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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für März 2010

01.03.2010:
Eventuell ließe sich eine Art Gesprächstherapiebringdienst einrichten. Besprechen Sie das mit Ihrem Startupberater.

02.03.2010:
Seltsam; mein Rechtschreibeprogramm akzeptiert gewöhnlich zusammengesetzte Hauptwörter, wenn beide Teile Bestandteil der deutschen Sprache sind, wurscht, was für ein haarsträubender Blödsinn damit benannt wird - ich erinnere in dem Zusammenhang daran, daß die Existenz einer Wurmhüfte meinem Orthographiewart wo nicht zwingend logisch, so doch stirnrunzelfrei unhinterfragbar erscheint - aber gestern hab ich offenbar da die Grenze der Zumutbarkeit durchstoßen. Startup gilt, und Berater gilt. Beides zusammen wird bemängelt. Ich werde meinen Rechner auf ein Ich-AG-konformes Ökonomiekonzept umschulen müssen.

03.03.2010:
Neulich war angeblich tatsächlich wieder was mit Schnee. Recht groß angelegt. Das hab ich vermutlich verpaßt.

04.03.2010:
Der Leitzins ist jetzt wieder wo. Soweit ich gehört habe, ist das überraschend. Üben Sie ein verblüfftes Gesicht, falls Sie mit einem Menschen darüber sprechen, von dem Sie annehmen, daß er diesbezüglich ein bißchen Anteilnahme einfordern könnte.

05.03.2010:
Ich habe soeben versucht, das Konzept des Bringdienstes mit der Praxis des Irgendwas-ToGo und dem Entwurf der Selbstverantwortung zu verquicken und mir ist dabei eine ortsfeste Verschleißstelle für Bestandteile von selbstherstellbaren Nahrungsmittelkombinationen eingefallen. Aber ich glaub, sowas gibt\'s schon. Schade.

06.03.2010:
Beweisen Sie Stil. Mit irgendwas. Aber mit irgendwas geht das wahrscheinlich gar nicht. Fragen Sie am besten jemanden, von dem Menschen, denen Sie in diesen Belangen Urteilskraft zutrauen, sagen, daß er in derlei Fragen wenigstens einigermaßen absolutionsfähig ist, was da jetzt genau zu tun ist. Vielleicht genügt eine bestimmte Handhaltung beim Umrühren im Kaffee, möglicherweise werden Sie sich aber eine Yacht zulegen müssen.

07.03.2010:
Seltsam; jüngst habe ich festgestellt, genau genommen zum ersten Mal bewußt festgestellt, daß irgendwas und jemand klein zu schreiben sind, so als würde Dingen und Personen, die nicht eindeutig festgelegt sind, der Hauptwortstatus entzogen oder gleich einmal gar nicht zugebilligt. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsphilosophen, ob das auf eine Selbstüberschätzung des Menschen schließen läßt, daß wir das, von dem wir nur wissen, daß es das gibt, ohne Näheres darüber zu wissen, so behandeln, als wäre es gar nicht wirklich.

08.03.2010:
Versuchen Sie, wenn grad nix Wichtigeres zu tun ist, aus einer entsprechenden Fachzeitschrift für Schach eine dort dargestellte Stellung auszuwählen, wobei sich Stellungen aus der Kategorie Endspiel sehr eignen, und diese Stellung aus einem normalen Spiel zu erreichen, ohne, daß Sie Ihrem Partner von diesem Plan erzählen.

09.03.2010:
Beobachten Sie auf einer längeren Zeitskala, ob es einen Einfluß auf das Schachspiel Ihrer Gegner hat, wenn Sie den Bauern Gesichter und Namensschildchen aufmalen.

10.03.2010:
Vielleicht hat das ja schon jemand gemacht, aber wer mag kann sich ja einmal ein paar tausend Schachpartien hernehmen und die graphentheoretisch untersuchen, ob es da irgendwas Bemerkenswertes über zum Beispiel Kreuzungen von Wegen oder so zu sagen gibt.