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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für August 2016

01.08.2016:
Oje. Ich bin aus der Welt gealtert, jüngst habe ich ein E-Mail bekommen, in dem mir doch tatsächlich ein Erektionsmittel für Frauen angeboten wurde. Nun ist der Themenkreis der Begattung durchaus etwas, was in zunehmendem Alter als Rückzugsgefecht lediglich in Hinblick auf einigermaßen vertretbare Haltungsnoten bewerkstelligt wird, und insoferne kann es ja sein, daß ich wesentliche Entwicklungen der letzten Jahre verpaßt habe, und meine wilden Jahre haben eine Gesamtlänge von zwei Wochen und liegen schon echt lang zurück. Aber ich kann mich wirklich nicht erinnern, daß jemals das, was dem im Wege gestanden hat, was selten genug geglückt ist, Erektionsstörungen von Frauen war. Aber ich bin auch schon - offenbar - echt alt.

02.08.2016:
Wenn man einer Kugel den größtmöglichen Zylinder einschreibt, dann hat der weniger Volumen und eine kleinere Oberfläche als die Kugel. Klar. Wenn man den Zylinder flacher aber so breit wie möglich macht, und zwei Zylinder gleicher Höhe, einen darüber, einen darunter setzt, so, daß diese drei Zylinder jeweils so groß sind, wie es möglich ist, dann haben die gemeinsam auch weniger Volumen und eine kleinere sichtbare Oberfläche als die Kugel, in die diese Anordnung eingeschrieben ist. Jetzt kann man sich fünf Zylinder, die allerdings schon eher scheibenförmig sind, denken, alle gleicher Dicke, die aufeinander liegen, ein kleiner unten, ein größerer darüber, der größte in der Mitte, darüber einer so groß wie der zweite und wieder ein kleiner darüber, alle so groß wie möglich, ohne die umgebende Kugel zu durchstoßen. Dieser Stapel erreicht auch weder das Volumen noch die Oberfläche der Kugel. Wenn man nun die Kugel mit immer mehr, immer dünneren Scheiben füllt, nähern sie Oberfläche und Volumen dieses Körpers immer mehr denen der Kugel an. Schätzen Sie, bevor Sie - wenn überhaupt - ausrechnen, ob mit Erhöhung der Scheibenzahl zuerst das Volumen oder die Oberfläche der Kugel auf ein Promille genau erreicht wird.

03.08.2016:
Nur so für lustig kann man sich überlegen, wie ein Körper aussieht, der so entsteht, daß man die gestern hier zur Kugel geschichteten Scheiben - und da sollten Sie großzügig ein paar hundert, sehr dünne Scheiben vor das geistige Auge holen - bei dem die Scheiben, die Mittelpunkt auf Mittelpunkt gelegt den Umriß einer Kugel ergeben, wie ein Körper aussieht, bei dem die Scheiben Kante auf Kante gelegt werden, ober- und unterhalb des Äquators exakt gegenüberliegend.

04.08.2016:
Überlegen Sie sich, was denn wohl ausdrücklich trockenes Feuer sein könnte.

05.08.2016:
Wenn Sie gestern erfolgreich waren, können Sie ja heute einen Abenteuerroman schreiben, in dem trockenes Feuer eine wesentliche Rolle spielt. Aber das müssen Sie schon echt selbst machen; ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen.

06.08.2016:
Wenn Sie was Ganzheitliches machen, achten Sie auf kreisende Bewegungen. Die müssen Sie nicht machen, darauf achten genügt. Das hilft.

07.08.2016:
Wobei das Achten auf kreisende Bewegungen im Zuge von Verrichtungen, die als in irgend einem Sinne ganzheitlich betrachtet werden dürfen, hilft, weiß ich nicht, aber es ist gut möglich, daß es da um das Vermeiden von überlangen Sätzen geht.

08.08.2016:
Ich habe mir die gestrige Eintragung zur Überprüfung ausgesetzt; Ich denk grad was über alles und visualisiere dabei ein O. Klappt.

09.08.2016:
Es gehört zum Jungsein, daß man sehr viele Sachen zum ersten Mal macht. Es gehört zum Altgewordensein, daß man irgendwann das erste Mal etwas zum letzten Mal macht. Zeit halt.

10.08.2016:
Wenn sonst nix an Ihren Nerven zupft, können Sie ja einen wenigstens hundertstufigen vernünftigen Dialog, der zwangsweise an seinen Ausgangspunkt zurückführt, schreiben.

11.08.2016:
Wer gestern tüchtig war und den geforderten Dialog geschrieben hat, kann die Aufgabe heute erweitern und einen mindestens hundertstufigen vernünftigen Dialog, der zwangsläufig an seinen Ausgangspunkt zurückführt, schreiben, allerdings wechseln die Dialogpartner dabei die Positionen und sagen am Beginn des Dialogs angekommen, das, was der Gesprächspartner beim ersten Mal gesagt hat, sodaß sich nicht eine Schleife wie gestern ergibt, sondern ein Möbiusband.

12.08.2016:
Mein Rechtschreibeprogramm kennt den Namen Möbius, nicht aber den Begriff des Möbiusbandes. Bemerkenswert daran ist, daß es bei mir eher umgekehrt ist; das Möbiusband ist mir durchaus ein Begriff, und ich wage auch die Vermutung, daß es nach einem Herrn Möbius benannt ist, worin ich mich auch irren kann. Es ist ja auch denkbar, daß der Begriff Moebius eine Ritualschlinge zum Festzurren imaginierter Reit- und Lasttiere im Brauchtum späthethitischer Handwerksgesellen benennt, und die Römer das Wort für unübersichtliche Knoten übernommen haben, weil es so schön lateinisch klingt, und es aus eben diesem Grunde als Name für eine besondere Form von Schleifen Einzug in die Topologie gefunden hat. Na gut, so richtig freihändig denkbar ist das jetzt nicht gerade, aber nicht komplett unmöglich. Jedenfalls gibt es ein Ding, worüber ich teilweise mehr weiß als mein Rechtschreibeprogramm und umgekehrt. Man kann also voneinander lernen.

