen, daß die Corioliskraft, zum Äquator hin abnimmt. Auch sollte das Mitführen einer Badewanne in einer energetischen Kosten - Nutzenrechnung berücksichtigt werden.

08.07.2004:
Mit einunddreißig Terzen kommt man prima einmal durch den hörbaren Bereich. Wenn Sie nicht gerade einen Equalizer konstruieren, hilft Ihnen diese Information aber vermutlich nicht sonderlich viel.

09.07.2004:
Sollte das Unterfangen, Tunnelvortriebsmaschinen zu sammeln, bei Ihnen an Grenzen stoßen, die der zur Verfügung stehende Platz gebietet, Sie aber dennoch etwas Exklusives sammeln wollen, dann legen Sie sich doch eine Kollektion von Ikonostasen zu.

10.07.2004:
Wenn der Urknall philosophisch absurd ist, dann muß man die Philosophie nachjustieren.

11.07.2004:
Für die Ingenieure, die mit dem Küstenschutz befaßt sind, gilt: Brecher sind da, um geregelt zu werden.

12.07.2004:
Im Wallis wurde die Kalenderreform von 1582 erst 1655 vollzogen. Heißt jetzt nix, ist aber wahr.

13.07.2004:
Wenn das Magnetfeld der Erde zusammenbricht, dann hat das auf die Intensität der bei uns einlangenden kosmischen Strahlung keinen Einfluß. Das hat mit der Ionosphäre zu tun. Dr. Harald Lesch hat das ausgerechnet, und der kennt sich mit so Sachen aus.

14.07.2004:
Wenn Die Abseitsregel für Sie kein Geheimnis mehr ist, und Sie suchen eine Herausforderung, dann könnten Sie beispielsweise versuchen, mit dem Lyapunovexponenten detailliert und allgemein klarzukommen.

15.07.2004:
Eventuell läßt sich mit dem Lyapunovexponenten als Werkzeug zur Beschreibung von dynamisch wechselwirkenden Mindestanforderungen eine Theorie des menschlichen Geistes zimmern. Vielleicht aber auch nicht. Einfach ausprobieren.

16.07.2004:
Wenn Ihnen zwischen Abwasch und Hauptabendprogramm ein bißchen Zeit bleibt, können Sie Sich über das Reimschema von Sonetten kundig machen; sowas kann man immer wieder einmal brauchen.

17.07.2004:
Wenn zwischen Abwasch und Hauptabendprogramm ein bißchen Zeit bleibt, versuchen Sie doch folgendes; finden sie ein paar Regeln von Eigenschaften und ein paar Eigenschaften von Regeln, vergleichen Sie die beiden Gruppen, und fassen dann das Resultat dieses Vergleiches in ein Sonett.

18.07.2004:
Interessanterweise ist „scheinbar“ nicht das Gegenteil von „unscheinbar“ und beide Begriffe sind bei einer groben Einteilung in „Will ich haben oder sein“ und „Will ich eher nicht so sehr haben oder sein“ auf der selben Seite zu finden.

19.07.2004:
Die Vitamin C-reichste Frucht ist entweder die Kiwi oder die Amalaki oder der Sanddorn oder die Hagebutte oder die Acerola-Kirsche oder sonst irgend eine Frucht. Ich glaube, das darf man sich aussuchen.

20.07.2004:
Man sollte ja - so einmal zu Fuß gedacht - schätzen, daß unendlich halt unendlich ist, und aus. Man kann auch zur Kenntnis nehmen, wenn es unendlich viele Zahlen gibt, und man zählt davon aber nur jede zweite, daß das dann auch unendlich viele sind. Das ist halt so mit der Unendlichkeit. Interessant ist aber, daß es nicht nur „abzählbar unendlich“ gibt, wie bei den natürlichen und den geraden Zahlen, sondern es gibt auch „überabzählbar unendlich“.

21.07.2004:
Für die, die’s ganz genau wissen wollen; es gibt unendlich viele Arten von unendlich. Also, wenigstens theoretisch. Da ist dann für jeden was dabei.

22.07.2004:
Angeblich sei Denken ohne Sprache nicht möglich. Daß der Umkehrschluß schon nicht stimmt, ist hinlänglich dokumentiert. Aber um die Funktionsweise etwa eines Getriebes zu analysieren, den Weg der Kraft über die vorhandenen Umlenkungen und Übersetzungen zu verfolgen, was zweifellos einen Denkprozess darstellt, ist Sprache nicht nur nicht erforderlich, sondern sie ist dabei sogar hinderlich.

23.07.2004:
Mein Laptop hat jetzt wieder eine neue Außenbord-Soundkarte, und wie’s ausschaut, funktioniert die sogar. Aber so richtig glauben kann ich es eigentlich nicht.

24.07.2004:
In Babelusien unterhielt man Kolonien zur Züchtung von Doppelpunkten.

25.07.2004:
Mit der Beifügung „ …alles natürlich im Rahmen der Meßgenauigkeit“ sagt man zwar nichts falsches, aber im täglichen Konversationsparcours wird man damit kaum öfter als drei Mal hintereinander punkten können.

26.07.2004:
Wer mag, kann sich heute ein kleines Gedankenpuzzle ausdenken mit einem Kettenbrief, der aber ab der vierten Generation an wenigstens einen, höchstens aber drei der Absender aus einer Generation mindestens drei Runden vorher zurückgeschickt werden muß. Und wenn der fünf solcher Zweitbriefe bekommen hat, dann rückt der um eine Stufe weiter und darf selbst wieder einen Brief schreiben, und nach acht solcher Stufen, wobei er mit jeder Stufe einen Brief mehr schreiben darf, gilt er wieder als Neueinsteiger in des Spiel, und er darf nur die Anzahl von Briefen schreiben, die für Erstempfänger vorgesehen ist. Wie viele Menschen braucht man, und wie viele Briefe hat man als Empfänger mindestens zu schreiben damit jeder Teilnehmer nicht weniger als sieben Mal und nicht öfter als neun Mal Neueinsteiger ist?

27.07.2004:
Ich hab im Netz nachgesehen; das Wort „autochaotisch“ gibt es nicht. Schade.

28.07.2004:
Für irgendwas ist jetzt bald wieder Saison. Da sollte man sich rechtzeitig kümmern, damit man nichts verpaßt.

29.07.2004:
Die Äsche hat angeblich ganzjährig Saison; da müssen Sie sich also nicht besonders beeilen, damit Sie nichts verpassen.

30.07.2004:
Sollten Sie sich in den nächsten Tagen in der Nähe eines Telephons aufhalten, könnten Sie sich ja wieder einmal bei Michi melden.

31.07.2004:
Die Feinstrukturkonstante ist dimensionslos. Das habe ich Ihnen zwar schon einmal mitgeteilt, aber damals war man sich nicht so sicher, ob sie auch wirklich konstant ist. Das wäre dann aber genau genommen nur eine dimensionslose Zahl gewesen, weil man dazu ja schwerlich \"Feinstrukturkonstante\" sagen hätte dürfen. Jetzt hat sich herausgestellt, daß sie tatsächlich konstant ist. Sowas freut mich.

Tips für August 2004

01.08.2004:
Überlegen Sie, nach welchen Gesichtspunkten Sie, wenn Sie die fünfzig überschritten haben, rechtens Kaufentscheidungen treffen dürfen, wenn die erklärte Zielgruppe der Werbewirtschaft die Vierzehn- bis Neunundvierzigjährigen sind.

02.08.2004:
Sollte Ihnen vom gestrigen Abendmahl noch etwas übrig geblieben sein, können Sie ja heute damit etwas Eklektizistisches kochen.

03.08.2004:
Wenn Ihnen vom letzten Wohnungsumbau etwas übriggeblieben ist, dann könnten Sie daraus etwas Elektrisches kochen. Sowas wie Dialog von Handschrauber und Kabelhaut auf Spachtelmasse. Sie müssen es ja nicht kochen, aber wenn Sie es sich im Tagesplan notieren wollen, schreibt sich „Elektrisch“ einfach glücklicher als „Eklektizistisch“.

04.08.2004:
Wenn Ihnen von der Gartenarbeit das eine oder andere Exemplar Cirsium oder Carduus übrig geblieben ist, und sie dahinter keinen ausdrücklichen Plan der Schöpfung vermuten, können Sie daraus etwas Dysteleologisches kochen. Das ist wahrscheinlich nicht so leicht herauszubekommen, warum das so ist, geht sich mit der Rechtschreibung zwar so nicht ganz aus, ist auch so nicht wirklich wahr, aber wenn Sie gerade einen Fasttag machen, wird Ihnen so zwischen den Mahlzeiten nicht langweilig.

05.08.2004:
Wenn in Ihrem Tagesplan nichts mit „Paradigmeninkonsumarabilität“ vorkommt, sind Sie, wenn Sie ihren Tagesplan schriftlich verfassen, diesbezüglich aber fein raus.

06.08.2004:
Man kann klassische Theaterstücke ganz radikal inszenieren. Kann man, muß man aber nicht.

07.08.2004:
Ich habe Ihnen ja jüngst von einer Liste mit vierhundertneunundzwanzig anerkannten und aktuell behandelten Phobien erzählt; ich hab da noch ein bißchen nachgedacht, und es ist mir etwas aufgefallen, was ich für wenigstens eigenartig halte. Nämlich sind von diesen vierhundertneunundzwanzig Phobien immerhin über fünfzig unter dem Anfangsbuchstaben „A“ zu finden. Das ist doch eine auffällige Ungewichtung. Vermutlich hat der Ersteller der Liste mit großem, aber rasch erlahmendem Eifer begonnen, diese Kompilation zu verfassen, ist dabei alphabetisch vorgegangen und hat es dementsprechend bei später gereihten Anfangsbuchstaben nicht mehr so detailverliebt krachen lassen.

08.08.2004:
Untersuchen Sie bei Gelegenheit, was verschiedene damit befaßte Menschen - wie etwa Literaten oder Philosophen - anbieten, wenn Sie sie um eine Metapher für Metaphern fragen.

09.08.2004:
Schicken sie an sich selbst einen leeren Brief und beobachten Sie, wie Sie reagieren, wenn Sie das Kuvert öffnen und der Brief ist tatsächlich leer. Ob Sie eventuell ein bißchen enttäuscht sind, ob Sie sich mit sich selbst aussöhnen müssen oder sich das ohne Ritual verzeihen können, oder ob Sie den Brief eventuell ungeöffnet ins Altpapier werfen.

10.08.2004:
Wenn Sie den gestrigen Tip befolgt haben, was genauso genommen ja nicht geht, oder wenigstens sehr unwahrscheinlich ist, weil die Post nicht so schnell arbeitet, daß ein Brief am Tag seiner Aufgabe auch ankommt, aber wenn Sie den Tip in vollem Umfang befolgt haben werden, dann können Sie aus dem Ergebnis etwas schließen. Das Thema ist frei und muß nicht einmal verfilmbar sein.

11.08.2004:
Ich habe Ihnen ja dereinst nahe gelegt, sich vor Bromelien zu hüten, allerdings ohne besondere Gründe dafür anführen zu können. Das war eher so geschätzt. Nun bin ich in der Lage, Ihnen auch mitteilen zu können, warum bei wenigstens einer Bromelienart Vorsicht geboten ist; die Blätter der Puya Raimondii haben nämlich Widerhaken, die sich in Gewand und Haut festsetzen können. Sollten Sie allerdings nicht vorhaben, in den Nationalpark Huaskaran in Peru zu fahren und sich mit der dort ohnehin kargen Flora auf Tuchfühlung zu begeben, betrachten Sie das eben Geschriebene als weitgehend gegenstandslos.

12.08.2004:
Vor Bromelien, denen Sie außerhalb Perus begegnen, können Sie sich selbstverständlich weiterhin hüten, Sie können es aber wenigstens bis Börseschluß oder einem Zeitpunkt Ihrer Wahl auch bleiben lassen. Entscheidend ist vor allem, daß Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Pferde wissen im Allgemeinen, wo es Flüssigkeit gibt. Am besten suchen Sie sich einen begabten Floristen und stellen ihn einem Schalterbeamten vor. Die sollen sich das dann alleine ausmachen, und Sie können den Nachmittag mit einem Staffelholz verbringen. Na, ich glaub, das wird nix mehr. Schade, hat eigentlich ganz gut angefangen, aber dann ist mir das doch einigermaßen aus dem Ruder gelaufen. Also, wenn Sie heute mit keinen Bromelien zu tun haben, dann sollten Sie daran, soweit ich das sehe, auch nichts ändern. Wenn aber schon, wissen Sie hoffentlich, was zu tun ist.

13.08.2004:
Ich fürchte, wir haben, wobei Sie ja vielleicht nicht so sehr wie ich, eine Konjunktion verpaßt. Am besten sehen Sie selbst nach, ob eine war. Ich bin für diese Runde freigestellt.

14.08.2004:
Sollten Sie einen Korbinian kennen, dann bestellen Sie doch bitte in der zweiten Novemberhälfte meine besten Wünsche zum Namenstag.

15.08.2004:
Ich möchte sie keineswegs drängen, und im Grunde wissen sie wahrscheinlich am besten, was für Sie gut ist, ich möchte Ihnen nur mitteilen, daß jüngst beim Zahnarzt war. Zahnstein entfernen. Und weil es gerade danach war, haben wir auch gleich einen Termin fürs Ziehen eines Backenzahns vereinbart.

16.08.2004:
Das Längenmaß Fuß war in Hessen nur fünfundzwanzig, in Sachsen hingegen fast dreiundvierzig Zentimeter lang. Wenn sie in Therapie sind, und das Gespräch kommt auf ein Thema, mit dem Sie sich grad nicht so detailliert auseinandersetzen wollen, können Sie mit dieser Information den Gesprächsverlauf sicher nachhaltig beeinflussen.

17.08.2004:
Gerade vorhin ist mein Computer abgestürzt, was grundsätzlich nicht weiter erwähnenswert ist, da bin ich nachsichtig, schließlich wüßte ich ohnehin nicht, wie ich sozusagen zu Fuß einen der Datenträger auf Konsistenz überprüfen sollte, das macht der Rechner dann jeweils beim Hochfahren selbst, aber er hat mir dann eine Meldung auf den Bildschirm gestellt, irgend ein Programm hat irgend welche weißichnicht-Applikationen oder so was nicht gekriegt, oder geholt, ich hab mir den vollen Text nicht durchgelesen, weil als Möglichkeit für mich, auf diese Meldung zu reagieren, hat mir der Rechner nur das rote Kreuzchen am rechten oberen Rand des Fensterchens und ein „Cancel“ angeboten. Wenn nur eine Antwort möglich ist, muß ich die Frage nicht verstehen.

18.08.2004:
Mein Rechner hat unser kleines diskursives Abenteuer von gestern offenbar weggesteckt. Find ich sehr erwachsen von ihm. Das wollte ich Sie nur wissen lassen, damit Sie sich keine Sorgen machen.

19.08.2004:
Jetzt gibt es ja irgendwann wieder Herbstmode. Die Trends sind mehrdeutig, für Mischwald gilt jedenfalls, daß nicht alles entlaubt ist, was gefällt. Hat dann aber eher mit Weihnachten zu tun.

20.08.2004:
Ich konnte tatsächlich etwas über die Herbstmode in Erfahrung bringen; Rollkragenoveralls mit Eingriff im Schritt werden als Abendgarderobe nicht gern gesehen. Halten Sie sich eher an gedeckte Farben, und wenn Sie einen hohen Spann haben, scheuen Sie sich nicht, Ihre Umwelt darauf hinzuweisen.

21.08.2004:
Im Jahr 2001 wurde Italien Mannschaftseuropameister im Fliegenfischen. Wenn Sie jemanden kennen, den so etwas interessiert, können Sie ihm mit dieser Mitteilung vielleicht ein bißchen Kurzweil bereiten.

22.08.2004:
Zeit scheint eindimensional zu sein; sonst hätte man schon von Breit-, Schmal-, hoch- und Tiefweile gehört.

23.08.2004:
Mein Rechner möchte von mir neuerdings wissen, wie ich Texte, die ich am Vortag geschrieben habe, codiert haben möchte, wenn ich anderntags daran weiterschreiben will. Er bietet mir da auch einiges an, was tatsächlich ziemlich bemüht aussieht, aber die Option „Einfach ganz normal, so, wie ich es geschrieben habe“ kommt da leider nicht vor. Offenbar hat er sich im Internet ohne mein Wissen einen erheblichen Posten Sonderzeichen besorgt und weiß jetzt nicht so recht, wo er die alle unterbringen soll.

24.08.2004:
Alexander hat dem Rechner erzählt, wie ich meine Texte codiert haben will. Alexander kann nämlich computisch. Wäre dem nicht so, dann könnten Sie das gar nicht lesen, weil ich es schon einmal nicht schreiben hätte können, jedenfalls nicht so, daß ich das Geschriebene hätte ins Netz stellen können. Ich glaube das ist so eine Art Lightversion des Anthropischen Prinzips. Selbst wenn nicht; trinken Sie was Excelentes auf Alexander.

25.08.2004:
Wenn in Kalau Treibjagd ist, und das Gesinde, das die Tiere aufscheuchen soll, steht nach der Jagd am Berg, und diese Menschen werden zu Tisch gebeten, und der Tisch steht im Tal, …. Na,ja, wer will, kann das zu Ende denken.

26.08.2004:
Wenn Sie etwas fallen gelassen haben, und Sie sollen erzählen, wie das passiert ist, und Sie sind in der Lage, den während des Falles herrschenden Luftwiderstand aus der Schilderung herauszuhalten, dann können Sie zur Beschreibung des Vorganges Christoffelsymbole verwenden. Sagt wenigstens die Physik. Das funktioniert sogar, wenn Sie etwas Masseloses fallen gelassen haben.

27.08.2004:
Die Mathematik kennt ja eine Menge Symbole; „ist gleich“, „ist größer“, „und“, „oder“ und so weiter. Erkundigen Sie sich beim Mathematiker Ihres Vertrauens, ob es ein Symbol für „sondern“ gibt. Vermutlich wird es so was eher nicht geben, aber fragen kann man ja.

28.08.2004:
Bei Ballannahme der aufspielenden Mannschaft wird, wenn zwischen Torwart und letztgereihtem Vorläufer sich nicht mehr als der Ball und oder eine Toroutlinie befindet, unwiderruflich abgepfiffen, es sei denn, der Angreifer wird außerhalb des Strafraumes jedoch in der eigenen Hälfte im Rahmen der allgemeinen Geschäftsbedingungen an der Ballannahme oder dem Ausführen eines Strafstoßes gehindert. Sollte auch dies unterbleiben, gelten nach wie vor Rechtvorfahrt und Einkommenssteuerpflicht. Das alles natürlich im Rahmen der Meßgenauigkeit.

29.08.2004:
Agieren Sie stets im Rahmen der herrschenden Physik. Das ist erstens nicht besonders schwierig und verschafft Ihnen überdies Glaubwürdigkeit.

30.08.2004:
Für den Physiker ist Abbremsen auch eine Beschleunigung, ebenso wie Abbiegen. Wann immer Sie eine Geodäte verlassen, üben Sie Beschleunigung aus. Mit der Verlauthalsung dieser Information sollte man aber beispielsweise bei einer Fahrprüfung eher vorsichtig sein, zumal Geodäten jetzt auch nicht so deutlich sichtbar herumliegen, daß man einem Fahrprüfer, den das vielleicht eher nicht so besonders interessiert, diesen Sachverhalt unwiderlegbar anschaulich machen kann.

31.08.2004:
Wenn Sie einen Zahnarzttermin ausgemacht haben, können Sie sich ja desangesichts ein wenig mit dem Konzept von Vergänglichkeit auseinandersetzen. Ich hab’s gemacht, bin da aber auf nix gekommen, was nicht ohnehin klar ist; aber es vermittelt einem so das Gefühl von Reife.

Tips für September 2004

01.09.2004:
Ich habe Ihnen ja jüngst mitgeteilt, daß es unendlich viele Arten von unendlich gibt. Boris Piwinger hat mich auf den bemerkenswerten Umstand aufmerksam gemacht, daß es so viele Arten von unendlich gibt, daß deren Anzahl mit „unendlich“ nicht hinreichend benannt werden kann. Trinken Sie eine hinreichend große Menge auf Boris Piwinger.

02.09.2004:
Einem alten Baum kann man keine neuen Kunststücke beibringen.

03.09.2004:
Der Zweck ist das Ziel.

04.09.2004:
Bei meinem Schreibeprogramm ist unten am Bildschirm ein kleiner Schieberegler, mit dem ich den Text nach links aus dem Bild rücken kann. Welches Geräusch eine von zwei klatschenden Händen macht, hab ich durchschaut. Aber wozu der Schieberegler da ist, diese Frage wird mich noch lange beschäftigen.

05.09.2004:
Möglicherweise hat der Schieberegler unten am Bildrand meines Schreibeprogramms, mit dem ich den Text aus dem Sichtbereich schieben kann, etwas mit einer Mißdeutung wissenschaftlicher Methodik zu tun; so eine Art Doppelblindbedingung für Maschinschreibeübungen.

06.09.2004:
Als Auslandsvertretung in Ländern, mit denen man eigentlich eher nicht so viel zu tun haben möchte, könnte man einen Insul entsenden.

07.09.2004:
Seltsamerweise scheinen instruieren und konstruieren weit weniger dichotom als konsultieren und insultieren. Vermutlich hat das mit irgendwas zu tun, aber ich komm jetzt so zu Fuß nicht drauf, womit.

08.09.2004:
Wiewohl sich in jeder Stadt welche befinden, sind in keinem Stadtplan Weißsche Bezirke eingezeichnet.

09.09.2004:
Die Russen haben jetzt angeblich auch etwas erfunden, aber das ist noch im Probestadium. Man darf also gespannt sein.

