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Gunkls Tip des Tages (Archiv)

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Tips für Juni 2016

01.06.2016:
Dings war. Finale. Eine Sportart. Die einen haben gewonnen. Sport halt. Das kann man auch anders erleben und in erheblicheren Elongationen des Gemüts empfinden, muß man aber nicht.

02.06.2016:
Der Leser Herbert Appl hat eine sehr interessante Frage aufgeworfen, die ich hiemit an die astronomisch Begeisterungsfähigen weiterleiten möchte: Müßte nicht eigentlich jedes vierte Lichtjahr ein bißchen länger sein?

03.06.2016:
Ich habe Pizza gegessen. Neulich. Gestern sogar. War flach.

04.06.2016:
Verzeihen Sie mir bitte den gestrigen Eintrag; ich versuche nur, mich für ein etwaiges privates facebook-Profil mental zu rüsten. So, wie es aussieht, wird das nix. Geht ja auch ohne.

05.06.2016:
Jüngst habe ich eine Fernsehwerbung für - und das hab ich vergessen - für halt irgendetwas gesehen, in der gesagt, behauptet oder festgestellt worden ist, daß das eigene Essen zu photographieren, und das Bild dann mit der Welt zu teilen, normal sei. Vielleicht ist das ja auch tatsächlich so. Also, das mit dem privaten facebook-Profil von mir wird - und jetzt kann man das in Petroglyphen für die nächsten Jahrhunderte in die Landschaft modellieren - das wird nix.

06.06.2016:
Überlegen Sie, was es über Sie aussagen könnte, wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis von wenigstens vier Menschen mit Sicherheit sagen könnten, daß die sich schon überlegt haben, wie viele Menschen denn wohl schon ernsthaft der Frage nachgegangen sind, wie viel Ohrenschmalz ein Mensch so im Laufe seines Lebens produziert.

07.06.2016:
Zum Kalifornischen Mohn darf man auch Schlafmützchen sagen. Das stimmt in die andere Richtung, nämlich insoferne, daß man zum Schlafmützchen Kalifornischer Mohn sagen darf, bestimmt auch, aber es klingt nicht so richtig. Also, wenn wir uns zugestehen wollen, daß es ein vertretbares Kriterium ist, mehr oder weniger richtig zu klingen. Besprechen Sie mit Ihrem Lieblingsbotanikphilologen, warum das so ist.

08.06.2016:
Wenn Sie nach der Giftpflanze des heurigen Jahres gefragt werden, dann blättern Sie einfach nach dem gestrigen Tip im Netz und Sie finden dort zwei Möglichkeiten, auf diese Frage zu antworten. Die Situation, in der sie nach der Giftpflanze des heurigen Jahres gefragt werden, müssen Sie allerdings selbst - notfalls quer zum momentan herrschenden Gesprächsfluß - herstellen.

09.06.2016:
Wenn Sie gern Sachen besprechen, die einigermaßen sicher noch nicht erfüllend besprochen sind, dann erörtern Sie mit einem Einfachsophilologen, warum manche Wissenschaften auf –ik enden und andere auf –ie.

10.06.2016:
Überlegen Sie, ob Sie, wenn Sie sich als hochgradig defensiven Menschen denken, dem Pflanzen schon zu aggressiv sind, weil sie Platz beanspruchen und somit passiv-aggressiv ihrer Umgebung Möglichkeiten rauben, ob Ihnen die Flora wenigstens ein wenig sympathischer wäre, wenn die Wissenschaft um sie nicht Botanik sondern Botanie hieße.

11.06.2016:
Ich habe an mir Anzeichen von Altersmilde oder –langmut entdeckt; Ich kann mich tatsächlich an Übergangsphänomenen, in denen bestimmte Zustände nicht ausgeprägt vorliegen, erfreuen. Und zwar schon dann, wenn der besonders ausgeprägte Zustand noch nicht vorliegt.

