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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für Oktober 2017

01.10.2017:
Weil grad „Ball drüben rein“ wieder Saison hat, kann man sich ja überlegen, wie viele Möglichkeiten es gibt, daß ein Spiel ausgeht, in dem nicht mehr als vier Tore fallen.

02.10.2017:
Wenn Sie mit der gestrigen Überlegung zu einem Resultat gekommen sind, können Sie heute herausfinden, wie viele Möglichkeiten es gibt, daß ein Arrangement aus Hin- und Rückspiel ausgeht, wenn in keinem Spiel mehr als vier Tore fallen.

03.10.2017:
Wer mag, kann eine Formel finden, mit der berechenbar ist, wie viele Möglichkeiten eines kompletten Saisonverlaufes es gibt, wenn in einer Liga sechzehn Mannschaften Hin- und Rückspiele abhalten, und auch hier in keinem Spiel mehr als vier Tore fallen.

04.10.2017:
Wenn die gestern erstellte Formel solide ist, dann sollte es möglich sein, herauszufinden, ob sich die Anzahl der Möglichkeiten, in der eine Saison verlaufen kann, mehr erhöht, wenn man pro Spiel ein Tor mehr zuläßt, oder wenn man die Liga um zwei Mannschaften aufstockt.

05.10.2017:
Mein Rechtschreibeprogramm hat Sinn für scheinontologische Poesie; gestern ist mir der Wortabstand zwischen „möglich“ und „sein“ durch die Finger gerutscht, und am Bildschirm erschien dann eben „möglichsein“ als ein Wort. Wurde nicht angestrichen. Als wäre das ein Verbum im Sinne einer Tätigkeit. Wär mir so nicht eingefallen, jedenfalls habe ich ästhetische Vorbehalte, dieses Verbum schriftlich in verschiedene Zeiten zu setzen.

06.10.2017:
Wenn man nur dann etwas wirklich verstanden hat, wenn man es jemandem, der vom zur Diskussion Stehenden noch nie etwas gehört hat, so erklären kann, daß der das dann nachweisbar wirklich verstanden hat, dann wird das mit dem endgültigen Nachweis schwer.

07.10.2017:
Besprechen Sie mit einem Philosophen, ob das gestern hier dargestellte Problem als infiniter Progress schon Eingang in die Fachterminologie gefunden hat.

08.10.2017:
Wenn Sie gern etwas besprechen, aber im Augenblick kein Thema parat haben, dann besprechen Sie mit jemandem diesbezüglich befundbefugten, wie schwer es denn wohl sein kann, eine eingebildete Scheinhypochondrie glaubwürdig zu simulieren.

09.10.2017:
Mit wem Sie besprechen können, ob es einen Punkt gibt, ab dem Verkettungen von Meta- zum Beispiel -physik mit Para- als Metaparaphysik im Gegensatz zu einer Parametaphysik nicht mehr von einander unterscheidbar sind, weil das, was eine Parametaparaphysik auszeichnet, so weit in Wolkenkuckucksheim ist, daß niemand mehr sagen kann, daß das etwas grundsätzlich anderes ist als eine Metaparametaphysik, also, mit wem sie das besprechen können, müssen Sie selbst wissen.

10.10.2017:
i hoch i ist eine überraschend herkömmliche Zahl. Also, schon mit Nachkommastellen, aber sonst nix, was man an Zahlen, mit denen man so zu tun hat, sonst nicht kennt. Hab ich auch nicht gewußt, jetzt weiß ich es.

11.10.2017:
Ich glaube ja nicht an einen Geist in der Maschine, aber das wäre ein naheliegendes Konzept, zu erklären, warum mein WLAN daheim an manchen Tagen volle fünf Striche am Empfangsanzeiger meines Klapprechners zustande bringt, und am nächsten Tag ohne auch nur den Sender oder den Empfänger um einen Zentimeter zu verrücken, nur drei Striche. Andererseits wäre das für einen Geist in der Maschine einigermaßen erbärmlich, grundlos wechselnde Tagesform zu haben.