10.09.2004:
Lange sehr heiß baden und danach Pizza essen macht besonders durstig. Ich weiß nicht, ob Sie irgendwann besonders durstig werden wollen, vermutlich eher nicht so dringend, aber wenn Sie das einmal wollen, wissen Sie jetzt, wie man das anstellt.

11.09.2004:
Ob ein Schiff ein Vollschiff ist oder nicht, hängt von der Takelung ab. Eine Information, mit der Sie aber kaum wo punkten können; wenn jemanden das interessiert, dann wird er es bereits wissen, wenn jemand das nicht weiß, wird es ihm einigermaßen egal sein.

12.09.2004:
„Scharf“ ist keine Geschmacksrichtung, sondern eine Schmerzreaktion. Macht ja nix, schmeckt trotzdem!

13.09.2004:
Bei richtig gut gewürzten Speisen, also richtig scharfem Essen, setzt der Körper Endorphine frei. Ist ja auch was Schönes, und strengt nicht so an wie Laufen.

14.09.2004:
Mein Drucker … ach, was red ich, ich kauf mir einfach einen anderen.

15.09.2004:
Überprüfen Sie, was ein Zess, also ein Prozess, der nicht zum Kontrazess umgepolt, sondern einfach gleichsam richtungsfrei so von statten ginge, wenn überhaupt, zur Folge haben könnte.

16.09.2004:
Sollten Sie bei der gestern an dieser Stelle vorgeschlagenen Überlegung tatsächlich zu einem Ergebnis gekommen sein, könnten sie ja darüber eventuell eine Lehrveranstaltung abhalten; vielleicht sogar zwei in einem, sozusagen als Holonar.

17.09.2004:
Bei starken Verben erfolgt wenn möglich in der zweiten und dritten Person Einzahl eine Umlautbildung. Etwa: tragen, trug, getragen – Du trägst, er trägt. Bei „rufen“ interessanterweise nicht.

18.09.2004:
Es gibt tatsächlich in einigen Wüsten Lauerjäger. Beim Erstellen eines Schöpfungsplanes wäre ich vermutlich wegen Phantasielosigkeit durchgefallen. Also, mir wäre das einfach nicht eingefallen; in einem Habitat, in dem kaum etwas lebt, ein Tier zu installieren, das sich von dem minimalen Anteil der ohnehin hochgradig spärlich existierenden Beutetiere ernährt, der zufällig dort vorbeikommt, wo der Jäger liegt.

19.09.2004:
Ich habe ja irgendwann einmal an dieser stelle die Frage aufgeworfen, ob Wissen eine Tätigkeit, oder ein Zustand ist. Jüngst habe ich erfahren, daß es über achtzig Definitionen von Wissen gibt. Also, wenn Sie sich damals nicht entschieden haben, brauchen Sie es heute auch nicht.

20.09.2004:
Ich möchte Sie keineswegs drängen, und im Grunde wissen Sie das wahrscheinlich selbst am besten, aber ich schätze einmal, daß Ihr Zahnarzt eigentlich aus dem Urlaub wieder zurück sein müßte.

21.09.2004:
Wenn Sie gerade ohnehin genug zu tun haben, und Sie unnötige Verrichtungen vermeiden wollen, dann machen Sie aus der Rechtschreibreform keine weltanschauliche Debatte, das machen andere schon zur Genüge.

22.09.2004:
Wenn man es mit der Zeit sehr genau nimmt, geht die Erde nach. Also, da muß man es aber halt schon sehr genau nehmen.

23.09.2004:
Die gestern an dieser Stelle verabreichte Information wird als Ausrede für Zuspätkommen aber eher nicht funktionieren.

24.09.2004:
Den Nimbus der Unsterblichkeit zu erlangen ist nicht zuletzt eine Frage des zeitgerechten Abganges.

25.09.2004:
Ich habe einen kleinen Tip, was die Wintermode betrifft, bekommen; gegen Saisonende sind Ausverkaufsmodelle ganz stark.

26.09.2004:
Mir sind noch ein paar Geräte eingefallen für die Rhythmische Sportgymnastik; Schrankwand, Pudding und Sand. Bis das olympisch wird, wird es vermutlich noch ein bißchen dauern, aber üben kann man ja schon einmal.

27.09.2004:
Jüngst war im Fernsehen ein Film, der offenbar erheblichen Materialverschleiß zum Gegenstand hatte. Der Film hieß „Final irgendwas“ oder so ähnlich. Hab ich mir nicht zu Ende angeschaut.

28.09.2004:
Schon wieder eine kleine sprachliche Seltsamkeit, derer ich gewahr wurde; Konsens ist deutlich positiver konnotiert als Dissens, ebenso verhält es sich mit Konsonanz und Dissonanz und eigentlich fast allen Wörtern, die per „Kon-“ oder „Dis-“ auf gegenüberliegende Enden einer gedachten Will-ich-schon-will-ich-nicht-Geraden verwiesen werden. Eine Ausnahme stellt da die Paarung Konkurs und Diskurs dar.

29.09.2004:
Eine mehrstimmige Komposition, bei der die einzelnen Stimmen unter keinerlei Gesichtspunkten in irgend eine Art von Zusammenhang gebracht werden können, heißt Unfuge.

30.09.2004:
Wenn Sie einfach an Gewicht verlieren wollen, dann ziehen Sie auf den Äquator. Sie sollten Ihr Gewicht dabei aber in Newton verhandeln.

Tips für Oktober 2004

01.10.2004:
Ich habe meinen Drucker jetzt hergeschenkt. Den hat wirklich jemand haben wollen, weil er mit seinem Drucker solche Probleme hat. Ich habe ordnungsgemäß erzählt, daß mein Drucker halt so rein gar nix macht. Also nix, wirklich nix. Da leuchtet nicht einmal ein Lämpchen, das eine grundsätzliche Kenntnis der eigenen Existenz des Druckers, die lediglich den ideellen Rahmen einer Tätigkeitsverweigerung darstellt, signalisiert. Nix. Aber der hat ihn trotzdem wollen. Was muß der für Probleme mit seinem Drucker haben.

02.10.2004:
Ich habe mir bis jetzt noch keinen neuen Drucker gekauft. Ich möchte erst herausfinden, ob dieser Zustand billiger ist, als der, mit einem kaputten Drucker zu leben. Wenn ich mit einbeziehe, daß es Menschen gibt, die lieber meinen kaputten Drucker haben als ihren, komm ich bei dieser Überlegung eigentlich auch nicht viel weiter.

03.10.2004:
Man hört von Sprachpolizisten hin und wieder, daß der Begriff „ein billiger Preis“ unzulässig sei; ein Preis könne nur hoch oder niedrig sein, keineswegs aber billig. Wenn es aber „Bill“ und „Unbill“ gibt, was sich ja nicht unbedingt auf den Erwerb von Gütern bezieht, dann kann, schätze ich einmal, ein Preis durchaus billig sein.

04.10.2004:
Man sollte nicht hinter den Hengsten laufen; die machen die dicksten und längsten Haufen.

05.10.2004:
Neulich war eine Konjunktion, die ich nicht verpaßt hab. Ich war mächtig stolz auf mich. Sonst waren dabei aber keine Besonderheiten zu vergewärtigen. Schade, ich hätte mir ein bißchen mehr erwartet, aber vielleicht müßte man dafür etwas näher ran.

06.10.2004:
Wenn Sie in Therapie sind, und es liegt momentan nichts Dramatisches an, probieren Sie, wie Ihr Therapeut reagiert, wenn Sie ihm erzählen, daß eine schwerwiegende Enttäuschung in Ihrer Jugend war, herauszufinden, daß Merkantilismus nichts mit Geometrie zu tun hat.

07.10.2004:
Wenn man von einem Viereck eine Ecke geschickt abschneidet, wird es ein Fünfeck.

08.10.2004:
Sehr oft, wenn in Filmen von desaströsen Fehlspekulationen die Rede ist, hat die betreffende Person in Schweinebäuche investiert. Sollten Sie wieder einmal bei der Börse vorbeikommen, informieren Sie sich, ob das mit den Schweinebäuchen wieder im Griff ist.

09.10.2004:
Es gib ja tatsächlich Menschen, die Musik nur anhand einer Partitur, die sie lesen, genießen können. Besprechen Sie mit dem Schalterbeamten Ihres Vertrauens, ob es möglicherweise auch Menschen gibt, die die Schönheit einer Homepage anhand des Quellcodes genießen können.

10.10.2004:
Für den Topologen ist eine Flasche, eine Kugel und ein Würfel das Gleiche. Flaschen, die von Herrn Felix Klein entworfen worden sind, bilden allerdings eine Ausnahme.

11.10.2004:
Beim gestrigen Tip wurde von meinem Rechtschreibeprogramm das „ist“ mit einer Unmutsäußerung bedacht. Wiewohl ich weiß, daß es eine durchaus strittige Entscheidung ist, hab ich es stehen gelassen. Sie können in Ihrem Bekanntenkreis, zu dem der Schalterbeamte ja mittlerweile zählen sollte, erörtern, ob Sie auch so entschieden hätten.

12.10.2004:
Es müssen sich die Letten biegen, wenn sie in kurzen Betten liegen.

13.10.2004:
Man erkennt beim Quantenschach die Felder und die Kanten schwach.

14.10.2004:
Felix Kramer hat sich wieder verdient gemacht, indem er tatsächlich herausgefunden hat, was, wenn ein Prozeß Konsequenzen hat, ein Kontrazeß und ein einfacher Zeß an dieser Stelle hätten; nämlich Dissequenzen und Sequenzen. Ich zitiere: „Im Gegensatz zum Prozeß müßte der Zeß ohne
Rücksichtnahme (aber auch nicht dezidiert ohne Rücksichtnahme) auf etwaige
Folgen eingeleitet werden, und die sich Sequenz ohne kausale Verbindung zum Zeß ereignen. Sprich: es passiert etwas, dann passiert etwas anderes.“ Einleuchtend! Sie wissen, was zu tun ist.

15.10.2004:
Wo wir gestern gerade dabei waren; Sie könnten heute versuchen, ein Diszert als Gegenteil eines Konzertes lautmalerisch zu allegorisieren. Achten Sie eventuell darauf, daß Ihre Fenster dabei geschlossen sind.

16.10.2004:
Gerade hat mir mein Mailprogramm den Dienst verweigert. Vermutlich ist das eine Art Rahmenprogramm zu der Feststellung, die mein Computer seit der Installation des Servicepacks zwei regelmäßig ausstößt, er sei eventuell gefährdet.

17.10.2004:
Ich habe ein bißchen nachgedacht, und hege die Vermutung, mein Computer sieht sich als Künstler. Indem er nämlich einerseits gegenüber bestehenden Begrifflichkeiten, wie sie durch mein altgedientes Passwort fürs Mailprogramm repräsentiert werden, deutliches Unbehagen äußert, und andererseits, Aussagen als getätigt betrachtet, wenn das Thema erwähnt worden ist. Wenn geht, mit Angst als Generaltopos; Computersicherheit gilt als hinreichend hergestellt, wenn ich erfahre, daß er sich bedroht fühlt. Meinen nächsten Rechner kauf ich beim Hofer-Markt, der ist dann vielleicht ein bißchen Rustikaler.

18.10.2004:
Ich finde es in hohem Maße erstaunlich, worauf Rechner reagieren; die Drohung mit dem Hofer-Computer scheint tatsächlich gewirkt zu haben. Ich kann wieder Emailieren. Das hätte ich wissen müssen, als der Drucker noch im Hause war.

19.10.2004:
Die Steuerungstaste wird auf deutschen Tastaturen mit „Strg“ abgekürzt. Manche Menschen sagen zu dieser taste „String“. Die Gründe hiefür wollen wir unbeachtet lassen. Versuchen Sie herauszufinden, was diese Menschen angesichts eines englischen Keyboards zu dieser Taste - nämlich der Controltaste - sagen, die dann „Ctrl“ abgekürzt wird.

20.10.2004:
Man kann, habe ich erfahren, übers Internet sozusagen telefonieren; von Computer zu Computer. Dafür braucht man nur Kopfhörer und Mikrophon mit dem Computer verbinden, und dann kann man das. Also, ich kann das nicht, weil mein Computer zwar mit entsprechender Hardware versorgt ist, und ich laß mich da nicht lumpen: Studiokopfhörer, die an einer externen Soundkarte hängen, wie sie in Tonstudios durchaus auch Verwendung findet, das Mikrophon ist ein Röhrenmikrophon und hängt an einem 19Zoll Mikrophonvorverstärker, auch ein Röhrengerät, an vergönnt sich ja sonst auch einiges, alles in allem gute Ware, aber mein Rechner fremdelt ein bisserl, der ist da ein bißchen sperrig. Wie gesagt man kann, ich nicht, aber es ist doch schön zu wissen, daß es wenigstens grundsätzlich geht.

21.10.2004:
Mittlerweile höre ich bei meinen Internettelephonierversuchen ziemlich deutlich, daß mein (wobei das eigentlich in dem Fall nicht ganz der korrekte Ausdruck ist) Gesprächspartner einigermaßen unglücklich und ratlos darüber ist, daß er mich nicht hört. Immerhin etwas.

22.10.2004:
Ich habe jetzt bei dem Internettelephonierprogramm ein Fenster entdeckt, in dem ich mich mit meinem Kommunikationspartner schriftlich darüber austauschen kann, daß ich zwar ihn höre, er mich aber immer noch nicht. Heißt Kommunikation über Nichtkommunikation auch Metakommunikation?

23.10.2004:
Da die Quadratwurzel aus Zwei hinter der Kommastelle nicht aufhört, ist es vermutlich eher schwierig mit dieser Zahl Multiplikationen durchzuführen, weil man da ja korrekterweise an der letzten Nachkommastelle beginnen sollte. Man kann diese Zahl aber sogar mit sich selbst multiplizieren und kriegt sogar ein ganzzahliges Ergebnis. Besprechen sie mit Ihrem Lieblingsinternettelephonpartner, wie das sein kann.

24.10.2004:
Der Unterschied zwischen Verdampfen und Verdunsten liegt in den Druckverhältnissen an der Phasengrenze. Wird im Internet aber nur eher nachlässig protokolliert. Da wird meist die Temperatur als Unterschied angegeben. Ist aber falsch. Diese Mitteilung wird Ihnen jetzt vermutlich eher nicht so sehr den Tag versüßen, aber wenn’s stimmt, kann man das schon schreiben auch.

25.10.2004:
Bei entsprechend geringem Außendruck geht Wassereis beim Auftauen direkt in den gasförmigen Zustand über, ohne dazwischen flüssig zu sein. Für Kochkurse, die in bewohntem Terrain stattfinden, ist diese Information aber von eher nur untergeordnetem Belang. Aber Sie wissen jetzt, daß Sie sich in sehr große Höhen keine Teesackerl mitzunehmen brauchen.

26.10.2004:
„k“ müßte eigentlich „neu“ heißen. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsdichotomen, warum das - wenigstens in Kalau - so ist.

27.10.2004:
„kt“ wäre, wenn Sie die gestern an dieser Stelle angestrengte Logik weiterverfolgen, ein Zustand, in dem Vereinbarungen nicht herrschen.

28.10.2004:
Die maximal erreichbare Höhe beim Stabhochsprung ergibt sich aus der Anlaufgeschwindigkeit. Physik eben.

29.10.2004:
Je genauer ein Kalender ist, was die Schalttage betrifft, desto weniger Zyklen kann man ihn brauchen, weil die Erddrehung sich verlangsamt, und somit die Basis, auf der der Kalender beruht, ihre Gültigkeit verliert. Besprechen Sie mit einer Person, die Ihr Lieblingsschalterbeamter aussuchen soll, ob das bereits ausreichend für ein Paradoxon ist.

30.10.2004:
Ohne den Mond hätte unser Tag nur ungefähr sechs Stunden, und vermutlich wüßten wir das nicht einmal. Wahrscheinlich ist das auch kein Paradoxon.

31.10.2004:
Wiewohl der Drehimpuls eine Erhaltungsgröße ist, bremst der Mond durch seine Anwesenheit die Erde in ihrer Eigenrotation ab, was neben anderen durch ihn verursachten Effekten dazu führt, daß sich unser Planet für die Entwicklung und den Bestand von Leben sehr gut eignet, und es schließlich auch uns gibt. Die Erkenntnis, daß der Drehimpuls keine uneingeschränkt erhaltene Größe ist, ist auf den Umstand zurückzuführen, daß es eben so ist. Wiewohl das vorliegen eines Sachverhaltes Bedingung für seine Erkenntnis ist, so scheint das in diesem Fall doch zusätzlich einen kleinen Umweg über das Herstellen eines Erkennenden genommen zu haben. Genau genommen auch nicht paradox.

Tips für November 2004

01.11.2004:
Ein Tip für Künstler: Tabus, die schon gebrochen worden sind, muß man also jetzt nicht unbedingt noch einmal brechen. Tabus die sogar schon öfters gebrochen worden sind, muß man gleich gar nicht brechen; das bemerkt nämlich nicht einmal wer, wenn man es tut.

02.11.2004:
C-Dur über Fis klingt nicht schön. Hab ich gerade ausprobiert, und es klingt wirklich nicht schön. Eventuell, daß man das in passenden Zusammenhängen irgendwie bringen kann, aber so aus dem Stand klingt das einfach nicht schön. Wieder etwas, was man nicht machen muß.

03.11.2004:
Wenn man bei der gestern vorgestellten sagenwirmal grenzharmonischen Anordnung statt C-Dur einen C-major –Akkord, also mit H über Fis spielt, wird’s nicht schöner.

04.11.2004:
Wer mag, kann bei dem gestern entwickelten sporadischen Cluster das Fis enharmonisch gegen ein Ges austauschen, aber ich glaub’ einmal, das wird nicht viel bringen.

05.11.2004:
Ich war jüngst eine Woche lang offline, das haben Sie wahrscheinlich gar nicht so bemerkt, ist aber so. Weil mein Modem sich verweißichnichtwasgibtabersicheinenhochtechnischenausdruckdafürtet hat.

06.11.2004:
Ich habe vom Kabelbetreiber ein neues Modem bekommen. Hat aber nicht funktioniert. Dafür gibt es wahrscheinlich keinen speziellen Ausdruck, das ist einfach nicht gegangen. Manchmal muß es auch so nicht gut sein.

07.11.2004:
Ich habe sogar ein noch neueres Modem bekommen. Der Mann, der es mir an das Kabel geschraubt hat, hat mir gesagt, daß das, was er da getan hat, in neunundneunzig Prozent aller Fälle funktioniert. Manchmal weiß man, daß man zu einer Minderheit gehört, bevor es manifest wird.

08.11.2004:
Ich habe jetzt unter Anweisung in einem DOS-Fenster die Scheiben poliert, und mordswas an meiner Tisipiaipiadresse gebastelt, und deshalb bin ich jetzt wieder online und Sie können das lesen. Wenn nicht, weiß nur ich davon.

09.11.2004:
Config heißt „mit Feige“.

10.11.2004:
Man ist, jedenfalls bin ich es, immer wieder versucht eine Ordnung hinter den Dingen zu erkennen. Wenn ich mir eine Speicherplatzerweiterung kaufen will, und die ist im Geschäft nicht vorrätig und muß bestellt werden, dann ist das ein normaler Vorgang. Wenn die Speicherplatzerweiterung zwar eingelangt ist, aber nur die Hälfte von dem, was ich bestellt habe, so kann ich damit umgehen. Wenn die zweite Hälfte dann eingelangt ist, und ich sie einen Tag zu spät abhole, und jemand anderer hat sie schon gekauft, dann frage ich mich aus rein akademischen Interesse, ob ich da der Einzelfall bin, oder die Person, die da einfach ins Geschäft geht, etwas kaufen will, und das auch prompt bekommt. Manche Fragen sollte man besser nicht stellen.

11.11.2004:
Hab ich Ihnen ja noch gar nicht erzählt; ich hab jetzt einen neuen Drucker. Der druckt sogar. Gegebenenfalls auch in Farbe und mit bunt. Die Poeten haben Recht; wir dürfen das Staunen nicht verlernen.

12.11.2004:
Das mit der Internettelephonie hat jetzt übrigens doch geklappt. Allerdings höre ich meinen Gesprächspartner einen Halbton tiefer und er mich einen Halbton höher. Bei manchen Sachen muß man, glaub’ ich, nicht staunen, was ja so ein bisserl ins Mystische hinüberspielt, da genügt es wahrscheinlich, wenn man sich einfach wundert.

13.11.2004:
Der Rauchquarz wird auch Morion genannt. Das leitet sich, soweit ich in Erfahrung bringen konnte, vom griechischen „moroeis“ für „dunkel“ ab. Die Bezeichnung „Rauchtopas“ ist für den Morion nicht richtig. Ist alles in allem grundsätzlich eher wurscht, aber falls Sie sich seinerzeit mit der Bezeichnung „Gefrierendergraupelschauerobsidian“ für einen nicht so besonders schön ausgebildeten Schneeflockenobsidian bei einem Gemmologen in den Fettnapf katapultiert haben, könnten Sie dort durch das Nichtaussprechen von „Rauchtopas“ in gegebenem Augenblick eventuell wieder ein bißchen Boden gut machen.

14.11.2004:
Jüngst habe ich von einem bemerkenswerten hirnphysiologischen Befund gehört. Bei den allermeisten Menschen sind, wenn sie Musik hören, beide Gehirnhälften gleichermaßen beschäftigt. Es gibt nur eine Gruppe von Menschen, bei denen dabei nur eine Gehirnhälfte tätig ist, und das sind Musikkritiker.

15.11.2004:
Wer mag, kann sich überlegen, ob verschiedene Funktionstasten auf der Computerklaviatur als Metapher für irgendwas gelten können. Kann man auch zu mehrt machen. Also, wenn halt sonst grad nix zu tun ist.

