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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für Oktober 2018

01.10.2018:
Sollten in Ihrem Nähkränzchen die Aspekte der Gattenwahl im näheren Umfeld bereits erschöpfend erörtert worden sein, aber noch ein bißchen Zeit mit Plauderei gefüllt werden müssen, dann können Sie ja versuchen, ein paar leidenschaftliche Stellungnahmen zu Schnittmusterbögen für hyperbolische Textilien einzuholen.

02.10.2018:
Wenn Sie das gestern hier Vorgeschlagene erst in den nächsten Tagen probieren wollen, dann kann es vielleicht helfen, wenn Sie andeuten, daß es für die pfiffigste Wortmeldung möglicherweise sogar die Filzmedaille gibt.

03.10.2018:
Vielleicht gibt es eine Formel, mit der man ausrechnen kann, wo auf einer Sattelfläche mit welcher Krümmung man mit welcher Körpergröße stehen muß, um den Horizont, den man vor sich hat, unter einem möglichst langen links-rechts-Schwenk als möglichst gerade Linie, also, das ist natürlich immer eine Kurve, aber es geht um eine möglichst wenig gekrümmte Kurve, deren Tangenten an den Eckpunkten einander in einem Winkel von nicht mehr als fünf Grad schneiden, zu sehen. Naja, vielleicht auch nicht. Wir werden es aushalten.

04.10.2018:
Neulich war bei irgendwelchen Aktien angeblich wieder Kurs. Ein paar Leute haben sich aufgeregt, ein paar andere waren enttäuscht. Börse halt.

05.10.2018:
Weil ja die Finanzkrise heuer zehnjähriges Jubiläum feiert, waren da ein paar Dokumentationen im Fernsehen über auch andere Finanzdebakel. Und da hab ich gehört, daß irgendwann einmal eine Bank schließen mußte, weil sie eine Milliarde Schulden hatte. Was waren das für Zeiten!

06.10.2018:
Im dreidimensionalen Raum ist eine Ebene eine Ebene mit allen Eigenschaften, die eine Ebene halt so hat, was einschließt, daß sie um eine Dimension weniger in Anspruch nimmt, als zur Verfügung steht. Besprechen Sie mit einem Topololingiusten, ob im zweidimensionalen Raum eine Ebene auch Ebene heißt, obwohl sie ja schon den ganzen Raum füllt.

07.10.2018:
Ich weiß echt nicht, was für ein geometrisches Teuferl mich in den letzten Tagen immer wieder reitet, aber ich ertappe mich gerade ehrlich bei der Überlegung, ob eine Schlangenlinie das Pendent einer hyperbolischen Fläche für zweidimensionale Räume ist.

08.10.2018:
Man kann, wenn man das will, überprüfen, wenn zehn Menschen mit jeweils fünfzig Versuchen aus hundert Zahlen dreißig richtige zu erraten sollen, ob es in der Trefferquote einen Unterschied gibt zu einer Anordnung, in der hundert Menschen mit je zehn Versuchen aus dreihundert Zahlen neunzig richtige zu erraten haben. Aber nicht rechnen, sondern schon echt ausprobieren.

09.10.2018:
Sollte sich bei dem gestern hier vorgestellten Problem ein Unterschied zwischen den beiden Anordnungen ergeben, dann kann man ja ausprobieren, wie oft man da beide Anordnungen jeweils durchlaufen muß, damit es dann so echt wirklich bis tief hinterm Komma keinen Unterschied gibt.

10.10.2018:
Sollte ich Ihnen schon einmal mitgeteilt haben, daß ein Stern, wenn er Gas implosionsartig einsaugt, eine Kontratuberanz begeht, dann möchte ich mich für die Wiederholung entschuldigen. Sollte ich das hier das zum ersten Mal schreiben, ist vermutlich auch eine Entschuldigung angebracht. In beiden Fällen haben heute also Gelegenheit, sich hochherzig zu zeigen.

11.10.2018:
Nur, weil ich das Sommerloch für mich noch nicht komplett geschlossen habe, und falls Sie von gestern noch ein wenig Hochherzigkeit und Nachsicht mit Sprachverscherungen auf Lager haben, möchte ich Ihnen mitteilen, daß die Fähigkeit, Arbeiten problemlos termingerecht zu erledigen, Kontrakrastinismus heißen müßte.

12.10.2018:
Besprechen Sie mit einem Landschaftsarchitekten, ab wann man zu einem in einer flachen Gegend liegenden, sehr langen Stück Aufschüttung „Antitunnel“ sagen darf.

13.10.2018:
Ich habe am gestern hier Dargestellten ein bisserl herumgedacht, und bin zu nix wirklich Erhellendem gekommen: Ein Tunnel hat ja eine Wirkrichtung, nämlich längs seines Verlaufes. Somit darf man zu einer länglichen Aufschüttung in einer ansonsten flachen Gegend nicht Antitunnel sagen, wenn es sich um einen Damm oder eine Mauer handelt, da hier ja die Wirkrichtung quer zum Verlauf liegt. Wie gesagt, wenig erhellend.