12.10.2017:
Besprechen Sie mit einem Evolutionsbiologen, warum das zweitschnellste Landtier, nämlich der Gabelbock, ein klassisches Beutetier, auf einem anderen Kontinent lebt als das schnellste Landtier, der Gepard, der ja ein Räuber ist. Vor welchem Tier muß der Gabelbock schneller flüchten als die schnellste Beute des Geparden?

13.10.2017:
Wer mag, kann sich überlegen, was ein zusätzlicher Fall in der Grammatik bewerkstelligen können sollte, wenn er nicht nach dem Akkusativ sondern vor dem Nominativ gereiht würde.

14.10.2017:
Sollten Sie einmal eine erhebliche Menge Zeit zu füllen haben, aber keine wirklich sinnvollen Überlegungen darauf verschwenden wollen, dann können Sie sich ja Tippfehler suchen, die wenigstens irgendwie etwas heißen könnten, wenn es das Wort tatsächlich gäbe.

15.10.2017:
Wer sich mit der gestrigen Anmerkung so gar nix anfangen kann, aber gern möchte, kann als Beispiel darüber nachdenken, was, wenn man „Bereitschaft“ schludrigerweise als „Breitschaft“ tippt, dieser accidental generierte Neologismus heißen könnte.

16.10.2017:
Das Wort „accidental“ wurde mir gestern von meinem Rechtschreibeprogramm angestrichen. „Unfällig“ geht aber, hab ich gerade festgestellt, auch nicht unbeanstandet durch. Mein Rechtschreibeprogramm scheint ein unbotmäßig positives Bild von der Welt und den Abläufen in ihr zu haben.

17.10.2017:
Mir ist noch etwas Seltsames an meinem Rechtschreibeprogramm und seiner inneren Absegnungsgrammatik aufgefallen; der Begriff „Neologismus“ wird da durchgewunken, aber sobald ein Neologismus tatsächlich auftaucht, wird in Form einer roten Zackenlinie optisch gemurrt, als wäre da die heile Welt der reinen Begriffe durch das Auftauchen des damit dann tatsächlich zu Begreifenden übel korrumpiert worden. Scheint ein Postmodernist programmiert zu haben.

18.10.2017:
Wenn weniger manchmal mehr ist, besprechen Sie mit einem oder auch einem anderen, ob irgendwann höher manchmal tiefer sein kann, ohne zyklische Metaphern zu verwenden.

19.10.2017:
Ich dachte, ich hätte gestern eine Art Koan in die Welt gehustet, weil das, was mehr ist, wenn weniger mehr ist, findet ja in einer anderen Kategorie statt als im Zählbaren, in dem das „weniger“ statt findet. Das, dachte ich, wäre bei „tiefer“ und „höher“ nicht gut herstellbar. Aber: Wenn jemand Baßsänger ist, dann kann es sein, daß seine Fähigkeit, tiefer zu singen, eine höhere Gage bedeutet.

20.10.2017:
Der schon viel zu breite Setter braucht als Berstschutz an der Seite Bretter.

21.10.2017:
Überlegen Sie, ob eine künstliche Intelligenz, wenn Sie tatsächlich alles über uns Menschen wüßte, und wirklich nur das Beste für alle im Sinn hat, an uns Menschen etwas ändern würde, wenn sie damit das, was wir Menschen sind, also das, was sie beschützen will, in der Form, in der es besteht, soweit verändert, daß das eben nicht mehr besteht, und sie es somit im Grunde aus der Welt schafft.

22.10.2017:
Alogie ist nicht das Gegenteil von Logie. Was vor dem Hintergrund, daß es Logie nicht gibt, wenig verwundert. Wer sich aber gern wundert, kann sich darüber wundern, daß es Alogie sehr wohl gibt, aber Analogie - wiewohl sprachlich sauber gebildet - nicht dessen Gegenteil ist.

23.10.2017:
Wer die gestrige Betrachtung vollinhaltlich durchmessen hat, ohne seinem Wernickeareal heute eine Gehhilfe beistellen zu müssen, kann sich heute darüber wundern, daß es zwar das Wort „chronistisch“ gibt, das (sollte es wenigstens sein) Gegenteil, nämlich „achronistisch“ nicht, aber dessen, wenn wir die herkömmliche Gegenteilbildung zugrunde legen, Gegenteil „anachronistisch“ dann wieder sehr wohl Bestandteil der Sprache ist.