16.11.2004:
Mein neues Modem kann schneller herunterladen, als das Internet raufladen kann. So jedenfalls macht es mir den Eindruck. Also, es gibt Sachen, die mit einer angezeigten enormen Downloadgeschwindigkeit auf meinen Rechner zu rasen beginnen, dann reißt’s aber irgendwie ab, und nix ist, muß ich dann noch einmal machen, so oft, bis halt alles da ist. Dauert insgesamt länger als vorher, aber die erreichte Geschwindigkeit ist beeindruckend.

17.11.2004:
Wenn sie in geeignetem Rahmen irgend etwas recht Kluges über Tensoren zu sagen wissen, tun Sie das. Sie müssen halt nur das Gespräch elegant dorthin lenken, aber das lohnt sich.

18.11.2004:
„Apropos: übrigens …“ ist keine sehr elegante Methode, Gespräche in eine gewünschte Richtung zu lenken.

19.11.2004:
Der Heilige Kosmas ist der Schutzpatron unter anderem der Friseure, Physiker und der Armen. Scheint mir eine eher beliebige Auswahl zu sein.

20.11.2004:
Der Heilige Eustachius ist der Schutzpatron der Jäger, der Installateure und der Einzelhändler. Interessanterweise nicht für Ohrenleidende, dafür ist der Heilige Mauritius zuständig. Seltsam.

21.11.2004:
Hatschepsut ist nicht die Schutzpatronin der Verschnupften. Hätte aber sein können.

22.11.2004:
Es gibt einen Unterschied zwischen komplex und kompliziert. Ist aber beides nicht einfach.

23.11.2004:
Mit einem Umstandswort der Art und Weise, der Eulerschen Zahl und der Kreiszahl kann man einen Schüttelreim auf Poesie basteln.

24.11.2004:
Oszillation klingt irgendwie schon so.

25.11.2004:
Nicht, daß ich ihn vermißt hätte, aber ich habe mich wenigstens gefragt, wie es meinem Debugmodus so geht. Ich habe vermutet, er hat sich wahrscheinlich selbstständig gemacht und verdingt sich als Auffanglager für herrenlose Statusbits. Nein, er ist noch bei mir im Rechner und hat sich jüngst gemeldet, er könne irgendwas Fehlerhaftes überprüfen oder debugen. Hab ich aber nicht in Anspruch genommen. Hauptsache, es geht ihm gut.

26.11.2004:
Plasma ist ionisiert. Also, Blutplasma nicht, aber sonst schon. Ist als Information aber nur begrenzt verwertbar.

27.11.2004:
Es gibt eine Menge Primzahlzwillinge. Allerdings keine so mächtige Menge wie die Primzahlen eine darstellen, aber das ist ja einigermaßen logisch.

28.11.2004:
Jüngst hat jemand bewiesen, daß es unendlich viele Primzahlzwillinge gibt. Gratulation! Das ändert aber nichts an dem Umstand, daß die Menge der Primzahlen mächtiger ist. Kann man nix machen.

29.11.2004:
Es gibt sogar eine Menge Primzahlquadruplets, aber da wird’s dann wirklich schon ein bisserl dünn. Man weiß nicht einmal, ob es unendlich viele davon gibt.

30.11.2004:
Die Summe der Kehrwerte der Primzahlen ist divergent, wohingegen die Summe der Kehrwerte der Primzahlzwillinge konvergent ist. Hat mich auch ein bisserl überrascht.

Tips für Dezember 2004

01.12.2004:
Ich habe Ihnen ja jüngst mitgeteilt, daß C-Dur über Fis nicht so schön klingt. Im Zuge dieser Feststellung habe ich jedoch eingeräumt, daß sowas unter besonderen Umständen eventuell vielleicht doch bringbar wäre, allerdings ist mir so aus dem Hut praktisch kein Umstand eingefallen, der so eine Harmoniekollision rechtfertigen würde. Michael Neuhauser hat sich der Mühe unterzogen und tatsächlich ein Lied gefunden, in dem ein Durakkord mit verminderter Quinte im Baß vorkommt, und das ist sogar ein sehr schönes Lied; nämlich „Desafinado“ von Antonio Carlos Jobim. Der Titel des Liedes heißt in der Englischen Übersetzung „Out of Tune“, was mit „Verstimmt“ übersetzbar ist. Trinken Sie etwas Wohltemperiertes auf Michael Neuhauser.

02.12.2004:
Einerseits ist es ja irgendwie verwunderlich, daß überhaupt etwas ist und nicht Nichts.

03.12.2004:
Bezugnehmend auf die gestern an dieser Stelle vorgebrachte Anmerkung kann man aber auch feststellen, daß es Nichts - also, so richtig Nichts - ja nicht gibt. Das liegt in der Natur der Sache. So gesehen ist es nicht sehr verwunderlich, daß es etwas gibt, und nicht Nichts.

04.12.2004:
Kaffe muß stark sein.

05.12.2004:
Richard Bona kann Baß spielen. Die, die Richard Bona kennen, wird diese Feststellung nicht überraschen, die, denen er unbekannt ist, werden damit wahrscheinlich auch eher unbeschwert umgehen, aber ich habe ihn jüngst spielen gehört, und obwohl er mir schon vorher ein Begriff war, hat mich das, was ich da gehört habe, dazu bewogen, Ihnen das hier zu schreiben. Das ist erstens unstrittig, also, da kann man nicht dran rütteln, und vielleicht hört der eine oder andere von Ihnen einmal kurz in das Werk von Richard Bona hinein und hat damit auch so eine Freude wie ich.

06.12.2004:
Man darf die Geodäten mit Straßenschuh’n betreten.

07.12.2004:
Wenn Sie noch nicht wissen, was sie im Urlaub machen sollen, fahren Sie doch einmal zur Datumsgrenze und schauen zu, wie ein Tag vergeht.

08.12.2004:
Wenn man die Erde einmal Richtung Osten umrundet, und dabei eben die Datumsgrenze überschreitet, kann man einen Tag gewinnen. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, ob es funktionieren würde, wenn man die Erde an einem Tag zwei Mal umrunden könnte, dabei gleich zwei Tage zu gewinnen.

09.12.2004:
Sollten Sie gestern bei Ihren Überlegungen bezüglich der Datumsgrenze zu einem Ergebnis gelangt sein, das Ihre Zufriedenheit findet, so kann ich Ihnen heute noch einen Gedanken anbieten, der aber eher nur bedingt releviert; wenn man am geographische Nordpol einmal um die gedachte Austrittsstelle der Erdachse wandert, überschreitet man die Datumsgrenze. Wenn man das in Richtung Osten macht, kann man dabei einen Tag gewinnen, allerdings sollten Sie unbedingt darauf achten, in welcher Jahreszeit Sie dieses Unterfangen begehen, wenn nämlich gerade Winter ist, ist ein halbes Jahr lang Nacht, und da ist es nur in Maßen sinnvoll, einen Tag zu gewinnen. Sonst geht’s mir aber gut.

10.12.2004:
Holzblasinstrumente können auch aus Blech sein, heißen aber trotzdem so. Das hat was mit der Art der Klangerzeugung zu tun.

11.12.2004:
Besprechen Sie mit dem Instrumentenbauer Wahl, ob es auch Blechblasinstrumente gibt, die aus Holz sind. Sie könnten da zum Beispiel das Alphorn anführen; da ist die Klangerzeugung nämlich so wie bei Blechblasinstrumenten, wiewohl das Instrument selbst aus Holz ist.

12.12.2004:
Lokrisch klingt nicht immer sehr schön; also, da gibt es sicher das eine oder andere Werk, das in Lokrisch abgefaßt ist, und ins Ohr geht, ohne einem Glunsen in die Eustachische Röhre zu schlagen, aber wenn sie etwas Eingängiges komponieren wollen, schlage ich vor sich erst einmal in Jonisch oder Dorisch zu versuchen.

13.12.2004:
Wenn Sie etwas komponieren wollen, womit mein Rechtschreibeprogramm sich etwas anfangen kann, dann sollten Sie in Dorisch schreiben, Jonisch wird beanstandet. Phrygisch, Mixolydisch und die anderen fallen unter diesen Gesichtspunkten auch aus.

14.12.2004:
Susakkorde sind meinem Rechner auch unbekannt. Das ist insoferne seltsam, als daß ich sicher bin, daß er bereits ein paar davon im Musikordner gespeichert hat. Hab ich selbst reingetan.

15.12.2004:
Susakkorde, sind jedenfalls schön, sollten aber aufgelöst werden. Nur so sind sie nicht so schön. Also schon, aber nicht sehr. Erst wenn an deren Stelle ein Durakkord tritt, wird der Susakkord so richtig schön. Sozusagen nachträglich. Mit ein bißchen Phantasie und sonst nix zu tun kann man das als Metapher an noch zu findende Ausschnitte der Welt legen.

16.12.2004:
Ich wollte neulich eine DVD brennen. Ja, so wilde Sachen trau ich mich. Allerdings hat mein Rechner nicht nur das Laufwerk, von dem die zu brennenden Daten kommen hätten sollen, nicht erkannt, und dementsprechend natürlich auch nichts auf den Rohling gebrannt, das wäre ja noch als Standardfolklore durchgegangen, sondern, er hat den Rohling im Brenner eingesperrt und gibt ihn jetzt nicht mehr her. Vor dem Hintergrund, daß mir weder Brenner noch Rohling etwas nützen, ist das eigentlich eine ganz vernünftige Entscheidung.

17.12.2004:
Mein DVD-Brenner hat den Rohling, den er gestern unerbittlich einbehalten hat, heute wieder hergegeben. Weiß ich nicht, wie ich das deuten soll.

18.12.2004:
Theoretisch kann es ja nicht sein, aber ich habe stark den Eindruck, daß die überwiegende Mehrzahl der Einwegfeuerzeuge nicht gekauft oder auch nur als Werbegeschenk verteilt werden und auch nicht leer werden, sondern ansatzlos an Orten, an denen man sie braucht, ins Sein treten und andernorts ebenso grußlos wieder verschwinden.

19.12.2004:
Standard darf man, wie es scheint, auch „Standart“ schreiben. Wenigstens was. Es ist ja so schon alles schwer genug.

20.12.2004:
Leghastenie darf man mit Mitgliedsausweis so schreiben.

21.12.2004:
Einen Winkel kann man an beiden Enden verlängern so viel man will, ohne daß er dabei größer wird. Bei stumpfen Winkeln ist das anschaulicher, geht aber so auch.

22.12.2004:
Winkel kann man auch als Vielfaches von Pi angeben, wobei ein beispielsweise Nullkommadreifaches auch als Vielfaches gilt.

23.12.2004:
Sollte Ihnen ein Anlageberater versprechen, Ihr Geld zu vervielfachen, denken Sie an das, was ich Ihnen gestern an dieser Stelle über Vielfache mitgeteilt habe.

24.12.2004:
Heute können Sie nach Tisch überlegen, ob Ihnen eine Metapher einfällt, die Metaabildungstechniken zum Gegenstand hat.

25.12.2004:
Besprechen Sie mit einem Philologen Ihrer Wahl, ob der Begriff „onomatopoetisch“, also „lautmalerisch“ auch auf Gegenstand-Namenskonstellationen zutrifft, bei denen es überhaupt nicht laut zu geht.

26.12.2004:
Das gestern vorgestellte Begriffsproblem kann beispielsweise an den Wörtern „Qualm“ und „Rauch“ anschaulich gemacht werden; „Qualm“ klingt einfach nach etwas Dickerem, undurchdringlicherem als „Rauch“. Beides sind aber Dinge, die selbst keinen Laut machen, der mit ihren Namen - und das ist jetzt eben die Frage, ob man das so sagen darf - lautmalerisch dargestellt wird.

27.12.2004:
Thomas Barth hat mich jüngst auf einen bemerkenswerten Umstand aufmerksam gemacht; das „Sci“ in „Sciencia“, also Wissenschaft ist das selbe wie in „Scissors“, der Schere, und bedeutet „trennen“. Also kann Wissenschaft kein Religionsersatz sein, weil bei „Religio“ geht es ja um „Wieder verbinden“.

28.12.2004:
Wenn Sie mit einem Knieleiden zu einem Ganzheitsmediziner kommen, können Sie einigermaßen sicher sein, daß er den Sitz dieses Problems im Kreuz ortet. Das funktioniert aber auch umgekehrt; für Schmerzen im Kreuz wird bevorzugt eine Fehlstellung im Knie verantwortlich gemacht. Interessant wäre herauszufinden, wo - ganzheitlich gesehen - im Körper der Punkt ist, an dem die Ursache für einen Schmerz am Ort des Geschehens liegt.

29.12.2004:
Sollten Sie sich irgendwann einmal mit der Sinnfrage herumschlagen, oder wenigstens -balgen, dann suchen Sie eine Antwort darauf nicht in der Evolutionstheorie. Dort werden Sie sie nämlich nicht finden, weil sich die Frage dort ganz explizit nicht stellt.

30.12.2004:
Wenn Sie in Kalau polizeilich gemeldet sind, dürfen Sie sich mit der Sinnfrage an einen Sinologen wenden. Vergessen Sie aber Ihren Legasthenikermitgliedsausweis nicht.

31.12.2004:
Suchen Sie, so nichts anderes zu Gebote steht, eine Entsprechung für „Abstand“ oder „Zwischenraum“ im Bereich der Farben.

Tips für Jänner 2005

01.01.2005:
Es gibt eine Art von Literatur, die, gäbe es nicht die Sprachlosigkeit und vor allem die Möglichkeit diese zu beklagen, rein gar nichts zu sagen hätte.

02.01.2005:
Wenn Sie gerade kein Theaterstück inszenieren, dann beobachten Sie doch Ihre Umwelt hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der stattfindenden Handlungen und Gesten. Vielleicht inszenieren Sie ja einmal etwas, da kann sowas schon helfen.

03.01.2005:
Wenn Sie ein Theaterstück inszenieren, und es ergibt sich nicht zwingend aus dem Text, daß auf der Bühne Blut verpritschelt wird, dann lassen Sie das einfach so. Spannung und Drama sind mit der herkömmlichen Anzahl an Körperöffnungen durchaus bestreitbar.

04.01.2005:
Wenn Sie ein Theaterstück inszenieren, in dem keine der Figuren einen ausgewiesenen Hörsturz erlitten hat, schmückt es den Abend, wenn die Protagonisten einander nicht anplärren, als stünden Sie in einem Windkanal unter Höchstlast.

05.01.2005:
Was, da sind wir jetzt aber schon sehr im Feinschliff, Theaterinszenierungen auch sehr gut ansteht, ist ein weitgehender Verzicht auf Buthotanzeinlagen, vor allem, wenn es um Geschichten geht, die weit außerhalb Japans spielen.

06.01.2005:
Wenn Sie angesichts eines Bildes, das Ihnen eher wurscht ist, als Kunstkenner gelten wollen, dann sagen Sie als Qualitätsurteil über das Bild, Sie müßten erst wissen, wer es gemalt hat, dann könnten Sie sagen, ob es gut ist oder so wurscht, wie es Ihnen vorkommt. Das machen Kuratoren auch.

07.01.2005:
Jüngst habe ich etwas sehr interessantes im Fernsehen gesehen; ein Museum beherbergt seit einiger Zeit ein Bild auf Holz gemalt, von dem angenommen wurde, es wäre eine mittelalterliche Tischplatte wie viele andere auch. Dementsprechend fand dieses Bild seinen Platz bei den eher unwichtigen Sachen des Museums. Dann hat sich aber herausgestellt, daß es keine Tischplatte ist, sondern ein Bild, und noch dazu von Albrecht Altdorfer. Daraufhin hat man dem Bild einen Ehrenplatz eingeräumt als Prunkstück des Museums. Es ist aber das selbe Bild wie vorher, es ist um keinen Deut schöner geworden. Albrecht Altdorfer hat im Jahre 1518 ein Bild gemalt, das eigentlich auch wurscht sein könnte, was es ja auch lange genug selbst unter den Augen der Sachkundigen war. Offenbar ist Kunst das, was wir dafür halten, wenn wir genügend Zusatzinformationen haben.

08.01.2005:
Kulturpessimistische Phasen sollte man gleich zu Jahresbeginn abfackeln, dann hat man das restliche Jahr für Hopsihopsi.

09.01.2005:
Man sollte mit den Lymphen nicht allzu heftig schimpfen.

10.01.2005:
Liquor Cerebralis könnte eine Art süßer Palliumschnaps sein. Ist aber nicht.

11.01.2005:
Der Liquor Cerebralis wird, so habe ich mir sagen lassen, schubweise erzeugt, was über die zyklische Volumsänderung zum craniosacralen Puls führt.

12.01.2005:
Es ist eher unwahrscheinlich, daß jemand Sie danach fragt, was es mit dem Craniosacralen Puls jetzt also genau auf sich hat. Vor ein paar Wochen hat noch die Chance bestanden, daß ich Sie das frage, aber mittlerweile weiß ich es ja schon. Falls Sie doch gefragt werden, verweisen Sie einfach auf entsprechende Literatur; das wirkt wissenschaftlich.

13.01.2005:
Daß der Winter beginnt, wenn die Tage wieder länger werden, und der Sommer, wenn die Tage kürzer werden, ist mit Hysterese erklärbar.

14.01.2005:
War bei Ihren Neujahrsvorsätzen eigentlich auch ein Zahnarztbesuch dabei?

15.01.2005:
Wenn unter Ihren Neujahrsvorsätzen ein Zahnarztbesuch war, waren Sie tapfer, wenn nicht, müssen Sie halt gehen, wenn Sie halt gehen müssen. Da sind Sie wenigstens im Einklang mit der Weltordnung.

16.01.2005:
Erörtern Sie mit dem Tanztherapeuten Ihres Vertrauens, ob - unter künstlerischen Gesichtspunkten - der gute Zweck Mittelmäßigkeit heiligt.

17.01.2005:
Im Großen und Ganzen herrscht Ordnung - nicht Chaos.

18.01.2005:
Wenn es stimmt, kommt Toni morgen; dann sollte auch mein Monitor geh’n.

19.01.2005:
Kondensatoren haben eine Siebkapazität. Eine Information, mit der ich mir so jetzt einmal nicht wirklich was anfangen kann, aber vielleicht kann man da in einem abenteuerlichen Metaphernspagat etwas basteln, woraus sich Trost beziehen läßt. Ich halte das für eher unwahrscheinlich, aber probieren kann man es ja.

20.01.2005:
Die Siebkapazität von Kondensatoren wird in Mikrofarad angegeben. Eventuell kann man daraus ein bißchen Trost beziehen. Wenn Sie das nicht schaffen, wissen Sie wenigstens, daß Sie zumindest in diesem Punkt nicht alleine sind.

21.01.2005:
Erfinden sie heute einen Namen für ein lösbares Paradoxon.

22.01.2005:
In der Philosophie gibt es verschiedene Theorien der Wahrheit; da ist bestimmt nicht leicht zum draufkommen, was davon jetzt wirklich stimmt.

23.01.2005:
Widerlegen Sie in einigen Bänden ein Sprichwort Ihrer Wahl.

24.01.2005:
Suchen Sie einen medizinischen Fachausdruck für die Haare, die Männern bisweilen ab einem gewissen Alter an den Ohrläppchen wachsen.

25.01.2005:
Wenn Sie gestern mit der Suche nach dem Fachausdruck für dieses zugegebenermaßen eher seltene Phänomen erfolglos waren, dann erfinden Sie einen, und ab nach Stockholm, den Medizinnobelpreis verlangen. Die haben dort vermutlich ohnehin schon länger nichts von Ihnen gehört.

26.01.2005:
Florian Käferböck hat mich jüngst auf einen bemerkenswerten Umstand aufmerksam gemacht. In der Sprache der Mathematik ist der Begriff „fast alle“ wie folgt definiert: Eine Aussage trifft für fast alle Elemente einer Menge zu, wenn sie für eine endliche Anzahl von Elementen nicht zutrifft. Das läßt, so Florian Käferböck, (worin ich mit ihm übereinstimme) den Schluß zu, daß die Aussage, „Fast alle Schwein können fliegen“ mathematisch betrachtet richtig ist, weil die Anzahl der Schweine, die nicht fliegen können, wiewohl vermutlich gegenüber den Porci Aviati überwiegt, aber doch endlich ist. Trinken Sie eine hinreichend exakt angegebene Kubatur Entsprechendes auf Florian Käferböck.

27.01.2005:
Es gibt jetzt Firewire 800. Eine sehr schnelle Verbindung zwischen beispielsweise einer ganz neuen Außenboardsoundkarte und dem Computer. Da müssen natürlich beide Geräte einen entsprechenden Anschluß haben. Aber ich laß mich ja nicht lumpen. Ganz tolle Sache. Angeblich. Hängt aber sehr davon ab, ob man auch ein Firewire 800- Kabel kaufen kann. Sonst hat man nur zwei prima Bahnhöfe aber kein Gleis dazwischen. Ich lasse Sie an gegebener Stelle wissen, wenn ich eines in einem Geschäft gefunden habe.

28.01.2005:
Ich habe einmal gehört, daß bei den Hirschen die mit dem größten Geweih ihres als erster verlieren. Und die mit dem kleinsten ihres am längsten haben. Nun ist Gerechtigkeit in der belebten Natur nicht unbedingt von Belang und dementsprechend selten zu beobachten, aber das mutet wenigstens gerecht an.

29.01.2005:
Jüngst hat mich ein Brief ereilt, der zum Gegenstand ausschließlich die Mitteilung hat, daß die Verlagsanstalt Athesia ihre Gesellschaftsform von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt hat, wovon allerdings MwSt- und Steuernummer unberührt bleiben. Wiewohl es mir da ähnlich geht wie der im Brief erwähnten Steuernummer, nehme ich anstandshalber an, daß diese Mitteilung für den Mitteiler soweit releviert, daß er es für gut hält, wenn es jemand erfährt. Insoferne; jetzt wissen Sie’s auch, und wenn Sie wollen, sagen sie’s weiter. Wer mag, kann auch eine Oper darüber schreiben. Gegebenenfalls wird ein Oratorium eventuell auch reichen.