13.08.2016:
Für späthethitische Handwerksgesellen galt es als überaus schicklich, imaginierte Pferde mit sehr aufwendigen Knoten vor dem Versammlungsraum der ortsansässigen Handwerkskammer festzumachen.

14.08.2016:
Ich habe gestern hier etwas geschrieben, aber das stimmt nicht, das hab ich nur geschrieben, damit mein vorgestriger Eintrag nicht so komplett hirnfern wirkt. Ich fürchte jedoch, daß das mißriet.

15.08.2016:
Ich schreib aus den Karpaten an Freunde ein paar Karten.

16.08.2016:
Ich gebe zu, der gestrige Eintrag stimmt schon wieder nicht, aber ich wollte ausprobieren, ob es sich richtiger anfühlt, wenn das, was man kontrafaktisch schreibt, überprüfbarer falsch ist, als etwas, was nur mit großem Aufwand widerlegt werden kann. Eher nicht. Also schon irgendwie, aber doch ziemlich unmerklich. Es zahlt sich nicht aus, das extra zu konstruieren.

17.08.2016:
Ich denke, Prinz August, dem heiteren Welfen muß man schon lang und auch im Weiteren helfen.

18.08.2016:
Ein erwachsener Mensch produziert im Laufe jeden Tages eine Menge Adenosintriphosphat; nämlich ungefähr die Hälfte seines Körpergewichts. Hab ich auch erst neulich erfahren.

19.08.2016:
Besprechen Sie mit ein paar Menschen sehr unterschiedlicher Weltsicht, ob der Umstand, daß der Mensch jeden Tag die Hälfte seines Körpergewichts an Adenosintriphosphat auf- und auch wieder abbaut, ein Zeichen für Verschwendung, für Nachhaltigkeit, oder einfach so ohne Deuterei und Zeichen eben schiere Notwendigkeit ist.

20.08.2016:
Sollte bei Ihrem gestrigen Gespräch mit Vertretern unterschiedlicher Weltsichten über die mögliche aber möglicherweise auch nicht notwendige Deutbarkeit bestimmter Stoffwechselvorgänge die Meinung aufgetaucht sein, daß das unbedingt gedeutet werden muß, dann können Sie heute mit dem Formulanten dieser Idee, oder wenn Zeit dafür ist, besprechen, wie der Umstand, daß er etwas deuten will, gedeutet werden muß, und wie diese Deutung dann wieder, und so fort und so fort. Entweder kommen Sie dabei an einem Punkt, an dem die Deutungen so dünnlagig aufeinander verweisen, daß ein weiteres Ausdeuten als ausweislich sinnlos beendet werden muß, oder das geht ewig so weiter. Also sicherheitshalber sollten Sie für dieses Gespräch ein bisserl sehr viel Zeit veranschlagen.

21.08.2016:
Wir leben ja in einer vierdimensionalen Raumzeit. Gut. Bemerkenswert daran ist nicht nur, daß wir uns in drei dieser Dimensionen recht beliebig und vor allem umkehrbar bewegen können, und uns in der vierten Dimension zwar bewegen, aber ohne unser Zutun und ohne die Möglichkeit, diese Bewegung auch nur irgendwie beeinflussen zu können (also, wenn wir von der relativistischen Zeitdilatation einmal absehen wollen, weil die ja auch nur in eine Richtung funktioniert). Was dabei ja auch noch seltsam ist, ist, daß wir drei Dimensionen in einer Einheit angeben, nämlich in Metern, und für die vierte Dimension eine völlig andere Einheit, nämlich Sekunden verwenden.

22.08.2016:
Ich habe die gestrige Überlegung noch ein bisserl in meinem Hirn herumgewälzt und bin da auf eine Frage gestoßen; Würden (sagen wir einmal, sowas gibt es) zweidimensionale Wesen für das, was wir als Höhe in Metern verhandeln, würden die für Höhe ebenso eine andere Einheit brauchen, wie wir für unsere vierte Dimension? Und würden (..) fünf- oder sechsdimensionale Wesen das, was bei uns als Zeit in Sekunden - also etwas grundsätzlich anderem als Metern - vorliegt, würden die die selbe Einheit für Zeit und die nächste und alle darunterliegenden Dimension verwenden, und erst ab der nächsthöheren Dimension einen Sprung in der Kategorie der Einheit verwenden?

23.08.2016:
Machen Sie sich ein paar Gedanken über die Größe des Emslandes. Einfach so. Oder nicht. Im Sommer darf man sowas.

24.08.2016:
Besprechen Sie mit einem Marketingexperten, ob ein Musiker, der Emil Weinhaus heißt, mit seinem richtigen Namen eher Karriere machen würde als mit einem extra zu erfindenden Künstlernamen.

25.08.2016:
Angeblich ist jeder Mensch mit jedem anderen über höchstens sechs Stationen indirekt bekannt. Erörtern Sie mit einem Mathematiker folgende Frage: Wenn das - als mathematisches Problem gedacht - in einer sehr großen Gesellschaft von wenigstens einer Milliarde Menschen eine Forderung ist, ist dann die Gesamtanzahl (also nicht die sechs Zwischenwerte, die jeder braucht, im mit jedem anderen indirekt bekannt zu sein) ist also dann die Gesamtanzahl der Zwischenwirte ungeachtet des Umstandes, daß das sowieso durch die Festlegung der Aufgabe so viele sind, Konsequenz oder Bedingung der Forderung.