12.06.2016:
Ich möchte den gestrigen Eintrag ein wenig erläutern; Ich bin ja berufsbedingt mit dem Auto sehr viel unterwegs. Und ich habe es gern, wenn mein Auto sauber ist, besonders die Windschutzscheibe. Nun will es die Natur, daß im Winter die Straßen mit Schnee, Graupel, Salz oder auch nur Regen belegt sind, und das amalgamiert sich auf längeren Fahrten als Belag ans Auto. Das, was davon an die Windschutzscheibe gerät, läßt sich mit funktionstüchtigen Scheibenwischern klaglos abwischen, das restliche Auto ist halt deutlich dreckig. Im Sommer ist die Straße weitestgehend trocken, das Auto bleibt ziemlich sauber, aber da rammen sich ungezählte Insekten an die Windschutzscheibe, und die sind mit einem hochviskosen Innenleben ausgestattet, das mit dem Scheibenwischer allenfalls auf der Windschutzscheibe verreibbar ist, aber die Scheibe ist dann halt dreckig. Und es gibt die Zeit dazwischen, wo die Straße schon trocken, aber die Kerbtiere noch überwiegend im Kokon sind. Da kann man fein sauber fahren. Und das genieße ich während es ist, ohne darauf warten zu müssen, daß der Zustand vorbei ist, und ich ihn nachträglich genießen hätten wollen würde, weil jetzt alles anders und nicht mehr gut ist. Dafür, und das bringt mich in die Nähe von Altersmilde, dafür muß man derlei Wechsel aber schon ein paar Mal mitgemacht haben. Jetzt isses dafür schon ein bisserl spät im Jahr, aber in der nächsten Übergangszeit können Sie sich mit mir freuen.

13.06.2016:
Damit meine gestrige Panegyrik der Übergangsphänomene nicht allzu lullig ausfällt, sei hier festgehalten, daß die Zeit, in der es draußen immer noch kalt ist, aber Hotelzimmer nicht mehr geheizt werden eher blöd ist. Yin und Najang.

14.06.2016:
Mein Rechtschreibeprogramm kennt keine Panegyrik. Mieselsüchtiges Ding.

15.06.2016:
Schön langsam frage ich mich ernsthaft, ob es in Hotels überhaupt andere Zimmer gibt außer denen, die am weitesten weg vom Lift sind. Ich glaube immer mehr, diese Zimmer gibt es nicht. Die sind leer, vollgemauert, nur Trägermaterial für blinde Türen, oder da sind irgendwelche Gerätschaften zur Überwachung mittelständischer Gezeitenwechsel auf einem besonders feuchten Jupitermond drin. Aber vermietet werden die einfach nicht. Ich bin mir da mehr und mehr sicher.

16.06.2016:
Ich denke nicht, daß man zu Essen „Inkrement“ sagen darf. Aber ich bin kein Endokrinologe. Oder Sprachwissenschafter. Oder Installateur. Oder Koch. Ich weiß nicht einmal, ob man das alles auf einmal sein muß, um das zu wissen.

17.06.2016:
Es hat sich übrigens noch immer nicht geklärt, mir jedenfalls nicht, warum gebrauchte Papierhandtücher unter deren Spender ein Auffangbehältnis aus sehr weitmaschigem Drahtgeflecht zugewiesen bekommen, das diese kleingeklumpten Papierkugeln nicht - nämlich so gar nicht - halten kann. Das wird vermutlich in keiner Dokumentation zum Thema „Große Mysterien der Menschheit“ besprochen werden, aber ich finde, das Zeug dazu hat dieses Phänomen allemal.

18.06.2016:
Wer will, kann heute mit einem diesbezüglich interessierten Menschen erörtern, ob eine eventuelle Verschwörungstheorie, die besagt, daß alle Verschwörungstheorien gezielt in die Welt gesetzt werden, um jeden Zweifel an bestehenden Sachverhalten und vor allem deren Erklärungen als von vornherein unglaubwürdig, weil eben im Rahmen einer Verschwörungstheorie vorgetragen, aus dem Diskurs zu watschen, ob diese Verschwörungstheorie eine grundsätzlich andere ist, als sonstige Verschwörungstheorien.