30.01.2005:
Ein Häufchen Kot am Dnjepr ist als kurzer Schüttelreim lesbar.

31.01.2005:
Wenn Sie wetten wollen, wissen aber nicht so recht, was, dann wetten Sie auf das Datum, an dem bei USB-Buchsen das Oben-Unten normiert sein wird.

Tips für Februar 2005

01.02.2005:
Ich hab jetzt einen Musikrechner, der macht nur Musik, sonst nichts. Also, sonst nichts kann er schon.

02.02.2005:
Das Leben bietet mitunter Grund zu Beschwerde; oft ist das, was uns notwendig scheint, ziemlich schwer zu bewerkstelligen. Aber manchmal scheint es die Ordnung der Dinge gut mit uns zu meinen; daran sollten wir nicht achtlos vorüber gehen. Manche Sachen sind zwar irrsinnig schwer, aber dafür komplett nutzlos.

03.02.2005:
Es ist ebenso schwer wie aber auch unsinnig, aus einem Buch nur eine Seite herauszureißen.

04.02.2005:
Ich habe Ihnen jüngst mitgeteilt, daß es unendlich viele Primzahlzwillinge gibt, aber die Menge der Primzahlen trotzdem mächtiger ist als die Menge der Primzahlzwillinge. Falsch! Blödsinn! Vergessen Sie’s! Das stimmt einfach nicht! Also, wenn’s wahr ist, was mir Martin Schöpf schreibt, dann war das mit der größeren Mächtigkeit ein voller Humbug. Kann man nix machen. Nämlich, die beiden Mengen sind gleichmächtig, weil sie abzählbar unendlich sind. Das heißt, man kann die Primzahlen durchnumerieren und jeder Primzahl ein Primzahlzwillingspaar zuordnen. Da bleibt keine Zahl ohne Zuordnungspartner. Daß dabei in dem Bereich, der innerhalb eines Menschenlebens abzählbar ist, selbst der niedrigere Zwilling weit höher als die zugewiesenen Primzahl, es also so aussieht, als wären die Zwillinge nur eine Teilmenge der Primzahlen, ist ebenso unstrittig wie wurscht, weil bei „unendlich“ spielt das hintere Ende, auch wenn man bis zum Kältetod des Universums zählt, keine Rolle. Wieder was gelernt. Trinken Sie einen Doppelten auf Martin Schöpf.

05.02.2005:
Wo ich schon dabei bin, großzügig bemessene Kubaturen Asche auf mein Haupt zu streuen, möchte ich auch noch anmerken, daß die Sache mit \\\"fast alle\\\" vom 26. Jänner so auch nicht stimmt, weil, wie mich eine Menge aufmerksamer Leser wissen haben lassen, die angegebene Definition nur für endlich viele Elemente aus unendliche Mengen gilt. Da die Menge der Schweine wiewohl eventuell unüberschaubar, so doch keinesfalls unendlich ist, einerseits, die Menge der fliegenden Schweine, indem sie leer ist, Teilmenge, nicht aber Element der Menge der Schweine ist, selberseits, ist die Aussage, daß fast alle Schweine fliegen können, so nicht richtig. Das hätte man auch von einem Zoologen erfragen können, aber jetzt haben wir es sogar im Rahmen der mathematischen Nomenklatur (das ist sicher der falsche Ausdruck, aber ein bisserl lustig darf man schon sein) dingfest gemacht. Trinken Sie etwas Beschwingtes, wo nicht greifbar, dann etwas, was wenigstens Flügel verleiht, auf die Herren Rissner, Rautscher, Helfert, Hellwig und Wanek. Sollte ich jetzt jemanden vergessen haben, so möge der Betreffende mir das nachsehen, aber ich bin mir einigermaßen sicher, daß ich fast alle aufgezählt habe.

06.02.2005:
Man sollte pro Tag mindestens eine gewisse Menge Wasser trinken. Spätestens, aber wenn man durstig ist. Zur Not kann man vorher ja Pizza essen.

07.02.2005:
Man kennt es ja, das zarte Wimmern in Kassenzahnarztwartezimmern.

08.02.2005:
Falls sich einmal Langeweile einstellt, können sie folgendes versuchen, sie nehmen die erste Million Nachkommastellen von Pi und die erste Million der Nachkommastellen der Quadratwurzel aus zwei, und sehen nach, bei welcher Ziffernfolge sich aus benachbarte Ziffern mehr Primzahlen darstellen lassen.

09.02.2005:
Sollten sie mit der gestern vorgestellten Aufgabe zügig zu einem Ergebnis gekommen sein, Ihr Tatendrang aber immer noch keine rechte Traktion in der Welt finden, dann können Sie ja versuchen Ihr Ergebnis zu begründen.

10.02.2005:
Wenn Sie gestern auch erfolgreich waren, heute aber noch nicht so recht wissen, womit Sie Ihre Zeit herum bringen sollen, dann erfinden Sie einen Sammelbegriff für Hausmittel, die im Freien wachsen.

11.02.2005:
Das mit der Theorie des menschlichen Geistes wird voraussichtlich im laufenden Rechnungsjahr nix mehr werden. Jedenfalls hat die akademische Gemeinde selbst nichts auf die Hufe gebracht und nicht einmal eine dementsprechende Urgenz in die Welt geworfen. Na, ja, es geht ja so auch.

12.02.2005:
Knorkator sind lustig. Da verhält es sich ähnlich wie mit dem Baßspiel von Richard Bona; die, die Knorkator kennen, werden das schon wissen, die, die sie nicht kennen, werden diese Mitteilung vermutlich mit einer wenigstens dreistelligen Nummer in ihrem Prioritätenkatalog einreihen. Aber gesagt gehört’s.

13.02.2005:
Mein Drucker hat neulich ohne Murren achtundvierzig Blatt gedruckt, aber in jedes Blatt ein Eselsohr geknickt. Nicht so schlimm, daß man das nicht wieder glatt streichen könnte, aber doch so, daß der Text merklich schief am Papier steht. Ein Filou.

14.02.2005:
Der angezeigte - man kann sagen hochgradig symbolisiert angezeigte - Tintenfüllstand ist, wie mich ein Fensterchengruß von meinem Drucker wissen läßt, nur eine Schätzung - wobei die Frage zulässig ist, wer denn da schätzt - und kann vom tatsächlichen Wert abweichen. Na prima. Wenn er also nicht mehr druckt, kann das - muß aber nicht - am Tintenfüllstand liegen. Da wär ich auch zu Fuß drauf gekommen.

15.02.2005:
Mein Bruder, habe ich beobachtet, spricht auch mit seinem Drucker. Ganz garstige Worte. Jetzt weiß ich nicht, in wessen Familie das liegt; in unserer oder in der der elektronischen Fazilitäten.

16.02.2005:
Bindestriche im Text sind, so sie unterwegs angebracht werden, dünn und lang, wenn man sie nachträglich einfügt, sind sie kurz und dick. Weiß ich auch nicht so richtig, ob das was zu bedeuten hat.

17.02.2005:
Mein Tanztherapeut hat sich erbötig gemacht, den Druckertreiber mit Obertonarmrudern zu besänftigen. Vielleicht komme ich noch darauf zurück.

18.02.2005:
Das, was früher einmal Ostdeutschland geheißen hat, wird von den Deutschen seit der Wiedervereinigung Mitteldeutschland genannt. Wenn das, was früher der Osten war, jetzt die Mitte ist, müssen sich die Polen jetzt wieder Sorgen machen?

19.02.2005:
Die Medulla Oblongata bildet mit dem Metencephalon gemeinsam das Rautenhirn. Bei Kindergeburtstagen werden sie mit dieser Information wahrscheinlich eher nicht so viel reißen, aber man kann sich das ja einmal merken für den Fall, daß Sie das einmal einfach so gefragt werden.

20.02.2005:
Zum Metencephalon könnte man noch einiges anmerken, aber da ist es selbst, wenn man das als Vortragsthema zur Belebung von Kindergeburtstagen gewählt hat, besser, man verweist auf entsprechende Literatur.

21.02.2005:
Sollten Sie keine dementsprechende Literaturliste zusammenbekommen, aber dennoch vorhaben, mit einem Vortrag über das Metencephalon einen Kindergeburtstag aufzulockern, dann denken Sie darüber nach, diesen Vortrag in eine Pinata zu verpacken. Eventuell als Konfetti.

22.02.2005:
Mein Rechner hat mir jetzt schon lange nicht mehr angeboten, einen Problembericht zu senden, der Debugmodus bleibt auch in seinem Kisterl und rührt sich nicht mehr; irgendwie fühle ich mich vernachlässigt.

23.02.2005:
Die Buchstaben des Alphabets lassen sich in verschieden Kategorien einteilen; Konsonanten und Vokale, Konsonanten, die es in harter und weicher Ausführung gibt, solche, die es nur in einer Form gibt und so fort.

24.02.2005:
Erstellen Sie bei Gelegenheit ein paar Kriterien, um Buchstaben einzuteilen; Buchstaben, die bei einer Einteilung in Vokale und Konsonanten nicht aufscheinen, wie das „Y“, Buchstaben, die nur in speziellen mathematischen Operationen einzeln, sonst aber nur im Verband mit einem Partner vorkommen wie das „Q“ und so fort. Eventuell treffen Sie einmal jemanden, der das auch gemacht hat, dann können Sie Ihre Kategorien vergleichen und hab gleich was zum Plaudern.

25.02.2005:
Samstags singt im Chor Esther, sonntags spielt sie im Orchester.

26.02.2005:
Heidelind und Klara, beiden liegt das Paragliden.

27.02.2005:
Um sich die Schuhe zuzubinden, muß man nicht denken wie ein Schuhband.

28.02.2005:
Hat eigentlich jemals jemand überprüft, ob ein Fisch tatsächlich beim Kopf zu stinken beginnt?

Tips für März 2005

01.03.2005:
Schon wieder ist eine kleine Korrektur fällig; ob es tatsächlich unendlich viele Primzahlzwillinge gibt, ist noch nicht gesagt. Es hat zwar jüngst danach ausgesehen, da hat jemand einen fünfunddreißigseitigen Beweis geführt, aber, wie ein paar aufmerksame Leser dieses Beweises festgestellt haben, diesen Beweis irgendwo im Schlußdrittel in die Irre geführt. Trinken Sie eine unechte Teilmenge auf die Erbsenzähler dieser Welt.

02.03.2005:
Babelusien wird demnächst der Austragungsort der Weltmeisterschaft im Briefschach.

03.03.2005:
Altersweitsichtigkeit hilft bei Kurzsichtigkeit gar nix; man sieht halt in der Ferne sowieso nix und in der Nähe jetzt auch nix. Vielleicht sollte man im Alter aber ohnehin zu den Dingen auf Distanz gehen.

04.03.2005:
Man darf statt „Ziliarkörper“ auch „Ciliarkörper“ schreiben. Ist beides irgendwie richtig. Wenigstens was.

05.03.2005:
Meßwerte beachten. Da macht man schon einmal nix falsch.

06.03.2005:
Mein Computer macht jetzt was ganz Lustiges; wenn ich einen Text schreibe und nachträglich etwas einfügen will, dann schreibt er zwar das, was ich tippe, aber mit jedem Buchstaben, der neu hinzukommt, löscht er einen aus dem ursprünglichen Text heraus. Ein Schelm.

07.03.2005:
Doppel-s kommt zwischen zwei Vokalen, deren erster kurz ist. Hach, das waren noch Zeiten!

08.03.2005:
Andreas Somogyi hat in einem mannhaften Selbstversuch meine Vermutung, daß eine grundsätzliche Schilderung der Hirnstrukturen bei Kindergeburtstagen eher nicht so unbedingt akklamiert werden - wiewohl nur bei einer Schneeballschlacht, die vazierender Nachwuchs veranstaltet hat, also ohne feierlichen Rahmen, aber doch vor geeignetem Sample - überprüft und hinreichend verifiziert. Bravo! Trinken sie etwas Gekühltes mit Schirmchen und Konfetti auf Andreas Somogyi.

09.03.2005:
Können kann man auch alleine. Für dürfen braucht man mindestens Zwei. Zur Not geht da auch ein Über-Ich als Zweiter durch.

10.03.2005:
„Kredit“ kommt von „credere“, also „glauben“ oder „vertrauen“. Banken verlangen aber in der Regel eine Sicherstellung, wenn sie einen Kredit vergeben. Da soll einmal ein Philologe vorbeischauen, und denen das erklären.

11.03.2005:
Teilweise haben wir noch das Hexagesimalsystem in Verwendung. Das wird aber als Gegenstand einer Büttenrede vermutlich aber auch nicht so sehr der Heuler sein. Aber bis Büttenreden wieder Saison haben, ist noch ein bißchen Zeit, sich was Griffigeres einfallen zu lassen.

12.03.2005:
Wenn man das Unwahrscheinliche in Betracht zieht, und das, was eher zufällig passieren kann, nicht ausschließt, dabei Sachen, die auch so schon einmal vorkommen können, grundsätzlich für möglich hält und Geschehnisse, die sich vermutlich ereignet haben, durchaus gelten läßt, dann muß das, was eventuell vorgefallen ist, zwar nicht die Wahrheit sein, kann aber als Thema einer Büttenrede wenigstens vorgemerkt werden. Watson, setzen Sie den letzten Satz in Klammern; der Ansatz ist nicht schlecht, aber ich muß das noch ein bißchen umformulieren.

13.03.2005:
„Ortsbrust“ ist ein Begriff, der gründlich mißgedeutet werden kann. Heißt aber was ganz unverfängliches.

14.03.2005:
Die Heilige Barbara ist gewöhnlich, wenigstens dort, wo sie bekannt ist, in der Nähe der Ortsbrust zu finden.

15.03.2005:
Die Russen haben jetzt angeblich wieder etwas erfunden. Das hat, wie man kaum hört, etwas mit Geheimhaltung zu tun. Möglicherweise aber auch mit Desinformation. Oder es hat sich jemand einen Spaß gemacht, und das stimmt überhaupt nicht. Wenn ich was Näheres weiß, behalt ich’s für mich, bis bestätigt ist, daß Gras über die Sache gewachsen ist.

16.03.2005:
Wenn man zum Mond fliegt, bekommt man im Van Allen-Gürtel eine Strahlungsdosis ab, die bei jedem Zahnröntgen übertroffen wird. Sollten Sie diesbezügliche Urlaubspläne haben, dann gibt’s da also schon einmal Entwarnung.

17.03.2005:
Versuchen Sie doch einmal - wenigstens gedanklich - einer lakonischen Ausdrucksweise eine laokoonische gegenüberzustellen. Ich vermute einmal, daß da was eher Verschlungenes herauskommt.

18.03.2005:
Die Stellungskommission läßt verlautbaren: Es soll sich eine Meute Helden, wenn’s geht, bei uns noch heute melden.

19.03.2005:
Das Tier mit dem komischen Hut dran ist ein Vogel, und der heißt Truthahn.

20.03.2005:
Firewiredevices sind stackable. Als Faktum ist das schön, als Satz ist das erbärmlich.

21.03.2005:
Besprechen Sie mit jemandem, von dem Sie annehmen können, daß ihn so was interessiert, wie sehr man einen in seinem Durchmesser beliebig verformbaren, aber in seiner Länge fixen Schlauch mit frei wählbarer Wandstärke - ähnlich einer Schlange, die sich selbst beim Schwanz aufzuessen beginnt - in sich selbst schieben könnte.

22.03.2005:
Versuchen Sie heute, das gestern an dieser Stelle vorgestellte Problem mit jemandem zu erörtern, von dem Sie sicher sind, daß ihn das abersowasvonüüüüberhauptnicht interessiert. Wenn Sie das eine halbe Stunde durchhalten, berichten Sie Ihrem Tanztherapeuten davon.

23.03.2005:
Mein Computer ist eventuell gefährdet. Je öfter er mir diese Mitteilung zeigt, um so stärker ballt sich in mir der Gedanke „Ja, und er weiß ja gar nicht wie sehr!“ zu düsterer Bereitschaft, ihm das ballistisch zu verdeutlichen. Ich tu’s aber dann doch nicht.

24.03.2005:
Culpo di Pomodoro ist Schuld von Tomaten. Ist aber eher selten.

25.03.2005:
Stellen Sie heute auf der Basis einer mehrwertigen Logik Überlegungen an, wie sehr Wenn-Dann-Operationen rückläufig vollzogen werden können.

26.03.2005:
Männer können mehr Obertöne singen als Frauen. Hat was mit Physik zu tun. Ist aber nicht wirklich von entscheidendem Belang.

27.03.2005:
Das Aluminiumisotp Al-23 hat eine Halbwertszeit von lediglich 470 Millisekunden. Dementsprechend selten wird es auch für den Bau von Langstreckenflugzeugen verwendet.

28.03.2005:
In München, habe ich jüngst festgestellt, ist die Schneeräumung je nach Betrachtungsweise und Weltbild entweder vollprivatisiert oder radikalökologisch. Jedenfalls findet sie nicht statt; jeder hat selbst zu sehen, wie er damit zurande kommt, und im Frühjahr apert das sowieso wieder weg. Ideologisch nach allen Seiten dicht.

29.03.2005:
„Episch“ müßte eigentlich „danach“ heißen. Heißt es aber wahrscheinlich nicht.

30.03.2005:
Michi bekommt vielleicht bald eine neue Telephonnummer.

31.03.2005:
Man kann tatsächlich in Wasser Antiblasen herstellen. Also, nicht nur Luftblasen, das ist hat hinlänglich bekannt, sondern, so wie eine Seifenblase zwei Luftvolumina trennt, nämlich die Luft die drinnen ist, von der Luft, die sich außerhalb der Blase befindet, so kann man in Wasser - genau genommen Wasser mit Spülmittel - Luft derart einbringen, daß diese Luft eine Kugelhaut bildet, die dann ein gewisses Volumen Wasser umschließt und es dadurch vom umgebenden Wasser trennt. Kann man, wie gesagt, muß man aber nicht. Wenigstens nicht oft.

Tips für April 2005

01.04.2005:
Wenn Sie heute einen halben Schüttelreim begehen wollen, dann können Sie entweder ein Gnu zähmen oder mit der Bahn fahren. Das mit der Bahn müßten Sie dann allerdings entsprechend umformulieren.

02.04.2005:
Jüngst war im Fernsehen eine - hätte sein sollen - philosophische Diskussion über die Faszination des Bösen zu sehen. Es wurde aber eine recht eindrückliche Demonstration der Langweiligkeit des Trivialen. Nix neues.

03.04.2005:
Am 29. des Vormonats war wieder ein Schwendtag. Sollten Sie da etwas gemacht haben, was man da nicht machen sollte, zum Beispiel fällt „irgendwas“, wenn man das streng nimmt, habe ich neuerdings erfahren, da schon hinein, also, auch Wald zu roden, wie es in einigen flapsigeren Auslegungen gestattet, sogar geboten ist, und Sie haben den Eindruck, diese wie auch immer geartete Tat bringt Sie aus dem, was man wohlstandsesoterisch als Mitte bezeichnet, dann könnten Sie mit Ihrem Hauswart gemeinsam eine Ad-hoc-ex-post-Exkulpation an das Universum allegorisieren. Ich schätze einmal, daß so was zu zweit einfach mehr Spaß macht.

04.04.2005:
Jüngst habe ich mir die Tips des Tages durchgesehen und habe tatsächlich vergessen, was ich mit den Tips vom 26. und 27. Oktober 2004 gemeint habe. Ich bin aber wieder draufgekommen. War nicht leicht.

05.04.2005:
Erstellen Sie gedanklich eine Anordnung, in der das Ausbleiben einer Nicht-Nachweisbarkeit als Kriterium für die Unzulässigkeit von Umkehrschlüssen verboten ist. Oder sie kochen was Feines.

06.04.2005:
Meine Internettelephonie geht schon wieder nicht. Einfach so. Also, genau genommen nicht nur einfach so, sondern schon mit „Ein kritischer Fehler ist aufgetreten“. Aha. Und? Hätte da nicht einfach ein normaler Fehler auch genügt? Ich habe den Eindruck, ich sollte da jetzt auch noch ein bißchen ein schlechtes Gewissen bekommen, weil man sich da rechnerseits extra im Lager für deviante Operationen um einen kritischen Fehler umsehen hat müssen. So, als wäre ich da jetzt der, der Sonderwünsche hat. Morgen geh ich zum Hofermarkt und frage, ob die dort Brieftauben haben.

07.04.2005:
Das mit der Drohung für mein Internettelephonieprogramm leider nix. Beim Hofermarkt gibt es keine Brieftauben (hätte ich mir eigentlich denken können, aber fragen kann man ja), und das Programm hat Sinn für Humor; es teilt mir mit, wenn jemand, den ich ohnehin nicht erreichen kann, seinen Status ändert, im Sinne von: er ist jetzt schon oder nicht mehr mit dem Internet verbunden. Eine Ableitung von virtuell; „Nicht“ ist auf einmal steigerbar.

08.04.2005:
Wie ich die Köchin von der Pfarr’ kenn’, macht sich am Freitag Karpfen.

09.04.2005:
Seltsamerweise scheint es sehr schwer zu sein, fünf Punkte so anzuordnen, daß jeder Punkt zu jedem andern Punkt den gleichen Abstand hat.

10.04.2005:
Teflon ist polymerisiertes Tetraflourethylen. Also irgendwie ein gestocktes Gas. Das ist irrtümlich beim Versuch, bessere Kühlschränke zu bauen, passiert. Hat mit der Weltraumforschung - wenigstens ursächlich - gar nix zu tun.

11.04.2005:
Ich hab Folgendes einmal nur so geschätzt, und dann auch bestätigt bekommen. Das Verbum „gessen“ gibt es als Gegenteil von „vergessen“ tatsächlich. Also, das gibt es nur noch in Spuren, aber es bedeutet etwas.

