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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für Juni 2018

01.06.2018:
In jeder hinreichend beliebigen Menge von Unterschieden ist die überwiegende Mehrheit stets größer. Kann man so zwar sagen, aber vermutlich nicht einmal überprüfen. Wer will, kann das gut finden oder auch grad nicht, je nachdem, womit es einem besser geht.

02.06.2018:
Heute ist ein guter Tag, um diese Feststellung zu treffen.

03.06.2018:
Besprechen Sie mit einer Person, die in den Paradoxien Griechischer Philosophie bewandert ist, ob „Theseus“ als Name für eine Werft für Gebrauchtschiffe besonders pfiffig ist.

04.06.2018:
Vielleicht läßt sich ja ein bißchen Geld machen, indem man zu Beginn der Grillsaison in Fleckenentferner investiert.

05.06.2018:
Man könnte eine weiße Wand eines Ausstellungsraumes weiß bemalen und das dann als Kunstwerk bezeichnen. Vielleicht hat das sogar schon jemand gemacht. Wenn nicht, dann isses ja bis zur nächsten documenta noch Zeit, sich einen entsprechenden Beipacktext einfallen zu lassen.

06.06.2018:
Weil bis zur nächsten documenta eben noch ein bisserl Zeit ist, kann man ja das gestern hier vorgeschlagene Kunstwerk ins Nichtganzzahligdimensionale erhöhen, und sich dabei der Ruf eines sprachspielerischen Springinsfeld erarbeiten; man malt eine Wand des Ausstellungsraumes weiß an, aber so oft, bis die Farbschichten den Raum komplett ausfüllen. Das läßt sich bestimmt deuten, und wenn sonst nix geht, hat man sich senkrecht gleichsam ins Eck gepinselt. Proviant nicht vergessen.

07.06.2018:
Wenn man drei aufeinanderfolgende Primzahlen addiert, dann ist das Resultat, also, wenigstens, solange die Primzahlen, die addiert werden, nicht größer sind als 50, also, in diesem Bereich ist die Summe von drei aufeinanderfolgenden Primzahlen überraschend oft wieder eine Primzahl.

08.06.2018:
Das ist jetzt so überhaupt keine Zahlentheorie, aber es ist doch bemerkenswert, daß mit dem Begriff „zahlreich“ eine kleinere Menge benannt wird als mit „zahllos“.

09.06.2018:
Die heurige Sommermode darf nicht getragen, die muß geschoben werden. Also die Kleidungsstücke sollten formfest verlötet und dann vor sich her geschoben werden. Wenn’s keine Kratzgeräusche gibt, dann macht man es falsch. Reine Schikane.

10.06.2018:
Für die heurige Sommermode hab ich mir dann doch noch eine kleine Erleichterung einfallen lassen; wer kein Lötbesteck zur Hand hat, kann sich die Kleidungsstücke mit winterfester Dispersionsfarbe an die Fußknöchel malen und dann mit einem Heißluftfön und einer Teigspachtel über den Körper verreiben.

11.06.2018:
Um den Geradeauslauf zu gewährleisten, werden die Vorderräder bei Autos so montiert, daß sie nicht komplett parallel laufen, sondern sie, wenn sie in der Stellung, in der sie montiert sind, nicht am Auto befestigt wären und einfach so rollten, nach fünfhundert Metern die Bahn des anderen Rades kreuzten. Darüber denkt man ja nicht so oft nach. Ich schon. Es wird Zeit, daß der Sommer kommt.

12.06.2018:
Wirklich großartige Musiker können musikalische Schatten spielen; beim Schatten sieht man ja das, wo das Licht nicht ist. Und ich habe einmal einen Pianisten gehört, der ein Lied begleitet hat, allerdings ohne, daß da jemand gesungen hätte. Und man hat ganz genau die Melodie gehört, die der Pianist eben nicht gespielt, aber umspielt hat. Sowas ist schon echt toll!

13.06.2018:
Passivrauchen ist tatsächlich schädlich; wenigstens für Laptops. Hab ich feststellen müssen.

14.06.2018:
Striche, wenn man sie genau stirnseitig betrachtet, erscheinen punktförmig, Flächen, wenn man sie exakt auf Augenhöhe vor sich hat und somit nur ihre Kante sieht, sehen aus wie Striche, also jeweils um eine Dimension reduziert. Aber eben nur dann, wenn man diese Blickwinkel exakt so einhält. Sobald man nur ein wenig aus der Achse des Striches rutscht, sieht man, daß das mehr als ein Punkt ist, wenn man die Ebene der Fläche verläßt, erkennt man, daß das nicht nur ein Strich ist. Da kann man sich ja fragen, welche Position wir Körpern gegenüber einnehmen müßten, um nicht nur die Fläche wahrzunehmen, die der Körper in unserem Blickfeld einnimmt, sondern das Dreidimensionale des Körpers so zu erfassen, wie wir die eingangs erwähnte Fläche als solche erkennen, sobald wir ihre Ebene verlassen.