14.10.2018:
Möglicherweise haben Sie das in den letzten beiden Tagen hier vorgestellte Denkfragment selbst ein bißchen abgeklopft, und sind dabei ebenso wie ich zu einem dann doch trivialen und insoferne auch zutreffenden Schluß gekommen: In einer flachen Gegend wird das mit dem Antitunnel nix. Aber da ein Tunnel ja eine Struktur durchbricht, nämlich einen Berg, der in dem Flachen, das ihn umgibt, das Andere ist, kann man von einem Antitunnel sprechen, wenn eine Schlucht, die in ihrer Umgebung das Andere - nämlich keine Landschaft, also nix - ist, durchbrochen wird. Also, beim herkömmlichen Tunnel ist etwas (der Berg) im Weg, und von dem, was der Berg ist, nimmt man etwas fort, und der Weg ist frei. Bei einer Schlucht ist etwas (nix, also, nix, worauf man fahren könnte, das Nichtvorhandensein von Gegend) im Weg, und dieses Nix wird strukturell durchbrochen, da ist dann nicht nix, sondern sehr wohl etwas, und darauf kann man fahren, und zwar in Ausbreitungsrichtung dessen, was da jetzt ist. Also, ein Antitunnel ist eine Brücke. Oder halt ein Damm, dessen Aufgabe es nicht ist, zwei Bereiche Wasser zu trennen, sondern als Weg zwischen zwei Stücken Land in einer seeingen Gegend zu dienen. Das geht dann auch. Wie gesagt, darauf hätte man schon vorgestern kommen können.

15.10.2018:
Vielleicht kann man ein Theaterstück schreiben, das die Form einer narrativen Parkettierung hat; eine übersichtliche Texteinheit, die gegebenenfalls von verschiedenen Figuren - allerdings sinnvoll, das sollte schon sein - aufeinander bezugnehmend das ganze Stück lang gesagt wird, ohne daß anderes zur Sprache kommt.

16.10.2018:
Wenn Sie, so Sie das vorgehabt haben, Ihren Lottoschein schon ausgefüllt haben, und mit der sicherlich noch überstehenden Schaffenskraft etwas anstellen wollen, dann können Sie ja überlegen, ob Sie, wenn Sie ein Geonom wären, also jemand, der beruflich damit befaßt ist, Landschaftstypen zu benennen, ob Sie dann lieber eine Bezeichnung für Buchten auf Halbinseln finden würden oder für Halbinseln in Buchten. Oder Sie überlegen sich Lottozahlen für die nächste Woche.

17.10.2018:
Bei Addition wird es ja mehr. Bei Multiplikation wird es um mehr mehr. (Also, wir sprechen von durchweg positiven Zahlen) Finden Sie eine Rechenvorschrift, bei der es zwar schon mehr wird, aber um nicht ganz so viel mehr wie bei der Addition. Vielleicht gibt es das ja schon, dann können Sie in der Zeit, die Sie darauf verwendet hätten, einen Umlufthochofen erfinden.

18.10.2018:
Vielleicht gibt es ja vier Zahlen, deren geometrisches Mittel gleich dem arithmetischen ist. Ist mir gerade eingefallen. Wer mag, kann dem ja nachgehen.

19.10.2018:
Telephonbücher werden ja zunehmend selten, obwohl immer mehr Menschen ein Telephon haben. Früher gab es pro Familie ein Festnetztelephon. Heute hat jedes Familienmitglied ein eignes Telephon. Möglicherweise - aber das ist ein bisserl sehr kulturpessimistisch gedacht - ist ein Anzeichen für die Granulierung unserer Gesellschaft; man ruft nur noch die Menschen an, deren Nummer man sowieso hat.

20.10.2018:
Gestern habe ich mein Rechtschreibeprogramm mit der Schreibweise eines Wortes bekannt gemacht, die ich als Adressat einer wenigstens teilhumanistischen Bildung für richtig halte. Telephon. Das schreibe ich mit „ph“, weil es sich aus dem Griechischen ableitet. Und mein Rechtschreibeprogramm läßt sich über die Funktion „Hinzufügen zum Wörterbuch“ durchaus verschiedene Begriffe als gültig näherbringen. Und zusammengesetzte Begriffe werden als gültig erkannt und durchgewunken, wenn deren beide Bestandteile im Wortschatz des Rechtschreibeprogramms vorrätig sind. Nun ist mir da eine kleine Unwucht aufgefallen; „Telephon“ hab ich ihm beigebracht, und da war ich gespannt, ob die rote Zackenlinie unter dem Telephonbuch auch verschwindet. Tut sie nicht. Vielleicht gibt es tatsächlich gar keine Telephonbücher mehr, und mein Rechtschreibeprogramm weiß da mehr als ich.