12.04.2005:
Man kann, wenn sonst nix zu tun ist, darüber betrübt sein, daß vermutlich nie jemand genau wissen wird, wie oft in Filmen der Satz „Warten Sie im Wagen!“ gesagt worden ist.

13.04.2005:
Felix Elmar Kramer hat sich wieder verdient gemacht; er hat das Schlauchproblem vom 21. März folgendermaßen gelöst:
Die Antwort ist: prinzipiell unendlich weit.
Wir betrachten einen Schlauch der Wandstärke eps, den wir beliebig verbiegen können, ohne dass er knickt oder reißt. Dann stößt man beim \\\\\\\"in-sich-verschlingen\\\\\\\" der Schlauches erst an eine Grenze, wenn im entstehenden Torus das Volumen des gesamten Schlauchs enthalten ist. Das Volumen eines Schlauches mit Länge L, Radius R und Wandstärke eps ist gegeben durch V_1= (2*R*eps+eps*eps)*Pi*L; dieses muß identisch sein mit dem Volumen des \\\\\\\"minimalen Torus\\\\\\\", dessen Volumen gegeben ist durch die Formel V_2= 2*Pi^2*r^3; Man erhält die Abhängigkeit: (2*R*eps+eps*eps)*L/(2*Pi) = r^3 und damit als Maß dafür, wie weit ein Schlauch in sich selbst verschlungen ist, nehmen wir den Quotienten aus der Länge vorher und der Länge nachher. Damit erhalten wir als Kenngröße K=L/(2*Pi*r) beziehungsweise ist 1/K= (2*Pi*r)/L; Setzt man für r ein, so erhält man 1/K = ((2*R*eps+eps*eps)*L/(2*Pi))^(1/3)/L, und dieser Term geht gegen 0 für eps->0 bei beschränktem R. Damit geht die Kenngröße K für eps->0 gegen unendlich und die Behauptung ist gezeigt.
Sehen Sie nach, ob Sie noch ein erhebliches Volumen Wein - gleich, welchen Alters - in den Schläuchen haben, und dann Zack! Ab in den Hals damit. Vivat-Rufe nicht vergessen.

14.04.2005:
Das, was die Russen jüngst erfunden haben, ist endgültig unklar. Irgendwie dürfte das etwas mit dem Plan zu tun haben, mit Namensschildchen für Tracheenatmer an der Börse einzusteigen. Möglicherweise habe ich mich da aber auch verhört. Ich bleibe dran.

15.04.2005:
So Sie heute nicht vorhaben, etwas zu Kochen, was mit folgender Überlegung nicht gemeinsam in einen Abend paßt, können Sie diese ja anstellen: Wenn das Universum, was es ja tut, expandiert, und das Licht von sehr entfernten - also von uns sehr entfernten - Gebieten sehr lange braucht, um uns zu erreichen, diese Gebiete sich mit zunehmender Entfernung aber immer schneller von und wegbewegen - wenn sie ganz weit weg sind, wächst die Distanz sogar mit einer Geschwindigkeit, die die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts übertrifft, was sogar laut Einstein zulässig ist, weil das keine Bewegung im Raum ist, sondern eine gleichsam des Raumes selbst - wenn diese Gebiete dennoch, vorausgesetzt, es befinden sich dort leuchtende Himmelskörper, Licht emittieren, und zwar schon sehr lange und das immerzu, müßten dann mit der Zeit am Rande des beobachtbaren Universums immer neue Leuchtpunkte auftauchen, weil das Licht ja, halt schon sehr lange unterwegs ist, aber doch irgendwann einmal zu uns kommt, oder müßten dort Leuchtpunkte verschwinden, weil sich die Sterne dort mit Überlichtgeschwindigkeit von uns wegbewegen und irgendwann einmal den Punkt erreichen, von dem aus uns das Licht dieser Sterne einfach nicht mehr erreichen kann?

16.04.2005:
Wenn man von einem Würfel eine Ecke abschneidet - also, plan abschneidet -, dann ist die Schnittfläche ein Dreieck. Überlegen Sie, ob es Dreiecke gibt - ebene Dreiecke natürlich - die auf diese Art nicht herstellbar sind.

17.04.2005:
Sollten Sie mit dem gestern vorgestellten Problem zu einer befriedigenden Lösung gekommen sein, dann rufen Sie bei Michi an und erörtern Sie das Resultat Ihrer Überlegungen in Landessprache.

18.04.2005:
Man darf sich angeblich neuerdings wieder die Haare toupieren und damit unter die Leute gehen, ohne, daß man darin eine ästhetische Häresie begeht. Das hätte ich so einmal nicht geschätzt, aber vielleicht liegt das auch an mir.

19.04.2005:
Man kann neuerdings mittels eines sogenannten USB-Link-Kabels Daten von einem Computer auf einen damit verbundenen ziehen. Oder schieben. Oder sonst irgendwie befördern. Wie gesagt: Man kann, ich nicht, aber damit war eigentlich zu rechnen.

20.04.2005:
Überlegen Sie, welche Eigenschaften ein Buch aufweisen muß, das sich von einem ausgewiesenen Handbuch unterscheidet.

21.04.2005:
Statt „Babyrousa“ können Sie zum Hirscheber auch „Babirusa“ sagen. Den Unterschied hört kaum jemand, es ist beides zulässig, aber das macht das Tier insgesamt auch nicht schöner.

22.04.2005:
Ich weiß ja nicht, ob es andern auch so geht, aber ich finde es doch einigermaßen bemerkenswert, daß im Zoo Tiere verfüttert werden.

23.04.2005:
In der Musik gibt es den Schluß, den Trugschluß und sogar den falschen Trugschluß. Dabei sind die Trugschlüsse nicht unbedingt am Ende eines Stückes zu finden.

24.04.2005:
Jüngst war ja wieder Umstellung auf Sommerzeit. Wenn Sie das verpaßt haben, und das war bis jetzt aber wurscht, dann könnten Sie in einer eventuellen Selbstbeschreibung „unersetzlich“ erst einmal in Klammern setzen.

25.04.2005:
Neulich hat mein Zahnarzt den Termin, den wir uns ausgemacht haben, verpaßt. Macht nix, geh ich halt später noch einmal. Ich kann mich ja drauf verlassen, daß der Grund der Behandlung nicht von alleine verschwindet.

26.04.2005:
Angeblich verbrauchen hartgekochte Eier zum Verdauen mehr Energie, als sie liefern. Kann ich aber nicht beschwören; genau genommen weiß ich nicht einmal, ob in dem Satz, der diese fragwürdige Behauptung formuliert, der Beistrich gerechtfertigt ist. Das ist aber eigentlich auch ein anderes Thema. So oder so, essen Sie, was Sie wollen, solange es Ihnen gut tut. Oder übertreiben Sie es wenigstens nicht.

27.04.2005:
Bibelfeste Zeitgenossen werden das vermutlich wissen, mich als Privatagnostiker beschäftigt seit Ostern und der damit verabreichten Öffentlich-Rechtlichen Sekundarliteratur jedoch die Frage, was Jesus davor bewahrt hat, nach seiner Auferstehung ein zweites Mal gekreuzigt zu werden.

28.04.2005:
Es gibt im Englischen Wörter, bei denen das „th“ nicht gelispelt ausgesprochen wird. Also, jetzt einmal abgesehen von deutschsprachigen Synchronisationen, wo es mit erschütternder Hartnäckigkeit als „s“- gegebenenfalls sogar stimmhaft - dargebracht wird, so als würden die Engländer und Amerikaner einfach sehr schlampig sprechen.

29.04.2005:
Vermutlich hat das schon einmal jemand probiert, wenn Sie so jemand nicht sind, und Sie möchten sich irgendwann einmal Wartezeit verkürzen, dann versuchen Sie doch, ein magisches Quadrat, also eine Anordnung von Zahlen - quadratisch, versteht sich - in der die Summen aller Zeilen, Spalten und Diagonalen gleich sind, um eine Dimension zu erweitern, also im Kopf einen Magischen Würfel zu basteln.

30.04.2005:
Wer mit dem gestern vorgestellten Problem zügig zu einer Lösung gelangt ist, kann heute oder demnächst sich daran machen, Magische Hyperwürfel mit eben mehr als drei Dimensionen zu entwerfen.

Tips für Mai 2005

01.05.2005:
Sollten Sie mit der Konstruktion von Hyperwürfeln an eine unüberwindliche Grenze geraten, könnten Sie versuchen herauszufinden, wie sich eine solche Grenze mathematisch formulieren läßt; also, eine Regel zu finden, die aus dem Verhältnis von Kantenlänge und Anzahl der Dimensionen diese Grenze ergibt. Oder Sie kochen wieder was Feines. Kann man auch machen.

02.05.2005:
Possesivpronomina werden in der Höflichkeitsform der Anrede groß geschrieben, Reflexivpronomina hingegen nicht. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber wenn es Ihr - und nicht „ihr“ - Zeitbudget hergibt, können Sie - und jetzt eben nicht „Sich“, sondern nur - sich darüber Gedanken machen.

03.05.2005:
Gleiche Höhe ist kein Abseits. Glaub ich. Ungefähr wenigstens. Muß aber auch nicht. Fragen sie jemanden, der sich damit auskennt. Gepfiffen wird dann meistens sowieso anders.

04.05.2005:
Ich hab einen Klavierstimmer und einen Bergführer gefragt, wie das mit gleicher Höhe und Abseits ist; wenn Sie wissen wollen, wie das wirklich ist, empfehle ich Ihnen, sich mit der Frage an andere Berufsgruppen zu wenden.

05.05.2005:
Isolychnen sind planparallel. Aber nur rechnerisch.

06.05.2005:
Es haben sich die Herren Hendrik Hillermann, Roland Giersig und Max Kohl verdient, daß auf sie einige Gläser in symmetrischer Anordnung gehoben werden, indem sie nämlich meine Vermutung vom 9. April, es wäre schwer, fünf Punkte äquidistant anzuordnen, nicht eben widerlegt haben, aber sich mit dem Problem soweit auseinandergesetzt haben, daß sie da einige Lösungen anbieten. Die Lösungen bestätigen sogar eher, daß es halt doch eher schwer ist. Details schildere Ich Ihnen morgen.

07.05.2005:
Der Hillermannsche Ansatz zum Fünfpunkteproblem vom 9. April ist, die Punkte entweder einfach aufeinander zu legen, dann hätten sie den Abstand Null, was, wie er einräumt aber vielleicht auch nicht zulässig ist, weil man da darauf verweisen könnte, daß es dann nicht mehr ausgewiesenermaßen fünf Punkte sind, oder aber, man verlegt die Punkte ins Unendliche, dann hätten sie auch gleichen Abstand zu einander, aber es braucht halt doch vergleichsweise viel Platz.

08.05.2005:
Roland Giersig schlägt vor, um fünf Punkte so anzuordnen, daß jeder Punkt zu allen andern gleichen Abstand hat, einen Punkt rechtwinkelig aus der Raumzeit herauszuwuchten, was, wie er anmerkt, eben schwer ist, oder aber den Raum mit einer gehörigen Menge negativer Energie entsprechend zu verzerren, wo er aber auch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von negativer Energie vermutet.

09.05.2005:
Max Kohl hat die Lösung des Problems, fünf Punkte äquidistant anzuordnen, wie auch seine diesbezüglichen Kollegen nicht im Hier und Jetzt verortet, sondern eine zusätzliche Dimension eingeführt (mathematisch darf man so was alldieweil) und sich sogar die Lage dieser Punkte wie folgt ausgerechnet.
z.B. diese 5 Punkte haben alle voneinander den Abstand 1:
Dimension: P1: P2: P3: P4: P5:
X: 0.0000000 0.0000000 0.8660250 0.2886750 0.2886750
Y: 0.0000000 1.0000000 0.5000000 0.5000000 0.5000000
Z: 0.0000000 0.0000000 0.0000000 0.8164970 0.2041250
4.: 0.0000000 0.0000000 0.0000000 0.0000000 0.7905700
Überprüfen Sie, ob die Anordnung der Bläschen im Sektglas, das Sie auf das Wohl der Herren Hillermann, Giersig und Kohl leeren, über die Zeit dem entspricht, was Max Kohl da ausgerechnet hat.

10.05.2005:
Jüngst ist mir das Wort „verorten“ eingefallen. Ich dachte, ich hätte es erfunden. Einfach so. Aus Jux und Tollerei. Ich hab mir einfach gedacht, das Wort klingt so gescheit, das kann man sicher irgendwann einmal brauchen, ich merk’s mir einfach. Dann, als ich sogar einen Zusammenhang gefunden habe, um diesen kühnen (hab ich geglaubt) Neologismus in die Welt zu setzen, hat mein Rechtschreibeprogramm diese Vokabel anstandslos durchgehen lassen. Irgendwie enttäuschend.

11.05.2005:
Akkusativ ist der Anklagefall.

12.05.2005:
Wenn wir mir den gestrigen Tip durchgehen lassen, dann kann man mit dem Dativ etwas verorten.

13.05.2005:
Wenn Sie mir den gestrigen Tip durchgehen haben lassen, dann trau’ ich mich heute, Sie mit der Brachialkalaustrik, der Applativ wäre der Beifall, zu belangen. Natürlich heißt das Ablativ, aber die Herleitung von abluieren auf Wasserfall schien mir auch nicht besonders gelungen.

14.05.2005:
Beorten. Gilt auch. Umorten. Geht auch durch. Seltsam. Ich kann mir also nicht sicher sein, ob ich das Wort „verorten“ nicht tatsächlich erfunden habe, und mein Rechtschreibeprogramm einfach alle Vorsilben im Zusammenhang mit „-orten“ akzeptiert.

15.05.2005:
Heute ist ein guter Tag, um ein paar konsistente Wenn-Dann-Operationen anzustellen. Das verschafft einem so das Gefühl von Klarheit.

16.05.2005:
Sollte tatsächlich eine Frau einmal Kirchenoberhaupt werden, dann müßte der Beruf „Mamst“ heißen. Ich weiß nicht, ob mein Rechtschreibeprogramm da ästhetische, kirchenrechtliche oder nomenklaturale Vorbehalte hat, jedenfalls im Word ist nur ein Papst vorgesehen.

17.05.2005:
Lady Godiva, das steht da auf dem Papier, ritt erst auf dem Pferd, und später auf dem Tapir.

18.05.2005:
Wenn etwas nicht jüngst, sondern schon viel früher passiert ist, dann wäre das ältst.

19.05.2005:
Ich werde einmal versuchen, Bluetooth zu - weißichjetztnichtsogenauwas - aber ich werd’s probieren.

20.05.2005:
Man kann sich um - auf Dauer - ziemlich viel Geld Klingeltöne auf’s Mobiltelephon laden. Man kann aber auch versuchen, eine Grapefruit in den Nebenhöhlen unter zu bringen. Beides muß man aber nicht.

21.05.2005:
Die Sache mit den Galaxien vom 15. des Vormonats hat sich insoweit aufgeklärt, als daß uns das Licht dieser Himmelskörper durchaus erreicht, womit man als Privatforscher der Beantwortung der Frage wie viele Sternlein denn so am blauen Himmelszelt stünden einen Schritt näher gekommen ist.

22.05.2005:
Wenn Sie, was ja vorkommen kann, Kunstradio machen wollen, und es fällt Ihnen nichts anderes ein, als Störgeräusche aneinander zu hängen, dann machen Sie sich lieber sonstwie einen angenehmen Nachmittag; ein akustisches Protokoll fehlgeschlagener Sendesuchläufe als Kunstradio haben schon andere ausreichend gemacht.

23.05.2005:
Neulich habe ich eine Installations-CD von oder für irgendwas unter meinen Sachen entdeckt; irgendwas, von dem ich nicht einmal mehr weiß, daß ich es jemals besessen geschweige denn benützt habe; genau genommen weiß ich nicht einmal, was das überhaupt ist, was man mit der CD installieren kann oder hätte können. Aber die CD ist allem Anschein nach wohlauf und grundsätzlich funktionsbereit. Es scheint bei dem Konzept von Datensicherheit Aspekte zu geben, die nicht unberücksichtigt bleiben sollten.

24.05.2005:
Wenn die Folies Bergere im angelsächsischen Raum Can Can tanzen, begehen sie Fähigkeit in Dosen. Muß man nicht verstehen, ist aber so.

25.05.2005:
Wenn Sie die Physik revolutionieren wollen, aber Quantenmechanik nicht so sehr Ihre Force ist, dann erlassen Sie doch einfach ein paar neue Hebelgesetze. Dann ab damit nach Stockholm und den Nobelpreis einfordern.

26.05.2005:
Neulich habe ich meinen Vorverstärker aus der Reparatur bekommen, aber ich bin erst um 23 Uhr dazu gekommen, ihn daheim anzuschließen. Keiner meiner Nachbarn hat mir zu der Reife gratuliert, ihn nicht sofort auszuprobieren. Ich hätte sie rausläuten sollen und fragen, ob ihnen nicht die Stille auffällt. Dann hätten sie mir aber auch nicht gratuliert. Ich glaube, mit Reife muß man bisweilen selbst umgehen können.

27.05.2005:
Das Fliegen wurde in der Natur vier Mal erfunden. Besprechen Sie mit einem Evolutionskritiker, ob das jetzt für oder gegen was spricht.

28.05.2005:
Mit Zahlen, die einander nicht mögen, kann man Intrigalrechnungen anstellen.

29.05.2005:
Materiejets, die von Quasaren ausgesendet werden, können scheinbar - aber eben nur scheinbar - Überlichtgeschwindigkeit erreichen. Besprechen Sie mit dem Astrophysiker Ihres Vertrauens, warum das so ist. Also, nicht, warum die Geschwindigkeit nur scheinbar aber nicht wirklich Überlichtgeschwindigkeit ist, das ist ja klar, aber warum es so scheint, das können Sie besprechen.

30.05.2005:
Matjes, die von Quasaren ausgesandt werden, erreichen keine bemerkenswerten Geschwindigkeiten, obwohl das Wort ähnlich aussieht wie Materiejets, nur halt mit weniger Buchstaben.

31.05.2005:
Jetzt ist bald Championsleage Finale. Oder es war schon. Jedenfalls sehr spannend. Fußball, glaub ich.

Tips für Juni 2005

01.06.2005:
Känguruhs darf man mit oder ohne „h“ schreiben, wenigstens von mir aus. Google hätte es lieber mit „h“, mein Rechtschreibeprogramm lieber ohne. Aber mein Rechtschreibeprogramm findet Google als ganzes nicht einwandfrei. Google seinerseits hält „Rechtschreibprogramm“, also ohne das „e“ nach „schreib“ für richtiger als mein Rechtschreibeprogramm. Zoologisch einigermaßen bedeutungslos, aber wenn man grad ein bißchen Ordnung in der Welt einklagen will, jedoch im Augenblick kein Anlaßlamentum zur Hand hat, kann man damit ja einmal anfangen.

02.06.2005:
Steigung und Gefälle von Straßen wird in Prozent angegeben. Erörtern Sie bei gegebenem Anlaß, wie viel Prozent senkrecht wäre.

03.06.2005:
Samplingfrequenzen über 96 KHz mit einer Wortbreite von 24 Bit brauchen mordswas an Speicherplatz. Sollten Sie damit aber nicht befaßt sein, schreiben Sie einfach ein knappes Textdokument und freuen sich über die Ressourcenschonung.

04.06.2005:
Cohibas gibt es auch als Zigaretten. Die können was!

05.06.2005:
Irgendwie scheint es nicht ganz klar, ob die Kosmologie unter sehr strengen Gesichtspunkten eine Wissenschaft ist, weil sie sich mit lediglich einem Objekt, nämlich dem Kosmos befaßt, an dem sie keine Operationen durchführen kann, und zu dem es auch kein Vergleichsobjekt gibt.

06.06.2005:
Zahnputzbecher sind als Merchandisingartikel nur bedingt geeignet.

07.06.2005:
Zwischen den Weißschen Bezirken liegen die Blochwände. Nur so, damit das auch einmal gesagt ist.

08.06.2005:
Wenn Sie etwas sammeln wollen, und Tunnelvortriebsmaschinen halt ein bisserl zu sperrig sind, und Zuweisungen ein bisserl zu abstrakt; Thomas Barth hat einen prima Vorschlag, nämlich die schönsten Namen der Absender von Spam-Mails zu sammeln. Zachary Olsen ist da also schon ganz vorn dabei.

09.06.2005:
Thomas Barth möchte darauf hingewiesen haben, daß Eleonor Ipfrui eigentlich sein Lieblingsspamabsendername ist. Kann ich verstehen.

10.06.2005:
In einer alten Kultur gibt es eine Sage, in der kommt jemand vor. Vielleicht ein bisserl allgemein, aber so dann auch wieder nicht falsch.

11.06.2005:
Der Mensch in der gestern erwähnten Sage macht sogar etwas und darauf hin passiert etwas. Mythologie halt.

12.06.2005:
Auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen im Internet ist mein Rechner zwei Mal hintereinander - ich vermute einmal - abgestürzt, jedenfalls hat er auf nix reagiert, Alt F4, Esc und Strg Alt Entf hat er stoisch ausgesessen, den Mausklickpfeil dort festgekrallt, wo der halt grad war und sonst eben nix gemacht. Entweder war das eine Aktion des unvernetzten Einzelhandels (was ja so dann wieder eher schwer vorstellbar ist, weil wie hätte er das unvernetzt bewerkstelligen können?) oder einfach ein Pech, oder ein Zeichen. Solange mein Auto wiewohl gebraucht, aber nicht ist, sondern vor allem wird, nämlich von mir, soll mir das wie auch immer recht sein.