15.06.2018:
Ich hab am gestern hier vorgestellten - zugegebenermaßen abseitigen - Problem ein bissi herumgedacht, und bin auf keine Lösung sondern auf eine weitere Frage gestoßen; wenn ein Objekt nur dann in seiner Volldimensionalität erkennbar ist, wenn man eine Beobachterposition einnimmt, die um eine Dimension mehr beansprucht, als das Objekt besetzt, dann ist die Frage, ob wir Körper dann dreidimensional wahrnehmen könnten, wenn wir entweder in einer anderen Zeit wären, oder dann, wenn entweder der Körper oder wir uns bewegen, oder wenn wir anders altern würden als der Körper. Naja, wer sonst keine Sorgen hat, kann darüber nachdenken, sollte sich aber unbedingt darüber freuen, daß er offenbar wirklich keine anderen Sorgen hat.

16.06.2018:
Noch eine Überlegung für Sorgenfreie: Hätten Dimensionen Gefühle, dann müßte sich eine Dimension beleidigt fühlen; Wenn etwas nicht an einem festgelegten Ort ist, dann ist dessen Aufenthaltsort in einer Dimension entweder dahinter oder davor oder in einer anderen Dimension darüber oder darunter oder in der - eben etwas vernachlässigten - Dimension mit „daneben“ hinreichend abweichend beschreibbar. Klar, kann man da noch mit „links“ und „rechts“ weiter ins Detail gehen, aber man muß nicht. Bei „drüber“ oder „drunter“ und „dahinter“ und „davor“ gibt es diese Vereinfachung nicht.

17.06.2018:
Neulich war ja Pollenflug. Also, so richtig, mit alle Autos in der Stadt sind mit gelbem Staub deutlich dick bedeckt. In anderen Städten auch (ich komm beruflich einigermaßen viel herum). Da hat mich fasziniert, daß diese Pollenkörner, die jeweils einzelne Objekte sind, ja in einer bestimmten Anzahl vorliegen. Das ist eine sicher sehr große Zahl, aber es ist eine Zahl. Ganz genau diese Zahl. Die wird nie jemand exakt wissen, aber diese Zahl ist nicht um eins mehr oder weniger als sie ist. Ist eigentlich wurscht, aber, wenn man sich das so vorstellt, ist das etwas, woran man ein paar Gedanken entlangranken kann.

18.06.2018:
Na schau; ich hab ein paar Gedanken am gestern hier Dargestellten entlang gerankt, und bin zu folgender Überlegung gekommen: Die Zahl der neulich herumfliegenden Pollenkörner ist wahnsinnig groß und sie ist exakt so groß, wie sie ist, aber man wird sie nie genau wissen. Man könnte sie schätzen; Eine bestimmte Fläche auszählen, und dann auf das gesamte Pollenfluggebiet unter Berücksichtigung von Baumbestand, Windverhältnissen und derlei mehr hochrechnen. Das ist vermutlich, wenn man es sorgfältig macht, auch vielleicht sogar nah dran, aber so exakt wir beim Durchzählen isses nicht. Und da hab ich mich gefragt, wie oft denn eigentlich überhaupt solcherlei Schätzungen dann tatsächlich überprüft worden sind; erst solide schätzen, und dann zu Fuß wirklich nachzählen, um zu sehen, wie genau die Schätzung war, um herauszufinden, wie sinnvoll es ist, bestimmte Dinge unter bestimmten Annahmen zu schätzen. Das hat man hochwahrscheinlich schon ein paar Mal gemacht. - Bestimmt schon ein paar Mal. Mhm. Ich nehme an, diese Zahl wird man nur schätzen können.

19.06.2018:
Es gibt bestimmt unter den Zahlen bis eine Million die Primzahl, die sich als Summe von Primzahlen darstellen läßt, bei der es die meisten Möglichkeiten gibt, verschiedene Summanden aus der Primzahlfamilie zu dieser Primzahl zusammenzuaddieren, wobei jeder Summand nur ein Mal auftreten darf. Sollte ich mich auf die Suche nach dieser Zahl machen, weiß ich, daß in meinem Verpflichtungs- und Anforderungszoo einige Gehege deutlich unbelebt sind. Gut, das kann man anders auch feststellen, aber so wirkt es akademischer.

20.06.2018:
Ich weiß schon, daß ich schön langsam alt werde, und es ist ja auch wirklich wurscht, aber ich frage mich, wie wir damals überlebt haben, ohne dauernd und überall eine Wasserflasche mit zu haben und daran zu nuckeln. War die Luft in meiner Jugend nasser, und wir haben das, was man heute offenbar permanent trinken muß, einfach geatmet, und dieses Wasserdepot hält bis jetzt in unserem Körper vor?

21.06.2018:
Im Kino läuft derzeit ein Film, in dem Gegenstände verschiedener Größe erheblichem abruptem mechanischen Verschleiß ausgesetzt werden. Wahrscheinlich ist es sogar nicht nur ein Film, auf den diese Inhaltsangabe zutrifft, sondern es sind deren mehrere.

22.06.2018:
Angesichts der Vielzahl der Filme, die ich gestern hier erwähnt habe, und deren Erfolg stellt, sich mir eine häßliche Vermutung; daß die Darsteller im Theater einander gern einmal entgegen herkömmlicher Gesprächsgepflogenheiten über weite Strecken der Handlung beherzt anbrüllen, und kaum bemerkenswerte Explosionen stattfinden, ist vielleicht eher feuerpolizeilich und budgetär begründet als dramaturgisch.