19.06.2016:
Vielleicht gibt es ja eine Maximalanzahl von verschiedenen Winkeln, die in einer Parkettierung, die nur aus geradkantig begrenzten Steinen besteht, vorkommen können. Vielleicht auch nicht. Es gibt ziemlich sicher jemanden, der das weiß. Ausprobieren oder fragen.

20.06.2016:
Erfinden Sie ein Wort, das eine sehr umfassende, sehr viele Aspekte berücksichtigende - gleichsam mehrdimensionale - Erörterung beschreibt, in der vom betrachteten Sachverhalt so Vieles besprochen wird, daß man dem Ort in der Erörterung noch wenigstens die Dimension Zeit hinzufügen muß.

21.06.2016:
Es brüllt ins Telephon wer dreist, er weiß warum der Thron verwaist; Der König ist mächtig aber prüde, die Königin prächtig, aber müde.

22.06.2016:
Besprechen Sie mit einem Quantologen, was denn, wenn weniger mehr ist, was dann ausreichend ist.

23.06.2016:
Ich habe hier ja schon einmal festgestellt, daß ups ein wirklich lustiger Name für einen Paketbringdienst ist. Jüngst habe ich festgestellt, - und möglicherweise habe ich auch das hier schon einmal festgehalten, wenn ja, sehen Sie mir das als Vorboten einer präsenilen Demenz nach - jedenfalls habe ich bemerkt, daß es eine deutsche, und weil deutsch eben weniger schmissige, aber doch sehr lustige Entsprechung davon gibt, nämlich ein Transportunternehmen mit dem Namen Schade. Vielleicht bin ich auch einfach zu oft und zu lange alleine auf Autobahnen unterwegs, aber mich amüsiert sowas.

24.06.2016:
Überlegen Sie, ohne das auszuprobieren, nur im Kopf und ohne Bewegung und Geräusch, ob es für Sie einfacher wäre in dem Zeitraum, in dem Sie mit einem Fuß acht gleich lange Schläge klopfen, mit einer Hand siebzehn ebenfalls gleichlange Schläge zu klopfen, oder dieses Muster als eben genau dieses zu erkennen, wenn jemand anderer das korrekt ausführt.

25.06.2016:
In der heurigen Sommermode gilt es, die Kettfäden bewußt zu tragen.

26.06.2016:
Schußfäden werden in der heurigen Sommermode billigend in Kauf genommen und dürfen nur gegen Vorlage eines wenigstens achtseitigen Gutachtens beliebiger Stoßrichtung in den Saum gespleißt werden. Vermutlich nicht, aber wenn man sich daran hält, hat man was zum Erzählen.

27.06.2016:
Die angesagten Materialien der heurigen Sommermode sind Waschbeton und Elch am Stück. Das stimmt so vermutlich auch nicht, aber wer sich daran hält, muß ein Gespräch nicht extra suchen.

28.06.2016:
Spinnen stridulieren teilweise mit den Pedipalpen. Hab ich auch grad erst erfahren. Im Grunde ist das auch keine große Sache. Außer man bedenkt, daß das Stridulieren eine Lautäußerung im Zuge der balz ist, daß Pedipalpen die Geschlechtsorgane des Spinnenmännchens sind, und die im Zuge der Begattung abgerissen werden. Dann isses schon ein bissi eigen, und man ist wenigstens als Mann einerseits ein wenig neidisch, weil bei den Spinnenmännchen das Besungene schon selbst singen kann, und dann aber, wenn der Gesang zum Eigenlob Erfolg hat, bei dem, was dann passiert, also, dann ist man schon wieder froh, ein Mensch zu sein.