13.06.2005:
Es gibt wenigstens zwei verschiedene Fische, die „Heringskönig“ genannt werden. Die sehen einander nicht einmal ähnlich. Vermutlich wissen die auch nicht, wie sie genannt werden. Und was die Heringe dazu sagen, ist völlig unbekannt. Natur eben.

14.06.2005:
„Tadellos“ kann man auch so aussprechen, als wäre es ein spanisches Wort; immerhin sieht es ja auch so aus, nur heißt es dann nix mehr.

15.06.2005:
Wenn man getrocknete Chilischoten mit den Fingern zerreibt, dann gerät man sehr leicht in einen positiven Regelkreis; indem man die Chilis naheliegenderweise ins Essen streut, wird das Essen, was ja jetzt noch nicht falsch ist, gut scharf. Daraufhin beginnt die Nase zu laufen (Ja, ist lustig, die bleibt natürlich im Gesicht, also, die Nasenschleimhäute beginnen mit einer Überproduktion dessen, was sie halt so von sich geben). Daraufhin schneuzt man sich. Das kann man auch im Rahmen der neuen Rechtschreibung tun, entscheidend ist, daß man mit den Fingern, an denen sich noch erhebliche Rückstände der Chilischoten haften, ein Taschentuch entblättert. Diese Rückstände sind aber just an der Nasenschleimhaut hochgradig wirkmächtig und befördern das, was man eigentlich unterbinden wollte, nämlich die Notwendigkeit, sich zu schneuzen.

16.06.2005:
Die Schieber vorn, die Zieher hinten, so bewegt man Hyazinthen. Stimmt zwar nicht, aber bei dem, was alles sonst auch nicht stimmt, geht das prima durch.

17.06.2005:
Wenn Sie einmal in London sind und Sie kommen am Buckingham Palace vorbei, können Sie die Wachen am Tor fragen, dann werden die Ihnen was vortragen. Das stimmt zwar immer noch nicht, aber weniger als das mit den Hyazinthen.

18.06.2005:
Hyazinthen werden vor allem verwendet, um Pferde anzufeuern. Das stimmt jetzt wieder gar nicht.

19.06.2005:
Ich schätze, ich habe mit meiner Vermutung, es lägen im Universum eine Vielzahl angebrochener, also nicht ganzer Planckscher Wirkungsquanten einfach so herum, Recht gehabt; jedenfalls habe ich kürzlich erfahren, daß das Plancksche Wirkungsquantum die kleinste Energiemenge ist, die abgegeben werden kann, dementsprechend, werden nicht ganze Wirkungsquanten eben nicht abgegeben und bleiben dort, wo sie sind. Die Frage ist dann aber, wie kommt ein nicht vollständiges Wirkungsquantum dorthin, wo es ist?

20.06.2005:
Vielleicht haben Sie das ja auch schon gehört, mich hat das jedenfalls jüngst einigermaßen verblüfft; das Urkilogramm hat abgenommen. Nicht viel, aber doch meßbar. So um die 50 Mikrogramm ist es angeblich leichter geworden. Blöd, weil das ist ja die offizielle Referenz. Wenn Sie also zugenommen haben, dann wird das sicher nicht wirklich am Schwinden des Urkilogramms liegen, aber als Ausrede ist das wenigstens in Reserve zu halten.

21.06.2005:
Das „Kata“ in Katastrophe, Katakombe, Kataplexie und dergleichen heißt bestimmt was. Vermutlich sowas wie „unter“ oder so in der Art. Sollte ich einmal ein ethymologisches Wörterbuch herausgeben, dann muß ich das Wahrscheinlich ein bißchen griffiger formulieren.

22.06.2005:
Wären die Planetenumläufe tatsächlich in ganzzahligen Verhältnissen zu einander, dann hätten, so habe ich mir sagen lassen, die Planeten einander längst, durch das wiederholte Aufsummieren der Anziehungskräfte auf einander aus der Bahn gezupft. Das klingt, wie ich finde, logischer als eine drauflospostulierte absolute Himmelsharmonik.

23.06.2005:
Angeblich würde sich, wenn man einen Liter Wasser gleichmäßig in alles Wasser, was es auf der Erde gibt, inklusive Polkappen und Gletschern, würde man also einen Liter Wasser gleichmäßig in alles übrige Wasser einrühren, dann wären in jedem Liter dieser Verdünnung tausend Moleküle des ursprünglichen Liters. Wer am Wochenende sonst noch nix vorhat, kann dem nachgehen.

24.06.2005:
Hände, die zum selben Körper gehören, sind in aller Regel enantiomorph. Hab ich auch erst neulich erfahren.

25.06.2005:
Was links- oder rechtsdrehende beispielsweise Aminosäuren tatsächlich drehen, ist die Polarisationsebene von linear polarisiertem Licht beim Durchgang durch eine entsprechende Lösung. Sonst drehen die nix. Das mußte einmal gesagt werden.

26.06.2005:
Kaltes Licht entsteht bei höheren Temperaturen als warmes Licht. Ist so. Das muß man jetzt nicht unbedingt verlauthalsen, aber es ist wenigstens wert, bemerkt zu werden.

27.06.2005:
Evolution vollzieht sich an Regelsystemen, nicht an Individuen. Das kann man auch einmal festhalten.

28.06.2005:
Sollten sie beim Abwaschen gerade kein Liedchen trällern wollen, aber sonst irgendwie ein Äußerung von sich geben, dann machen Sie doch ein paar spitzfindige Bemerkungen über den möglichen Wahrheitsgehalt von Aussagen über ein Zeichensystem, die selbst Regeln eben dieses Zeichensystems repräsentieren, diesen Regeln aber nicht unterliegen.

29.06.2005:
Die Sommermode ist heuer, soweit ich in Erfahrung bringen konnte, für wer mag, streng nach Maßgabe, der Rest darf, wie er glaubt. Anstand und Sitte sind jedoch zu wahren.

30.06.2005:
Angenommen, es gibt die Wiedergeburt; wer Angst vor dem Sterben hat, war im früheren Leben vielleicht tot.

Tips für Juli 2005

01.07.2005:
Helium wird unter normalem Luftdruck nie fest, also das gefriert nicht zu einem Festkörper, sondern es bleibt flüssig, wurscht, wie kalt es wird. Das sollte man beachten, wenn man einen Eislaufplatz mit Helium als Eisfläche errichten will.

02.07.2005:
Wenn man sich eine Art Koan basteln will, kann man sich darüber den Kopf zerbrechen, wie man, vorausgesetzt es ist einem nicht zu kalt, in einem Pool voll supraflüssigem Helium an den Rand schwimmen könnte.

03.07.2005:
Die Samen von Phytelaphas Aquatorealis sind so hart, daß sie als Elfenbeinersatz verwendet werden. Man kann aber auch eine Teststrecke für Nussknacker damit einrichten.

04.07.2005:
Wenn in einen menschenleeren Raum vier Personen hineingehen, und danach verlassen fünf Personen diesen Raum, dann muß nicht unbedingt einer wieder hineingehen, damit der Raum wieder leer ist; das kann auch ein Kreißsaal sein.

05.07.2005:
Was bei gleichen Proportionen doppelt so groß ist, ist acht Mal so schwer. Das ist mit ein Grund dafür, warum Vögel nur bis zu einer gewissen Größe flugfähig sind. Kann man an gegebener Stelle einmal wo elegant ins Gespräch streuen.

06.07.2005:
Etymologie schreibt man, wenn man es richtig macht, ohne „h“ nach dem „t“. Das ist wie bei der Mystik; es sieht irgendwie nicht so gut aus, aber es ist richtig. Bringen Sie einen Thoast auf Martin Goldstern aus.

07.07.2005:
Die Herren Eustergerling, Schneidhofer und Piwinger haben in Kenntnis des Griechischen meine Vermutung, was das „Kata“ in bestimmten Wörtern betrifft, bestätigt. Es heißt soviel wie „unter-“, „miß-“ oder auch „ver-“, also insgesamt nix wirklich Tolles, aber wahrscheinlich muß das auch einmal sein. Katapultieren Sie sich auf das Wohl der drei Herren Etymologen (ich find’s mit „h“ eigentlich immer noch schöner) ein anlaßgemäßes Getränk ins Antlitz.

08.07.2005:
Daß viel Schatten ist, wo viel Licht ist, können die Teilnehmer von Saharamarathonläufen vermutlich eher nur eingeschränkt bestätigen.

09.07.2005:
Daß das Rettende nah ist, wo die Not am größten ist, können auch nur die bestätigen, bei denen es so war und sie es dementsprechend überlebt haben. Wer’s nicht überlebt hat, kann dazu nix sagen. Das ist eine interessante Art von Wahrheitsgehalt; ein Satz, der zwar nicht stimmt, aber durchweg nur bestätigt wird.

10.07.2005:
Wer einmal im Kreis gegangen ist, sieht den Anfang von hinten. Ob das zu wissen, bei der Vollstreckung eines herkömmlichen Tagesablaufes aber schon was bringt, muß erst überprüft werden.

11.07.2005:
Wenn man von Zahlentheorie so rein gar nix weiß, und kurz erklärt bekommt, was Primzahlen sind, dann wird man ohne Anleitung hinter dem Begriff „relativ prim“ erst einmal ein kleines Koan vermuten.

12.07.2005:
Wenn man bedenkt, wie alt die Nouvelle Cuisine und die New Wave geworden sind, sollte man sich sehr überlegen, ob man etwas, was bisher halt noch nicht da war, gleich mit dem Präfix „Neu“ in die Welt schmeißt.

13.07.2005:
Die Umgekehrte Polnische Notation verwendet Postfixe. Das hat mich ehrlich gesagt auch ein bissi überrascht, aber das ist tatsächlich so.

14.07.2005:
Es gibt ja Breitbildfernseher. Die haben ein Bildformat, bei dem die Breite und die Höhe im Verhältnis 16 zu 9 stehen. Das entspricht so ungefähr dem, was auch im Kino zu sehen ist. Kino ist ein bißchen breiter, aber Kinofilme können mit damit so einigermaßen halbwegs betrachtet werden. Fernsehproduktionen sind aber immer noch im Format 4 zu 3 gedreht. Das geht sich ganzzahlig in 16 zu 9 nicht aus. (also, nicht ohne Wurzelziehen) Aus Gründen, die sich mir verschließen, wird dieser Umstand aber hartnäckig ignoriert. Wann immer normales Fernsehprogramm auf diesen Bildschirmen gezeigt wird, namentlich in Zusammenhängen, die dazu angetan sind das Gerät möglichst gut aussehen zu lassen, wie das in Verkaufsräumen der Fall ist, wird das Bild einfach, weil der Bildschirm halt so breit ist, auseinander gezogen, und das sieht dann einfach aus wie kaputt. Nichts, was auf diesem Monitor abgebildet ist, sieht so aus, wie man das Abgebildete in der wirklichen Welt vorfindet, sondern in die Breite gezerrt. Blöd.

15.07.2005:
Wer eine neue Geistesverscherung ausprobieren will, kann ja einmal Metanoia versuchen.

16.07.2005:
Das Geheimnis wird in der Literatur durch Ahnungslosigkeit des Verfassers nicht hinreichend bewerkstelligt.

17.07.2005:
Wavedateien sind nicht unbedingt in alle Audioprogramme transportierbar. Ein Umstand, der, wenn das nicht unmittelbar Thema ist, so wurscht ist, wie es eben wurscht ist, aber wenn es schon sein sollte, dann fällt es einigermaßen schmerzlich auf.

18.07.2005:
Filme, die im Titel einen Genitiv haben, sind schon einmal eher problematisch.

19.07.2005:
Filme, in denen der Satz „Ich bin dein Vater.“ vorkommt, sind eigentlich auch zum Auslassen.

20.07.2005:
Filme, in denen Schwertkämpfe die normale Art von Sozialkontakten der handelnden Figuren darstellen, muß man auch nicht so haben.

21.07.2005:
„Königreich der Himmel“ ist ein Film, der die drei vorangegangenen Tips eindrucksvoll bestätigt.

22.07.2005:
Jüngst habe ich entgegen meiner Einschätzung im Kino einen Film angesehen, der gewisse Ausschließungskriterien durchaus erfüllt, und ich habe mich dabei ertappt, einen großzügig bemessenen Ärger darüber zu entwickeln, daß der Film einigermaßen verzerrt, als wäre der Projektor weit außermittig und deutlich unterhalb der Projektionsfläche angebracht auf die Leinwand geworfen worden. Vielleicht sollte ich ein bissi Urlaub machen.

23.07.2005:
Ich habe neulich eine nette Beobachtung angestellt; in der Wohnung, die mein eigentliches Zuhause ist, wurden einige strukturverändernde Maßnahmen getroffen, was zur Folge hatte, daß ich für einige Tage ausziehen mußte. Wenn man in der Stadt, in der man zwar sowieso das ganze Jahr über lebt, in einem Hotel übernachtet, sieht man eben diese nun wirklich hinreichend bekannte Stadt mit anderen Augen. Das hat so ein bissi was von Urlaub. Nett, wie gesagt.

24.07.2005:
Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsetymologen, ob er erstens nicht lieber ein „h“ in seiner Berufsbezeichnung hätte, und ob die Erosion sich von Eros herleiten läßt.

25.07.2005:
Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsmythologen, ob ihn das „h“ in seiner Berufsbezeichnung stolz macht, und ob wir in absehbarer Zukunft vielleicht ein paar neue Musen brauchen werden. Etwa für Bilanzjonglage.

26.07.2005:
„Echtholzfunier“ klingt irgendwie unbefriedigend; wenn drunter schon kein echtes Holz ist, dann braucht man nicht extra stolz drauf sein, daß drüber kein Plastik geklebt ist. Schwach.

27.07.2005:
Mein Rechtschreibeprogramm verweigert Echtholzfunier. Wenigstens was.

28.07.2005:
Ich weiß ja nicht, wie es andern dabei geht, aber ich beziehe das „Counter-“ beim Countertenor immer gegen mich.

29.07.2005:
Mein Drucker hat neulich wieder einen Posten schiefer Zeilen mit Eselsohr gedruckt. Es ist nicht immer schön, wenn man sich auf etwas verlassen kann.

30.07.2005:
Terzen gibt’s nur klein oder groß. Eine „reine Terz“ gibt es nicht. Irgendwie auch schade.

31.07.2005:
Sollte Ihnen der Sommer mittlerweile schon ein bissi lang geworden sein, dann formulieren Sie doch heute einen Verfassungszusatz, der ausgestellte Hemdkragen oder Echtholzfunier zum Thema hat, und reichen Sie ihn an gegebener Stelle ein. Vielleicht kommen Sie ja damit durch. Wünschen tät ich’s Ihnen.

Tips für August 2005

01.08.2005:
Hin und wieder die Taskleiste fixieren. Das bringt zwar so gut wie gar nix, aber man hat das Gefühl, etwas gemacht zu haben.

02.08.2005:
Lobotomie führt nur ganz selten zu Wolf in Scheiben. Eigentlich interessant.

03.08.2005:
Anatomie ist kein Jahresaufschnitt. Eigentlich nicht sonderlich interessant.

04.08.2005:
In Bologna gibt es auch einen schiefen Turm. Der hat allerdings das Pech, daß daneben gleich noch ein Turm steht. Der ist eigentlich nur grad einmal ein Turm, nicht etwa schief oder sonst irgendwie auffällig, mehr hoch als breit, und sonst auch alles, was man bei einem Turm erwarten würde. Aber nur durch seine schiere Gegenwart überlagert er offenbar das augenfällige - in unmittelbarer Nachbarschaft des eben geraden Turmes sogar besonders deutliche - Abweichen des schiefen Turmes von der Vertikalen, sodaß es keinen „Schiefen Turm von Bologna“ gibt, sondern diese beiden Türme als „Due Torri“ ein Wahrzeichen der Stadt sind. Schade eigentlich, weil so schief wie der ist, finde ich, hat er sich verdient, daß man darauf Bezug nimmt.

05.08.2005:
Weil gerade Sommerlochzeit ist, noch eine Mitteilung von überschaubarer Tragweite: Der Weltweit schiefste Turm befindet sich in Ostfriesland, in der Gemeinde Suurhusen. Vielleicht fällt Ihnen dazu eine Meditationsübung ein, oder Sie basteln daraus ein Pamphlet auf die Vertikale, oder Sie studieren Statik, weil Sie jetzt wissen, womit Sie ins Buch der Rekorde kommen können. Wie gesagt, Sommerlochzeit. Ich laß’ mir für morgen etwas Lichtvolleres einfallen.

06.08.2005:
Die Sache mit „Kata“ für „unter“ wurde noch ein Mal bestätigt. Roman Klemenschitz berichtet, daß „Kato“ in griechischen Ortsnamen verwendet wird. „Untersiebenbrunn“ hieße dementsprechend „Kato-Epta-Pigi“. Sollten Sie also zufälligerweise einen Umzug nach Untersiebenbrunn grundsätzlich ins Auge fassen, aber noch ein bißchen unschlüssig sein, dann ist die Aussicht, beim nächsten Griechenlandurlaub jetzt Ihren Wohnort korrekt in Landessprache angeben zu können, eventuell das ausschlaggebende Element in Ihren Erwägungen. Trinken Sie in jedem Fall etwas Entsprechendes auf das Wohl von Roman Klemenschitz; eventuell einen Kadoßouvo’. (Leider habe ich auf meiner Tastatur die entsprechenden griechischen Buchstaben nicht griffbereit, aber das Internet hat mir eine Übersetzung von „Berg“ angeboten, die wenigstens sehr ähnlich aussieht wie „ßouvo’“)

07.08.2005:
Es gibt ja eine Menge Bücher, die sich damit befassen, Zahlen eine bestimmte mystische Bedeutung beizumessen. Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, aber grad nicht wissen, worüber, dann verfassen Sie doch ein Buch, in dem logische Operationen, die man mit Zahlen anstellen kann, mit esoterischen Ausdeutungen belegt werden.

08.08.2005:
Bodenabschleifen macht ziemlichen Dreck. Ehrlich. Wieder eine Information, an die man empirisch oder über Gespräche kommen kann, wobei die Empirie wesentlich unerfreulicher ist.

09.08.2005:
Das Knie ist ein Mehrachsengelenk. Das ist eine Information, an die man gewöhnlich erst dann kommt, wenn der Gelenksaspekt beim zur Diskussion stehenden Knie vorübergehend aufgehoben ist. Vielleicht gibt es für diese Art Information, nämlich das Beschreiben von grundsätzlich vorhandenen, aber just im Augenblick der Erwähnung außer Kraft gesetzten Sachverhalten, einen speziellen Namen. Fragen Sie jemanden, der sich mit so was auskennt.

10.08.2005:
Man kann ein Seepferdchen zum Wasser führen, aber wenn man das muß, ist es dafür meistens schon zu spät.

11.08.2005:
Schlechte Geiger schmieren Terzen, die durch geschloss’ne Türen schmerzen.

12.08.2005:
Ich habe ja weiland die Frage aufgeworfen, ob das Alphorn zu den Blechblasinstrumenten zu zählen ist, wiewohl es einschließlich des Mundstückes aus Holz gefertigt ist, aber eben die Art der Tonerzeugung die von Blechblasinstrumenten ist. Das gleiche Phänomen gibt es auch beim Didgeridoo. Andrea Krauk hat die Frage der Zuordnung des Didgeridoos, wie ich finde, elegant gelöst, indem sie dieses australische Blasinstrument kurzerhand als „außereuropäisches Instrument“ identifiziert hat. Wenn man diesen Ansatz weiter verfolgt, dann ist die Einordnung des Alphorns unter einem gewissen geopolitischen Blickwinkel ja auch kein Problem mehr. Bereiten Sie sich bei Gelegenheit ein gehaltvolles Käsefondue zu Ehren von Andrea Krauk.

13.08.2005:
Wer an falscher Stelle oder unzutreffenderweise zu viel Gutes über sich selbst sagt, hat sich verlobt. Stimmt zwar nicht, könnte aber sein.

14.08.2005:
Ein Mensch, der sich mit leidenschaftlichem Nachdruck der Sprache widmet, ist ein Pathologe. Stimmt auch nicht. Vielleicht ist das die Hitze. Ich glaube, werde mit meinem Tanztherapeuten drüber reden.

15.08.2005:
Da mein Tanztherapeut erst in ein paar Tagen einen Termin frei hat, um mich wieder einzuloten, gestatte ich mir im Schutze eines selbstindizierten Wahnsinnskuratells anzuregen, der Mathematik - ähnlich wie bei „Physik und Teilchenphysik“ - eine Teilchenmathematik gegenüberzustellen.

16.08.2005:
Von Zeit zu Zeit möchte mein Drucker, im Internet nach neuen Treibern zu suchen. Ich tu ihm den Gefallen und laß’ ihn stöbern, aber eigentlich kommt dabei nie was raus. Vielleicht ist er einfach zu ungeschickt.

17.08.2005:
Hoffentlich läßt sich mein Drucker nicht auf einem Streifzug durchs Internet wegen neuer Treiber übertölpeln und tauscht die alten Treiber ein, bevor er neue bekommt. Ich finde die alten nämlich prima; also, der Drucker druckt. Ich finde, mehr kann man nicht erwarten.

18.08.2005:
Sollte das Wasserstoffauto tatsächlich einmal marktreif werden, dann gibt es zwei wesentliche Nachrichten dazu; einerseits sind fünfundsiebzig Prozent der beobachtbaren Masse im Universum Wasserstoff, und zwar in Reinform, da müßte man also nicht extra etwa Sauerstoff wegpfriemeln wie bei unserem Wasser, damit das tüchtig brennt, das wird also nicht so bald zur Neige gehen, andererseits ist das allermeiste davon ein bissi weit weg. Das könnte man sich also ausrechnen, bis zu welcher Entfernung es sich auszahlt, dorthin zu fahren, um Wasserstoff zu holen.

19.08.2005:
Vor geraumer zeit war der Mars der Erde ja so nah, wie schon seit fünfzigtausend Jahren nicht mehr. Das hat sich mittlerweile wieder gegeben, und er ist in ungefähr durchschnittlicher Distanz zu uns. Wasserstoff gibt es dort nicht wirklich viel zu holen, und in der Mitfahrerzentrale ist er als Ziel nicht einmal aufgelistet. Man kann also eher daheim bleiben.

20.08.2005:
Seit Sommeranbruch bekomme ich signifikant weniger Werbemails zugesandt; offenbar scheinen auch Spamschleudern einen Urlaub zu brauchen.

21.08.2005:
Die quantitative Abnahme der Spammails hat glücklicherweise nicht zu Einbußen, was die Schönheit der Absendernamen betrifft, geführt. Ein, wie ich finde, Gustostückerl: Dante Macdonald.

22.08.2005:
Ein Tip für Filmemacher: glaubwürdig bleiben. Daß sich irgend etwas unglaubliches in Wirklichkeit und tatsächlich so zugetragen hat, heißt nicht, daß es sinnvoll ist, dieses Ereignis in einem Film unterzubringen; das, was im Film passiert, muß man nämlich glauben können. Dieser Einschränkung, unterliegt die Wirklichkeit beim Ausgestalten von Dingen, Vorkommnissen, Handlungen und Personen nicht.

23.08.2005:
Ein Schranken teilt zwei Bereiche von einander. Wer eingeschränkt ist, dem steht nur einer dieser Bereiche zur Verfügung. Das trifft auf jemanden, der ausgeschränkt ist, aber auch zu. Das wird interessanterweise aber offenbar nicht als so schlimm empfunden.

24.08.2005:
Entwerfen Sie bei Gelegenheit eine Situation, in der jemand gewissen Limitierungen unterliegt, die zwar als Einschränkung bezeichnet werden können, für die „Ausschränkung“ aber eher das richtige Wort ist.

25.08.2005:
Machen Sie heute ein paar Aussagen über freie Themenwahl. Das Versmaß dabei ist nicht so entscheidend, sollte aber eingehalten werden.

26.08.2005:
Neulich habe ich erfahren, daß es in England elf verschiedene Arten gibt, das „l“ auszusprechen. Und da geht es nur um das „l“ (deshalb auch klein geschrieben) am Ende einer Silbe. Im Grunde keine Information, die Weltbilder ins Wanken bringt, aber jetzt weiß man’s zumindest.

27.08.2005:
Angeblich haben die Außerirdischen neulich einen Termin gehabt, sich irgendwie zu zeigen, aber den haben die, soweit ich weiß, nicht bestätigt, jedenfalls aber gehörig verpaßt. Es geht ja auch ohne.

28.08.2005:
Es gibt ja neben dem Internet auch eine Einrichtung, die Intranet heißt, und nur dem Datenverkehr innerhalb eines geschlossenen Systems dient, und nicht für den Kontakt mit der Außenwelt gedacht ist. Da wäre im Gegensatz zum Interesse, das sich Dingen, die außerhalb dessen, der sie wahrnimmt, liegen, eine solipsistische Selbstbespiegelung die sich ausschließlich mit der Person, die sie anstellt, widmet, von einem Intraesse getragen.

29.08.2005:
Ich habe Ihnen ja gestern das Intraesse vorgestellt; wenigstens das Konzept in Exposeeform knapp dargelegt. Dabei hat mein Rechtschreibeprogramm das Wort „Intraesse“ als ungültig angestrichen (so was gibt es nicht!) - nun stellt sich mir die Überlegung, daß es so was möglicherweise sehr wohl gibt, aber die Welt von einem konsequent betriebenen Intraesse nie erfahren wird.

30.08.2005:
Früher hat man einfach mehr Zeit gehabt. Logisch; da war es ja auch noch nicht so spät.

31.08.2005:
Der Trunkenbold im Brandy-Firmament verpaßt ein Phänomen; die Firma brennt. Schüttelreime müssen nicht immer sinnvoll sein.

Tips für September 2005

01.09.2005:
Große Abbitte: jüngst habe ich mir an dieser Stelle eine kleine Auslassung über den betrüblichen Umstand geleistet, daß der Begriff „Echtholzfurnier“ mit einem NLP-artigen „Act-as-if“- Impetus durch unbegründeten, aber sehr breitspurig vorgetragenem (wenn’s kein Holz ist, ist es nicht echt, wenn’s Holz ist, gibt es kein echteres oder weniger echtes Holz als eben Holz) Stolz davon ablenkt, daß unter der Furnier, also in der Substanz, halt irgendwas ist, was von Holz, also dem, was das Furnierte vorgibt, zu sein, sehr weit weg ist. Dabei hat meine „Bitte, ich weiß was und das müssen jetzt aber wirklich alle erfahren“- Aufwallung offenbar einige Kontrollinstanzen, die gewöhnlich meinen Äußerungen vor dem Manifestwerden vorgelagert sind, übersprungen, und ich habe das Wort „Furnier“ mit nur einem „r“ geschrieben, so als handle es sich dabei um eine Grabbeigabe. Und auf den Flügeln des Welterkenners hat mein Geist den Schulterschluß mit anderen, über die Dinge und Namen dieser Welt zu Gericht sitzenden Instanzen gesucht, und den Hinweis meines Rechtschreibeprogramms, daß ich ein Wort falsch geschrieben habe, als Bestätigung meines Unmutes uminterpretiert. Das sei hiemit korrigiert. Also, „Furnier“ schreibt sich so, wie es am Anfang dieses Satzes steht, und ich habe mich geirrt, und mein Rechtschreibeprogramm hat Recht. Darüber hinaus haben die Herren Anton Gombkötö, Hendrik Hillerman, Lukas Klausner, Ewald Hasun und Rolf Eustergerling ebenfalls Recht, indem Sie mich auf meinen orthographischen Lapsus hingewiesen haben. Suchen Sie sich eine gediegene Vollholztheke und trinken Sie etwas Entsprechendes auf die Obgenannten.

02.09.2005:
Wer’s braucht, hat’s nötig.

03.09.2005:
Das ist auch keine Pfeife. Die allermeisten Dinge – von Pfeifen einmal abgesehen - sind keine Pfeife, ein Umstand, an den man sich auch im Rahmen der kunstgestützten Erkenntnistheorie eigentlich schon gewöhnt haben sollte.

04.09.2005:
Man ist ja durchweg versucht, Dinge, die man so sieht, in einen Sinnzusammenhang zu stellen. Einfach so, damit man sich auskennt und weiß, was so los ist, und damit man grob einschätzen kann, wie die Welt um einen herum funktioniert. Jüngst habe ich etwas gesehen, woran alle meine Versuche, das Gesehene einer sinnvollen Deutung zu unterziehen, gescheitert sind: In der Mehrzahl deutscher Autobahnraststationen sind auf der Herrentoilette jeweils über dem Urinal Werbungen angebracht. Das wäre nun noch kein Grund, irgend einen Gedanken zu fassen, der den Rahmen eines „Ja, schon, aber: Und?“ sprengt. Immerhin ist der so Umworbene ja in einer Situation, in der er sich für einen wiewohl nicht sehr langen, so doch hinreichend bemessenen Zeitraum dem Dargebotenem nicht entziehen kann. An sich ja sehr schlau. Nur wird auf diesen Herrentoiletten aber ausschließlich für Kamine (in Worten: Kamine) geworben. Es gibt ja nicht nur Zielgruppen, sondern auch Zielzeiträume, in denen geworben wird; die Werbefenster in Nachmittagstalkshows bieten keine Reklame für Motoröl, und die Produktinformationen (schrecklicher Euphemismus) in den Kampfpausen während eines Schwergewichtsweltmeisterschaftskampfes enthalten keinerlei Hinweise über die Vorzüge einer bestimmten Art von Babynahrung. Selbst, wenn man zur entsprechenden Zielgruppe gehört, ist man da im Moment einfach nicht in der Stimmung, das Angepriesene entsprechend zu würdigen. Das wissen die Werbetreibenden. Wer bitte, um alles in der Welt hat sich schon jemals beim Pinkeln im Stehen gedacht: „Hach, ja! Genau! Einen Kamin könnt’ ich brauchen!“

05.09.2005:
Zu dem gestern besprochenen Phänomen ist mir noch ein interessantes Detail eingefallen; neben einem auf der Herrentoilette beworbenen Kamin war eine vierstellige Zahl abgedruckt mit dem Zusatz „Preisbeispiel“. Also, das heißt nicht, daß abgebildete Kamin so viel kostet, sondern das bedeutet lediglich, daß irgend etwas soviel kosten kann, aber auch nicht muß. Pfiffig.

06.09.2005:
Sollte sich Ihnen irgendwann einmal ein Feng-Shuiberater andienen, so seien Sie, bevor Sie sich entschließen, seine Dienste in Anspruch zu nehmen, auf erheblichen administrativen Aufwand gefaßt; immerhin geht es bei Feng-Shui - bei den Chinesen wenigstens, aber von denen kommt es ja - als Ritual des Ahnenkultes darum, die Gräber der Vorfahren in günstiger Lage zur eigenen Wohnstatt zu positionieren.

07.09.2005:
Beim Feng-Shui in der Version des Mittelstandswestens wird dringend davon abgeraten, den Raum so einzurichten, daß man sich hauptsächlich zwischen Tür und Fenster aufhält. So, wie die meisten Zimmer bei uns aber eben gestaltet sind, ist es unter Feng-Shuigesichtspunkten erforderlich, in entweder eine Dunkelkammer oder in einen Brunnenschacht zu ziehen.

08.09.2005:
Straßen unterscheiden sich von Flüssen in vielerlei Hinsicht. Ein betrachtenswerter Unterschied besteht darin, daß Flüsse, je flacher das Terrain ist, das sie durchqueren, mehr Kurven machen, Straßen hingegen im Flachen kaum, im Gebirge jedoch sehr viele Biegungen machen. Besprechen Sie mit Michi, warum das so ist.

09.09.2005:
Es scheint sich jüngst vielerorts eine sonderbare Form von privater Währungsreform vollzogen zu haben; an einigen Tankstellen und in meiner Beobachtung nach wenigstens einem Hotel werden Fünfhunderteuroscheine nicht akzeptiert. Also, ein offizielles Zahlungsmittel wird kurzerhand ungültig erklärt. Kühn.

10.09.2005:
Man kann mit Brillen und optischen Werkzeugen nach dem einen oder anderen Zwerg äugen.

11.09.2005:
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man, wie man bei Wittgenstein liest, schweigen. Überlegen Sie, wie man im Anlaßfall in Erfahrungen bringen könnte, worüber gerade geschwiegen wird.

12.09.2005:
Die Hubblekonstante beträgt nach letzten Berechnungen 72 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec. Da Megaparsec eine Entfernung ist, kann man das Megaparsec auch in Kilometern angeben; Kilometer durch Sekunde durch Kilometer, da kürzen sich die Kilometer weg, und so müßte als Einheit der Hubblekonstante Sekunde hoch minus Eins, also die Einheit von Frequenz ergeben. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsastronomen, ob das so ist.

13.09.2005:
Ich habe den gestrigen Tip selbst befolgt und mit Martin Apolin, der, wiewohl kein ausgewiesener Astronom, so doch in Belangen der Physik akademisch promoviert und somit absolutionsbefugt sachkundig ist, meine Vermutung besprochen, und er hat mir die Annahme, daß die Hubblekonstante in der Einheit einer Frequenz vorliegt dahingehend bestätigt, daß der Kehrwert der Hubblekonstante - also Eins durch Sekunde hoch minus Eins - eine Zeitangabe darstellt, die eben dem Alter des Universums entspricht. Wieder was gelernt.

14.09.2005:
Wenn es gilt, daß man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen darf, dann hätte es doch wenig Sinn, Bucheinbände zu gestalten.

15.09.2005:
Wenn stimmt, was Sigmund Freud behauptet hat, nämlich daß der Tod das Ziel des Lebens ist, dann macht jeder, der auch nur atmet, schon einmal grundsätzlich etwas falsch.

16.09.2005:
Seltsamerweise scheint noch nie einer Empfindung eine Empsuchung vorangegangen zu sein. Vermutlich, weil das unsere Idee von der Reinheit einer Empfindung stören würde.

17.09.2005:
Die Bezeichnung „Alphabet“ geht auf die beiden ersten Buchstaben des Griechischen Schriftsystems zurück. Bei uns sagt man zum Alphabet auch „ABC“, also wir nehmen die ersten drei Buchstaben. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsphilologen, ob die Griechen schlauer oder fauler sind als wir.

18.09.2005:
Hach, was muß ich mich aber in letzter Zeit oft bei Ihnen für Falschdarstellungen entschuldigen. Das mit der reinen Terz, hat mir Martina Rauchenberger belegt, ist ja nicht so, daß es die nicht gäbe; reine Terzen sind Terzen in reiner, also auf den Obertönen basierender Stimmung. Sie sind zwar einen sechstel Halbton kleiner als pytagoräische Terzen, aber es gibt sie. Singen Sie was Schönes auf Maria Rauchenberger.

19.09.2005:
Das hohe Blech spielt helle Quinten, allegorisch für die Quelle hinten.

20.09.2005:
Kabeltrommeln sollte man bei Gebrauch immer voll ausrollen, wegen Spule. Das hat was mit Strom zu tun. Der ist dann irgendwie anders. Oder wild, jedenfalls arg. Sehr technisch.

21.09.2005:
An der Börse war jetzt angeblich wieder was. Ich glaube, es war keine Konjunktion, aber irgendwas war. Angeblich zumindest. Man sollte auf jeden Fall achtsam bleiben.

22.09.2005:
Der Winkel zwischen Wasserlinie und Bug ist bei Eisbrechern so um die 45 Grad. Das kann man jetzt sicher nicht so oft in Plaudereien unterbringen, aber wenn Sie einen Eisbrecher bauen sollen, dann können Sie Ihre Verblüffung darüber, welche Wendungen Ihr Leben da genommen hat, damit prima überlagern.

23.09.2005:
Die Kombüse des deutschen Eisbrechers „Polarstern“ heißt „Zillertal“. Na, ich weiß nicht. Aber mich fragt ja keiner. Andererseits; ich hab die „Polarstern“ ja auch nicht gebaut.

24.09.2005:
„Nichts für ungut“ heißt irgendwie gar nix; aber das soll es ja wohl auch.

25.09.2005:
Ich habe Ihnen ja jüngst mitgeteilt, daß die Außerirdischen neulich angeblich einen Termin hatten, den sie aber versemmelt haben. Das ist unrichtig. Ein Lesefehler; den Termin hatten keine Außerirdischen, sondern Auberginen. Den haben die wahrscheinlich sogar eingehalten, aber das kann niemand bestätigen, weil alle eben auf Außerirdische gewartet haben, und das herumstreunende Gemüse nicht weiter beachtet worden ist. Schade.

26.09.2005:
Besprechen Sie mit einem Theologen Ihrer Wahl, wie intelligent ein Design wohl sein kann, das - noch dazu in Übereinstimmung mit ohnehin vorhandenen Naturgesetzen - dreizehn Milliarden Jahre braucht, um Halbaffen hervorzubringen. Wirkliche Intelligenz hätte zumindest die Naturgesetze ein bißchen pfiffiger gestaltet, damit das flotter geht.

27.09.2005:
Ich bin ein kleiner Doktor Doolittle; was artengrenzenübergreifende Kommunikation angeht, bin ich vom Pferdeflüstern schon noch ein bissi weit weg, aber jüngst war ich in einem Musikgeschäft und da habe ich ganz deutlich gehört, wie ein sechssaitiger bundloser Sandberg- Baß mit durchgehendem Hals zu mir gesagt hat: „Nimm mich mit! Nimm mich mit!“ Ich vermute, es lag am durchgehenden Hals, daß ich ihn so deutlich verstanden habe, jedenfalls hab ich ihm den Gefallen getan.

28.09.2005:
Verfassen Sie für den nächsten Hüttenabend eine dramatische Paraphrase; sowas wie „Des Ottokatalogs gebückte Hände.“

29.09.2005:
Welterklärungskonzepte lassen sich mit Argumenten von außen besser bestätigen als von innen, beim Widerlegen ist das genau umgekehrt.

30.09.2005:
Möglicherweise habe Sie ja schon davon gehört, mit hat die Mitteilung jüngst in erhebliches erstaunen versetzt; nämlich kann man, wie experimentell überprüft worden ist, die Zähigkeit von Fleisch vermindern, indem man das zuzubereitende zum Beispiel Steak mit Sprengstoff gemeinsam in einem Wassertank postiert, und den Sprengsatz dann zur Detonation bringt.

Tips für Oktober 2005

01.10.2005:
Mittels Kernbohrung im Gewebe läßt sich die Zähigkeit von zum Beispiel Steakfleisch in quantifizierbare Parameter fassen. Beim gestern an dieser Stelle beschriebenen Verfahren, die Zähigkeit des Fleisches mittels Sprengung herabzusetzen, ist es bislang gelungen, das Steak um fünfundzwanzig Prozent weniger zäh zu machen. Bedenkt man, daß da bei jeder Sprengung das umgebende Gebäude mit in die Luft fliegt, muß man schon sehr schlechte Zähne haben, damit sich das auszahlt.

02.10.2005:
Bei Halsweh kann man täglich eine Stunde lang mit einem Löwenzahnblatt eine Brennnessel auspeitschen. Kann man natürlich auch bleiben lassen, das bringt genauso nix, aber man muß sich halt überlegen, was man mit der Stunde sonst anfängt.

03.10.2005:
Wenn Piloten schon nichts verboten ist, dann dürfen Flugzeugkonstrukteure auch einmal:
Weil ich morgen einen Jet bau’,
geh’ ich jetzt ins Bett. Ciao!
Man weiß es ja, die Krieger fliegen
mit dem, was sie an Flieger kriegen.
Doch meine Rettung sei der Schlitz
im Glasdach überm Schleudersitz.

04.10.2005:
Wenn man Wünschelrutengängern glauben darf, dann befinden sich Störzonen in der Wohnung immer unterm Bett. Das ist einerseits praktisch, weil man die Störzone nicht lange suchen muß, andererseits wieder unpraktisch, weil, egal, wo Sie das Bett darauf hin hinstellen, der nächste Wünschelrutengänger ortet (in dem Fall wäre „verortet“ sogar der richtige Ausdruck) die Störzone wieder just unter dem Bett.

05.10.2005:
Wenn eine Lösung nicht erforderlich ist und die Sachlage sogar eher verschlechtern würde, dann liegt ein Kontrablem vor.

06.10.2005:
Felix Kramer hat herausgefunden, daß Kontrast das Gegenteil von Prost sein müßte. Wenn Sie vor dem nächsten Magenröntgen etwas trinken sollen, dann haben Sie es Felix Kramer zu verdanken, daß Sie dabei also etwas Ganzheitliches tun.

07.10.2005:
Wenn eine Entschuldigung eine Beschuldigung aufhebt, dann kann man mit einer deutschen Ente eine englische Biene annihilieren.

08.10.2005:
Staub, der sich irgendwo niederläßt und dann halt dort liegt, wo er liegt, solcher Staub ist einfach wegzublasen; ein kräftiger Schnaufer in Richtung der verstaubten Fläche, und schon ist die Fläche dort wieder sauber. Interessanterweise gilt das nicht für Straßenstaub. Der setzt sich auf der Motorhaube ab und ist auch durch den Fahrtwind, der bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h entsteht, nicht wegzublasen. Seltsam.

09.10.2005:
Schimmel, der sich auf Roquefortkäse bildet, kann man als Schafsmilchgewächs bezeichnen. Nur sollte man das bleiben lassen, wenn Botaniker oder Käsemeister in Hörweite sind.

10.10.2005:
Zur Herstellung von Parmiggiano Reggiano sollte unbedingt früh und spät gemolkene Milch im Verhältnis eins zu eins verwenden. Sonst gilt’s nicht.

11.10.2005:
Wenn Du Dich beim Laden vertust, droht auch gleich ein Datenverlust.

12.10.2005:
Konfetti, also die kreisrunden Papierschnipsel, mit denen gute Stimmung dargestellt und tateinheitlich damit auch hergestellt werden soll, gibt es praktisch nur in der Mehrzahl. Theoretisch gibt es auch die Einzahl „Konfetto“, aber ich schätze einmal, daß eine Stimmung, deren Auslenkung aus Normal so gering ist, daß sie mit einem Konfetto abbildbar und manifestierbar ist, nicht eben damit bedacht wird. Bei Konfetti gibt es allem Anschein nach so etwas wie eine über- und eine unterkritische Masse.

13.10.2005:
Die kinetische Energie in einem Kugelsternhaufen kann man als Temperatur angeben. Allerdings muß man sich dafür mit solchen Sachen schon einigermaßen auskennen, sonst erzählt man, was die Temperatur eines bestimmten Kugelsternhaufens betrifft, einen Blödsinn. Was grundsätzlich egal wäre, wenn sich die Person, der man den Blödsinn grad erzählt, damit auch nicht auskennt, aber dann könnte man ja grundsätzlich immer halt grad irgendwas erzählen, und je unbestimmter das, was man erzählt, ist, desto wahrscheinlicher kennt sich niemand damit aus, das heißt, um so mehr Menschen kann man das erzählen, und das führt zu einem Kommunikationskollaps.

14.10.2005:
Gerade ist mir der Begriff „Extellekt“ eingefallen, aber ich kann mir dazu nichts Vernünftiges vorstellen.

15.10.2005:
Weil’s grad so lustig ist; ein Imperiment ist das absichtslose und nicht beobachtete Beibehalten von Konstellationen, und Anordnungen, die unter unbestimmten Umständen vorliegen, die einem komplett wurscht sind.

16.10.2005:
Gerade Zahlen haben eigentlich nur gemeinsam, daß man sie restfrei durch zwei dividieren kann. Es gibt aber auch eine Menge Zahlen, die durch drei, achtzehn oder neunundsiebzig oder sonst eine ganze Zahl ebenso ohne Rest teilbar sind. Was ist an der Zwei so besonders, daß offensichtlich nur sie so einen elementaren Riß durch die ganzen Zahlen zieht?

17.10.2005:
Mir ist ein seltsames Phänomen aufgefallen; wenn man in einem Gastronomiebetrieb als Kunde zugange ist, und man hat fertig konsumiert, und winkt einen Kellner herbei, um zu zahlen, dann kommt der Kellner zunächst an den Tisch, nimmt zur Kenntnis, daß man zahlen will, aber dann verschwindet er und kehrt erst nach geraumer Zeit zurück und nimmt das Geld entgegen. Und zwar völlig unabhängig davon, womit er sonst gerade befaßt war als er das erste Mal vernommen hat, daß der Gast jetzt also zahlen möchte. Sonst nix zu tun, beide Hände frei, kein dringendes Telephonat von dem er losgeeist worden ist, „Ja, bitte? Sie möchten zahlen. Sofort!“ und dann ist er wieder weg und kommt erst später wieder. Vielleicht eine sehr ungeschickte Art, dem Gast zu zeigen, daß man nicht vordergründig an seinem Geld interessiert ist. Jedenfalls sehr eigenartig.

18.10.2005:
Etwas Auseinandergezogenes müßte distrahiert sein. Klingt sehr ungewohnt, stimmt aber vielleicht sogar.

19.10.2005:
Den Umstand, daß man auf den Toiletten deutscher Autobahnraststationen massiv und eigentlich ausschließlich mit Werbung für Kamine konfrontiert wird, habe ich schon erwähnt. Mein Unverständnis darüber, wer sich beim Wasser abschlagen im Zuge einer Fahrt, ganz pragmatisch von einem Ort zum anderen (um die Landschaft zu genießen oder sonst in irgendwas zu schwelgen fährt niemand auf der Autobahn), daß ich also nicht verstehe, wer sich da mehr als sonst Gedanken über das Fehlen eines Kamins in seinem Wohnbereich machen soll, das habe ich meiner grundsätzlichen Unkenntnis der Werbepsychologie zugeschrieben. Jüngst hatte ich wieder an einem nämlichen Ort ein Erlebnis, das mich darin auch bestärkt. Wer in Hochfelln Richtung Wien einen Zwischenstop einlegt, um seine Stoffwechselendprodukte artgerecht zu verklappen, muß zunächst einmal fünfzig Cent bezahlen, damit er durch ein Drehkreuz in den Sanitärbereich gelangt. Na, schön, es kostet alles was, warum nicht auch das, und die Ofenwerbung bringt wahrscheinlich auch nicht so viel wie die Ofenwerbung und noch einmal kassieren. Und wer muß, der muß, und da ist man halt erpreßbar, und man zahlt, wenn auch nicht gerne, so doch verläßlich. Aber dann, am Ort der Verrichtung, wird man, dieweilen man mit Erledigung des Nämlichen befaßt ist, mit Fahrstuhlmusik (was in dem Zusammenhang ein wiewohl nahe liegendes, so doch unbeabsichtigtes Wortspiel ist) vollgedudelt, und über diese Musik erklärt einem eine Stimme in mehreren Sprachen, daß man sich jetzt also in der Obhut der Firma, die die Naßzellen über hat, befindet, und daß die Firma auch ganz toll ist. Werbung für etwas zu machen, was der Kunde gerade, weil er auch nicht anders kann, bezahlt hat, ist wieder so etwas, was ich halt einfach nicht verstehe.

20.10.2005:
Speichern ist einfach. Das Problem ist, sich zu merken, wo man was gespeichert hat. Wenn Sie das lesen können, hab ich es geschafft.

21.10.2005:
Koffein heißt auch 1,3,7-Trimethlyxanthin. Ist aber nur zum angeben.

22.10.2005:
Koffein heißt auch Teein und Guaranin. Wenn Sie das in ein Gespräch werfen, sollten Sie „1,3,7-Trimethylxanthin“ in der Hinterhand haben, das verleiht Ihnen Glaubwürdigkeit.

23.10.2005:
Wenn Sie einen Plattenspieler daheim haben, betrachten Sie doch einmal mit einer Lupe die Spitze des Tonabnehmers, den Diamanten oder Saphir, und besprechen Sie mit einem Juwelier Ihrer Wahl, wie so etwas wohl geschliffen wird.

24.10.2005:
Ordnung entsteht durch Trennung. Das muß man nicht sympathisch finden, ist aber so.

25.10.2005:
Der Uranus dreht sich in grob siebzehn Stunden und fünfzehn Minuten um seine eigene Achse. Er umläuft die Sonne in ungefähr vierundachtzig Jahren. Dabei ist seine Rotationsachse um sagenwirmal neunzig Grad geneigt; das heißt, sie steht nicht senkrecht auf der Ebene seines Umlaufes, wie bei einem aufrecht stehenden Kreisel, den man um einen meinetwegen Tisch trägt, sondern sie liegt auf der Ebene, und hat dabei immer die selbe Ausrichtung im Raum. Zwei Mal während eines Umlaufes zeigt die Achse Richtung Sonne, zwei Mal pro Uranusjahr zeigt sie so weit wie möglich daran vorbei. Wenn Ihnen Gesprächsstoff oder -partner gerade ausgegangen sind, können Sie einen beliebigen Punkt auf der Oberfläche des Uranus wählen und sich ausrechnen, wie das dort mit Sonnenauf- und -untergängen ist.

26.10.2005:
Sollten Sie mit dem gestern vorgestellten Gedankenexperiment zügig durchgekommen sein, könnten Sie heute einen Mondkalender für den Uranus erstellen. Es sind siebenundzwanzig Uranusmonde bekannt, ein paar davon laufen aus der Sicht des Polarsterns im, ein paar davon gegen den Uhrzeigersinn. Und sie haben zum Teil erhebliche Bahnexzentritäten und sie sind auch bei weitem nicht alle durchgehend auf der Äquatorebene des Uranus zu finden. Die genauen Daten kann man sicher wo ausfindig machen. Oder Sie kochen wieder etwas Feines.

27.10.2005:
„Wulstbug“ klingt irgendwie auch schon so.

28.10.2005:
Jetzt hat angeblich schon wieder jemand geheiratet. Oder sich scheiden lassen. Oder nur zusammengezogen. Oder grad eben nicht. In den entsprechenden Magazinen kann man das sicher ausführlicher lesen.

29.10.2005:
In meinem etymologischen Wörterbuch ist „letschert“ angeführt. Toll.

30.10.2005:
Wenn man in einen hinreichend langen Papierstreifen mit parallelen Kanten eine möglichst engen Knoten macht, so einen einfachen - wozu man in Wien auch „Knopf“ sagt - Knoten, ohne das Papier dabei über Gebühr zu zerknüllen, also, das Papier hat danach nur drei Faltstellen, dann hat der Knoten, wenn man sich die aus ihm herausragenden Enden des Papiersteifens einmal wegdenkt, die Form eines Regelmäßigen Fünfecks. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsgeometer, ob das so ist, weil es halt so ist, oder ob sich das ein bißchen ausführlicher erklären läßt.

31.10.2005:
Man kann sich schön langsam überlegen, als was man im Fasching gehen will. Kann man aber auch bleiben lassen.

Tips für November 2005

01.11.2005:
Armin Staffler hat mit seinen Freunden das Problem der Einzahlbildung bei den Konfetti untersucht, und man ist dabei zu einem bemerkenswerten Resultat gekommen; Wasser ist erst ab acht Molekülen naß. Da gibt es also eine unter- und eine überkritische Menge. Das legt den Schluß nahe, daß Konfetti auch erst ab - einmal geschätzt, Empirie steht noch aus - acht Stück stimmungsaufhellend sind. Sie wissen, wie Sie den Toast auf Armin Staffler und seine akademische Bruderschaft ausbringen.

02.11.2005:
Eigentlich sollte man in einer Brasserie Messing bekommen können; eventuell sogar ein bißchen Musik auf Blechblasinstrumenten.

03.11.2005:
Wenn der gestrige Tip stimmt, dann werden Musiker mir darin beipflichten, daß eine Reederei wenigstens ein paar Fagotte, Oboen, Saxophone und Flöten vorrätig haben sollte.

04.11.2005:
Konrad Anton hat eine recht griffige Erklärung für den Begriff „Extellekt“ gefunden: „Intellekt“ leitet sich von „inter legere“ ab, was grob übersetzt auf die Fähigkeit hinweist, Unterschiede bestimmen zu können. „Extellekt“ wäre demnach - „oben-unten“ und „innen-außen“ einmal umgedreht - die Eigenschaft einer Person, mit anderen verwechselt zu werden. Trinken Sie etwas Passendes - zum Beispiel ein Gläschen Beerenauslese - auf Konrad Anton.

05.11.2005:
Das Internet, wenigstens der Teil davon, der für die Post zuständig ist, hat den Urlaub ganz offenbar beendet und hat sich machtvoll aus der Sommerpause zurück bei mir auf dem Rechner gemeldet; in einem halben Tag über dreihundert Nachrichten. Sapperlot! Da kann man nicht meckern. Allerdings darf man bei dieser überwältigenden Anzahl jetzt auch keine allzu hohen Ansprüche an den Sinngehalt der Nachrichten stellen. Die überwiegende Anzahl der Mitteilungen hat zum Gegenstand, daß Post, die ich nicht abgeschickt habe, dementsprechend auch nicht angekommen ist. Das kennt man ja. In kyrillisch ist das zwar neu, aber da ich keine Post in kyrrillisch verfaßt habe, ist es nur recht und billig, wenn man mir mitteilt, daß diese Post auch nicht zugestellt worden ist; und zwar in kyrrillisch. Jüngst war dabei aber auch eine Benachrichtigung, daß meine nicht geschriebene Post vermutlich verspätet zugestellt werden wird. Leider habe ich nicht den Nerv, die Sache weiter zu verfolgen.

06.11.2005:
Irgendwas kann schon wieder nicht geladen werden, weil irgendwas anderes mit den Ressourcen um eine DLL- Konfiguration streitet. Hat wahrscheinlich etwas mit meiner Schreibfaulheit zu tun.

07.11.2005:
Heute ist ein guter Tag, um den Vorsatz zu fassen, die Weihnachtsgeschenke heuer einmal nicht in allerletzter Minute zu kaufen. Mehr als der Vorsatz wird’s ja dann ohnehin nicht, aber der Vorsatz hat doch etwas sehr Erwachsenes; das wenigstens sollten Sie sich vergönnen.

08.11.2005:
Wenn sie den Vorsatz mit den Weihnachtsgeschenken gestern zu Ihrer Zufriedenheit gefaßt haben, dann können Sie sich heute zum Beispiel vornehmen, heuer Ihre Wohnung nicht mehr zu tapezieren; das wirkt auch erwachsen und ist leichter einzuhalten.

09.11.2005:
Schreiben Sie heute die Sage vom Huhn mit der eisernen Milch.

10.11.2005:
Sollten Sie gestern tatsächlich die Sage vom Huhn mit der eisernen Milch geschrieben haben, vergessen Sie es heute wieder. Die Sage gibt es nämlich schon; es ist eine alte babelusische Geschichte, die ist von Jewgena Sonsensnsdottir im Zuge der großen Schnupfenwelle zwischen zwei Fieberschüben mit Ohrenschmalz an die Innenseite eines Flaschenhalses geschrieben worden und gilt seither als unbringlich. Weder wieder noch sonst wie.

11.11.2005:
Es gibt so Netzwerkkarten, mit denen kann man sich drahtlos ins Internet hängen. Man - wie gesagt - kann, ich nicht.

12.11.2005:
Computerspiele simulieren die Nähe und Umgehbarkeit kapitalen Scheiterns. Mein Computer exekutiert schon ohne Spiel kapitales Scheitern ohne die geringste Chance, das irgendwie zu umgehen. Extra spielen möchte ich eigentlich nicht.

13.11.2005:
Ich finde, die Franzosen sollten einfach keine Autos bauen. Das mit dem Dieselpartikelfilter haben sie ja ganz sauber hingekriegt, aber vom Karosseriedesign sollten sie einfach die Finger lassen. Dann wäre unsere Welt schon einmal um einiges schöner.

14.11.2005:
Die Sanitäreinrichtungen von Autobahnraststellen sind offenbar Bereiche unserer Welt, die von der Logik abgekoppelt sind; jüngst habe ich unterwegs in den Süden Notwendiges zu erledigen gehabt, und sah mich vor einer als solche ausdrücklich ausgewiesenen „Erlebnistoilette“. Nun gibt es ja Bereiche des Lebens, in denen man Auslenkungen aus dem Gewohnten eher nicht so haben möchte. Wenn man ein großes oder auch nur ein kleines Geschäft hinter beziehungsweise unter sich bringen möchte, dann ist ein geordneter Ablauf ohne Überraschungen oder sonstige Ereignisse, die Erlebnischarakter haben, das primäre und eigentlich ausschließliche Ziel der Veranstaltung. Glücklicherweise war am Ort des Geschehens aber dann außer einer unförmigen Puppe aus Pappmache im Vorraum nichts, was man nicht an anderen Orten der Verrichtung nicht auch findet. Einerseits gut, andererseits aber auch wieder interessant, was schon alles als Erlebnis gilt. Vielleicht eine Folge der Rezession.

15.11.2005:
Alexander kann tatsächlich ausgesprochen akzentfrei computisch; dafür gibt es sicher einen speziellen Fachausdruck, der ist mir aber nicht geläufig. Jedenfalls hat Alexander die Bits, in meinem Computer wieder alle auf ihren Platz gepeitscht, und jetzt tun sie wieder. Freunde deutschen Bieres werden wissen, was sie auf Alexander zu trinken haben.

16.11.2005:
Vierfache Schüttelreime sind sinnbefreit. Sie werden sehen

17.11.2005:
Es soll, wenn ich noch lieg, Erna den Kronprinzen von Niger laden, der einst mir seinen Nager lieh, den sah ich doch im Lager nie, denn man sah auch seinen Lada nie geh\\\'n. Der war mir einst sehr nah, da liegen, die mir mehr als Lieder nah geh\\\'n, unverdaute Niederlagen

18.11.2005:
Bezüglich meiner kleinen Anmerkungen über das Koffein haben mich zwei Nachrichten ereilt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte; Thomas Walter hat sehr richtig bemerkt, daß ich in „Trimethylxanthin“ ein „l“ vergessen habe und zwar sogar ein wiederholtes Mal - Sie brauchen jetzt aber nicht nachblättern, ich hab’s schon ausgebessert - und Peter Pfaffenhuemer möchte wissen lassen, daß 1,3,7 Trimethylxanthin eigentlich auch nur eine eher umgangssprachliche Bezeichnung für 1,3,7-Trimethyl-3,7-dihydro-1H-purin-2,6-dion ist. Er rät aber dazu, bei einer Verkehrskontrolle die Frage nach konsumierten Flüssigkeiten mit dem Trivialnamen zu beantworten, weil wenn man einräumt, daß man Alkaloide genossen hat, aber der Verkehrswächter in der Chemie nicht einmal so sattelfest ist wie beispielsweise Thomas Walter, könnte der zu falschen Schlüssen gelangen. Wenn Sie nicht mit dem Auto unterwegs sind, trinken Sie ein paar Alkaloide auf die Herren Paffenhuemer und Walter.

19.11.2005:
Wenn man Akrobatinnen bei ihrem Tun beobachtet, kommt man sich als Mann einigermaßen schlecht vor, aber man fühlt sich einigermaßen gut.

20.11.2005:
Das Vorhandensein von Osteoblasten ist kein Gottesbeweis. Macht nix, es geht ja auch ohne.

21.11.2005:
Wenn es nach meinem Rechtschreibeprogramm geht, dann ginge es eher ohne Osteoblasten als ohne Gottesbeweis. Das hätte ich so eigentlich nicht geschätzt, aber als Agnostiker kann man ja jedem Geschöpf seinen Glauben lassen.

22.11.2005:
In manchen Hotelzimmern gibt es einen Internetzugang; da kommt ein Kabel aus der Wand, es kann sein, daß da sogar eine Anmerkung draufsteht, die „Gigabit“ verspricht, das kann man in eine dafür vorgesehene Stelle in den Laptop stecken, und dann kann man ins Internet. Also, man kann, …. Na, ja, ich sollte einfach nicht mehr darüber sprechen.

23.11.2005:
Es gibt neuerdings eine Internetseite, auf der kann man sich Bilder der Erde, die von Satelliten gemacht worden sind, am Computerbildschirm in phantastischer Auflösung … ich schau halt aus dem Fenster.

24.11.2005:
Es gibt etwas, das heißt Bluetooth. Damit kann man Daten von da nach dort. Also, angeblich. Kann ich aber nicht bestätigen.

25.11.2005:
Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten, ob man für eine Trichotomie anstatt einer Dichotomie unbedingt eine mehrwertige Logik braucht.

26.11.2005:
Wenn man es schafft, auf offener Bühne mit der freien Hand eine Fliege aus der Luft zu fangen, macht das mächtig Eindruck. Es passiert halt nur eher selten, aber wenn das gelingt, macht das was her.

27.11.2005:
Angeblich werden sich die Physiker, sobald das Higgs-Boson nachgewiesen worden ist, ein paar neue Fragen ausdenken müssen. Wer will, kann sich da schon einmal was überlegen.

28.11.2005:
Tanzen Sie heute eine Kulturgeschichte der Gewindenormen.

29.11.2005:
Ich habe den gestrigen Tip befolgt, aber mein Tanztherapeut meint, ich solle lieber meine Weihnachtseinkäufe rechtzeitig erledigen. Schade; ich fand, ich habe das einigermaßen hinbekommen.

30.11.2005:
Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsschalterbeamten oder dessen Urlaubsvertretung, ob es sinnvoll ist den Satz „Ich spreche Ihre Sprache nicht.“ in verschiedenen Sprachen akzentfrei sagen zu können.

Tips für Dezember 2005

01.12.2005:
Jetzt ist ja bald wieder Schifahren. Wahrscheinlich wird da wieder jemand gewinnen. Spannend.

02.12.2005:
Vom Acrylamid hat man schon lange nichts mehr gehört. Wahrscheinlich ist es nicht mehr so giftig.

03.12.2005:
Neulich hatte ich einen CLED-Error. Sowas hat nicht bald wer. Ich hab dann aber ein bissi im Bios herumgedrückt, und jetzt ist er wieder weg. Es geht auch ohne. Wir wären, glaub’ ich, ohnehin nie sehr enge Freunde geworden.

04.12.2005:
Walzertänzer könnte die Berufsbezeichnung sein für jemanden, der durch rhythmisches Draufherumhüpfen die Beute auf Walfangschiffen in kleinere Portionen zerlegt. Ist aber nicht. Ist wahrscheinlich auch gut so.

05.12.2005:
Wenn Sie noch wissen, was Zentripetalkräfte sind, dann können Sie den morgigen Schüttelreim auf der Basis der Schulphysik genießen. Halten Sie sich ein Divis bereit.

06.12.2005:
„Mal zentrifug- und mal –petalt’s!“ erwähnt zerknirscht der ausgeschied’ne Walzertänzer.

07.12.2005:
Weil grad Ballsaison ist: Kurt ist reich, da zahlt der, wenn’s erwünscht ist auch dem Walter zehn zerbeulte Wazertänzer.

08.12.2005:
Voraussetzungen liegen vor den Bedingungen. Wenn die Voraussetzungen andere sind, dann herrschen auch andere Bedingungen. Voraussetzungen bedingen Bedingungen, sind selbst aber eher keine, jedenfalls nicht nur, also, nicht in der Ausschließlichkeit wie ihrerseits bedingte Bedingungen solche sind. Oder halt nur bedingt. Wenigstens, wenn es dabei um ganz den Anfang von etwas geht, ab dann bedingen die Bedingungen die Bedingungen. Besprechen Sie das am besten mit dem Logiker Ihrer Wahl.

09.12.2005:
„kret“ heißt bestimmt etwas; nämlich bedeutet das sicher etwas, womit man oder auch nämlich gleich gar nicht sein kann. Ich frage einen Altphilologen, wenn ich einen treffe.

10.12.2005:
Wenn, was ja so ist, eine Plancklänge die kürzeste physikalisch sinnvolle Distanz ist, ist es dann physikalisch sinnvoll, bei einem Quadrat mit einer Plancklänge Seitenlänge die Länge der Diagonale, die ja mehr als eine aber weniger als zwei Plancklängen mißt, exakt anzugeben? Das, was auf die zweite Plancklänge fehlt, kann man mit dem, was davon schon da ist, gemeinsam, ja eigentlich vergessen dürfen. Fragen Sie jemanden, der sich mit so was auskennt.

11.12.2005:
Überlegen Sie beim nächsten Schneefall, ob der Radkasten bei Automobilen als Metapher irgendwas hergibt. Setzen Sie die Erwartungen dabei aber nicht zu hoch an.

12.12.2005:
Hach, ja! Die Weihnachtseinkäufe!

13.12.2005:
Wenn Sie die Erledigung von Weihnachtseinkäufen nicht vollends auslastet, dann könnten Sie währenddessen Folgendes versuchen; gehen Sie in ein reliables Sample verschiedener Lokale, in denen Sie noch nie zuvor waren und lassen Sie sich dort vom Personal auf ein Getränk einschätzen. Sagen Sie einfach dem Kellner, er soll Ihnen bringen, was er für Sie passend findet. Dann überlegen Sie, ob die Auswahl, die man für Sie getroffen hat, in irgend einer Form mit Ihrem Selbstbild in Einklang zu bringen ist. Wenn nicht, kennt man Sie wenigstens jetzt in ein paar Lokalen in denen man davor nicht einmal gewußt hat, daß es Sie gibt.

14.12.2005:
Waschtische, bei denen